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Dr. med. Ludger Nohr

Die psychische Entwicklung von Babys
und Kindern besser verstehen

Dr. med. Ludger Nohr

   

 

Bindung

Guten Tag, sehr geehrter Herr Dr. Nohr,

vorab möchte Ich Ihnen ein gesundes und Glückliches Jahr 2019 wünschen und mich für Ihr Engagement hier bedanken. Ich bin Vater einer 9 monate alten tochter(unser erstes((wunsch))kind)
wir sind bei der Erziehung und vorallem im Bezug auf eine starke (ur)bindung engagiert, soll heißen wir versuchen prompt auf die Bedürfnisse einzugehen. Mittlerweile endeckt sie die Welt für sich
und möchte Dinge greifen (Weihnachtsbaumkugln, Lampenschirm) und wenn wir sie dort nicht "hin"lassen ist sie sofort frustriet (brüllt richt) sobald sie ihren willen durchgesetzt hat ist die Welt wieder in
Ordnung. Derzeit ist es für uns aber auch schwierig was sie uns mitteilen will, sie quengelt auch wenn wir sie z.B. hinlegen oder sie z.b. die WickelTücher nicht bekommt und das geht dann wirklich minütlich so bis ihr wieder was zu langweilig? wird. Insofern kann ich sie "prompt" nicht
zufriedenstellen, da ich oft nicht weiß was sie will. Heißt das, dass wir hier eine sichere Bindung verwirken? Sollen wir ihr alles erlauben, sprich sie will was Sie kriegt/darf es(Weihnachtsdeko)
Dankeschön

von Tristar am 10.01.2019, 15:11 Uhr

 

Antwort:

Bindung

Hallo und danke für Ihre väterliche Frage.
Bindung und Urvertrauen sind wesentliche Bausteine für die Beziehungsentwicklung zu den primären Bezugspersonen und so auch Vorbild für spätere Beziehungen. Bindung entsteht durch gemeinsame Erfahrungen, dem Erleben der Sicherheit und Wohlbefinden spendenden Erwachsenen. Dazu gehört auch, dass die Eltern Schaden von ihrem Kind fernhalten (Weihnachtsbaumkugeln, Steckdosen usw.) und Grenzen und Regeln beibringen, ohne das lernende Kind zu beschämen. Dazu gehört auch die (leidvolle) Erfahrung der Kinder, dass Eltern nicht allen Schmerz verhindern, nicht alle Bedürfnisse stillen können. Was in diesen Momenten besonders wichtig ist ist, im Kontakt zu bleiben, sich zu bemühen und das Leid (woher auch immer es kommt) gemeinsam auszuhalten. Durch diese gemeinsame Erfahrung des Miteinander, der Sorge, des Bemühens wird die Bindung gestärkt, auch wenn Sie momentan keine Lösung finden.
Bindungsaufbau heißt also keinesfalls alles zulassen, sondern entsteht u.a. im liebevollen und schützenden Heranführen an das Leben mit all seinen Freuden und Frustrationen. (Eine der Frustrationen ist z.B. die Erkenntnis, dass die Eltern nicht allmächtig sind, nicht alles Leid verhindern können).
In diesem Sinne viel Freude mit Ihrem Kind.
Dr.Ludger Nohr

von Dr. Ludger Nohr am 11.01.2019

Antwort:

Bindung

Also ich denke es ist wichtig das ihr die Grundbedürfnisse...essen, trinken, Nähe rasch befriedigt aber sie kann doch nicht alles haben was sie will...z.b. in die Weihnachtsdeko( oder z.B.an der Steckdose spielen)..das heißt aber nicht das ihr dadurch eine schlechte Bindung bekommt. Im Gegenteil eure Tochter lernt auch jetzt schon das es Sachen gibt die sie nicht darf und das das jedesmal so ist. Damit erlebt sie euch als zuverlässig was euren Bindung nur gut tun kann.

von beyer190480 am 10.01.2019

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