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Dr. med. Ludger Nohr

Die psychische Entwicklung von Babys
und Kindern besser verstehen

Dr. med. Ludger Nohr

   

 

Absichtliches Erbrechen

Sehr geehrter Dr. Nohr ,

unser Sohn ist jetzt 18 Monate alt . Seit fünf Tagen erbricht er , wenn er seinen Willen nicht bekommt , hauptsächlich abends u nachts . Er ist seit Geburt ein schlechter Schläfer . Länger als drei stunden am Stück schläft er auch heute noch nicht . Ich stille ihn noch nach Bedarf . Abends möchte er einfach nicht einschlafen , obwohl er gähnt u müde ist . Es dauert immer eine Stunde oder länger .

Seit diesen besagten Tagen hat er angefangen zu entdecken, dass er vor dem gute Nacht stillen Wasser möchte . Die ersten Schlucke trinkt er auch und dann lässt er plötzlich Wasser auf seinen Schlafsack u alles ist nass . Ich muss ihn dann föhnen oder umziehen , was er lustig findet . Danach will er wieder Wasser oder Licht an oder sonstwas , wenn er das nicht bekommt , schreit er sich in Rage u spuckt mir das Abendessen auf die Matratze . Nachts das selbe Spiel , wenn er erwacht u runter will u ich ihm erkläre , dass es Nacht ist u man nicht spielt zum Beispiel spuckt er wieder

Wir sind sehr ratlos ! Man kann ihm ja auch nicht jeden Willen gewähren lassen er sagt dann nämlich „ Spucke Matratze „ u lacht .

Er bekommt gerade die oberen Backenzähne u den rechten oberen Eckzahn u ich werde gefühlt hundert mal in der Nacht geweckt u er will die Brust , den schnulli nimmt er nicht ,

Beste Grüße

von sunyside am 12.02.2019, 14:31 Uhr

 

Antwort:

Absichtliches Erbrechen

Hallo,
Ihr Sohn zieht alle Register um seine Wünsche erfüllt zu bekommen. Dadurch entsteht eine schwierige Situation, in der es gar nicht so einfach ist, richtig zu reagieren. Wichtig ist die Unterscheidung, ob Ihr Kind dieses Verhalten aus innerer Not macht, oder weil es z.B. langweilig ist. Wie könnte "liebevolle Klarheit" in einer solchen Situation aussehen? Ich meine, der Inhalt könnte sein: "Ich bin dir nicht böse, dass du das versuchst, aber was ich als Mutter/Vater falsch finde (muß man vorher drüber nachdenken) geht nicht/mache ich nicht/passiert nicht." Wenn Ihr Sohn die Erfahrung macht, dass Sie seine Wünsche nicht alle erfüllen aber auch nicht böse weggehen, ihn kränken usw., kann er das Verhalten wieder ablegen. Das geht nicht mit ein Mal, aber mit wiederholter Erfahrung wirkt das schon (und vor allem belastet es die Beziehung viel weniger, als viel erfüllen und dann enttäuscht sein).
Bedeutet, Sie müssen nicht sauer sein, weil Ihr Sohn alle Register zieht und er kann die Erfahrung machen, dass nicht alles erreichbar ist, die Beziehung aber darunter nicht nachhaltig leidet.
Es wird diese/ähnliche Situationen immer wieder geben und es macht Sinn, eine innere Position dazu zu finden (z.B. liebevolle Klarheit o.ä.)
Dr.Ludger Nohr

von Dr. Ludger Nohr am 13.02.2019

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