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Dr. med. Ludger Nohr

Die psychische Entwicklung von Babys
und Kindern besser verstehen

Dr. med. Ludger Nohr

   

 

3 Fragen bzgl Kind 10 Monate

Guten Morgen, sehr geehrter Herr Dr. Nohr,
ich möchte Sie wieder um Ihren Rat bitten dürfen. Unsere Tochter ist 10 monate alt
Wir haben 3 'Fragen, gern können Sie auch "Stichtpunktartig" antworten.
Wenn ihr ein "Spielzeug"(hier Wasserschüssel) genommen wird, , schreit sie derart, also schlimmer als wenn sie hingefallen ist. Wir nehmen sie dann in den arm und trösten und bieten einen Ersatz zum spielen an, aber sie ist dann so verbittert., das es dauert bis sie sich wieder beruhigt hat.
Väterlichseits(Vater, Opa, Bruder + Uroma) sind hyperaktiv, wobei ich diesen Begriff ablehne. Unsere Tochter, ist sehr sprunghaft, beim stillen/Essen bleibt sie kaum bei der "Sache" blickt im Raum um her möchte Sachen greifen und
ist quirlig.

Hätten Sie auch eine Literaturempfehlung für uns, im Bezug auf Erziehung für 1 jährige, weil ich mir so unsicher bin, wie ich richtig umgehe >Bezug auf meine erste Frage und auch bei Gefahren/verboten. Habe das Buch von
Dr. Posth: "Vom Urvertrauen zum Selbstvertrauen", aber das ist leider sehr schwer geschrieben.
Letzte Frage bitte: Ich schlafe nicht mehr im Elternschlafzimmer, dort schlafen meine Tochter und Frau. leidet darunter auch die Bindung Vater-Kind, da ich in der Nacht nicht da bin?
Vielen lieben Dank und Ihnen alles Gute
Beste Grüße Christoph

von Tristar am 12.02.2019, 08:34 Uhr

 

Antwort:

3 Fragen bzgl Kind 10 Monate

Lieber Christoph,
erst mal eine nette Buchempfehlung. Reinhard Lempp, ein sehr erfahrener Kinder- und Jugendpsychiater hat es geschrieben, heißt: Kinder für Anfänger. Es ist humorvoll aber keineswegs unernsthaft und sehr kompetent. Dann empfehle ich immer wieder die Elternbriefe des Arbeitskreises Neue Erziehung, die kostenlos über die Jugendämter zu beziehen sind. Sie sind einfach und klar geschrieben und sehr informativ, beginnen nach der Geburt und gehen bis ins Schulalter.
Zu Ihren Fragen: Wenn Sie einem Kind sein Spielzeug wegnehmen, nehmen Sie ihm das, was im Moment am wichtigsten ist. Deshalb der heftige Protest. Erwachsene können sich das oft nicht vorstellen, man kann doch was anderes nehmen oder so, aber für Kinder ist das jeweilige Spielzeug oft symbolisch sehr aufgeladen und alternativlos. Dann muß man mit dem Kind eine andere Möglichkeit suchen, aber der heftige Protest ist erstmal OK.
Dass Kinder in diesem Alter, in dem der Bewegungsspielraum immer größer wird, nicht gerne ruhig sitzen, ist völlig normal. Alles ist interessant, nicht nur das Essen. Da braucht es Ruhe und Phantasie, das jeweilig wichtige wieder in den Vordergrund zu holen.
Zur Nachtsituation: Ja, Ihre Abwesenheit verändert die Beziehung/Bindung. Die Frage ist aber, ob Ihre Anwesenheit sie wirklich vrbessern würde. Es gibt ja Gründe, weshalb Sie woanders schlafen und die können wichtig sein. Es ist also immer ein Abwägen der Vor- und Nachteile.
Ich hoffe das hilft Ihnen etwas weiter und ich freue mich immer über Fragen von Vätern.
Dr.Ludger Nohr

von Dr. Ludger Nohr am 12.02.2019

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