Betreuung bis zum KIGA

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Geschrieben von Rick15 am 19.01.2016, 22:59 Uhr

Babysitting nach 5-6 Monaten

Hallo!
Wer hat Erfahrungen mit Babysittern schon 5-6 Monaten nach der Geburt gemacht. Das klingt irgendwie sehr früh um sein Baby aus der Hand zu geben, auch wenn es nur 2 Stunden sein mögen. Mich interessieren Erfahrungen von Eltern und insbesondere von Müttern, die ihr Baby schon früh in die Hände eines Babysitters gegeben haben.
Ich freue mich auf jede Antwort.

 
5 Antworten:

Re: Babysitting nach 5-6 Monaten

Antwort von MissMarpel am 20.01.2016, 14:24 Uhr

Das kommt auf den Babysitter an!



Re: Babysitting nach 5-6 Monaten

Antwort von magistra am 20.01.2016, 19:43 Uhr

Ja, ich, hier. Was willst du denn wissen?
Ich habe damals lang gesucht und mir eine Pädagogikstudentin gesucht, die aushilfsweise in Krippen geholfen hat. Da hatte ich ein gutes Gefühl. Hier gibt es einfach Abende, wo beruflich beide Eltern nicht da sind. Wenn möglich, ist mal meine Schwester eingesprungen, aber die hat auch viel zu tun, also hatten wir die Babysitterin.



Re: Babysitting nach 5-6 Monaten

Antwort von Ani123 am 20.01.2016, 20:19 Uhr

Ich berichte mal aus der Sicht einer Babysitterin:

Ich denke, es kommt 1) auf das Gefühl der Mutter an, will sie es überhaupt? und 2) auf die Babysitterin - stimmt die Chemie zwischen Kind, Eltern und Babysitterin, kann ich (als Mutter) schon loslassen und ihr mein Baby anvertrauen?, kann ich (Mutter) schon ohne Baby sein?, bin ich überhaupt bereit dazu loszulassen?
Ob man als Mutter überhaupt schon bereit ist dazu loszulassen finde ich ausschlaggebend für eine beginnenden Betreuungsstart. Diese Einstellung muss anfangs positiv eingestellt sein, kann aber auch während Betreuungsstart variieren und dann in der Praxis zeigen, dass es doch noch nicht so weit ist (Theorie und Praxis sind da halt verschieden).

Ich habe schon mehrere Babies "früh" betreut.
Das jüngste Baby war 5 Tage alt (und da sage ich heute, das war zu früh!). Zu dem Zeitpunkt war ich seit ein paar Wochen in der Familie tätig (zwei ältere Geschwister, 2 und 5), Mutter hatte viel Vertrauen zu mir und hat mir ein vollstillendes Baby direkt nach dem Krankenhausaufenthalt übergeben. Ich hatte das Baby vorher nie gesehen, nie auf dem Arm gehabt und war dann mit dem Baby und ihren Geschwistern alleine.
Ein anderes Baby war 4 Wochen alt; ich war zu dem Zeitpunkt bereits 3 Jahre in der Familie tätig (Geschwisterkind 4 Jahre alt), hatte schon viel Kontakt zu dem Baby gehabt, es auch schon auf dem Arm gehabt, usw.. Die Bindung zu dem Kind ist enorm und das bis heute (inzwischen sind die beiden 4 und 8 Jahre alt). Ich habe aber auch zum Geschwisterkind eine sehr gute Bindung, was wohl mit daran liegen mag, dass ich bereits seit über 7 Jahren in der Familie tätig bin.
Meine ehemaligen Tageskinder habe ich auch früh mit betreut; eines ab der 4. Woche, da aber noch unregelmäßig, ab dem 7. Monat regelmäßig, zeitweise täglich / das andere ab der 2. Woche, regelmäßig bis es 13 Monate alt war (dann habe ich dort aufgehört zu arbeiten). Allerdings kannte ich die Familie zum Zeitpunkt der Geburt vom ersten genannten Kind fast zwei Monate (Geschwisterkind war bei der Geburt 17 Monate alt). Ich kannte die Babies bereits, hatte bereits guten Kontakt aufbauen können, sie auf den Arm gehabt, gewickelt, usw, und war da dann erst alleine mit ihnen.

Ich habe auch schon Babies betreut, die Einzelkinder sind.
Eines habe ich angefangen zu betreuen als sie 8 Woche alt war, die Eltern wollten sich gerne wieder eine Auszeit nehmen und es hat geklappt. Ich war vorher zweimal da gewesen, habe mir alles angeschaut, die Mutter hat mir vieles erklärt und erst dann ist sie für zwei Stunden weg gewesen (später auch mehr).
Ein anderes Kind war beim Betreuungsstart 8 Monate alt und da bin ich dreimal gewesen ehe sie das erste Mal für 2 Stunden weg gegangen ist (später auch mehr). Und es klappt bis heute sehr gut. Ihr Geschwisterchen kam 19 Monate später und ich habe es das erste Mal betreut als es 3 Monate alt war. Ich kannte es da allerdings auch schon, habe es vorher regelmäßig gesehen. Noch heute bin ich da tätig; inzwischen sind die beiden 6 und 7 Jahre alt.

Aktuell betreue ich als Kinderfrau in einer Familie zwei Kinder. Die Familie hat drei Kinder. Ich kümmere mich um die beiden Großen (3 und 9 Jahre alt). Das erste Mal war ich in der Familie tätig, als es eine Notsituation gab und habe die Mittlere (damals 9 Wochen alt, voll stillend) 4 Stunden betreut. Es hat gut geklappt, vielleicht lag es aber auch an der vorhandenen Situation, das es keinen anderen Ausweg gab, das alle in dem Moment funktionieren mussten, dass ich genau wusste, es muss klappen, denn sie kann erst in 4 Stunden wieder gestillt werden. Kontakt blieb, Betreuung startete dann aber erst wieder mit 4,5 Monaten und da mit Eingewöhnung. Anfangs kam ich dort ins Haus, ging nach 1 Stunde wieder, dann ging die Mutter mal zur Toilette (also 5 Minuten weg), dann in den Nebenraum (30 Minuten weg), dann ging ich mal mit dem Baby spazieren (anfangs auch nur 30 Minuten) und das steigerten wir dann, so dass ich sie meistens 2 Stunden hatte, später auch mal mehr. Die Eingewöhnung hat ca. 3 Wochen gedauert und ich war 3-4 mal die Woche da. Ich war ab dem 2.Mal schon so weit, dass ich hätte trennen können, wir haben es da tatsächlich erst beim 3.mal gemacht. Es muss vom Gefühl her aber stimmen und das von beiden Seiten aus (Mutter und Babysitterin).
Das dritte Kind der Familie ist derzeit gerade 8 Monate alt und wird noch nicht von mir betreut. Auch wenn es ganz anders geplant war (Betreuungsbeginn war mit 3-4 Monaten angesetzt). Das wurde allerdings schnell verflogen, denn Mama ist noch nicht so weit und ich gebe ehrlich zu, ich habe sie auch erst das erste Mal auf dem Arm gehabt, da war sie schon 3 Monate und so ab dem 5. Monat habe ich gedacht, die Betreuung kann starten. Heute denke ich ganz klar, sie kann jetzt starten, bin mir da noch sicherer geworden als vor ein paar Wochen noch, habe aber trotzdem oft das Gefühl, dass ich die Kleine gar nicht richtig kenne. Sehe sie irgendwie immer nur kurz (bin meistens mit den Großen draußen). Wir haben letzte Woche mal mit einer Eingewöhnung gestartet, aber wieder abgebrochen, weil Mama gemerkt hat, dass sie praktisch noch nicht so weit ist. Theoretisch war sie jetzt soweit (vorher hat sie es immer verneint, die Kleine muss nicht betreut werden, im Januar kam dann, wir können versuchen zu starten). Theorie und Praxis sind aber nicht das Gleiche und jetzt behält sie die Kleine erstmal noch zu Hause, auch wenn ich glaube, dass die Kleine soweit gewesen wäre. Eine Betreuung wäre aber nicht sinnvoll, wenn die Mutter es gefühlsmäßig noch nicht kann und sie würde auch gar nicht gelingen.

Vertraue auf dein Gefühl. Was sagt dieses dir? Eine Betreuung kann gut gelingen, wenn du mit dahinter stehst, wenn du dafür bist. Wenn du theoretisch dafür bist, dann wäre die Zeit gekommen eine Babysitterin zu suchen und zu finden, die dir auch sympathisch ist, wo die Chemie stimmt. Dann startet ihr langsam mit der Betreuung, am besten bei euch zu Hause (gewohntes Umfeld) und du bist anfangs mit dabei, kannst vieles Zeigen, Fragen beantworten und du siehst, wie sie im Umgang mit deinem Baby ist. Und nach 2-3 mal gehst du kurz raus und lässt die beiden alleine.
Tipp: auch wenn dein Baby bei deinem Gehen weint, warte bitte kurz ab, dann merkst du, ob die Babysitterin es schafft es zu beruhigen. Mit kurz meine ich 2-3 Minuten. Viele Babies (und meist auch ältere Kinder) weinen kurz, wenn die Mama geht (was sie auch dürfen, denn es zeigt, dass sie eine gute Bindung zu einem haben). Sie lassen sich aber auch schnell beruhigen und finden ins Spiel, was das wichtigste am Ganzen ist. Finden sie das nicht, weinen länger, dann ist noch nicht gut genug Beziehung zu der Betreuungsperson aufgebaut worden.
Die Trennungszeiten dann steigern und sie auch mal mit deinem Baby spazieren gehen lassen. Anfangs reicht ja auch 30 Minuten aus und dann immer mehr.
Hilfreich kann es sein (gerade bei jungen Babies) wenn die Betreuung am Anfang mehrmals die Woche ist und dafür dann eher kürzer (während der Eingewöhnungszeit). Später geht es auch mit längerer Zeit und nur 1-2mal die Woche.
Und ja, du darfst auch nach ein paar mal sagen, wenn du praktisch noch nicht so weit bist. Auch wenn die Babysitterin dann vielleicht enttäuscht ist, aber es hat ja nichts mit ihr zu tun, sondern mit deinen Gefühlen und die überragen halt. Irgendwann ist der Punkt da wo man Loslassen kann.
Ich wünsche dir viel Spaß und glaube mir, Babies nehmen die Kinderbetreuung meist sehr gut an, lassen sich gut darauf ein, insofern es langsam erfolgt und nicht so plötzlich und schnell.



Re: Babysitting nach 5-6 Monaten

Antwort von Rick15 am 20.01.2016, 21:24 Uhr

Vielen herzlichen Dank für diesen ausführlichen Bericht. Das hat sehr viel geholfen ein Verständnis aufzubauen. Viele verschiedene Beispiele von einer Babysitterin war die perfekte Antwort auf meine Frage und zeigt, dass die individuelle Situation die entscheidende Grundlage für das Vorgehen darstellen sollte und eine behutsame Eingewöhnung im Vordergrund stehen sollte.



Re: Babysitting nach 5-6 Monaten

Antwort von MamiausEssen am 11.04.2016, 14:20 Uhr

Ich finde das Thema auch sehr interessant und habe mich als werdende Mutter auch schon gefragt, ab wann es machbar wäre zum einen mit Babysitting anzufangen und zum anderen ab wann man über den Wiedereinstieg in den Job nachdenken kann. Habt ihr da Erfahrungswerte ab welchem Alter es okay ist, mein Kind zu einer Tagesmutter zu geben?



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