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Geschrieben von Strudelteigteilchen am 16.08.2017, 13:55 Uhr zurück

Re: Umsatteln realistisch?

Ich bin nebenbei in einem Verein aktiv. Dieser Verein hat kürzlich eine umgeschulte Buchhalterin eingestellt, und wird sie jetzt innerhalb der Probezeit wieder entlassen.

Die Dame hat, auf Deutsch gesagt, nicht den blassesten Schimmer. Ihr Kurs wurde von einer renommierten Firma durchgeführt und vom Arbeitsamt unterstützt, aber er war scheinbar dennoch ziemlich mistig. Ich bin zwar gelernte Industriekauffrau, aber meine Buchhaltungskenntnisse sind über 20 Jahre alt, ich habe nach meiner Ausbildung nie in der Buchhaltung gearbeitet und würde mir niemals zutrauen, mich ohne aktualisierte Einarbeitung auf eine Stelle in der Buchhaltung zu bewerben. Doch die Kenntnisse dieser Dame liegen WEIT unter meinen. Wir haben jetzt eine andere Dame von einem anderen Verein "abgeworben". Die ist auch umgeschult, aber nicht nur mit einem popligen Kurs, sondern mit einer ernstzunehmenden (Vollzeit-)Ausbildung mit Berufsschule und allem Zipp und Zapp. Die macht in dem anderen Verein die Buchhaltung ganz ausgezeichnet.

Die Sache ist halt die: Wenn man in einer großen Firma anfängt, kann man sich - entsprechende Intelligenz und das Verständnis für Zahlen und Logik vorausgesetzt - mit Hilfe der Kollegen sicher ganz gut einfuchsen. Wenn man dann Vorwissen im verwendeten Programm (Datev, SAP o.ä.) hat, ist man sicher schnell drin. Aber gerade als alleinige Kraft - was man in einer kleinen Firma oder einem Verein meistens ist - muß man wirklich viel Hintergrundwissen haben. Da reicht das, was man in diesen Kurzkursen lernt, nicht aus.

Und das ist das Problem der "kurz-umgeschulten" Dame, die wir jetzt entlassen werden: Sie kann ohne Probleme die 20 gängigen Buchungsvorgänge durchführen. Aber wenn dann mal was außer der Reihe ist, dann kapituliert sie.

Jedenfalls halte ich seitdem gar nichts mehr von diesen "Kurzkursen". Buchhaltung macht man entweder richtig, oder gar nicht. Da hilft auch kein hübsches Zertifikat von irgendeiner Firma der Schulungsindustrie, die das Arbeitsamt fröhlich fördert. Die Prüfung sollte schon mindestens bei der IHK sein.

Was die Überqualifizierung angeht: Ich habe auch "Rückschritte" in meiner Karriere gemacht. Das muß man halt gut erklären. Bei mir ist der Grund eine chronische Krankheit (die ich eh angegeben habe, wegen GdB) und die Tatsache, daß mir der Rückenfreihaltemann abhanden kam. Das wurde zumindest einmal akzeptiert, sonst wäre ich immer noch arbeitslos ;-).

 

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