Baby und Job

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Geschrieben von phil am 02.05.2006, 17:26 Uhr

selbständig und zwei Kids

Muss einfach mal den ganzen Mist loswerden hier. Ich schaffs nicht mehr. Ich habe einen eigenen Betrieb, mach Satz und Gestaltungsarbeiten, Beschriftungen und alles was mit Werbung zu tun hat. Der Kleine ist 7 Wochen der Große 20 Monate. Mein Lebensgefährte (den ich eigentlich unbedingt heiraten möchte...) geht zum arbeiten, ist jeden Tag von 8 bis 19.30 Uhr aus dem Haus und hat einen sehr anstrengenden Job im Verkauf. Mir wächst einfach alles über den Kopf. Die letzten zwei Wochen hatte ich so viel Arbeit, dass der Haushalt liegen blieb. Wir waren am Wochenende auf einer Gewerbeschau, und der Lohn aller Mühen ist nun, dass ich 4 Ladungen Wäsche und einen verdreckten Haushalt habe. Ich bin seit der Geburt vielleicht ein, zweimal vor 24 Uhr ins Bett gekommen, dann noch eine Stunde Flasche geben so um 3 Uhr, und um 7 Uhr ist dann die Nacht vorbei. Der Große fordert sehr sehr viel Aufmerksamkeit. Das eigentliche Problem ist nun, dass mein Partner alles tun möchte und tut um mir zu helfen, aber er kann es mir nicht mehr recht machen. Ich seh vor lauter Arbeit kein Horizont mehr, bin am Ende meiner Kräfte. Bin ständig gereizt und er und auch die Kinder bekommen das zu spüren. Angedacht ist, dass mein Partner in seinem Job kürzer tritt (3 Tage oder so) und wir dann das hier gemeinsam schmeißen, doch weiß ich wirklich nicht ob das richtig ist, weil ich einfach nicht mehr ich selbst bin oder sein kann, das heist, meine schlechte Laune an ihm auslasse. Auch dass er nicht heiraten will wird in manchen schwachen Momenten von mir zum Hauptproblem. Ich stelle alles, einfach alles in Frage. Aufgeben will ich unser Geschäft auch nicht, es macht mir ja auch Spaß eine Aufgabe zu haben, Geld zu verdienen, gebraucht zu werden. Aber ich bin nun mal keine tolle Geschäftsfrau, liebevolle Mutter, perfekte Hausfrau und leidenschaftliche Geliebte in einer Person, ich kann das nicht, glaube aber, dass dies von mir erwartet wird. Wie seh ich wieder raus???? Das irgendwelche Aufträge immer liegen bleiben, Angbote gemacht werden müssten, Rechnungen geschrieben werden müssten, immer diesses Wissen, dass ich dies und jenes noch unbedingt tun sollte macht mich fertig und krank. Immer dieses wissen dass ich nie fertig bin, hab ich das eine erledigt, wartet garantiert die Wäsche, der Einkauf oder das schmutzige Badezimmer auf mich. Ich kanns auch übernaupt nicht sehen wenn es so wild aussieht und alles liegen bleibt, tuts aber zwangsläufig weil wir beide vor lauter Arbeit nicht mal dazu kommen unsere Rechnungen oder sonstigen Papierkram abzulegen oder zu erledigen. Also bleibts liegen. Das Altpapier und das Altglas stapeln sich immer bis es wirklich nicht mehr geht, und ich schnell zwischen Termin und Flasche geben zum Container fahre. Abends falle ich dann völlig entkräftet ins Bett, was sich dann natürlich auch in unserem Sexleben bemerkbar macht. Wenn wir versuchen darüber zu reden, wie wir alles in den Griff bekommen könnten, drehen wir uns nach 5 Minuten im Kreis, haben das Gefühl den anderen überhaupt nicht zu verstehen, reden von zwei verschiedenen Welten. Er will mir helfen und Gutes tun, und ich verstehs wohl echt falsch. Wie heute, er hatte einen freien Tag, sagte er mir um 15 Uhr, dass er um 17 Uhr da und da sein müsste. Konnte diese kurzfristige Aktion nicht nachvollziehen, er wollte es mir aber erst heut sagen, damit ich mir darüber übers wochenende keine Gedanken machte, da wir auf einer Gewerbeschau waren und sowieso so viel um die Ohren hatten.
Was soll ich bloß tun, hab das Gefühl das wir in einem Teufelskreis stecken aus dem wir nicht rauskommen. Soll ich mal zum Psychologen? Vielleicht kann der mir ja helfen, Hilfe anzunehmen und zu verstehen...
Kann irgendjemand meine Situation nachvollziehen???
Schon mal vielen Dank für eventuelle Postings....

 
5 Antworten:

Du brauchst Hilfe!

Antwort von tinai am 02.05.2006, 18:05 Uhr

Hallo,

ja ich kann das nachvollziehen. Auch wenns komisch klingen mag: Aber ähnlich gings mir beim ersten Kind. Ich bin immer vollberufstätig gewesen und quasi-selbständig.

Als mein Sohn zur Welt kam, hatte ich mich vorher schon um ein Au Pair gekümmert, das zwar superlieb zu meinem Sohn war, mir aber auf der Nase rumtanzte.

ERst als ich akzeptiert habe, dass meine Wohnung nicht mehr wie früher aussehen wird, gings mir ein bisschen besser. Allerdings ist mein Mann nicht so fürchterlich aktiv im Haushalt (um es vorsichtig auszudrücken).

Kurzum: Wir haben seitdem immer Au Pairs, was mich natürlich bei der Kinderbetreuung sehr entlastet, aber auch beim Ordnung halten im Kinderzimmer, Einkaufen etc. und da wir uns immer viel Mühe bei der Auswahl gemacht haben, hattne wir bis auf ein Mal immer Glück.

Außerdem haben wir eine Putzfrau, ohne die käme ich gar nicht zurecht. Sie kommt einmal in der Woche und ich merke immer sehr intensiv, wenn sie mal verreist ist. Ohne Putzfrau hätten wir längst eine tiefe Ehekrise :-) und wegen sowas lohnt sich das nicht.

Gerade am Anfang ging mein Verdienst eigentlich 0 auf 0 auf für Kinderbetreuung und Zusatzhilfen. Aber die Investition hat sich gelohnt.

Wenn Dein Partner gerne kürzer treten will und kann - beruflich, dann solltest Du das zulassen. Ich wäre froh darum, aber würde es nie von meinem Mann erwarten.

Du schreibst ja relativ sachlich und siehst selber, dass Du in vielen Situationen ungerecht bist. Glaube mir: Wenn Du erst einmal Entlastung hast und vor allem Abstand, fällt es leichter. Du darfst dann aber auch Deinen Partner nicht maßregeln "wie" er bestimmte Dinge tun soll. Dazu neigen nämlich Mütter - mich eingenommen, sie sind immer überzeugt, alles besser zu können und es ist schwer zu akzeptieren und zu respektieren, dass die Väter vieles anders machen und manches sicher schlechter, aber manches auch viel besser und innovativer.

So wie Du jetzt unter Strom stehst, wirst Du niemandem gerecht, am allerwenigsten Dir selbst.

Dass das Heiraten vielen so wichtig ist, kann ich nicht verstehen, aber Du wirst sagen, ich weiß nicht wovon ich rede, weil ich verheiratet bin. Bei uns lief das so unspektakulär und selbstverständlich. Versuch auf jeden Fall mal, diesen Gedanken in der jetzt so gespannten Zeit auszuklammern und konzentriere Dich erst einmal nur auf das Jetzt Hier und Heute.

Es kann nur besser werden.

Viel Erfolg.
Gruß Tina I.

PS: Beim zweiten Kind war für mich alles viel einfacher, weil ich schon vorbereitet war und auch mit einem "einfachen" zweiten Kind gesegnet wurde - im GEgensatz zum ersten.

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Re: selbständig und zwei Kids

Antwort von celmin am 02.05.2006, 19:16 Uhr

Hallo,
ich denke auch, dass Du auf Dauer das alles nicht unter einen Hut bekommen kannst. Wenn Du Dich mit einem Au Pair nicht anfreunden kannst, gibt es auch noch die Möglichkeit nach einer "Perle", die Dir einfach täglich ein paar Stunden zu Hand geht, sich mal um die Kinder kümmert, im Haushalt hilft (wäscht!), einkaufen geht und kocht.
Ich gehe nur halbtags arbeiten und habe zwei Kids, mein Mann ist aber selbständig und meist nicht vor 21.00 Uhr zu Hause. Ich habe einmal die Woche für 3 Stunden eine Haushaltshilfe, die durch die Wohnung putzt und wäscht. Ohne die würde ich das alles nicht schaffen und ich liebe diese Donnerstage, wenn ich mit den Kids nach Hause komme und das Chaos weg ist.
Gerade wenn die Kids älter werden und auch noch diverse Aktivitäten dazukommen, ist es fast unmöglich das alles zu schaffen, da man mittags dann ja auch noch die Kids herumkutschiert.

Ach ja, Altpapier und Altglas kann Dein Mann auch vor der Arbeit mitnehmen und entsorgen.

Meine beiden Mädels waren in der Krippe. Ich habe jeweils nach einem Jahr wieder angefangen zu arbeiten. Auch das wäre vielleicht noch eine Möglichkeit (für den Großen).

Man kann nicht alles haben und muss sich wirklich überlegen, was einem wichtig ist und dann danach handeln...

Gruß
Iris

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niemand kann Dir helfen außer Dir selber

Antwort von KarinF am 02.05.2006, 20:44 Uhr

Egal wieviele Tipps Du hier für die Reorganisation Deines Alltages bekommst - es wird Dir meines Erachtens nach überhaupt nicht helfen.

Du willst perfekt sein, Du willst alles alleine schaffen, Du kannst es vor Dir selber nicht zugeben, daß das zu viel ist.

Du mußt lernen abzugeben, an eine Putzperle (die Dir wahrscheinlich nie ins Haus käme, weil man ja nicht will das Fremde zu viele Einblicke bekommen), an Deinen Freund (der doch eh alles anders macht als Du, was Dich stört), an einen Steuerberater (denen kann man schon gleich gar nicht über den Weg trauen), an eine Krippe/Kinderbetreuungseinrichtung (alles nur Kindesmißhandler und außerdem müßtest Du dann die schiefen RabenmütterBlicke antun), etc.


Du mußt erst einmal an Dir und Deinen eigenen Ansprüchen arbeiten und lernen Abstriche zu machen und anderen Menschen richtig (!) zu vertrauen (daß sie auch Dinge gut lösen können, auch wenn sie es anders machen).

Ich darf z.B. nicht den Rasen mähen, weil ich es nicht richtig mache (in den Augen meines Mannes mache ich es anders und damit falsch - keine AHnung was man da falsch machen kann). Manchmal darf ich deswegen auch nicht die Wäsche wachen (weil ich nicht die letzten Schleudersekunden daneben stehe um die WÄsche gleich aufzuhängen, bei mir liegt die Wäsche durchaus mal ein paar Stunden in der Waschmaschine herum - sauber wird es aber trotzdem). Und dann kriegt er alle paar MOnate einen ANfall weil er überarbeitet ist und dann darf ich plötzlich wieder mithelfen ....Ein beschissenes Gefühl, wenn man nicht für voll genommen wird. Gruß an Deinen Freund.

Servus
Karin

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@KarinF

Antwort von phil am 02.05.2006, 22:07 Uhr

Vielen Dank für deinen Beitrag. Du kannst mir glauben, dass ich mehr Abstriche mache, als du dir vorstellen kannst. Ich steh erst am Anfang aller Erkenntniss, únd dass ich Hilfe zu lassen muss, haben mir die zwei anderen wesentlich besser näher gebracht als du. Schade, dass du deinen Frust an mir aus lässt. Schöne Grüße...

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@KarinF

Antwort von tinai am 03.05.2006, 11:08 Uhr

Hi Karin,

das stimmt genau, was Du schreibst und das Gefühl der völligen Überforderung kenne ich auch. Ich schrieb ja auch, dass ich erst lernen musste: a)loszulassen und b) abzugeben.

Der Freund tut mir auch ein bisschen leid, denn er kanns nicht recht machen offensichtlich und das ist unfair.

Wenn ich vier Tage auf Geschäftsreise bin und nach Hasue komme, habe ich zwei glückliche, aber meist verdreckte, Kinder. Keine Wäsche gewaschen, nichts geputzt, Klamotten im Haus verteilt etc. und das obwohl die Putzfrau da war. Trotzdem beiß ich mir lieber auf die Zunge als dann gleich zu meckern und die gute Stimmung kaputt zu machen. Dass ich dann später schon mit meinem Mann darüber spreche, dass es mir wichtig wäre, nicht alle Brocken hinterher zu räumen und diese Handgriffe ja auch nicht schwer sind und man nicht alles dem Au Pair dann am Montag liegen lassen kann, gehört auch dazu. Das sind sehr sensible Gespräche :-) aber es ist ein dauernder Lernprozess für uns beide, der bisher nicht abreißt.

Genauso sollte Phil auch einmal ansetzen.

Gruß Tina

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