Baby und Job

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Geschrieben von Pipa am 12.01.2005, 15:55 Uhr

Promotion und Baby

Hallo!
Hier gibt es, wie ich gesehen habe schon einige Beiträge über dieses Thema, aber mich würde interessieren wie Ihr das organisiert habt.
Es geht darum dass ich grade von einem meiner Profs gefragt worden bin ob ich nicht bei ihm promovieren wolle. Lust hätte ich dazu auf jeden Fall, aber da ist auch noch der Wunsch nach Familie. Ich traue mir zu beides zu schaffen und würde gerne mit dem Professor darüber sprechen, allerdings würde ich mich wohler fühlen wenn ich ihm konkrete "Organisationskonzepte" vorschlagen könnte. Natürlich habe ich da auch schon so meine eigenen Vorstellungen aber ich würde mich sehr freuen wenn ihr mir vielleicht schreiben könntet wie ihr das alles unter einen Hut gekriegt habt.
Habt ihr das Kind mit zur Uni bzw. zum Institut genommen, ward ihr stunden- oder tageweise am Institut, habt ihr quasie komplett zuhause gearbeitet?

Vielen Dank schon mal für alle Antworten!
Eva

 
9 Antworten:

Re: Promotion und Baby

Antwort von zeitungsente am 12.01.2005, 20:32 Uhr

Hallo!!

Also, ich will dich überhaupt nicht verunsichern. Wenn du das wirklich willst, wirst du es sicher schaffen, Kind u. Promotion unter einen Hut zu kriegen. Aber weißt du was: Ich weiß nicht, ob vorzeitige Konzepte da sooo sinnvoll sind. Da machst du nämlich die Rechnung ohne den Wirt sozusagen. Ich habe auch das Uni-Leben kennengelernt (hatte da aber noch kein Kind), später gearbeitet und bin dann erst Mutter geworden. Und vorher hab ich mir auch alles Mögliche überlegt, wie es wohl klappen könnte. Am Ende kam dann aber doch alles gaaanz anders als gedacht...;o)
Sind halt eigene Persönlichkeiten, die kleinen Mäuse. Guck erstmal, was du da in die Arme gelegt kriegst (pflegeleicht? High-need-Baby? Akzeptiert andere Bezugspersonen? Zu sensibel dazu? Schläft viel oder wenig, zu welchen Zeiten - alles wichtig) - dann werden sich die besten Konzepte gemeinsam "basteln" lassen. Im übrigen kann ich mir vorstellen, dass Promotion und Kind zu schaffen sein könnte - wegen der weitgehend freien Zeiteinteilung. Ich wünsche dir jedenfalls viel Glück und Erfolg dabei.

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Re: Promotion und Baby

Antwort von ChristianE am 13.01.2005, 9:57 Uhr

Hallo,
hallo ich stimme zeitungsente zu, man sollte es nicht zuuuuu früh durchorgnisieren. Wenn Dich Dein Prof. gefragt hat, ob Du promovieren willst, musst Du ihm doch noch kein Organisationskonzept vorschlagen für den Fall x. Aber es ist natürlich gut, sich generell Gedanken zu machen und diese Planung auch nicht zu weit weg nach hinten zu schieben.. Ich persönlich habe die erste Schwangerschaft ins letzte Drittel der Promotion gelegt. Einerseits war da die heiße Phase des Schreibens. Andererseits hatte ich meinen Fahrplan, die ersten Irrungen und Wirrungen in der Promotionsanfangszeit waren überwunden. Es hat mir sogar einen Push gegeben und ich habe es in den regulären 4 Jahren auf meiner WissMit-Stelle gemacht, während um mich herum Leute ohne Kind noch ihr fünftes Jahr gemacht haben. Organisiert habe ich es im Wechsel mit meinem Mann (auch Uni-Betrieb), einmal in der Woche kam meine Mama angereist, um für einen Tag aufzupassen, einen Vormittag hatte ich Felix mit in meinem Büro in der Uni (ging nur bis er sieben Monate war, danach zog er sich überall hoch, das war zu stressig). Von daheim hab ich auch viel gemacht, wenn er geschlafen hat. Es hängt davon ab, in welchem Fach Du bist, sprich ob Du Laborpräsenzen hast oder eher auch so ein Bücherwurm bist, wo man sich mehr einteilen kann. Außerdem kommt es drauf an, ob Du auf einer WIssMit-Stelle promovierst, wo natürlich auch Aufgaben im Institut und Lehre dranhängen oder ob Du "nur" promovierst mit Stipendium oder selbstfinanziert. Und was Dein Partner macht. Danach richtet sich dann auch das individuelle Konzept, das man sich macht. Und dann kommt es immer noch auf Dein Baby an, wie Zeitungsente schon schrieb. Ich hab vor sieben Monaten das zweite Kind bekommen und fange jetzt mit der Habil an, aber das kann sich hinziehen. Aber möglich ist vieles. Was das Besprechen mit dem Prof. betrifft, wär ich aber vorsichtig. Wenn Du noch gar nicht schwanger bist, würde ich über so ein "ungelegtes Ei" jetzt noch nicht mit ihm sprechen, ein Konzept, wie Du das bewältigen willst, kannst Du immer noch machen, wenn Du schwanger bist, viel Glück, herzliche Grüße, Christiane

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Ich würde auch sagen...

Antwort von Trini am 13.01.2005, 10:23 Uhr

wenn es nur KinderWUNSCH ist und keine SS, hat das noch gar nix zu sagen.

Wir haben an unserem 1. Sohn 1,5 Jahre "geübt".

Wenn Du es also für sinnvoll erachtest zu promovieren, fang erst mal an.

Nach meiner eigenen Erfahrung ist es aber nur machbar, wenn Du das Kind "aus der Hand geben" kannst.

Trini

PS: Allerdings konnte ich schon als Doktorandin (Single mir eigenem Zimmer bei den Eltern) nur in der Uni arbeiten. Zu Hause krieg ich nix "gebacken".

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Re: Promotion und Baby

Antwort von krissie am 13.01.2005, 12:00 Uhr

Hallo Eva,

ich promoviere mit Kind, bzw. bin jetzt fast fertig und Kind ist drei Jahre alt (ich hatte schon vor der schwangerschaft angefangen).
Ich hab mir vorher vorgestellt, dass es eigentlich ein guter Zeitpunkt ist, um ein Kind zu bekommen, wegen freier Zeiteinteilung etc. Es ist aber doch sehr viel schwieriger, als ich mir vorstellte, wenn auch nicht unmöglich.
Wir hatten eine Tagesmutter für halbtags , seitdem unser Sohn 6 Monate alt war, mein Mann ist sehr flexibel in der Arbeitseinteilung und konnte ihn auch viel nehmen. In den ersten sechs Monaten habe ich sehr wenig geschafft, wegen Müdigkeit und dauernden Unterbrechungen. IN dieser Zeit habe ich ausschließlich zu Hause gearbeitet, ging nicht anders wegen Stillen, auch danach bin ich nur in Archive bzw. ans Institut gegangen, während unser Sohn betreut war, denn mit ihm zusammen hätte ich nicht konzentriert arbeiten können.
Es ist schwierig, wenn man praktisch kaum Zeit am Stück hat, ich brauche immer lange, bis ich überhaupt "drin" bin. Nach den ersten paar Monaten ging es dann zunehmend besser, abgesehen von längeren Krankheitsphasen, jetzt wird es langsam von der Zeit her richtig einfach. Machbar ist es sicher.
Bevor Du überhaupt schwanger bist, würde ich nichts dergleichen mit dem Prof besprechen. Es gibt durchaus Profs, die sich davon erstmal abgeschreckt fühlen und ich weiß ja nicht, was Du von ihm erwartest (also Stelle, Hilfe bei Stipendien,..). Außerdem, so meine Erfahrung, konnte mein Doktorvater mir da auch gar nicht konstruktiv weiterhelfen, da musst Du selber während der Schwangerschaft schauen bzw. nach der Geburt, wie ihr das mit Kinderbetreuung, Erziehungszeit etc. lösen wollt.
In welchem Fach würdest Du denn promovieren? Es gibt ja auch große Unterschiede zwischen den Fächern, ob Du zum Beispiel immer lange im Labor stehen müsstest oder ähnliches...

LG Kristina

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Re: Promotion und Baby

Antwort von Maren+Matilda am 13.01.2005, 13:13 Uhr

Hallo,
ich bin auch am promovieren, ich habe angefangen, als Matilda 6 Monate alt war. Mittlerweile ist sie 27 Monate. Bei uns geht es im Grunde ganz gut: Ich bekomme ein Stipendium und muss nur Freitags an die Uni, Matilda ist vormittags in der Krippe und 2 Nachmittage bei meinen Eltern. Die Rahmenbedingungen stimmen also und ich komme auch gut voran. Dennoch habe ich manchmal das Gefühl, nichts und niemandem wirklich gerecht zu werden, weder meinem Kind noch meiner Arbeit. Vom Haushalt ganz zu schweigen. Aber ich bin froh, dass ich die Chance habe und könnte mir nicht vorstellen, "nur" zu Hause zu sein.

liebe Grüße,
Maren

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Re: ich bin in einem Stipendienausschuß und kann nur sagen...

Antwort von marit am 13.01.2005, 13:29 Uhr

halte dich bloß damit zurück, mit deinem Prof über ungelegte Eier zu sprechen.

Ich mußte vor 2 Monaten bei einem Auswahlseminar über die Vergabe von Promotionsstipendien entscheiden. Und ehrlich: ich habe mich furchtbar geärgert, daß ALLE Frauen, die vor mir saßen mir erzählen wollten, wie sie ihren wissenschaftlichen Werdegang mit der Familienplanung vereinbaren wollen. Da hab ich wirklich gedacht "Mädels, wie kann man sich nur selbst so im Weg stehen". Das will in diesem Kontext einfach keiner wissen - ich interessiere mich für die Promotionsprojekte und nicht für die Organisation des Alltags. Es wirkt einfach unprofessionell in so einem Kontext über Familienplanung zu reden - vor allem deshalb, weil die Männer das nicht tun. Kein einziger Mann, der vor mir saß, hat das Thema auch nur angeschnitten (ICH habe mir dann den Spaß gemacht, da mal nachzufragen und bin nur auf irritierte Blicke gestoßen). Und der Eindruck, der sich dabei vermittelt ist: die Männer werden Karriere machen, ob Familie oder nicht, die Frauen werden im Zweifel für die Familie kürzer treten. Und da fragt man sich natürlich: wo ist das Geld, das ich zu vergeben habe, besser angelegt.

Wenn du ohnehin vorhast, dir mit deinem Partner die Erziehungsarbeit gerecht zu teilen, dann tu dir bitte selbst den Gefallen, das einfach zu tun und nicht unnötig darüber zu reden (denn damit zeigst du nur, daß DU und nicht ER zumindest die Verantwortung für die Organisation übernimmst).

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Re: Promotion und Baby

Antwort von paulita am 13.01.2005, 14:15 Uhr

liebe eva
kann mich allen vorrednerinnen nur anschließen. ich bin an der uni, habe aber die diss vor der schwangerschaft gemacht. jetzt habilitiere ich mit einer assistentinnen-stelle, mein sohn ist fast 4.
das leben mit einem baby lässt sich vorher nicht durch konzepte garantiemäßig planen. überlegen solltet ihr in der familie, mit freundInnen usw. schon, wie ihr euch das vorstellt. aber mit leuten, die über formale dinge entscheiden, würde ich darüber nicht sprechen. marit hat vollkommen recht: du musst dich als prmovendin um stipendien und/oder stellen bewerben, nicht als angehende mutter.

es ist zu schaffen!!! du musst es wollen und dich um die orga früh kümmern. aber auch flexibel bleiben für die unwägbarkeiten beider projekte: der diss und dem kind. ganz wichtig ist dabei, dass du dir unterstützung holst und kein schlechtes gewissen hast, dein kind (auch als kleines baby) von anderen mitbetreuen zu lassen.

alles gute,
paula

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Re: Promotion und Baby

Antwort von Pipa am 17.01.2005, 16:58 Uhr

Hallo!
Vielen Dank für die vielen Antworten!
Ich würde an der Fakultät Forstwissenschaften und Waldökologie am Institut für Arbeitswissenschaften und Verfahrenstechnologie promovieren. Labortätigkeit stände bei dem momentan angedachten Projekt nicht auf dem Programm, wohl aber einige Aussentermine.
Trotz eurer guten und einsichtigen Argumente gegen die vorherige Besprechung mit dem Professor werde ich das Thema wohl oder übel ansprechen, da ich für die Familie meinen Hauptwohnsitz von Göttingen nach Münster verlegen müsste und so nur maximal 2 Tage die Woche am Institut sein könnte. Ich denke soetwas sollte vorher mit dem Professor abgesprochen werden auch wegen der Aufgaben die ich am Institut ggf. wahrnehmen müsste.
Der Konkurrenzkampf ist bei uns an der Fakultät nicht sooo groß und für das angedachte Projekt steht die Finanzierung bereits. Hinzu kommt dass ich zum einen das Studium wohl 2 Semester unter Regelstudienzeit beenden werde und zum anderen einen sehr guten Kontakt zu dem entsprechenden Professor habe, so dass ich eigentlich nicht mit einer Absage der Promotionsstelle rechne.
Vielen Dank noch mal!

Eva

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Re: Promotion und Baby

Antwort von paulita am 18.01.2005, 17:41 Uhr

liebe eva

aber auch dann: das mit dem wohnsitz kannst du doch getrost dann angehen, wenn es soweit ist. dass leute an der uni pendeln ist gang und gäbe. in unserem institut wohnt mindestens ein drittel nicht am ort, sondern wir sind wochen- bzw. tagespendler. ich ja auch.
lg
paula

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