Baby und Job

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Geschrieben von Klecks am 30.03.2006, 11:44 Uhr

Nochmals: frz. Rabenmütter sorry LANG

Hallo,

ich habe den thread weiter unten mit großem Interesse verfolgt! Die Diskussion ist überfällig! Nun bin ich wohl selbst eine angehende "Rabenmutter", merke aber auch, dass ich ein schlechtes Gewissen habe ob der Fremdbetreuung...ich schwanke noch zwischen Kita und Tamu (später evtl sogar Kinderfrau?)

Dazu füge ich Euch einen Beitrag des Entwicklungspsychologen Dr. Posth ein, der auf diesen Seiten das Entwicklungs- Expertenforum betreut...

Meine Frage: was haltet ihr davon? Wie lasst ihr eure kleinen Kinder betreuen? Kita oder Tamu, oder könnt ihr Euch gar eine Kinderfrau leisten??

Kindergartenaufnahme wann?
Liebe Petra, in der pädagogischen Literatur kenne ich mich nicht so genau aus. Ich kann Ihnen also da kein bestimmtes Buch nennen. Das Problem ergibt sich auch daraus, daß der Zeitgeist nach früher Fremdbetreuung ruft und -häufig vorschnell- auf das Ausland verweist, wo angeblich alles viel besser läuft. Also das 4Jahresmodell muß neu entdeckt werden (wie so manches in der Wissenschaft).
Die Grenze zwischen 3 und 4 Jahren resultiert aus der kognitiven, d.h. geistigen Entwicklung des Kindes. In der Kognitionspsychologie hat sich sich eine Erkenntnis durchgesetzt, die widerspiegelt, ab wann ein Kind in der Lage ist, mentale Zustände, d.h. geistige Prozesse auch in jedem anderen Menschen zu verstehen (Theorie of Mind). Bis zu diesem Zeitpunkt ist das Kind gezwungen, immer davon auszugehen, daß alles, was es wahrnimmt und erlebt nur durch die eigene Brille gesehen werden kann. Es hat gar nicht verstanden, daß andere Menschen anders denken und erleben. War es selber fröhlich, hat es gemeint, daß alle anderen auch fröhlich sein müßten und gar nicht verstanden, wenn es anders war. War es wütend, dasselbe. Hatte es das Bedürfnis, die Mutter bei sich zu haben, mußte es davon ausgehen, daß dasselbe Bedürfnis auch bei der Mutter vorhanden ist und war aufgebracht, wenn die Mutter anders reagierte.
Mit etwa 4Jahren nun ist das Selbst des Kindes so stark und die Unterscheidungsfähigkeit zwischen dem eigenen Erleben der Dinge und dem der anders reagierenden Erwachsenen so weit voran geschritten, daß es den sogenannten Perspektivwechsel vollzieht. Recht aktuell hierzu sind die Untersuchungen von Doris Bischof-Köhler, z.B. in dem Buch "Kinder auf Zeitreise", Verlag Hans Huber. Dadurch und durch die jetzt einsetzende Fähigkeit, Gefühle zu verstehen und zu benennen, gelangt das Kind in die Lage, die eigenen Gefühle zu relativieren, mitzuteilen und zu dialogisieren (besprechen). In der Emotionspsychologie bezeichnet man das als Affektregulation. Hierdurch wächst das Selbstbewußtsein des Kindes ungemein und hieraus entspricht u.a. die Fähigkeit zu sozialkompetentem Verhalten.
Machen wir ein Beispiel: Das 3jährige Kind wird zum erstenmal in den Ki-ga gebracht und soll dort ein paar Stunden ohne seine Mutter verbleiben. Wie lange die "paar Stunden" dauern, weiß das Kind noch nicht (unvollständiges Zeitgedächtnis), und daß seine Mutter überhaupt wiederkommt, kann es noch nicht abschätzen (unreifes Kausalgedächtnis/logische Zusammenhänge). Da es nicht allein bleiben will, empfindet es so, daß auch die Mutter es nicht allein lassen möchte. Es denkt noch absolut egozentrisch. Nun geht die Mutter plötzlich weg, und es fängt aus Gründen der folgerichtigen Trennungs- und Verlustangst an zu weinen. Jetzt müßte die Mutter ja sofort umkehren, denn das Weinen ist ja das Signal des Hilferufs. Sie kommt aber nicht zurück , und auf einmal sieht sich das Kind allein auf sich gestellt ganz fremden Menschen gegenüber in einer völlig unbekannten Situation (die wenigen Kennenlernensnachmittage sind noch keine feste Größe in seinem Gehirn). Was macht es nun?
Ist es ein offensiv impulsives Kind mit einigermaßen sicherer Bindung wird es schmollen, vielleicht auch kurz Randale machen und sich dann in sein Schicksal fügen. Denn ein Kind ist enorm anpassungsfähig, damit es überleben kann.
Handelt es sich um ein defensiv-introvertiertes Kind, wird es in stillem Kummer vor sich hin leiden und wahrscheinlich den ganzen Vormittag in der Ecke sitzen und an nichts teilnehmen. Solches Verhalten verstärkt sich bei Kindern mitvermeidend unsicherer Bindung. Die ambivalenten Kinder können dagegen richtig Terror machen, so daß sich die Erzieherin oft gezwungen sieht, die Mutter zu bitten, Ihr Kind wieder abzuholen.
Kommt die Mutter zurück, wird das sicher gebundene Kind ihr um den Hals fallen und erleichtert sein, das ambívalent unsicher gebundene Kind wird auch der Mutter um den Hals fallen, aber nicht aufhören zu weinen oder zu schreien (schlimmstenfalls auf die Mutter einzuschlagen). Das vermeidend unsicher gebundene Kind wird die Mutter kaum ansehen und so tun, als wäre nichts Schlimmes passiert. Zwischen diesen drei Verhaltenstypen gibt es natürlich mannigfaltige Übergänge.
Die Erzieherinnen werten den Anpassungsmechanismus des Kindes als erzieherischen Erfolg, der es aber mitnichten ist.
Das 4jährige Kind ist am ersten Tag vielleicht auch nicht beglückt, in den Kindergarten zu kommen und von der Mutter verlassen zu werden. Es kann aber verstehen, daß die Mutter im Moment eine andere Gefühlslage und ein anderes Bedürfnis hat und sein eigenes Leid nicht 100% teilt. Dadurch kann es seine eigene Gefühlswelt besser verstehen und ordnen und sich sein Leiden bewahren, in dem es sich innerlich sagt: ich bin jetzt sauer oder traurig, weil mich die Mama verläßt und werde es ihr sagen, wennn sie zurück kommt. Es versteht ja auch viel besser, daß die Mutter zurück kommt, denn es versteht schon viel mehr von räumlichen und zeitlichen sowie ursächlichen Zusammenhängen in der Welt. Es kann auch zu der Erzieherin gehen und sich "ausquatschen", wenn es sein muß. Allerdings braucht auch ein 4jähriges und überhaupt jedes Kind erst einmal viel Vertrauen in den anderen Menschen. Die Erzieherin muß also ein großes Entgegenkommen zeigen und sich als vertrauenswürdig ausweisen.
Diese Skizzen gebe ich hier in augenblicklicher Ermangelung fachkompetenter Literatur und möchte damit aufmerksam machen auf die Tatsache, daß alle Kinder unter 4 Jahren Fremdbetreuung gewöhnlich nur dadurch atraumatisch erfahren können, wenn sie ein sanfte Ablösung erleben und sich vorübergehend an eine Ersatzbezugsperson binden können, die ihr emotionales und affektives Erleben regulieren hilft. Viele Grüße

Liebe Grüße, danke für Reaktionen

 
10 Antworten:

Re: auch Rabenmutter - lang

Antwort von heike-su am 30.03.2006, 12:59 Uhr

Hallo,
gleich zu Anfang: ich habe den vorherigen Austausch nicht mitverfolgt, habe aber auch keine Zeit dazu ihn jetzt noch zu lesen.
Ich bin aber auch so eine "Rabenmutter". Unsere beiden Kinder (jetzt 4,5 und 2 1/4 Jahre alt) gehen seit sie 11 bzw. 9 Monate alt sind, in eine KiTa mit zwei kleinen altersgemischtgen Gruppen (je 15 Kinder von 4 Mon bis 6 Jahren). Ich habe bisher nur die besten Erfahrungen gemacht. Die Kinder gehen liebend gerne in die KiTa, lieben ihre Bezugserzieherinnen, sind ausgeglichene, zufriedene, glückliche und in sich ruhende Kinder (häufig von Außenstehenden angemerkt).
In unserer KiTa sind die Bedingungen allerdings auch optimal. Das gesamte Haus ist auf die Kleinen eingestellt/ausgerichtet. Die Eingewöhungszeit ist so lange, wie es die Kinder brauchen (bis zu 3/4 Monaten). Jedes Kind bekommt eine Bezugserzieherin "zugewiesen", die das Kind - vor allem in der Eingewöhnungsphase und im 1. KiTa-Jahr - intensiv betreut: sie nimmt das Kind morgens in Empfang, füttert, wickelt, tröstet das Kind, legt es schlafen, gibt es mittags auch wieder an die Eltern ab. Es wird in der Eingewöhnungsphase eine intersive emotionale Bindung aufgebaut - und die merke ich auch bei unseren beiden. Ich musste noch nie in die KiTa, weil einer von den beiden sich nicht beruhigen ließ oder wieder nach Hause wollte. Und beides sind Mama-Kinder!

Meiner Meinung nach sollte jede Mutter für sich selber entscheiden, was sie für sich, aber auch für das Kind (!) als das Beste erachtet. Wenn eine Muter entscheidet, dass sie ihr Kind lieber drei Jahre zu Hause haben möchte - o.k. Sie darf aber auch nicht eine andere Mutter verteufeln, nur weil sie ihr Kind früher in eine KiTa o.ä. gibt! Sie sollte sich erst eínmal nach den Hintergründen erkundigen und auch mall ao eine Einrcihtung besuchen. Eine KiTa mit altersgemischter Gruppe hat nämlich rein gar nichts mit einem normalen Kindergarten zu tun! Die Gesellschaft muss da noch viel lernen und umdenken. Das hat aber auch mit der Kinder
Ich selber habe mich auch schon oft genug rechtfertigen müssen, konnte aber meistens mein Gegenüber meinen Standpunkt näher bringen und auch überzeugen - wenn er/sie erst einmal genauer über die Problematik informiert war. Denn: ich kann zu Hause niemals ein solch umfangreiches Angebot an Abwechslung/Spielen/Spielpartnern anbieten wie in der KiTa!!!
Ich hoffe, ich habe Dich jetzt nicht zugeschüttet, aber das Thema ist nicht schnell abhandelbar...
Du wirst - für Dich - die richtige Wahl treffen, und als Rabenmutter brauchst Du Dich nicht zu fühlen. Denn: einem Kind geht es auch nur dann gut, wenn es der Mutter gut geht!!
LG
Heike

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an klecks, Achtung sehr lang

Antwort von RenateK am 30.03.2006, 13:02 Uhr

Hallo Klecks,
unser Sohn ist mit 13 Monaten ganztags in eine Kita gekommen - obwohl mein Mann erst einige Monate später seinen Erziehungsurlaub beendet hat. Wir haben das gemacht, weil wir der Auffassung sind - die uns auch in der Kita von den Erzieherinnen bestätigt wurde - das ca. 1 Jahr ein optimales Alters zum Einstieg in die Kita ist. Eine Tagesmutter wäre für uns nur als absolute Notlösung in Frage gekommen (Kinderfrau können wir uns sicher nicht leisten) und dann wohl eher erst später, wenn mein Mann wirklich hätte wieder arbeiten müssen. In der Kita war unser Sohn in einer altersgemischten Gruppe, d.h. 15 Kinder zwischen 6 Monaten und 6 Jahren, ca. die Hälfte unter 3 Jahren, 3 Erzieherinnen. Die Kinder sind dort alle voll integriert, auch die ganz kleinen lernen dort so viel, diese Möglichkeiten und diese Umgebung (andere Kinder verschiedenen Alters) kannst Du zu Hause gar nicht bieten - außer Du hast eine Großfamilie, wie die Familie meiner Oma mit 11 Kindern, aber wer hat das heute schon oder will es auch haben. Ich persönlich würde nie ein Kind frewillig länger als ein gutes Jahr zu Hause lassen. Wichtig ist natürlich eine gute Eingewöhnung. Bei uns lief die über zwei Wochen, die ersten Tage war mein Mann die ganze Zeit mit dabei. Bei uns gab es nie Tränen, unser Sohn hat die Kita die ganzen 5 Jahre, die er dort war sehr geliebt.
Was die Bezugspersonen betrifft, finde ich es eh sehr seltsam, davon auszugehen, dass ein kleines Kind nur eine Bezugsperson hat. Unser Sohn hatte von Anfang 3 bis 4 Bezugpersonen, er war schon im Alter von wenigen Wochen of mehrere Stunden von uns getrennt, bei Fruenden, die ihn betreut haben. Probleme gab es nie. Es ist halt eine Frage, ob ein Kind auf die Mutter fixiert aufwächst oder nicht.
Was diesen Dr. Posth betrifft, ich gucke da nicht mehr rein, da rege ich mich nur auf. Auch wenn einige jetzt wieder protestieren werden, ich halte diesen Mann nicht für sonderlich qualifiziert. Vor längerer Zeit habe ich mal versucht eine Diskussion mit ihm zu beginnen, bezüglich der Frage, dass z. B. in Frankreich oder auch in den skandinavischen Ländern eine frühe Frembetreuung (sowieso blödes Wort, die Erzieherinnen waren für meinen Sohn doch schon nach wenigen Tagen nicht fremd, sondern vertraute und geliebte Personen) üblich ist, ohne dass wer weiß für Probleme auftreten oder die Bevölkerung in erheblichen Teilen gestört ist. Darauf kam die Antwort, dass er sich damit nicht auskennt - schwaches Bild für solche einen "Experten". Wie auch immer, lass Dich von dem nicht verrückt machen.
Kurzes Fazit: Ich würde eine Kita ab ca. einem Jahr oder auch ein paar Monate früher als die optimale Betreuungsform immer allem anderen vorziehen (wie Du siehst sogar der Betreuung durch die eigenen Eltern), allerdings muss es dafür in der Kita vom Konzept her auch stimmen, das ist natürlich klar. Das bei uns in der Kita auf jeden Fall so. In unserer Gruppe haben alle Kinder so um 1 Jahr angefangen, ernsthafte Eingewöhnungsprobleme hat es nie gegeben.
Viele Grüße, Renate

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Re: Nochmals:

Antwort von zeitungsente am 30.03.2006, 14:41 Uhr

Hallo. Ich finde die Texte von Dr. Posth immer sehr sehr gut. Was er so beschreibt, beobachte ich haargenau bei meiner Tochter. Klar, dass sich seine Thesen manchmal für uns Eltern sehr unbequem ausnehmen; er argumentiert eben dankenswerterweise, wie ich finde, vom "schwächsten" Familienmitglied, nämlich vom Kind aus. Wenn du also eine Fremdbetreuung suchst, heißt das nach Dr. Posth: Lass euch Zeit und bleibe so lange bei deinem Kind, bis es Vertrauen gefasst hat zu einer Ersatzbezugsperson. Und natürlich musst du davon ausgehen, dass beide Seiten Abschiedsschmerz haben werden, denn ihr habt doch (hoffentlich) eine sichere Bindung aufgebaut. Daraus resultiert natürlich, dass du Schuldgefühle hast und dein Kind sich nicht trennen möchte - ihr liebt euch eben. Drum: Lasst euch bei Fremdbetreuung Zeit mit der Eingewöhnung. Dann könnte es auch klappen. Alles Liebe

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Re: Auch Rabenmutter

Antwort von Tina und Jordi am 30.03.2006, 14:56 Uhr

Und es macht mir nix aus ;O)
Ich gehe gerne arbeiten nicht nur weil ich muß(AE) sondern weil ich auch will.
War jetzt fast 4 Tage gezwungernen maßen zu Hause da Sohnemann Krank und niemand da der einspringt, ich bin fast wahnsinnig geworden zu hause!!!

Gott sei dank konnte ich weingstens etwas am PC arbeiten.

Ich bin nihct dazu geboren nur Hausfrau und Mutter zu sein und stehe dazu, genau so wie manche Hausfrau nicht dazu geboren ist arbeiten zu gehen.

Jeder so wie er mag nur finde ich es auch nicht gut jeden dafür zu verurteieln nur weil er nicht genau so leben möchte wei andere es ihr vorschreiben!

Und wo steht geschrieben das man als Mutter nur beim Kind sein muss???

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Re: Auch Rabenmutter

Antwort von Mistinguette am 30.03.2006, 16:38 Uhr

Außer in Deutschland steht es nirgendwo, dass eine Mutter beim Kind sein muss. Hier vermisse ich auch immer die Väter, außer mein Mann, der schon immer super engagiert und verfügbar war, genauso wie ich trotz Vollzeit Job.
Ich bestätige auch, dass 60 Mio. Franzosen nach wie vor keine Therapie Bedarf haben, weil sie seit gut 3 Generationen nicht von der eigenen Mutter betreut wurden. Ich weiss wovon ich spreche, ich bin nämlich aus der Grande Nation!
Ich stehe also auch 100% nie ein schlechtes Gewissen wegen Berufstätigkeit gehabt zu haben, so dass ich sogar beim nächsten Baby (ET Anfang Sept 06) sogar noch schneller wieder einsteigen werde.
In diesem Sinne, viel Spaß bei der Arbeit und schönen Feierabend mit den Kids zu Hause.

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Re: Nochmals:

Antwort von Ursula05 am 30.03.2006, 17:51 Uhr

Hallo Klacks,

ich hab einen 1-jährigen Sohn und arbeite 30 h/Woche. Mein Sohn ist während dieser Zeit bei seiner Tagesmutter. Ich habe gerade am Anfang auch ein schlechtes Gewissen gehabt, daß sich aber im Laufe der Zeit immer mehr verflüchtigt hat.

Als ich mir meine Tagesmutter ausgesucht habe, war mir wichtig, daß sie auch noch andere Kinder hat. Gerade heute, als ich ihn abgeholt habe war er wieder super gut drauf. Er hat dort mittlerweile einen "Kumpel", der 2 Jahre alt ist und der vorzugseweiße immer mit meinem Sohn schägert und mein Sohn versucht zur Erheiterung aller, ihm lautmäßig nachzuahmen.

Die Aussagen von Dr. Posth finde ich widersprüchlich. Daß er seine eigene Erziehungstherorien als Tatsachen hinstellt, halte ich für bedenklich.

Meine persönliche Meinung ist folgende:
Wenn ein Heranwachsender neurotisch wird, dann sind meistens in der Regel auch die Eltern neurotisch. Und das hat erst mal wenig damit zu tun, ob eine Mutter arbeiten geht oder nicht. Für die Kinder wirkt sich störend aus, wenn die Eltern eine schlechte Ehe führen oder Drogen nehmen. Weiterhin bin ich der Meinung, daß es sich störend auswirkt, wenn die Bezugspersonen häufig wechseln, also wenn man sich alle zwei Monate eine neue Betreuung sucht.

Ich denke, wenn die Anzahl der Bezugspersonen nicht zu viele sind und über einen längeren Zeitraum die gleichen, dann wirkt sich das auch nicht schädigend auf die Kinder aus.
Daß ist meine persönliche Meinung, die ich für vernünftig halte.

VG, Ursula

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Vielen Dank für Eure Reaktionen!

Antwort von Klecks am 30.03.2006, 19:32 Uhr

Hallo,

danke für Eure Reaktionen!! ich denke, dass Dr. Posth die überwiegende deutsche Meinung gut wiederspiegelt. Ich bin insofern verunsichert, als das ich nicht weiss, ob ich Kita oder Tamu bevorzuge. ich habe auch einen Kita-Platz in einer sehr netten Kita ab August, wobei die öffnungszeiten bis 16:00 nicht so toll sind... und man sagte mir, dass man "so kleine Kinder" ( meine kleine ist dann 9 Monate alt) lieber nur halbtags nimmt, tja, aber das wird mir wohl nicht reichen.

ich denke auch, dass ein häufiger Wechsel der betreuungsperson dem Kind nicht gut tut. Schwierig, schwierig!!

Also, nochmals vielen Dank für eure Reaktionen, es macht mir Mut, dass es doch viele Mütter gibt die beides GERNE verbinden und sich dabei auch NICHT schlecht fühlen!
Liebe Grüße

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Re: Dr. Posth

Antwort von anke072 am 30.03.2006, 21:24 Uhr

Hi!

Eine Frau hatte in seinem Forum ihr Problem beschrieben, dass ihr Baby schreit, wenn sie den Raum verlässt um auf die Toilette zu gehen. Er hat darauf geantwortet, dass sie mit Nachbarinnen Netzwerke bilden soll, so dass man gegenseitig die Kinder betreut.
Dr. Posth hat zwar durchaus interessante Thesen, aber seitdem kann ich ihn nur noch bedingt ernst nehmen.

Tschuess, Anke

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Re: Genauso ist es!

Antwort von vonnywalker am 01.04.2006, 6:47 Uhr

Ich kann mich Heike nur anschließen und zwar in allen Punkten!
Meine Tochter ist, seit sie 11 Monate alt war, ein fröhliches KiTa-kind.
Dr. Posths Meinung stellt für mich nur wieder dar, dass die allgemein hochgehaltene Meinung über die "frühe" "Fremd"betreuung in diesem Lande, immer noch nicht zeitgerecht und gesellschaftlich überholt ist.

LG...

Vonny

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aufreg...

Antwort von nina1973 am 02.04.2006, 14:18 Uhr

Jo, ich dachte auch, der Typ hat ja wohl einen Schatten. Er geht ja von der Praemisse aus, dass Kinder nicht in den Kindergarten WOLLEN, und eine Trennung von der Mutter automatisch traumatisiert. Ich bin ja auch Psychologin, aber an so was kann ich mich aus dem Studium nicht erinnern. Einem Kind, das sich wohlfuehlt, ist die Zeit dabei auch egal... meine Tochter war immer gerne bei Tamu (ab 5 Monaten), in jeder Spielgruppe (z.B. im Fitnesscenter) und im Kindergarten (ab 2 Jahre).
Ich koennte mich mannchmal so ueber diese Experten aufregen... bloss nicht verunsichern lassen. LG Nina

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