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Geschrieben von harmony_ am 13.06.2006, 1:06 Uhr

Lehrerberuf

Hallo,

beim Durchlesen des ellenlangen threads fiel mir die Feststellung auf, dass ueber keinen Beurfsstand so hergezogen wuerde wie ueber den der Lehrer. Ich denke, das stimmt nicht, denn Politiker und Versicherungsvertreter sind sicher noch unpopulaerer. :-) Allerdings ist eine Erklaerung fuer die Vehemenz, mit der Nicht-Lehrer die Diskussion fuehren, sicherlich die, dass jeder in seinem Leben irgendwann Lehrern "ausgeliefert" ist. Versicherungen muss ich nicht kaufen, Politiker nicht waehlen, schlechte Produkte nicht abnehmen, unfreundliche Dienstleister kann ich ignorieren. Aber was mache ich mit einem Lehrer, den ich fuer unfaehig halte? Da ist doch ein enormer Kraftaufwand noetig, um sich selbst bzw. das eigene Kind davor zu schuetzen. Und da der Kontakt zu einem Lehrer auch ein haeufiger ist, kann ich auch nicht mit einem Wutschnauben darueber hinweggehen, wie ich es bei gewissen Behoerdenpersonen schon tat. Es ist also eine innere Logik der Situation, die die Lehrerkritik zumindest foerdert. Man kann nun natuerlich dichtmachen und jammern, dass es alle auf einen abgesehen haetten - aber das aendert erstens nichts und wird zweitens dem Gesamtphaenomen nicht gerecht. Eltern schimpfen ja nicht ueber Lehrer oder sind besonders anspruchsvoll, weil sie sonst nichts zu tun haetten, sondern weil sie frustriert sind oder weil sie sehen, dass das eigene Kind leidet. Und es ist normal, dass die Sachen, die schieflaufen, mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen als die Sachen, die ordentlich laufen. So kann ein schlechter Lehrer etwas kaputtmachen, was 5 gute Lehrer aufgebaut haben.

Mit freundlichem Gruss,
harmony

 
24 Antworten:

Re: Lehrerberuf

Antwort von Cosma am 13.06.2006, 10:51 Uhr

Hallo !

Ich glaube, da kommt noch mehr zusammen.
Meine Mutter ist Lehrerin, ich bin angehende Ärztin.

Sie hat schon immer sämtliche Absicherungen (Verbeamtung) geniessen können, immer Kinder und Beruf verinbaren können (gleiche Ferien - überhaupt seeeeeehr viele Ferien), bis auf die Zeugniszeit mehr oder weniger Nachmittags Zeit für Ihre Hobbys gehabt (Tennis, Garten etc.) und einfach gut dabei verdient.

Lehrer sind einfach privilegiert und anstatt das einfach mal so stehen zu lassen wird mit Arbeitsbelastung usw. Argumentiert.

Die mag ja Stellenweise hoch sein, aber das ist doch Teil des Jobs.

Es gibt weniger gute und sehr gute Lehrer, das ist es nicht.

Es ist der Sonderstatus der Absicherung und Freizeit der mich ärgert.

Cosma

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Re: Lehrerberuf

Antwort von tinai am 13.06.2006, 11:34 Uhr

Îch fand eigentlich eher, dass die Lehrerinnen die Diskussion mit großer Vehemenz und sehr persönlich geführt haben.

Aber mir konnte niemand erklären, warum Lehrer im Beamtenverhältnis stehen müssen und nicht auch als Angestellte im öffentlichen Dienst behandelt werden können. Unterricht und Bildung sind staatliche Aufgaben, aber nicht vergleichbar mit den Aufgaben von Richtern, Staatsanwälten oder Polizisten.

Ansonsten unterschreibe ich nicht, dass Lehrer zu gut bezahlt sind, wenn sie ihren Job ernst nehmen, ist das bestimmt angemessen

Gruß Tina

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Re: Lehrerberuf an tinai

Antwort von Henni am 13.06.2006, 12:09 Uhr

Hallo

nen, ich kanns dir auch cniht wirklih erklären warum Léhrer in einigen bundesländern noch beamte sind.. sie sind es ja auch cniht überall und schon gar nciht von anfang an...bei mir an der schule sind auch einige lebenslang angestellte...(ich war auch 7 Jahre angestellte, nun 6 jahre beamtin)


WARUM??? KEine Ahnung...mir auch eigentlich egal, ich könnt drauf verzichten und würd dann ENDLICH mla das machen was Eltern und SChüler bei uns VIEL zu wenig amchen nämlich demonstrieren und streiken!!! ( Für geringere klassenrößen etc) Vielleicht ist DAS auch noch ein grund...Lehrer "ruhig" zu halten als Beamte weil sie doch ansonsten oft kritsch sind und sich ncihts gefallen lassen...


warum sind denn postboten beamte?? Warum bei der Bahn??? KEien Ahnung...


LG HEnni

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Henni, die sind doch schon lange keine Beamten mehr

Antwort von tinai am 13.06.2006, 13:19 Uhr

die sind doch privatisiert, haben nur noch die Altlasten zu tragen (also die, die vor der Privatisierung) verbeamtet waren. Aber das werden laufend weniger. Bei DHL (ehemals Post) hat ja auch enormer Leistungsdruck auf die Paketausfahrer begonnen, aufgrund der viele Konkurrenz (Hermes z.B., kundenfreundlicher und preiswerter) das beginnt auch schon bei der Briefzustellung.

Aber das wäre ja dann wirklich eine gute Idee, dann hätten sie Angestelltenrechte und Angestelltenpflichten (die Lehrer) und offensichtlich wärst Du ja damit voll einverstanden. Ich würde es auch begrüßen, denn damit würde das Ansehen der Lehrer mit Sicherheit steigen (Beamte haben ja insgesamt keinen so guten Ruf).

Grüße Tina

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Beamte dürfen nicht streiken und sind zunächst mal billiger...

Antwort von KaMeKai am 13.06.2006, 13:26 Uhr

... weil man keine Renten- und Arbeitslosenversicherung für sie zahlen muss. Daher wurden Lehrer früher immer verbeamtet. Eigentlich ist es ja egal, ob Angestellte oder Beamte.
Übrigens fand ich auch, dass die Lehrer bei der Diskussion ganz schön aufgedreht haben, obwohl sie zunächst mal gar nicht angegriffen wurden.
Na ja, so sind sie eben :-))
LG
Kathrin

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zum Thema Freizeit

Antwort von Henriette am 13.06.2006, 13:39 Uhr

Hallo,

es ist tatsächlich ein besonders familienfreundlicher Vorteil, dass Lehrer am Nachmittag (je nach Schulform) ab spätestens 16 Uhr ihre Zeit frei einteilen können. Dabei vergessen darf man aber nicht, dass die zu machende Arbeit dann liegen bleibt.

Ich widme mich nachmittgs tatsächlich meinen Kinder, sitze dann aber noch sehr lange am Schreibtisch um vorzubreiten, zu korrigieren, Elterngespräche zu führen etc.

Übrigens @tinai, ich hätte ebenfalls gerne eine Antwort auf deine Frage, mir fällt selbst nichts Eindeutiges ein!?

Henriette

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rein rechnerisch stimmt das nicht

Antwort von tinai am 13.06.2006, 15:30 Uhr

Denn Beamte tragen die Last der Renten nicht (nur über den Steuerausgleich, den aber auch alle Angestellten, die sowieso schon in die RV einzahlen, ebenfalls tragen), das gleiche gilt für Arbeitslosengeld (aus dieser Solidargemeinschaft sind auch Selbständige ausgeschlossen, was ich auch nicht in Ordnung find, zig Leute zahlen ein, ohne je arbeitslos zu werden).

Die Pensionszahlungen drücken jetzt schon. Und wenn ich sehe, wie gut mein Vater als BEamter, der dreißig Jahre gearbeitet hat, heute ausgesorgt hat - daran wäre er als Angestellter unmöglich gekommen.

Aber die Frage, die mich am meisten interessiert ist, wie kann man den Beruf des Lehrers wieder angesehener machen (das war ja vor 50 Jahren noch ein sehr angesehener Beruf) und so kamen wir auf die Angestelltendiskussion. Denn jetzt ist es so, dass das System auch unfähige Lehrer durchfüttert und das zu sehen frustriert und schadet der ganzen Lehrerschaft im Ansehen, aber auch arbeitsmäßig (jeder Lehrer kennt ja solche dauerfaulen oder renitenten Kollegen - zumindest in meinem Bekanntenkreis).

Ich betone noch einmal, dass ich die Vergütung völlig in Ordnung finde, wenn sie für einen engagierten Lehrer gilt und dass Lehrer flexibler in der Zeiteinteilung sind, neide ich ihnen nicht, schließlich gibts die freie Berufswahl.

Was mir aber übel aufstößt ist, dass mein Sohn die nächsten vier Jahre ausschließlich von Frauen unterrichtet werden wird, wenn er in seine Grundschule geht - ein echter Grund, dass ich mir überlege ihn doch privat auf eine Schule zu schicken. Denn eine reine "Frauenbetreuung/-erziehung/-bildung" ist absolut nicht zeitgemäß und wird sicher den Jungen, aber auch den Mädchen nicht gerecht.

Der Beruf des Grundschullehrers scheint für Männer nicht ausreichend attraktiv zu sein.

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Re: Lehrerberuf

Antwort von roma am 13.06.2006, 15:58 Uhr

Hmmm, ich dachte immer, ich bin verbeamtet, weil ich aktiv für die dt. Verfassung eintreten, den deutschen Staat und seine Grundrechte repräsentiern muss etc. pp.. Sonst könnte ich mich ja vor die Klasse stellen, auf dem Grundgesetz rumtrampeln, "Deutschland muss sterben" singen oder ein NPD-Tshirt tragen ... und da Lehrer Vorbildfunktion haben, wäre das nicht so prickelnd.

lg - roma (die so etwas aber nie machen würde, auch wenn sie nicht verbeamtet wäre)

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Re: rein rechnerisch stimmt das nicht

Antwort von KaMeKai am 13.06.2006, 16:40 Uhr

ich finde auch, dass die Lehrerbezahlung angemessen ist, ich wollte den Beruf nicht machen und finde, dass manche wirklich Großartiges leisten. Mich stört, das Gejammer der Lehrer, dass sie nur 4 Tage bei Krankheit des Kindes haben (habe ich auch) dass sie nur noch halbes Weihnachtsgeld kriegen (kriege ich auch) usw.
Bei uns ist z.B. Fastnachtsumzug Samstags eine Stunde Pflichtveranstaltung - zum Ausgleich brauchen die Lehrer einen ganzen Tag frei. Ich kann in den Ferien schauen, wo ich meine Kinder "entsorge" und bekomme dann "schöne Ferien" gewüscht. Und last but not least treten gerade hier im Forum ein paar Lehrerinnen auf den Plan, die so was von arrogant sind. Ich hatte echt befürchtet, meine Tochter kriegt vielleicht auch so eine ab.
Ansonsten finde ich nicht dass sie überbezahlt sind oder unterqualifiziert. Also die, die ich im wirklichen Leben kenne, sind das nicht.
LG
Kathrin

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roma, genau solche Lehrer hatten wir...

Antwort von tinai am 13.06.2006, 16:48 Uhr

...Judenwitze, Diskriminierung von Schülern nichtdeutscher Abstammung (italienisch, portugiesisch ganz konkret),

die haben dann ein Verfahren bekommen "DUDU" geschimpft und durften ab den die Oberstufe nicht mehr unterrichten, dabei hätte man die auf 5-Klässler nicht loslassen dürfen. Das war öffentlich, die Lehrer wussten es, die Eltern hatten das Verfahren angezettelt (was noch hinreichend behindert wurde), das war eine öffentliche Angelegenheit und geschah nicht im Hinterzimmerchen. Die Schüler haben im LK zusammengestanden und die Aussagen bestätigt, weil sie wahr waren und trotzdem unterrichten diese beiden Vollidioten immer noch!

Da setzt sich schon der Eindruck fest, dass Lehrer sich alles erlauben dürfen, obwohl das natürlich viele gar nicht tun und sehr gute Lehrer sind.

Als Angestellte Lehrer wären sie nicht haltbar gewesen und rausgeflogen. So hat eine ganze Schule zugeschaut, wie sie zwar degradiert wurden, aber keinerlei monetäre Einschränkung hinnehmen mussten.

Ein andrer Lehrer machte aktiv Wahlkampfwerbung für die CDU. Klar dürfen die das nicht, aber keiner traut sich dran, die wirklich zu kündigen, eben weil sie BEamte sind.

Wir müssen uns alle verfassungskonform verhalten und auch in der freien Wirtschaft gibt es genug Betriebe, in denen solch ein Verhalten Grund genug für Kündigung ist. Auch der Sozialarbeiter, die Angestellte auf dem Einwohnermeldeamt und ein Bürgermeister kann sich so etwas nicht erlauben.

Gruß Tina

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ist hier gerade so am katholischen Gymnasium vorgefallen

Antwort von KaMeKai am 13.06.2006, 19:12 Uhr

ein Lehrer hatte mal wieder einen cholerischen Anfall, die Schüler haben das aufgenommen und das Band an den Radiosender RPR geschickt. Am nächsten Tag flippte der nächste Lehrer aus und kam mit den KZ-Vergleichen und Nazisprüchen. Na ja, katholisches Gymnasium, kann man halt nicht viel machen. Die Lehrer (Lebenszeitbeamte, 3 Jahre vor der Pensionierung) unterrichten weiter, einer wurde ans Bischöfliche entsorgt.
LG
Kathrin

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Re: ist hier gerade so am katholischen Gymnasium vorgefallen

Antwort von Henriette am 13.06.2006, 19:15 Uhr

Das sind wirklich katastrophale Zustände und ein solches Verhalten bzw, die fehlenden Konsequenzen machen mich ebenso wütend wie dich!

Henriette

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Beurteilung der Lehrkräfte

Antwort von Cella am 13.06.2006, 19:57 Uhr

Hallo,

warum wir jetzt eigentlich verbeamtet sind, weiß ich auch nicht wirklich genau. Ich dachte auch wie roma, dass wir uns eben verfassungskonform verhalten müssen. Und vielleicht noch, dass wir eben die Demokratie schützen müssen und keine fremden Ideologien verbreiten dürfen...
Wenn ich aber die Beispiele der katholischen SChule von oben lese, weiß ich auch nicht weiter.

Jetzt aber mal eine andere Perspektive: In Bayern wird die Beurteilung von uns Lehrern immer mehr auf die Schulleitung übertragen. D.h., dass Schulamtsdirektoren entlastet werden sollen, weil der Rektor uns ohnehin viel besser kennt. Damit verbunden soll auch eine bessere Motivation für die Lehrer stehen.

Jetzt habe ich aber seit September eine neue "Chefin", die wahnsinnig gut säuseln kann, blond ist, alles bereits schon ausprobiert hat und gegenüber ihren Vorgesetzten (also unserem Oberchef) immer mit einem Augenklimpern gegenüber steht. Vielleicht weiß jemand was ich meine. Nichts gegen Blondinen :-)

Es zeichnet sich leider ab, dass der Teil meiner Kolleginnen, die auf ihrer Wellenlänge schaukeln, besser ihre Ziele erreichen als andere. Unser Lehrerklima ist zerstritten, weil jeder denkt: Oh Gott, ich mach mal lieber nicht meinen Mund auf, die könnte mir was anhaben!

Ist das der Sinn der Sache?
Diejenigen, die den Mund aufmachen, bekommen schlechte Beurteilungen, diejenigen, die immer konform gehen, kommen an ihr Ziel.

Ich habe keine Lösung, verbeamtete Wenig-Tuer werden mitgezogen, engagierte Lehrer haben keine Redefreiheit.

Ich bin zur Zeit am überlegen, ob ich eine Privatschule aufmache, oder ganz etwas anderes. Aber wenn jeder so denkt, dann ändert sich ja nie was...

Also werde ich wohl freundlich und bestimmt säuselnd meine innersten Ziele weiter verfolgen und weiter selbstständig denkende und mündige Grundschüler unterrichten...

das nur am Rande...
ich habe wirklich auch keine Lösung

Gruß aus Bayern
Cella

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Re:nur mal zur Beamtenpension

Antwort von Benedikte am 14.06.2006, 4:44 Uhr

also wenn ich hoere, dass beamte nichts zu ihrer Alterversorgung beitragen und es ihnen schlechter geht als angestellten, dann platzt mir mittlerweile der Kragen, weil inzwischen wirlich viele Fakten allgemein bekannt sein duerften.

Erstens: Beamte tragen zu ihrer altersversorgung durch gehaltsverzicht bei.Ich hatte anfang der neunziger Jahre eine A 13 Stelle als beamtin, meine aeltere Kollegin eine BAT II Stelle als Angestellte- also das gleiche im Rang. Die hatte brutto sage und schreibe 2000 DM mehr als ich- mehr wohlgemerkt.Zum einen durch die hoehere DAST, aber imw esenrlichen dadurch, dass sie angestellte war. Nach abzug der Sozialversicherungsbeitraege blieb ihr ungefaehr das gleiche, ich musste allerdings vom netto noch die private Krankenkasse zahlen. Und so ist es heute noch- meine angestellten Kollegen zahlen Sozialversicherungsabgaben, haben aber brutto bedeutend hoehere gehaelter.

Was die rente angeht, so erhalten angestellte im oeffentlichen Dienst ihre VBL- das sind Zusatzleistungen des Dienstherren, die dazu fuehren, dass die gesetzliche Rente aufgestockt wird auf weit ueber 70 prozent des letzten gehaltes. Die meisten beamten erreichen das nicht.

Dann: Beamte muessen ihre Alterseinkuenfte komplett versteuern, Renter nur den Ertragsanteil der Rente, also meist nichts. der Uebergang zur nachgelagerten besteuerung, den die letzte regierung noch eingefuehrt hat, kommt doch schliesslich daher, dass so ein alter Oberstaatsanwalt erfolgreich dagegen geklat hat, dass er auf seine Pension Steuiern zahlen muss und die Angestellten nicht. Das hat doch das BVerfGe entschieden, dass dies eine nicht zu duldende Schlechterstellung der Beamten ist- mit dem Ergebnis, dass es den Beamten immer noch nicht besser geht, aber den Angestellten schlechter

Und ganz kurzum- ich habe mich nicht selbstaendig gemacht, weil es mir zu stressig war. Genauso haette sich jeder andere wie ich fuer eine Beamtentaetigkeit entscheiden koennen- insbesondere wenn man denkt, dort wuerde es alles geschenkt geben. Das ist naemlich der Punkt, der mir nicht klar ist- wenn das alles so toll ist, wieso bewerben sich nicht mehr?

Benedikte

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Re:nur mal zur Beamtenpension

Antwort von Ulli am 14.06.2006, 13:55 Uhr

Hallo,
ein Beamter A13 verdient brutto 3695€, netto 2715€(LstK I, 35 Jahre, bereinigt siehe Link).
http://paul.schubbi.org/cgi-bin/oed/rechner?tarif=B&anwendung=B&gruppe=A13&stufe=7&anteil=100&familienzuschlag=0&nettoberechnung=ja&steuerklasse=1&kinder=0
ein Angestellter BATIIa verdient brutto 3.812,64€, netto 1901€. (LstK I, 35 Jahre, bereinigt siehe Link)
http://paul.schubbi.org/cgi-bin/bat-rechner?datum=01.05.2004&klasse=02a&dienstalter=35&stufe=1&teilzeit=100&netto=ja&steuerklasse=1&krankenkasse=14.0
Also ich glaube nicht, dass die Krankenkasse 800€ im Monat kostet.
Das sind jetzt Zahlen beim Bund, vielleicht ist es bei den Ländern ja alles ganz anders oder mein Link gibt total falsche Zahlen.
Viele Grüße
Ulli

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Hmmm, ich hoffe, du hast damit nicht mich gemeint, KaMeKai

Antwort von Schreckschraube am 14.06.2006, 16:42 Uhr

...denn ich hatte eigentlich nur das Gefühl, dass es allen Lehrerinnen wichtig war, nicht in diese "Diewillnichtsarbeitenundjammertnur"-Suppe reingeworfen zu werden.

Das ist nämlich echt ätzend, wenn immer mit diesen Lehrer-Pauschal-Urteilen um sich geworfen wird.

Genauso wie Lehrer oft sagen, die Eltern kümmern sich nicht mehr so wie früher. Statistisch betrachtet trifft das sicher zu, aber jede Mutter, die sich zu Hause ein Bein ausreißt, wird sich damit geohrfeigt fühlen!

Was die Bezahlung betrifft, finde ich halt, dass dieser Beruf gut bezahlt sein muss, sonst will ihn nämlich auch niemand Gutes mehr machen. Siehe in der Grundschule. Ein Hauptgrund, warum Männer kein Grundschullehramt machen, ist die schlechtere Bezahlung!

LG Dany

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@schreckschraube

Antwort von Ulli am 14.06.2006, 17:15 Uhr

Hallo Dany,
wieso schreibst du "jede Mutter, die sich ein Bein ausreißt"? Gerade im Baby und Job Forum sind wir doch über die Vorstellung raus, das Frauen für die Kindererziehung zuständig sind. ;-Þ
Und zu "Grundschullehrer sind so schlecht bezahlt":
1. Hauptschullehrer bekommen in RLP genau dasselbe, ist nämlich dieselbe Ausbildung und Beamte werden ja nach Ausbildung und nicht nach Leistung bezahlt.
2. Ein Grundschullehrer A12, verbeamtet, hat mit 35 Jahren ein Netto-Einkommen von 2488Euro monatlich (brutto 3314 Euro).
http://paul.schubbi.org/cgi-bin/oed/rechner?tarif=B&anwendung=B&gruppe=A12&stufe=7&anteil=100&familienzuschlag=0&nettoberechnung=ja&steuerklasse=1&kinder=0Das finde ich nicht "schlecht bezahlt". Auf Steuerklasse I gerechnet. Verglichen mit einem "normalen Job" und "normalen Abgaben" snd das brutto etwa 50.000Euro jährlich. Ok, ich WEIß, die Krankenversicherung ... aber keine Angst, der 50.000€ Verdiener hat netto auch nur 2206Euro.
http://www1.spiegel.de/active/bruttonettorechner/fcgi/bnrget.fcgi
(beide mal der Einfachheit halber auf Steuerklasse I gerechnet, also noch ohne Kinderzuschläge.
Also diese 50.000€ erreicht man nicht so leicht. Meine These ist ja, dass Männer nicht gern Grundschullehrer werden, weil sie mit den Kleinen weniger anfangen können. Wie viel Prozent der Lehrer an weiterführenden Schulen sind denn Frauen?
Viele Grüße
Ulli (die findet, dass die einzigen die hier persönlich und heftig werden, die Beamten sind)

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Warum ich nicht Beamtin bin?

Antwort von tinai am 14.06.2006, 17:19 Uhr

Weil ich Verwaltung grauenvoll finde un d nicht in einem schwerfälligen Apparat arbeiten möchte und lieber unternehmerisches Risiko trage.

Warum gehen nur alle so auf die Hinterbeine?

Es gibt enorm viele Beamte und die Frage, ob das so sein muss, ist berechtigt. Auch kann man feststellen, dass Beamte über die Pension besser versorgt sind als ein Rentner, wer im ÖD was aufgestockt bekommt, weiß ich nicht, aber ich weiß in unserer Branche, dass bei 12 Gehältern nichts mehr aufgestockt wird und ein Großteil der Altersvorsorge privat geleistet wird (unsere Altesklasse darf ohnehin keine Rente mehr erwarten nur noch eine Grundsicherung).

Und von meinem Netto-GEhalt bezahle ich auch noch einmal 150 Euro private Zusatzversicherung, weil mir der Luxus des Privatpatienten vor allem für die Stationäre Behandlung eine Menge wert ist. Also: Beamte bezahlen zwar extra, aber keiner wird bestreiten, dass privat versicherte schneller Termine bekommen und häufig bevorzugt behandelt werden - nicht zuletzt haben sie die freie Krankenhauswahl, was für mich sehr entscheidend ist. Das darf dann shcon auch was kosten oder nicht?

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Re: @schreckschraube

Antwort von Schreckschraube am 14.06.2006, 18:32 Uhr

Vielleicht merkst du auch nicht, dass dein Ton ständig leicht "angepisst" klingt?

Sicher weiß ich, dass auch Väter sich ein Bein ausreißen, bei uns verdiene nämlich ich das Geld.

Und in der Haupt-und Realschule (die bei uns in Hessen eine Ausbildungs- und Gehaltsstufe darstellt), finden sich auch erschreckend wenig Männer. Das hat jetzt aber nichts mit Umgang mit kleinen Kindern zu tun. Männer finden sich halt verstärkt im Gymnasialbereich, wo es weniger pädagogische Schwierigkeiten, dafür mehr Karrieremöglichkeiten gibt. Ist halt so...

Dein Geld-Vergleich hinkt halt. Denn du gehst immer davon aus, dass wir bei gleichem Brutto so viel mehr Netto haben. Das liegt aber daran, dass wir, wenn wir Angestellte wären, viel mehr Brutto hätten.

Und persönlich bin ich nicht geworden. Natürlich bin ich froh, dass ich Beamtin bin, ist doch klar! Schließlich müssen wir ein Haus abbezahlen - wer wäre da nicht froh, dass er nicht das Risiko hat, seine Stelle zu verlieren?

Und ich habe auch nichts gegen die Ferien (wobei Menschen mit meiner Fächerkombi tatsächlich nur im Sommer frei haben - was nicht gejammert sein soll, habe die Kombi ja gewählt.)

Und bald ist schließlich Sommer :O)))

LG Dany

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Da hast du Recht!

Antwort von Schreckschraube am 14.06.2006, 18:36 Uhr

Aber wir haben ja auch das System nicht erfunden!

Als ich ins Referendariat ging, wollte ich mich freiwillig gesetzlich versichern, weil ich der Ansicht bin, dass jeder erstmal gesetzlich versichert sein sollte, damit das System funktionieren kann. Ergebnis: Ich hätte mehrere hundert Mark (damals) mehr bezahlen müssen als die normal gesetzlich Versicherten, dafür aber weniger Leistung bekommen! So habe ich mir diese soziale Idee schnell abgeschminkt!

LG Dany

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Re: @schreckschraube

Antwort von Ulli am 14.06.2006, 21:01 Uhr

Hi Dany,
"angepisst" ist aber ne elegante Wortwahl, aber NEIN mein Vergleich hinkt nicht, denn unten habe ich ja auch BAT IIa mit A13 verglichen und ich habe dir hier ausgerechnet, was ein Beamter Lehrer A12 bekommt und das mit einem Angestellten-Gehalt aus der Wirtschaft verglichen. Da hinkt nix. Die Frage, ob der Job/Stress/Verantwortung vergleichbar ist, kann ich nicht wirklich beantworten, denn ich bin kein Lehrer. Aber meine beiden Eltern haben 40Jahre Hauptschule hinter sich.
Und ja, was mich stört und was du vielleicht für "angepisst" hältst: Das Lohnniveau sinkt, die Abgaben steigen, Beamtengehälter sinken nicht in dem gleichen Maße. Das einzige Argument, was da noch zieht, ist, dass Beamtengehälter bei einem Konjunkturaufschwung auch nicht adäquat ansteigen. Sprich: In konjunkturschwachen Zeiten geht es den Beamten verhältnismäßig besser (ich will jetzt nicht "zu gut" sagen) und in konjunkturstarken eben schlechter ("zu schlecht"?). Jetzt haben wir eben ne konjunkturschwache Phase und mir ist die Diskrepanz "sauer aufgestoßen".
Allerdings war mein Ursprungsposting schon sachlich und ich weiß nicht, warum mich alle anspringen, wenn ich Neid/ Missgunst zugebe? Als es aggressiv wurde, hab ich mich ausgeklinkt. Bin da nicht so cool wie andere - stimmt.
Ich hab Einkommen verglichen und das hat mich erschreckt. Und leider konnte mich keiner vom Gegenteil überzeugen. Subjektiv - aus meiner Sicht - ist die Relation nicht richtig.
Viele Grüße
Ulli

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Re: @schreckschraube

Antwort von Schreckschraube am 14.06.2006, 21:52 Uhr

Naja, Neid ist halt auch kein besonders soziales Gefühl. Was ist das denn für eine Einstellung, dass man sich wünscht, den anderen möge es doch bitte schlechter gehen?

Da kann man doch wirklich nur das vielzitierte Argument bringen: Die Berufswahl ist frei. Hättest dich halt anders entscheiden sollen...

LG Dany

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Re: @schreckschraube

Antwort von Ulli am 14.06.2006, 21:57 Uhr

Hallo Dany,
auf das besserer Mensch Getue geh ich nicht ein. Es gibt sicher auch soziale, neidlose Menschen.
Ich wünsch niemanden, dass es ihm/ihr schlechter geht, aber es gibt mir schon zu denken, dass das über ständig steigende Abgaben finanziert wird. Und da wir auch solche Abgaben zahlen, dürfen wir auch mal Vergleiche ziehe.
Und nein, Beamter oder Lehrer will ich immer noch nicht sein, aber in einem öffentlichen Forum darf man einfach sachliche Vergleiche ziehen. Wenn ich Fehler mache oder falsche Zahlen hab, nehm ich gerne die Korrekturen an.
Viele Grüße
Ulli

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Re: Warum ich nicht Beamtin bin?

Antwort von saulute. am 15.06.2006, 7:11 Uhr

Ich weiß nicht, warum die, die sich hier aufregen, sich so sehr über Beamte aufregenh. Viellicht ist Ihnen entgangen, dass sie einen Beamten dadurch nicht in den Nicht-Beamtenstatus katapultieren können und dass es seit Jahren weniger Verbeamtungen gerade im Lehrbereich gibt?!

Genervte Grüße

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