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  Prof. Dr. med. Radvan Urbanek - Allergien bei Babys und Kindern

Kinderarzt Prof. Dr. med. Radvan Urbanek
Allergien bei Babys und Kindern

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chronische Urtikaria durch Zahnspange?

Sehr geehrter Herr Dr.Urbanek,

mein Sohn leidet seit Nov. 2016 an einer schweren, chronischen Nesselsucht.
Leider haben wir nach sämtlichen erfolgten Tests keinen Auslöser bislang gefunden.
Mein Sohn im Februar letzten Jahres eine feste Spange am oberen Kiefer bekommen. Diese beinhaltet Kunststoffbrickets und einen durchgängigen silbernen Draht. Im September 2016 hat er eine Unterkieferspange bekommen. Hier sind an jedem Zahn silberne Brickets befestigt.

Gestern habe ich herausgefunden, dass diese Zahnspange nickelhaltig ist.
Meine Mutter hat eine hochgradige Nickelkontakt-Allergie. Nach Recherche habe ich vermutlich ebenso diese Allergie.

Mein Sohn ist übersäht von Quaddeln, seit einer Woche verschwinden diese gar nicht mehr. Er hatte nun auch schon mehrmals eine Schwellung der unteren Lippe (die ja auch am meisten Kontakt mit der Zahnspange hat).

Halten Sie eine Reaktion dieses Ausmaßes in Verbindung mit der Spange für möglich?

Vielen dank ung lg
JBA


von jessman am 07.03.2017

 
 
Frage beantworten

Antwort:

Re: chronische Urtikaria durch Zahnspange?

Obwohl Nickel als Kontaktallergen bekannt ist, werden länger andauernde Nesselsucht-Schübe bei Kindern überwiegend bei oder nach Infektionen, manchmal auch durch Kälter oder Druck induziert oder auch ohne erkennbare Ursache beobachtet. Allergische Reaktionen, die eine Urtikaria oder auch Schwellungen im Gesicht verursachen, werden bezüglich der Ursache bereits von den Eltern identifiziert (z.B. nach Erdnuss oder Baumnüssen sowie nach Hühnerei); meist bleibt die Ursache aber unklar (ca. 2/3 der Fälle).
Wenn keine Ursache gefunden wird, erfolgt eine längere Behandlung mit Antihistaminika, die nicht selten in höheren Dosierungen verabreicht werden müssen.
In Ihrem Falle könnte man die Sicherung der Annahme durch die Herausnahme der Zahnspange schnell erreichen; aber wie schon ausgeführt, meist handelt es sich um Fälle einer chronischen spontanen Urtikaria, die symptomatisch mit Antihistaminika einige Wochen oder Monate behandelt werden muss. Bei Erwachsenen und Jugendlichen wird in der letzten Zeit über eine autoimmune Reaktion (gegen sich selbst) geforscht und neuerdings mit einem anti-IgE Präparat in Spritzen alle 4 Wochen therapiert.

Antwort von Prof. Dr. Urbanek am 07.03.2017
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