Für alleinerziehende Eltern

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Geschrieben von Maya-03 am 18.08.2004, 14:37 Uhr

zur Diskussion

Ich habe etwas wichtiges vergessen, den alleinerziehenden Müttern zu sagen: Ich bin auch alleinerziehend und ich wollte auch nicht das mein Ex jemals Kontakt zu seiner Tochter bekommt, aber habt ihr schon mal weiter gedacht?
Es geht hier nicht darum dem Kind zu zeigen von wem es abstammt (indirekt natürlich schon),es geht darum dem Kind eine Bezugsperson zu erhalten:
Kinder die nur eine Mutter haben, erfinden einen Vater der nur gute Eigenschaften hat(was natürlich nicht sein kann). Das Kind bekommt Sehnsucht nach diesem wundervollen Vater und wird zumindest immer bei Streit die Mutter dafür verantwortlich machen, das der Papa nicht bei ihnen ist.Sollten sie dann auch noch erfahren, das die Mutter wirklich nicht wollte dass das Kind seinen Vater sieht hat es das Vertrauen zu ihr sehr schnell verloren. Dadurch verliert es auch noch die enge Beziehung zu seiner Mutter.
Ich habe lange Zeit so gedacht wie ihr bis ich mir das überlegt habe. Mein Ex ist ein Arsch und als Vater nicht zu gebrauchen, aber das MUSS meine Tochter selbst herausfinden.Nur so kann sie feststellen, das sie immer auf mich zählen kann.
Und noch was: Ich hatte Angst das mein Ex sie verletzt und sie damit nicht klarkommt, doch das ist Blödsinn! Wir erziehen unsere Kinder und wir erziehen sie zu starken, positiv denkenden Menschen, die auch mit Verlusten umgehen können!

Für die Männer unter uns: Das Wort "Mutter" kann man durch das Wort "Vater" ersetzen.
LG Maya

 
14 Antworten:

Umgang mit dem leiblichen Vater

Antwort von Sterni68 am 18.08.2004, 17:53 Uhr

Hallo Maya,
klingt ja alles ganz toll. Ist mir aber zu theoretisch. All diese Phrasen habe ich exakt schon einmal gehört. Glorifizierung des Vaters, Findung der eigenen Identität usw. Warum bereitet mir das bloß solche Bauchschmerzen beim Lesen und warum wehren sich all meine gesunden, mütterlichen Instinkte gegen eine Begegnung meines Kindes mit dem leiblichen Vater? Dieser Vater hat seine Tochter seit 6 Jahren nicht mehr gesehen, seit exakt der gleichen Zeit kämpfe ich verbissen um jeden Cent Unterhalt für sie - bishin zur Lohnpfändung, eidesstattlicher Erklärung, Anzeige wegen vorsätzlicher Unterhaltsverweigerung usw. usw. usw. es gibt kaum etwas zermürbenderes. Vor 4 Jahren hatte ich mal kurz telefonischen Kontakt zu meinem Ex. Ich bot ihm an, nicht ganz ohne inneres Widerstreben, wie ich gestehen muss, seine Tochter mal zu sehen. Ablehnung. Ja, soll ich ihm denn ewig hinterherlaufen? Er will es nicht. Gestern nicht, heute nicht und morgen wahrscheinlich auch nicht! Wir leben heute in einer total intakten Familie, ich bin seit 3 1/2 Jahren verheiratet, mein Mann vergöttert meine Tochter, einen besseren und fürsorglicheren Stiefvater hätte sie nicht bekommen können, wir tragen alle den gleichen Nachnamen, meine Tochter hat mittlerweile einen kleinen Bruder, alles ist wunderbar und heile und jetzt soll dieser ewig bekiffte, nichts auf die Reihe kriegender, ständig arbeitslose TYP hier gar alle 2 Wochen wie ein Unwetter hereinbrechen und alles durcheinanderbringen? Tut man dem Kind damit echt einen Gefallen? Hey, es kann auch vieles kaputt gehen. Das möchte ich auch mal zu bedenken geben. Meine Tochter könnte verunsichert werden, nicht mehr wissen, zu wem sie wirklich gehört. Er könnte in ihr Zweifel wecken, indem er ihr merkwürdige Geschichten erzählt. Er hat doch gar keine Übung im Umgang mit Kindern. Der setzt sich doch glatt hin und baut sich vor ihren Augen eine Wasserpfeife. Und dann? Wer macht das wieder gut an dem Kind, wenn es nach hinten los geht? Ich kann nur von meinem Fall sprechen. Ein Vater, der sein Kind früher schon als emotionalen Spielball mißbrauchte. Lief es mit der Mutter beziehungsmäßig nicht glatt, hat er sich auch um das Kind nicht mehr gekümmert und mich damit moralisch erpresst. Ein Vater, der seine Tochter ohne Rücksicht auf Verluste im Alter von 4 Jahren von einen auf den anderen Tag verließ und nie wieder kam. Was das in ihr ausgelöst hat, brauche ich wohl nicht näher zu erläutern. Soll er immer und immer wieder die Gelegenheit bekommen mein Kind zu verletzen? Die Antwort ist "Nein". Im Übrigen: Ich kann nur lachen, wenn ich höre, das Kinder ein Umgangsrecht zu dem anderen Elternteil haben. Wenn ER nicht will, wie geht das Spiel weiter? Er wird vom Gericht evtl. auf Umgang verdonnert. Ja, und dann? Wenn er überhaupt kommt, sitzt er womöglich bockig in der Gegend herum und sagt kein Wort. Kommt er nicht, kriegt er eine Ordnungsstrafe, wenn überhaupt! Mann kann es einfach nicht erzwingen. Daher verstehe ich auch diese merkwürdige Rechtssprechung nicht. Ich werde doch keine schlafenden Wölfe wecken!! Es ist alles in bester Ordnung, so wie es ist. Es könnte aber durchaus vieles durcheinandergeraten, wenn ich einen Kontakt zum KV forciere.
Nennt mich Zicken-Mutti, oder nicht, aber so sehe ich das nun mal.

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Re: zur Diskussion und @ sterni

Antwort von Sunny1973 am 18.08.2004, 18:22 Uhr

Hallo,

ich glaube Ihr redet da aneinander vorbei?!

Ich habe den Eindruck, dass Maya eher den Vater/Erzeuger meint, der auch das Umgangsrecht möchte und die Mutter, die das, aufgrund von ehemaligen Beziehungsproblemen und Trennung dieses Recht nicht gewähren will. Und da finde ich Maya's Meinung sehr einleuchtend.

Dein Fall sieht da schon ganz anders aus. Wenn er nicht will, dann will er nicht. Schwierig wirds nur dann, wenn er tatsächlich IRGENDWANN mal auf die Idee kommt, dass er ja eine Tochter hat und diese sehen will.

So einem Typ, wie Deinem Ex (so wie ich Deine Worte interpretiere) würde ich mein Kind auch nicht unbeaufsichtigt überlassen... ganz gewiss nicht!

Liebe Grüße
Sunny

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Re: zur Diskussion und @ sterni

Antwort von SunnyHeart am 18.08.2004, 21:31 Uhr

Hallo,
ich bin schon der Meinung, daß man so einiges versuchen sollte, damit eine Bindung zwischen Kind und Vater aufgebaut werden kann. Denn ich möchte nicht, daß mein Sohn mir später klipp und klar sagt: "Mama, Du hast doch nichts versucht und das finde ich total gemein von Dir! Ich hasse Dich!!!" Noch ist Dominik erst 20 MOnate, aber ich habe gemerkt wie schnell die Zeit vergeht...Sein Daddy kümmert sich zwar nicht, aber ich werde ihm trotzdem zu verstehen geben, daß es auch seine Pflicht ist. Er zahlt zwar Unterhalt, aber auch erst nach einem Versäumnisurteils.

Ich kann es verstehen, daß wenn Drogen, und andere schlimmere Dinge im SPiel sind, keine Mutter (Vater)ihr KInd in diese Hände geben. Das versteht sich schließlich von selbst. Hier könnte man aber auf den betreuten Umgang plädieren.

Was ich nicht verstehen kann ist folgendes:

Warum wird der Daddy immer nur KV genannt bzw. Erzeuger??? (oder teilweise in den Postings der Vergangenheit noch krasser)

Ich würde sagen, daß wir alle den Partner einmal geliebt haben und uns eine ZUkunft mit ihm hätten vorstellen können, aber da hat sich nunmal in der eigenen Vorstellung etwas geändert, als der andere sagte, danke, war nett aber ich will nicht mehr.

Die eigenen Emotionen sollten in diesen Fällen zurückgestellt werden, denn die KInd/er sind das Wichtigste was wir haben und wir haben die Verpflichtung alles für sie zu tun...

Gruß
Simmy

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Re: zur Diskussion

Antwort von Richie am 18.08.2004, 22:06 Uhr

Hallo Maya-03,

Du hast schon teilweise Recht.

**''Es geht hier nicht darum dem Kind zu zeigen von wem es abstammt (indirekt natürlich schon),es geht darum dem Kind eine Bezugsperson zu erhalten''**

Abstammung spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle.
Eltern stellen für Kinder eine Vorlage
für ihr Selbstbild dar. Diese Vorlage kommt nicht vorwiegend durch unmittelbares Vorbild zustande.
Kinder haben Sehnsucht danach, feedback
von ihren Eltern zu erhalten nach dem Muster: ''Du bist gut und wertvoll''.
Eltern versinnbildlichen auch in ihrem
wechselseitigen Verhältnis zueinander das innere Verhältnis der Selbstanteile
im Kind.
Sich gegenseitig abwertende Eltern bringen auch die inneren Selbstbildanteile im Kind in einen Konflikt und begünstigen somit selbstzerstörerische Tendenzen.

Was genau verstehst Du unter ''Bezugsperson''?

**''Kinder die nur eine Mutter haben, erfinden einen Vater der nur gute Eigenschaften hat''**

Das ist mir zu oberflächlich formuliert.
Diese Erfindung geschieht nicht, um den Vater als solchen in den Himmel zu heben, sondern um die kindlichen Selbstbildanteile in einen heilen Kontext zu bringen. Kinder 'wissen' nämlich untrüglich, daß sie Beschaffenheiten ihrer Eltern in sich haben. Ein abwesender Vater z.B. simuliert den Kindern zunächst eine Ab-
wertung ihres Selbst. Die Abwehr dieser
Abwertung erst führt zu einer Idealisierungstendenz, die primär nicht dem Vater gilt, sondern sich selbst.


**''Das Kind bekommt Sehnsucht nach diesem wundervollen Vater und wird zumindest immer bei Streit die Mutter dafür verantwortlich machen, das der Papa nicht bei ihnen ist.''**

Das stimmt so verallgemeinernd nicht.
Es kommt nämlich entscheidend darauf an,
wie weit die Hauptbezugsperson, hier also die Mutter, die ja in den Augen des Kindes allmächtig ist, diese erwähnte Idealisierung zum kritischen Gegenstand ihrer eigenen Autorität (Macht) macht. Es kommt hier vor allem auf die nonverbalen, unbewußten Signale der Mutter gegenüber dem Kind an.
Eine den Vater und das Vaterthema beschweigende Mutter wird das Kind davon überzeugen, daß eine Idealisierung des Vaters unerwünscht sei.
Auf Dauer bei fortwährender Abwesenheit des Vaters wird das Kind eher zu dem Glauben gelangen, der Vater sei ein finsterer Geselle, das Kind muß denken:
''Ui, er ist so schlecht/böse, daß nicht von ihm geredet werden kann, also muß ich auch was Schlechtes/Böses in mir haben''

**''Sollten sie dann auch noch erfahren, das die Mutter wirklich nicht wollte dass das Kind seinen Vater sieht hat es das Vertrauen zu ihr sehr schnell verloren. Dadurch verliert es auch noch die enge Beziehung zu seiner Mutter.''**

Das ist richtig.

**''Mein Ex ist ein Arsch und als Vater nicht zu gebrauchen, aber das MUSS meine Tochter selbst herausfinden.Nur so kann sie feststellen, das sie immer auf mich zählen kann''**

Du wirst Deinem Kind nicht klarmachen können, daß sein Vater ein ''Arsch'' sei, sei er auch dereinst vor einer höheren Instanz ein solcher.
Über die Elternbilder der Kinder gibt es zunächst keine objektiven Urteile.
Möglicherweise wäre er ein guter Vater
ohne Deine Erwartungen und Vorschriften geworden (siehe Dein symbiotisches Angebot mit dem Kaiserschnitt).
Du wirst auch nicht mit der Erwartung weiterkommen, daß das Leben und der Kontakt mit dem Vater dem Kind beweise, was er doch für ein Arsch sei.
Das Kind wird diese (nonverbal vermittelte) Erwartung als einen Angriff auf sein Selbst wahrnehmen.

**''Und noch was: Ich hatte Angst das mein Ex sie verletzt und sie damit nicht klarkommt, doch das ist Blödsinn! Wir erziehen unsere Kinder und wir erziehen sie zu starken, positiv denkenden Menschen, die auch mit Verlusten umgehen können! ''**

Genau! Es ist besser, die Kinder in ihrer Trauer und in ihren Schmerzen zu stärken/stützen. Es ist besser, den Kindern auch Brücken zu diesem Nicht-Arsch von Vater zu bauen.

MfG Richie

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@Richie

Antwort von Sterni68 am 18.08.2004, 22:30 Uhr

Hallo Richie,

Uiii - klingt ja wie eine Doktorarbeit oder war das Thema mal Gegenstand deiner Diplomarbeit? Das ist absolut nicht abwertend gemeint, ich fand deinen Beitrag sehr interessant, tiefgründig und bereichernd.
Gruß
Sterni

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re: zur Diskussion und @SunnyHeart

Antwort von Sterni68 am 19.08.2004, 9:55 Uhr

Hallo Simmy,

"KV und Erzeuger" sollen in den Postings doch nur vermitteln, WER gemeint ist. Soll man den KV deiner Meinung nach ECHT als "Daddy", "Papi" o.ä bezeichnen?? Diese verzärtelnden Anreden sind meiner Meinung nach nun wirklich nicht angebracht, jedenfalls nicht in den hier oft dargestellten Fällen.

Dass man dem Kind gegenüber nicht vom "Erzeuger" sprechen sollte, ist, finde ich, selbstredend. Wenn meine Tochter und ich über "ihn" sprechen, nennen wir ihn bei seinem Vornamen. Das ist neutral, nicht abwertend und für alle verständlich. Ich bin ohnehin der Meinung, dass man niemals abwertend über den KV in Gegenwart des Kindes reden sollte. Genau das ist der Punkt, wo man, wie du schreibst, seine eigenen Emotionen zurückstellen sollte, zum Wohle des Kindes. Meine negativen Emotionen, die aber auch raus müssen, darf ich aber doch auch mal zum Ausdruck bringen, z.B. hier.

Ja, man hat den Partner mal geliebt und konnte sich eine gemeinsame Zukunft vorstellen...das gemeine ist nur, dass am Ende nur der eine (meist die Frau) die Folgen dieser Liebe noch zwei Jahrzehnte lang alleine tragen muss, mit all den daraus resultierenden Schwierigkeiten, während "Daddy" sich einfach ausgeklinkt hat. Wir tragen Daddys Part nun auch noch mit, viele, die ich kenne, mehr schlecht als Recht. Defizite beim Kind sind also vorprogrammiert, die kann man als alleinerziehende Mutter nicht ausgleichen. Wer da nicht auch mal Wut auf "Daddy" bekommt, den will ich sehen. Wir machen es alleine so gut wie wir können und haben ja auch Freude an unserem Kind. Aber: Man hat als Paar mal die Entscheidung getroffen, ein Kind haben zu wollen. Der eine macht dann einen Rückzieher und der andere muss die Konsequenz aus dieser Entscheidung alleine tragen. Ist das fair? Das wäre so, als würden zwei einen Kreditvertrag unterschreiben und nur der eine muss zurückbezahlen, weil der andere keine Lust mehr zu seinen Verpflichtungen hat. Doofer Vergleich, die Entscheidung für ein Kind wiegt viel schwerer als ein Kreditvertrag - und gerade deshalb ist es doch nicht o.k. dass der eine sich so mir nichts, dir nichts ausklinken kann, dass nichts an Verpflichtungen zurückbleibt, außer monatlich ein paar Kröten, denen man dann auch noch hinterherlaufen muss. Ich verstehe den Frust von vielen hier so gut und weiß, wie sie sich fühlen.
Liebe Grüße
Sterni

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@Sterni68

Antwort von Maya-03 am 19.08.2004, 14:10 Uhr

Hey!
Ich hab wirklich von den anderen Müttern erzählt, von denen die es wirklich vermeiden wollen das das Kind den Vater sieht. Mein Ex möchte meine Tochter auch nicht sehen und wenn doch mal dann verspricht er sich was davon. Ich weiß also von was du redest.
LG Maria

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@ Richie

Antwort von Maya-03 am 19.08.2004, 14:16 Uhr

Es freut mich das wir mal einer Meinung sind:-) Aber eins mußt du mir verraten: Wie kommst du zu so nem Wissen? Hast du Psycho studiert???
LG Maya

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@ Sterni wg. dem Kreditvertrag-Vergleich

Antwort von Elisabeth mit Fumi & Temi am 19.08.2004, 14:19 Uhr

Hallo Sterni,

Der Vergleich stimmt nicht, das Gegenteil ist doch der Fall.

Meistens zahlt der Vater sein Leben lang seinen Teil des Kredites ab, aber das, was dafür "gekauft" wurde, nämlich das Kind, steht alleine der Mutter zu. Das ist, als würdest Du 20 Jahre lang eine Hypothek für ein Haus zahlen, in dem Du nicht wohnen darfst (und wo Dich womöglich derjenige, der drin wohnen darf, auch noch rauswirft, wenn Du wenigstens mal schauen willst, was Du da monatlich abstotterst).

Ich kann das ein Stück weit verstehen. Manchmal ist es leichter, sich etwas, was man wirklich sehr lieben möchte aber nicht lieben darf, aus dem Herzen zu reißen, als es noch alle paar Wochen zu sehen und wieder zurückgeben zu müssen. Verstehen, nicht gutheißen!!!

Schönen Gruß,
Elisabeth.

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Re: @ Sterni wg. dem Kreditvertrag-Vergleich

Antwort von Jakeema am 20.08.2004, 10:58 Uhr

Aber was wenn die Mutter den Erzeuger immernoch liebt und der aber nur Sex wollte und kein Kind? Er angeblich schon seine anderen Kinder vermisst (die er nicht besucht) und nicht noch ein Kind verlieren will? Ist doch doof, ich hab den Mann geliebt und bin schwanger geworden, dann wollte mich der Mann nicht mehr weil ich ein Kind von ihm bekomme, jetzt muß ich ihn auf Unterhalt verklagen. Es wird wohl nie mehr ne Freundschaft werden zwischen uns und seine Tochter (ist jetzt 11 Wochen alt) hat er noch nie gesehn geschweige denn nach ihr gefragt. Ich wollte ihm sein Kind nicht vorenthalten, wollte auch lieber das sie einen Vater hat (sogar lieber das, als monatliche Überweisungen). Er wollte das nicht, jetzt soll er wenigsten zahlen.
Ich wollte ihn so gern verstehn, schaff es manchmal nicht mehr (obwohl gemeinsame Freunde mich für zu verständnisvoll halten).
Ich glaube da ist die monatliche "Rate" für den Mann das geringste Übel, dann muß er sich nicht mit seiner Ex und dem unerwünschten Kind rumärgern.
LG Steffi

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Re: @ Sterni wg. dem Kreditvertrag-Vergleich

Antwort von Elisabeth mit Fumi & Temi am 20.08.2004, 12:14 Uhr

Hallo Steffi,

darum ging es doch gar nicht. Ich sage ja auch nicht, daß Zahlväter arme Schweine sind - wenn sie es sich denn selber so ausgesucht haben. Und ich bin definitiv der Ansicht, daß Väter für die von ihnen mit-verursachten Kinder in irgendeiner Weise auch Mit-Verantwortung zu übernehmen haben - notfalls halt die finanzielle.

Aber auch Du vermischst Dein Ding mit dem Ding des Kindes. Du wolltest eine Beziehung, er offensichtlich nicht. Das ist sicher eine schwere Enttäuschung (ich finde das Wort derzeit so schön - laß Dir das mal auf der Zunge zergehen - Ent-Täuschung - er hat Dich getäuscht, und jetzt täuscht er Dich nicht mehr, das ist traurig, weil niemand gerne getäuscht wird, aber auch befreiend, weil Du jetzt frei bist von der Täuschung - aber ich schweife ab).

Aber das hat - zunächst mal - mit dem Kind nichts zu tun. Wenn er dann das Kind nicht sehen will, ist das eine neue Enttäuschung, die dann nicht nur Dich und Deine enttäuschten Erwartungen betrifft sondern auch die enttäuschten Erwartungen, die ein Kind an seinen Vater hat (und haben darf). Aber ein mieser Ehemann KANN ein guter Vater sein (und umgekehrt). Möglicherweise ist er auch ent-täuscht. Vielleicht hat er gedacht, daß er mit Dir eine lockere Beziehung ohne Verpflichtungen führen kann, und dann wurdest Du schwanger und die Erwartungen wurden nicht erfüllt. Und er ist genauso zu verurteilen, wenn er diese Enttäuschung über Dich auf das Kind überträgt.

Es ist ja nicht so, als ob Frauen das Recht auf die Verquickung von Elternebene und Paarebene gepachtet hätten. Ich denke, daß viele "Zahlväter" den gleichen Fehler machen (vor allem die, die denken, daß der Kindesunterhalt der Mutter zugute kommt und sich deswegen da herauswinden).

Liebe Grüße,
Elisabeth.

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Worte

Antwort von Richie am 20.08.2004, 14:59 Uhr

Hallo Elisabeth,

Deinen Beitrag zur Paar- und Elternebene finde ich schon richtig.
Natürlich ist eine unerwiderte Liebe immer entäuschend, freilich nicht unbedingt eine Täuschung, sondern allenfalls ein Mißverständnis und ein unterschiedliches 'Liebestiming'.

Nur die Elternebene-Aspekte einer potentiellen Mutter und eines potentiellen Vaters sind völlig unterschiedlich:

1. eine potentielle Mutter weiß viel genauer als der entsprechende Vater über
das Risiko einer Schwangerschaft Bescheid, sie kennt ihre Zykluslage

2. auch wenn ein nicht verhütendes Paar
ein Kind zu erwarten hat, hat die werdende Mutter immer noch die Freiheit,
es abtreiben zu lassen oder nicht, der Vater hat diese Möglichkeit nicht; er ist hier ganz der Entscheidung der Mutter unterstellt

3. ein unehelicher Vater hat apriori
weder das Recht noch die Pflicht, für sein Kind zu sorgen (§1626 BGB)

4. eine werdende Mutter ist automatisch
9 Monate lang in der Nähe ihres kommenden Kindes, sie kann sich auf es einstellen und sie spürt es, sie steht gleichsam in einem fortlaufenden Dialog mit diesem kommenden Kind; der Vater erlebt das nur mittelbar und auch nur wenn es die Mutter in ihrer Macht dieser Einverleibtheit gestattet

5. Väter sind in Gesetz und Rechtsprechung kaum als Nähefiguren ihrer Kinder vorgesehen:
a) in JA-Beistandschaften wird ausschließlich Müttern bei der Vaterschaftsfeststellung und dem einzu-
treibenden Unterhalt geholfen, nicht aber Vätern automatisch bei Erlangung eines Umgangs beigestanden;
im Rahmen der Beistandschaften sind Väter reine Alimentierfiguren, deren
lebendige Nähefunktion für Kinder gänzlich unsichtbar ist;
b) Väter müssen ihre erbringbare Mitbetreunug des Kindes im Hinblick auf
anrechenbare Rentenanwartschaften zu deren Berücksichtigung extra beantragen,
und zwar vorher, nicht nachträglich;
c) drogenkranke Mütter werden in extra Häusern kostenträchtig betreut, entsprechende Väter werden schleunigst davongejagt
MfG Richie

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Re: Worte

Antwort von Elisabeth mit Fumi & Temi am 20.08.2004, 15:26 Uhr

Hallo Richie,

paßt trotzdem, dann hat man sich halt selber getäuscht. Ich bin auch ent-täuscht von meinem Mann, er hat MEINEN Erwartungen nicht entsprochen. Dafür kann er womöglich gar nichts, ich habe wahrscheinlich auch SEINEN Erwartungen nicht entsprochen. Mißverständnis? Ja, wahrscheinlich, vielleicht haben wir nur nicht klar genug über unsere jeweiligen Erwartungen gesprochen. Vielleicht habe ich auch gedacht, daß ich seinen Erwartungen entsprechen könnte und erst zu spät gemerkt, daß ich mich dafür zu sehr verbiegen muß. Dann habe ich mich - zumindest ein Stück weit - auch in mir selber getäuscht.

Der Rest ist mir zu theoretisch. Ja, diese Ebenen gibt es auch, und bei einer Gesamtbetrachtung muß man die sicher auch einbeziehen. Aber das macht den Rest doch nicht falsch.

Man wird sicher NIE alle Gründe herausfinden, warum ein Mensch jetzt genau SO und nicht anders reagiert. Da spielen soooo viele Dinge mit rein. Erziehung, Erlebnisse in der Vergangenheit, Kultur, Erfahrungen, Persönlichkeit. Recht und Biologie sind auch ein Aspekt, da hast Du schon recht. Aber die Diskussion ging ja darum, inwieweit die Beziehung Vater-Mutter die Beziehung Kind-Vater und die Beziehung Kind-Mutter beeinflußt bzw. beeinflussen darf. Daß da noch ein ganzer, langer Rattenschwanz dranhängt ist doch klar.

Schöne Grüße,
Elisabeth.

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Re: Worte

Antwort von Richie am 20.08.2004, 19:38 Uhr

Hallo Elisabeth,

ich bin sicher, daß du eine gutmütige
und umgängliche Zeitgenossin bist.

Bei allen unterschiedlichen persönlichen
Historien und Konstitutionen sind meiner Meinung nach eben doch die von mir genannten 'Nachteile' (werdender/unehelicher) Väter so gravierend, daß sie, vor allem in ihrer bestärkenden Summe, eine große distanzierende Wirkung auf Väter bezüglich 'ihrer' Kinder haben.
Ich habe immer wieder festgestellt, daß
Mütter gerne diese Nachteile mit allerlei Gründen relativieren und verwässern wollen.
Die meisten der von mir aufgeführten Benachteiligungen von Vätern lassen sich
unter der Überschrift 'mütterliche Allmacht' zusammenfassen und werden, wie üblich bei 'MachtinhabernInnen, schlicht übersehen und/oder geleugnet.
MfG Richie

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