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Geschrieben von Hamunaptra am 10.03.2004, 23:24 Uhr

Was soll man bei so einem verbohrten Typen noch machen?

Halli,

ich bin ja eher passiv hier unterwegs, aber ich hoffe, das ändert sich nun langsam mal.

Kurzer Umriss: Ich bin 28 und habe letztes Jahr im September den Simon geboren, er ist jetzt 6 Monate alt. Ein Wunschkind wars nicht wirklich, aber mein damaliger Freund und somit KV und ich haben uns damals dafür entschieden. Nur leider hat er schon während der Schwangerschaft die Biege gemacht. Er hat die Vaterschaft aber anerkannt, zahlt auch, läßt sich aber nicht blicken.

Hinten und vorn klappt das alles nicht. Er hat mich finanziell nie unterstützt, ich mußte alles allein kaufen. Muß auch heute alles allein bezahlen, bekomme Sozi. Er nimmt mir den Kleinen nicht ab, meldet sich nicht (obwohl er früher immer verprochen hat, er wird das Beste aus der Situation machen) Dazu muss man sagen, er wollte im Grunde nie Kinder, ist 40 Jahre alt, hat einen Job, den er liebt und somit auch seine Freiheit, ist viel unterwegs in der ganzen Welt.

Nun ja, nachdem er sich wirklich nen Rotz kümmert, es nichtmal schafft, mal eben anzurufen, habe ich ihm ANGEBOTEN, ihn von seinen Vaterpflichten freizusprechen, daß er sich nicht kümmern braucht, denn immer nur mal so vorbeikommen, wenn er grad Bock hat (einmal im Jahr, grundsätzlich aber nie an Weihnachten, Geburtstagen usw) find ich doof für den Kleinen. Gesehen hat er ihn seit September zwei Mal. Ich habe also gesagt, ok, du bist nicht interessiert, dann brauchst Du Dich auch nicht kümmern - zahl einfach nur Unterhalt und tu sonst so, als gäbe es dich nicht.

Seine Eltern wissen nix von dem Kleinen, was ich sehr schade finde. Er meinte, das ginge die nix an und wenn er es ihnen sagt, dann erst, wenn Simon 3 Jahre alt ist - wenn überhaupt. Ich bin Einzelkind, habe nur meine Eltern und wenn die mal sterben hat Simon keinerlei Verwandte mehr. Mein Ex hat zwei Geschwister mit jeweils 2 Kindern und noch seine Eltern. Wo die wohnen, weiß ich leider nich (sonst hätte ich mich da schon mal gemeldet) Also habe ich mit ein wenig Nachdruck "verlangt", daß er es ihnen sagt. Da war Polen offen. Der Kleine hätte ja noch gar nichts von ihnen, der kapiert "das" ja nicht. Ja hallo, gehts darum? Oder vielmehr, daß den Großeltern ihr Enkel verheimlicht wird? Und sie nicht sehen, wie er aufwächst?

Jetzt dreht mein Ex alles so hin, als wolle ich ihm den Kontakt verbieten, wolle nur Kohle (als obs mir darum ginge) und warum ich so scharf auf seine Eltern wäre, wenn ich IHN doch ausschließe. Häh, wer schließt sich denn hier aus? Ich habe ihm angeboten, sich nicht mehr kümmern zu müssen - weil er bei mir den Eindruck hinterläßt, das Kind ist für ihn eher ne Belastung als irgendwas Anderes. Ich würde jetzt meine Wut über seine Trennung damals auf dem Rücken von Simon austragen.

Egal was ich tue oder sage, es wird kategorisch abgelehnt. Er ist so stur wie ne Ziege. Mich ärgert das so dermaßen, das kann sich keiner vorstellen. Ich verstehe einfach nicht, daß man mir monatelang vorlügt, was wir mal für ne nette Familie sind trotz Trennung und sich dann einen Sch.. kümmert. Und dann nen Aufstand machen.

Das ist eher ein Kotzposting, ich weiß. Aber mich macht das so mürbe, das glaubt mir keiner. Ich sitz hier und komme mir vor, als wären mir die Hände gebunden.

LG
Sue

 
21 Antworten:

Re: Was soll man bei so einem verbohrten Typen noch machen?

Antwort von sophieno am 11.03.2004, 10:01 Uhr

Hallo Sue, versuchs doch mal mit dem Sozialpädagogischen Dienst beim Jugendamt. Mein KV ist auch ein echt schwieriger Fall, ich hab durch die Gespräche dort zwar nicht das erreicht, was ich wollte, ein klein bisschen weitergekommen bin ich aber schon. In diesen Gesprächen wird das Emotionale versucht rauszuhalten bzw. zu klären. Und wenn da so ein erfahrener Sozialpädagoge sitzt, kann das schon helfen.
Viel Glück, sophieno

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Re: Was soll man bei so einem verbohrten Typen noch machen?

Antwort von Tami1980 am 11.03.2004, 11:02 Uhr

hi Sue,

man meint gerade du erzählst meine Geschichte, nur das ich ab und zu zu Lucas Großeltern fahre, die haben ihn aber auch erst mit 3 Monaten kennengelernt. Mein KV kümmert sich auch nicht weiter, er ist manchmal da, wenn ich die Großeltern besuche, da er ja noch zu Hause wohnt, aber das war es dann auch schon.

Ich weiss auch nicht was ich mit dem Kerl machen soll... Luca ist 8 1/2 Monate und er hat ihn 5 mal gesehn.

Liebe Grüße

Tamara

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Re: Was soll man bei so einem verbohrten Typen noch machen?

Antwort von Tati007 am 11.03.2004, 12:58 Uhr

Hallo,
also, wo ist das Problem genau ?

Ich versteh hier nie warum Ihr den KV's so hinterher lauft, wenn Sie nicht wollen, dann eben nicht.

Es macht das Leben auch einfacher,
wenn man für alles eben allein zuständig ist.
Wenn es dann so ist, dann ist es eben so, dann lebt man eben danach.

Ich finde die Verherrlichung der KV'S die sich einen Dreck kümmern echt na ja.

Wo soll denn da der Vorteil liegen ?
Fürs Kind, wenn jemand nicht interssiert ist, dann nicht, ich denke das schadet dem Kind eher, wenn ihr Euch auch noch damit befasst und wie die Blöden hinterher lauft.

Die Männer sind erwachsen, wenn sie nicht wollen, dann sollen sie es eben lassen, sie verpassen doch alles.
Ein Erwachsener Mann wird das schon überblicken können.

Wozu ist den Vater gut, der sich einen Dreck kümmert ?

Und, vielleicht besinnt er sich ja irgendwann mal, oder der Lütter kommt auf den Dreh und kümmert sich, wenn
er dann will.

Schliesslich ist es der KV der was verpasst, den Kindern ist das in dem Alter ziemlich schnuppe sein, hauptsache Mama kümmert sich ordentlich und steckt die Kraft ins Kind und nicht in das Erziehen der Väter, die eh nicht wollen.

Mich wundert das immer wieder.

So toll müssen Männer ja nicht sein, nur weil sie gezeugt haben, sind es noch lange nicht Väter, wie man sie sich wünschen würde.

Es gibt bestimmt welche, aber es gibt halt auch andere, und die halte ich
dann eher für schädlich für die Kinder, oder glaubt ihr die bekommen die Ablehnung nicht irgendwann mal mit ?

Klar, wollten wir alle mal perfekt kleine Familien, mit eprfekten kleinen Häusern und perfekten kleinen Autos, aber so ist es eben nicht.

Ich finde es toll, wenn die Väter sich kümmern, aber wenn sie es dann nicht wollen, würde ich, für meinen Teil, im Leben da nicht hinterher rennen.
Auch nicht für meinen Sohn !
Das kann er dann machen, dann soll der Vater ihm später erklären wo er war.
Und die beiden müssen damit umgehen, nicht ich.

Tati

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Re: Was soll man bei so einem verbohrten Typen noch machen?

Antwort von Richie am 11.03.2004, 13:02 Uhr

Hallo Hamunaptra,

damits nicht in Vergessenheit gerät
muß ich immer wieder mal so alle 3
Monate einen lästigen Beitrag und ketzerische Fragen loslassen.
Es mag ja sein, daß der KV Deines Kindes
ein Hallodri etc. ist, aber was erwartest Du denn von einem sorglos Gestellten?
Warum hat er denn kein Sorgerecht?
Weil er sich nicht kümmert oder weil er sowieso doof ist?
Auf welcher Rechtsgrundlage erwartest Du denn von ihm, daß er sich kümmere?
Wie sollte ein Rechtloser auf die Idee kommen, sich anders als der Dreck zu verhalten als der er (von Rechts wegen) gestellt ist?
Fragt Richie

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Re: Was soll man bei so einem verbohrten Typen noch machen?

Antwort von Rob am 11.03.2004, 13:32 Uhr

Hi Sue, also ich verstehe diesen Menschen auch nicht. Bei einem Zwanzigjährigen kann das vielleicht noch so laufen (nicht dass ich es gutheissen würde), mit vierzig muss man schon soviel Lebenserfahrung haben, dass man weiss dass man sich als Vater auch um sein Kind kümmer soll und es nur mit Unterhaltszahlung allein eben nicht getan ist.
Aber Sopieno's Vorschlag ist nicht schlecht, vielleicht hilft es ja, wenn er von einer unabhängigen und kompetenten Person mal gezeigt bekommt wie und warum er sich kümmern soll.
Ich würde aber darauf bestehen, dass er seine Eltern informiert, damit auch die mal eine Chance haben, ihren Enkel kennenzulernen.

@ Tati: ein Kind sollte schon einen ordentlichen Kontakt mit dem Vater haben, also sind Sue's Bemühungen sehr zu begrüßen. Dass man den letztlich nicht zwingen kann, steht auf einem anderen Blatt.

@ Richie: mein Lieber, ich bin ja wirklich ein großer Befürworter des GSR, aber was das in diesen Fall damit zu tun hat, ist mir schleierhaft. Wenn er sich regelmäßig und zuverlässig um sein Kind kümmert, kann man darüber reden, zu glauben dass er sich nicht kümmert WEIL er kein Sorgerecht hat, ist fast eine Beleidigung für die hunderttausende treusorgende aber nicht sorgeberechtigte Väter in diesem Land...
Gruß, Rob

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Keine Beleidigung, sondern....

Antwort von Richie am 11.03.2004, 14:17 Uhr

Hallo Rob,

....Be- und Verwunderung für diese sorglosen aber sich kümmernden Väter.
Ich bezweifle freilich, ob es Hunderttausende sind.

Zitat von Apfelbaum aus einem anderen Forum:

''Rechte und Pflichten zu trennen, hat noch nie funktioniert. §1626 nennt Recht und Pflicht nicht ohne Grund in einem Satz. Wenn ein schizoider Zustand nirgends funktioniert, sollen ihn aber doch Väter akzeptieren, andernfalls sind sie selbstsüchtige Drückeberger? Ich halte diese Forderung nicht nur für unsinnig, sondern sogar für hochgefährlich. Sich rückhalt- und selbstlos für die Entscheidungen und Motivationen von Alleinmachtbesitzern einzusetzen war Schlüsselelement, Menschen für Kriege zu mobilisieren. Der Trick war gar nicht mal so unähnlich, man setzte Volk als Familie, erschuf mit Begriffen von Blut und gemeinsamer Abstammung ähnliche biologische Verbindungen.
Ein solcher Aberglaube zeigt deutlich, wieso das schlechte Image der Väter so anhaltend und tief verwurzelt ist und auch weiter andauern wird. Denn sie werden mit sich widersprechenden Doppelaufgaben konfrontiert, die sie unmöglich lösen können. Die Lösung aus diesem Dilemma ist ganz sicher nicht, die Schizophrenie als Normalität umzudefinieren, und das ein Kinderleben lang den Vätern aufzuladen. ''

Und wer will sich aufwerfen, Beweise für zu erteilende gemeinsame elterliche Sorge zu sammeln und auszuwerten?
Seit wann, übrigens, ist ein Vater beweispflichtig dafür, sorgen zu dürfen (im Sinne auch des § 1626)?
MfG Richie

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Re: Keine Beleidigung, sondern....

Antwort von karinundlukas am 11.03.2004, 15:06 Uhr

Hallo Richie,

auch wenn Du es immer noch nicht kapiert hast:

Das gemeinsame Sorgerecht ist nicht zum "Wohl des Kindes" und auch nicht hilfreich fuer Vaeter und Muetter sondern nur ein staatlich sanktionierte Massnahme um Muetter die so "dumm" waren dies zu glauben (dass es gut fuer das Kind und dem Vater waere!) "abzuzogen".

Ob sich der Vater um das Kind kuemmert und die Mutter dies auch zulaesst beruht auf dem Verhalten der Eltern untereinander und hat nichts mit dem gemeinsamen Sorgerecht zu tun.

Und in dem geschilderten vorliegendem Fall wohl schon ueberhaupt nicht (ok, es ist sicher nur einseitig von der Kindsmutter so geschildert...), sondern es geht alleine um das "nicht finden einer Basis" fuer die neu eingetretene Situation. Jeder (Mutter wie Vater) fuehlt sich vom Ex-Partner "hintergangen" und "betrogen" um seine Zukunft, die sich anscheinend Beide um 180 Grand verschieden vorgestellt haben.

Ich kennen genuegend die das gemeinsame Sorgerecht haben (da sie verheiratet waren) und die gemeinsame Sorge um die Kinder nur ein "sich gegenseitig was auswischen" ist.

Ich kann nur allen Muettern und Vaetern (wenn sie nicht zusammen leben!) davon abraten gemeinsames Sorgerecht zu machen (auf freiwilliger Basis so wie ich es auch getan habe), denn nur so haben Eltern die Moeglichkeit sich BEIDE um das Kind zu kuemmern.

Richi weshalb redest Du den Muettern das "gemeinsame Sorgerecht" ein? Hasst Du Frauen so sehr, dass Du ihnen ohne Vater der Kinder an der Seite nur noch ein Leben auf Sozialhilfeniveu zugestehst? Oder was soll das?

Oder bist Du so vom Ideal des "gemeinsamen Sorgerechts" durchdrungen, so dass Du die taegliche Problematiken die durch das gemeinsame Sorgerecht mit Behoerden auftreten nicht wahrhaben willst und kannst?

MfG
Karin
(Mutter eines 17 Monat alten Sohnes die es ZUSAMMEN mit dem Vater endlich nach ueber 6 Monaten geschaft hat das gemeinsame Sorgerecht wider aufzuheben, aber durch die bis dahin finanziellen und zeitlichen Probleme durch das gemeinsame Sorgerecht nun vor dem finanziellen und psychischen Abgrund steht)

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Re: Keine Beleidigung, sondern....

Antwort von Rob am 11.03.2004, 15:28 Uhr

Hallo Richie, bei über zwei Millionen Alleinerziehende in Deutschland gibt es mit Sicherheit hunderttausende Väter, die sich hervorragend um ihre Kinder kümmern, obwohl sie nicht sorgeberechtigt sind.
Und für diese Väter springe ich allemal in die Bresche, denn hier sollte GSR selbstverständlich sein, egal ob sie mal mit der KM verheiratet waren, zusammen gelebt haben oder eben nicht.

Ansonsten aber läuft deine Argumentation in der Art einer "Huhn-oder-Ei-Frage", hat ein Vater GSR, und kümmert er sich deshalb? Oder kümmert er sich und bekommt deshalb GSR?
Damit kann man keinen Blumentopf gewinnen.
Und da wir nun mal im Ist-Zustand leben müssen, soll sich ein Vater auf jeden Fall ums Kind kümmern. Die Begründung, er mache es nicht weil er kein GSR hat, ist für mich 'ne faule Ausrede.
Gruß, Rob

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@ Karin

Antwort von Rob am 11.03.2004, 15:39 Uhr

Karin, GSR ist natürlich sehr wohl "zum Wohle des Kindes", und keineswegs um irgendjemand abzuzocken.
Eine bodenlose Frechheit ist es dagegen, dass dein KV quasi gezwungen ist sein Sporgerecht abzugeben, nur damit die Kitagebühren billiger werden.
Hiermit haben die Münchener Stadtoberen listigerweise eine Lücke ausgenutzt, die dfür nie geschaffen wurde!
Das ihr keine andere Lösung gefunden habt, stimmt mich traurig.
Gruß, Rob

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Das mag ja alles sein.....

Antwort von Richie am 11.03.2004, 15:54 Uhr

Hallo Rob,

...., ich meine das eben auf die große Zahl gesehen, nicht im Einzelfall.
Es gibt ja auch Untersuchungen darüber,
wieweit 'mitsorgeberechtigte' Väter
sich besser kümmern (dürfen).
Die belegen, daß mitsorgeberechtigte Väter in der Regel sich mehr/besser um die Kinder kümmern (dürfen) als nicht-
sorgeberechtigte.
Und w e n n der Staat schon regelt
in §§ im BGB, dann tut er dies überwiegend zugunsten der ue Mütter.
MfG Richie

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Re: Keine Beleidigung, sondern....

Antwort von Richie am 11.03.2004, 15:58 Uhr

Hallo Karin,

...........
Wenn Du es erst mal schaffen würdest, Dich mit m e i n e n Argumenten
auseinanderzusetzen, dann könnte ich logisch und punktgenau antworten.
Ich unterstelle niemandem was und ich
lege auch niemandem was nahe, sondern ich argumentiere logisch, inhaltlich und nicht einzelfallbezogen.
Mfg richie

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Re: daß mitsorgeberechtigte Väter in der Regel sich mehr/besser um die Kinder kümmern ...

Antwort von Rob am 11.03.2004, 16:06 Uhr

ja, schon klar, ist auch ein Grund warum ich hier im Forum immer wieder GSR propagiere. GSR -wenn beide ExPartner gelernt haben damit umzugehen- vermeidet Streit, bindet beide Eltern ein und zwingt sie gewissermaßen dazu, auf der Elternebene weiter zu kommunizieren.
Aber es macht doch keinen Sinn, einen unwilligen Vater GSR zu geben, in der Hoffnung er kümmert sich dann besser!
Gruß, Rob

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Ich behaupte.....

Antwort von Richie am 11.03.2004, 16:43 Uhr

Hallo Rob,

........als Psychologe, daß viele dieser 'unwilligen' Väter in mühsamer Kleinarbeit auch unwillig gemacht werden durch die Alleinsorgemacht der
entsprechenden Mütter, zumal wenn es zu Partnerproblemen kommt.
Und ich behaupte, daß etliche der anfangs unwilligen Väter durch die Alleinsorgemacht der Mütter auch unwillig gehalten werden, weil 'kein Land' für sie als vollwertige Väter 'in Sicht' ist.
Dabei gehe ich natürlich von 'normalen' Menschen aus, die weder neurotisch oder
anderweitig egobeschädigt sind und nicht
ein Mitsorgerecht dazu benutzen, ihr
gestörtes Seelenszenario am Laufen zu halten. Aber ich denke, solche Störungen verteilen sich gleichermaßen auf Männlein und Weiblein.

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Re: @ Karin

Antwort von karinundlukas am 11.03.2004, 16:57 Uhr

Hallo Rob,

>GSR ist natürlich sehr wohl "zum Wohle >des Kindes", und keineswegs um >irgendjemand abzuzocken.
Uber diese Meinung kann ich leider nur noch muede laecheln!

Meinst Du "es dient dem Wohle des Kindes" wenn mir nahe gelegt wird
(von staatlicher Seite) gegen dem Kindsvater seine Privatklage anzustregen und ihm die Kosten "aufzudreucken", OBWOHL ich ihnen vorrechne, das er es nicht zahlen kann! (Sonst haette er es bezahlt!)

Es heisst dann nur "dann ist es aber nicht mehr ihr Problem" und wenn sie dass nicht wollen dann "beschweren sie sich nicht oder sie haetten halt keine gemeinsames Sorgerecht machen duerfen. Es war schliesslich ihre Entscheidung."

Nein, auch wenn ich nun weiss dass man entweder skrupellos sein muss, oder sich voellig fallen lassen muss (Studium aufgeben und zum Sozialamt gehen) wenn man als Studentin ein Kind hat so habe ich doch noch gewisse moralische Werte die ich zumindest im privaten Bereich nicht ueber Board werfen moechte.

Was ich gelernt habe:
1.) Man muss sich gemeinsames Sorgerecht leisten konnen oder sich als Mutter damit abfinden von Sozialhilfe leben zu wollen zumindest solange das Kind einen intensive Betreuung benoetigt

2.) Man muss sich auch "Recht" leisten koennen! Und wenn man nicht genuegend Geld hat um ein "Normenkontrollverfahren" finanzieren zu koennen, dann nuetzt es auch nichts wenn man "Recht hat".

Mit PKH uebernimmt kein Anwalt ein so langwieriges Verfahren. Zitat: "Ich benoetige dafuer mindestens 10 Stunden a 1500 Euro und mit PKH bekomme ich 600 Euro, also sie muesste schon bereit sein dafuer selbst in die Tasche zu langen."

3.) Mit anhaltenden leeren Kassen wird man das gemeinsame Sorgerecht noch mehr dazu ausnutzen die Eltern zur Kasse zu bitten, frei nach dem Motto: "Sie haben gemeinsames Sorgerecht das heisst sie muessen auch gemeinsam Sorgen.".

Gleichzeitig wirde man aber vom Finanzamt schon so weit "geschroepft" (da man ja nicht verheiratet ist!) dass man es sich nicht mehr leisten kann.

4.) Staatliche Unterstuetzung bekommt man nicht, denn die Beamten (Sozialarbeiter, Jugendamt) unterstehen schlieslich in gewisser Weise genau diesen Institutionen die dies als Satzung/Regelung rausgeben und welcher Untergebenen sagt schon seinem "Chef" das er Misst gebaut hat...

4.) Personen/Organisationen die sich fuer das gemeinsame Sorgerecht einsetzen sagen dann nur "Ungerecht, aber wir koennen auch nichts tun" und "werben" weiterhin fuer das gemeinsame Sorgercht mit dem WISSEN, dass sie damit manche Eltern dadurch Problme bekommen, aber dies wird wohl wissenlich nicht erwaehnt.

Ich finde man soll den Eltern die Wahrheit sagen und sie nicht ins offenen Messer rennen lassen...

Karin

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Re: Keine Beleidigung, sondern....

Antwort von karinundlukas am 11.03.2004, 18:32 Uhr

Hallo Richie,

>Wenn Du es erst mal schaffen würdest, >Dich mit m e i n e n Argumenten
>auseinanderzusetzen, dann könnte ich >logisch und punktgenau antworten.

Auch wenn ich mich wiederhole:
Ob sich der Vater um das Kind kuemmert und die Mutter dies auch zulaesst beruht auf dem Verhalten der Eltern untereinander und hat nichts mit dem gemeinsamen Sorgerecht zu tun.

Was soll da bitte ein Stueck Papier aendern? Ist es nicht fuer das "Taeglich" egal ob man sich nun mit oder ohne "gemeinsames Sorgerecht" ueber Konfliktpunkte streitet? Und bei vielen geschiedenen (egal ob gemeinsamen Sorgerecht oder nicht) wird ueber den Kopf des Ex-Partners entschieden.

Und selbst in vielen Ehen entscheidet oft nur die Mutter. Sei es weil der Vater wenig anwesend ist oder einfach es als "Aufabe" der Frau sieht da er ja schliesslich "arbeiten" geht oder einfach keinen Lust dazu hat. Die Frau geht zwar auch oft arbeiten, aber die eingefahrenen Gleise sind halt so bequem...

Weshalb soll noch einer Trennung der Vater auf einmal mehr Einfluss auf die Erziehung haben wie zuvor? Das leuchtet halt vielen Frauen nicht ein? Mir ueberigens auch nicht....wenn sich ein Vater um sein Kind kuemmert wird er in Entscheidungen eingebunden, da sie ihn auch betreffen, wenn er aber sein Kind nur 1-2 mal im Jahr sieht sehe ich keinen Sinn dahinter mit ihm ueber Fragen bezueglich des Kindes zu diskutiern, da er ja garkeine Ahnung ueber die Person hat fuer die er Entscheidungen treffen soll.

Und ob nun die Mutter/Vater das Gefuehl hat der Vater/Mutter kuemmerte sich um das Kind oder nicht, haengt SEHR von der Beziehung zwischen den Beiden ehemaligen
"Liebespartnern" ab und wie sie mit der Trennung zurechtkommen, bzw. dem anderen Vorwuerfe machen, da nun der eigenen "Lebensentwurf" nicht mehr aufgeht.

Andersherum natuerlich analog: Laest mich der Ex-Partner am Leben der gemeinsamen Kinder teilhaben oder nicht ist auch abhaengig vom Verhaeltnis zueienander.

Und beides ist vorallem auch einen Frage der Wahrnehmung. Wie interpretiert man z.B. ein "verschweigen" des Expartner (bei dem das Kind lebt) wenn das Kind krank ist? Ist es Ruecksichtnahme weil der Expartner weiss, dass man beruflich gerade SEHR angespannt ist, oder ist es "Bosheit=Ausschluss" oder einfach nur dass "es nicht ernst eingeschaetzt wurde/ist"?

Wie sehe ich es als Elternteil bei dem das Kind lebt wenn der Vater jedes Wochenende vorbeikommt:

a.) Er kuemmert sich um das Kind und liebt es und moechte sogar auch mich noch entlassten

b.) Er will nur "Freizeit" mit dem Kind haben, fuer die Altagsprobleme bin ich (grummel...) zustaendig...

c.) Ihm geht es doch garnicht um das Kind er "baggert" ja nur mich an, denn sonst wuerde er das Kind holen und nicht hier mit ihm spielen

d.) Er will damit nur seinen "Neu" beeindrucken, um zu zeigen was "fuer ein toller Hecht" er ist. Oder was gibt es sonst fuer einen Grund warum er sie immer mitbringt?

e.) Ihm muss der Kleinen wirklich am Herzen liegen sonst wuerde er die Wochenende doch lieber alleine mit seiner "neuen Flamme" verbringen als immer mit dem Kind im Schleptau, was fuer Sie sicher auch nicht leicht ist.

Jeder dieser Gedankengaeng ist "logisch" (so wie auch noch viele andere) und "richtig" aus der jeweiligen Sicht, AUCH wenn die Situation OBJEKTIV gesehen die gleiche ist.

Und an der "Wahrnehmung" kann keine Stueck Papier was aendern sondern alleine Gespraeche zwischen den Eltern und eine Portion kritisches Nachdenken ueber sich selbst (ist man nicht z.B. unfaehr gegenueber dem anderen Elternteil?) und auch der Versuch sich in die Position des andern reinzudenken.

Man sollte -nach meiner Meinung- wenn man mit einem Partner ein Kind gezeugt hat wenigstens grundlegende Zuege/Beweggruende/Eigenarten kennen was einen hilft die Situation einzuschaetzen. Sicher, der Partner aendert sich im laufe der Zeit, aber dann sollte man so weit Abstand gefunden haben um ueber alles Reden zu koennen und somit Konflikte auszuraeumen.

Leider ist dies anscheined auch bei vielen nicht gegeben und deswegen kommt es zu so kontroversen Haltungen und solchen Problemen beim gemeinsamen Erziehen der Kinder.

Ich denke, einem "gemeinsamen erziehen von Kindern" waere foerderlicher wenn man die Eltern (am besten wenn sie sich fuer ein Kind entscheiden und falls "ungeplannt" nachdem das Kind sich ankuendigt) ein Gespraech "aufzwingt" in dem sie sich ueber ihre Erziehungsvorstellung austauschen und nicht meinen "der andere sieht es auch so und wir sind uns ueber alles einig".

Ein gemeinsames Sorgerecht fuehrt nicht dazu, das die Eltern faehig sind GEMEINSAM ein Kind zu erziehen (egal ob zusammen lebend oder nicht!).

>sondern ich argumentiere logisch, >inhaltlich und nicht einzelfallbezogen.

logisch?: Nach DEINER Wahrnehmung...
inhaltlich: ging voellig vom urspruenglichen Thread ab
(diese Antwort sicher jetzt noch mehr ;-)

nicht einzelfallbezogen: Jeder Versuch Situation in ein Schema zu pressen helfen zwar den Menschen in der "unuebersichtlichen" Welt sich zurecht zu finden, sind aber in einem Forum in dem es um EINZELSITUATIONEN und speziellen Problemloesnungen geht vielleicht etwas fehl am Platze und ausserdem macht grundsaetzlich die Summe der Einzelfaelle die Masse aus.

Und wenn man sich ueber Einzelfaelle hinweg setzt frei nach "Bauernopfer gibt's immer", dann sollte man sich vielleicht mal ansehen wer von der "Masse" noch uebrig bleibt.

Vielleicht sind DAS ja NUR Einzelfaelle, bei denen ein gemeinsames Sorgerecht wirklich zu einer verbesserten Bedingung fuer alle Beteiligten fuehrt!

Ich finde eine "Theorie" (gemeinsames Sorgercht wuerde die gemeinsame Erziehung der Kinder foerdern) sollte nicht ueber Fakten gestellt werden und dann mit "inhaltliche Argumentation" abgesegnet werden. Auch wenn es Fakten sind, die nur einen Teil der Eltern betrifft die gemeinsames Sorgerecht haben, so sind es FAKTEN und keinen THEORIE die an der Realitaet vorbei geht.

Und ich nehme an, dass derzeit nicht nur hier (also in den konkret erlebten Fall) das "gemeinsames Sorgerecht" zum Nachteil der Eltern und zu Konflikten fuehrt sondern auch in anderen Gemeinden/Bereichen. Das Problem ist nur, dass Allerziehende eh schon wenig Changen sehen Kinder, Job, etc. unter einem Hut zu bringen und wenn dann solche Problme auf einem zukommen, gib man endgueltig auf und schweigt frustriert und "raecht" sich damit, dass man das Sozialsystem so gut es geht "ausnuetzt".

Ja, auch mir wurde als Alternative nahe gelegt

a.) das Studium aufzugeben,

b.) eine Sozialwohunung zu beziehen (da wurde mir sogar in Aussicht gestellt von der Sozialarbeiterin die ins Haus kam, dass es relativ schnell gehen wuerde da sie meine Wohnsituation gesehen hat!) und von Sozialhilfe zu leben bis das Kind 3 Jahr alt ist und dann weiter zu sehen.

c.) oder alternativ: koenne ich mein Kind ja in einer anderen Einrichtung (Arbeiterwohlfahrt, Caritas, etc.) anmelden nachdem ich ihnen mitgeteilt habe dort wuerde das gemeinsame Sorgerecht unerheblich sein. Aber das mein Kind wahrscheinlich schon 3 ist bevor ich einen Platz bekomme haben sie nateuerlich gefliesend nicht erwaehnt!

d.) Ich koenne einen Zuschuss fuer einen Tagesmutter beantragen (ist auch unabhaengig vom gemeinsamen Sorgerecht). Aber hier kostet eine Tagesmutter zwischen 4-5 Euro, also wie den Rest finanzieren?

Also, auch hier habe ich bereits erfahren wie es ist "wenn man NICHT auf Einzelfaelle eingeht", sondern nur seine "Leier runterbetet" ohne sich anzusehen ob es WIRKLICH was bringt fuer das Kind und den Eltern.

MfG
karin

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Re: Ich behaupte.....

Antwort von marit am 11.03.2004, 18:59 Uhr

hallo Richie,
warum kommst du eigentlich immer mit solchen Gemeinplätzen, die in diesem individuellen Fall gar nichts zur Sache tun???

Diese Mutter ist ja offensichtlich SEHR interessiert daran, daß der Vater regelmäßigen Umgang pflegt. Das einzige, was sie wollte, war nicht immer wieder im Einzelfall darum betteln zu müssen und eine Regelung zu finden, die ihrem Kind immer wiederkehrende Enttäuschungen erspart.

Ich bins auch wo immer möglich für GSR, aber doch nicht, wenn man nie weiß, wo der Vater sich gerade aufhält. Wie soll man ihn denn überhaupt erreichen, wenn man eine Einverständniserklärung oder so zu etwas nötig ist???

Diese Statistik, daß sich Väter mit Sorgerecht besser um ihre Kinder kümmern, möchte ich erstmal um den Faktor bereinigt wissen, daß sie deshalb das Sorgerecht bekommen oder behalten WEIL sie liebevolle und verantwortungsbewußte Väter sind.

Daß liebe verantwortungsbewußte Väter sich besser um ihre Kinder kümmern als verantwortungslose, die sich aus dem Staub machen, halte ich nun mal für eine Binsenweisheit.

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Re: Keine Beleidigung, sondern....

Antwort von Richie am 12.03.2004, 0:06 Uhr

Hallo Karin,

zuerst mal Dank für ein ausführliches und sachliches Posting!

''Auch wenn ich mich wiederhole:
Ob sich der Vater um das Kind kuemmert und die Mutter dies auch zulaesst beruht auf dem Verhalten der Eltern untereinander und hat nichts mit dem gemeinsamen Sorgerecht zu tun.''



Das Verhalten der Eltern untereinander wird sehr wohl auch von den Machtaspekten des Sorgerechts beeinflußt. Da dies meist unterbewußt geschieht, ist es schwer zu erkennen, zu ergründen und zu interpretieren.
Machtstellungen in menschlichen Wechselwirkungen an einer Angelegenheit sind i m m e r von großer Bedeutung.
Da ich hier, entsprechend dem Kopfposting dieses threads hier, von ue
Eltern ausgehe und annehme, daß die Mutter
die alleinige elterliche Sorge hat und der Vater keine, ergibt sich ein weiterer, das Machtungleichgewicht zementierender Umstand: der Übergang
hin zu einem gemeinsamen Sorgerecht ist erschwert, weil eben dieser Machtaspekt
des Sorgerechts einen besonderen Hub erhält dadurch, daß die Mutter meinen muß, sie verlöre etwas und der Vater glaubt, er müsse um etwas zu Gewinnendes betteln. Ich meine also, daß
diese grundsätzliche Ungleichstellung
der Eltern bezüglich des Kindes sie nicht nur spaltet, sondern sie auch bei den Übergängen hin zu einer Gleichrangigkeit im Selbstbild ihrer Würde (als Eltern) beschädigt.


''Was soll da bitte ein Stueck Papier aendern? Ist es nicht fuer das "Taeglich" egal ob man sich nun mit oder ohne "gemeinsames Sorgerecht" ueber Konfliktpunkte streitet? Und bei vielen geschiedenen (egal ob gemeinsamen Sorgerecht oder nicht) wird ueber den Kopf des Ex-Partners entschieden. ''

Auch Geld ist nur ein Stück Papier, und dennoch hat es über seinen materiell sichtbaren Wert hinaus mystischen, Selbstwert
schöpfenden Charakter.
Und es ist ein großer Unterschied, ob frau/man sich nun mit gemeinsamem Sorgerecht streitet und auf Augenhöhe
ficht, oder ob eine(r) ab einem Punkt meint, auch vielleicht ohne es direkt zu sagen, er (sie) habe da allein zu bestimmen oder der (die) andere sagt oder meint, ach, das geht mich ja eigentlich gar nichts an, bestimm du allein, ich hab ja eh nichts zu sagen.
Und schon wird der Graben spürbar, den
das Sorgerecht gezogen hat.

''Und selbst in vielen Ehen entscheidet oft nur die Mutter. Sei es weil der Vater wenig anwesend ist oder einfach es als "Aufabe" der Frau sieht da er ja schliesslich "arbeiten" geht oder einfach keinen Lust dazu hat. Die Frau geht zwar auch oft arbeiten, aber die eingefahrenen Gleise sind halt so bequem... ''

Das Beispiel geht daneben, weil ich von ue Settings ausgehe.
Aber auch in Ehen der von Dir geschilderten Art wirkt nicht nur das
traditionelle Familiengehäuse, sondern auch in ihm mitschwingend eine verantwortungsfördernde Mit-Macht, z.B.
ordentlich Geld heimzubringen und beruflich voranzukommen, um auch gut für die Kinder gesorgt zu wissen, wenn auch nicht unmittelbar in ihren Belangen
mitbestimmend.
Und es bleibt hier natürlich die Frage offen, ob karriereförderliches Streben
'bequemer' ist als unmittelbar für die Kinder zuständig zu sein.
Im ue-Bereich aber sind die partnerschaftlichen Gefüge ohnehin eher lose, Durchgangsstationen auf einem
Weg zum Lebensglück und der Vermeidung von geglaubtem Unglück. Wie soll hier
wenn Kinder kommen, eine einhellige Elternebene zustandekommen ohne grundsätzlich gleichgestellte Elternkompetenz?

''Weshalb soll noch einer Trennung der Vater auf einmal mehr Einfluss auf die Erziehung haben wie zuvor?''

:-) Weshalb nicht gerade dann wenn es für die Kinder wichtig wird, Präsenz beider Eltern für die Kinder zu erzeugen?
''Das leuchtet halt vielen Frauen nicht ein?''

Das verstehe ich. Aber wieder würde ein Sorgerechtsentzug in seinem Übergang
einen noch weiter distanzierenden Effekt entfalten, der zwar einer kurzfristigen Erleichterung, nicht aber
dem Erhalt beider Eltern für die Kinder diente.
Und Dein Wort ''Einfluß'' verdeutlicht
klar Deinen mystischen Machtaspekt elterlicher Sorge, den Du so wortreich
zu verdünnen trachtest.

''Mir ueberigens auch nicht....wenn sich ein Vater um sein Kind kuemmert wird er in Entscheidungen eingebunden, da sie ihn auch betreffen, wenn er aber sein Kind nur 1-2 mal im Jahr sieht sehe ich keinen Sinn dahinter mit ihm ueber Fragen bezueglich des Kindes zu diskutiern, da er ja garkeine Ahnung ueber die Person hat fuer die er Entscheidungen treffen soll.''

Das führte jetzt zu weit, um diesen Aspekt zu durchleuchten, daher stimme ich Dir vorsorglich hier zu.

''Und ob nun die Mutter/Vater das Gefuehl hat der Vater/Mutter kuemmerte sich um das Kind oder nicht, haengt SEHR von der Beziehung zwischen den Beiden ehemaligen
"Liebespartnern" ab und wie sie mit der Trennung zurechtkommen, bzw. dem anderen Vorwuerfe machen, da nun der eigenen "Lebensentwurf" nicht mehr aufgeht.''

Diese subjektiven Perspektiven verdeutlichen ja gerade m.E. besonders, daß bei allem Seelengetöse der Rahmen für eine gemeinsame Elternebe erhalten bleiben sollte, und zwar eben im (Fort)
Bestehen gleichrangiger Elternkompetenz.


''Andersherum natuerlich analog: Laest mich der Ex-Partner am Leben der gemeinsamen Kinder teilhaben oder nicht ist auch abhaengig vom Verhaeltnis zueienander.

Und beides ist vorallem auch einen Frage der Wahrnehmung. Wie interpretiert man z.B. ein "verschweigen" des Expartner (bei dem das Kind lebt) wenn das Kind krank ist? Ist es Ruecksichtnahme weil der Expartner weiss, dass man beruflich gerade SEHR angespannt ist, oder ist es "Bosheit=Ausschluss" oder einfach nur dass "es nicht ernst eingeschaetzt wurde/ist"?

Wie sehe ich es als Elternteil bei dem das Kind lebt wenn der Vater jedes Wochenende vorbeikommt:

a.) Er kuemmert sich um das Kind und liebt es und moechte sogar auch mich noch entlassten

b.) Er will nur "Freizeit" mit dem Kind haben, fuer die Altagsprobleme bin ich (grummel...) zustaendig...

c.) Ihm geht es doch garnicht um das Kind er "baggert" ja nur mich an, denn sonst wuerde er das Kind holen und nicht hier mit ihm spielen

d.) Er will damit nur seinen "Neu" beeindrucken, um zu zeigen was "fuer ein toller Hecht" er ist. Oder was gibt es sonst fuer einen Grund warum er sie immer mitbringt?

e.) Ihm muss der Kleinen wirklich am Herzen liegen sonst wuerde er die Wochenende doch lieber alleine mit seiner "neuen Flamme" verbringen als immer mit dem Kind im Schleptau, was fuer Sie sicher auch nicht leicht ist.

Jeder dieser Gedankengaeng ist "logisch" (so wie auch noch viele andere) und "richtig" aus der jeweiligen Sicht, AUCH wenn die Situation OBJEKTIV gesehen die gleiche ist.''

Dieser wirklich gut ausgestaltete Katalog unterschiedlicher Wahrnehmungen
wird natürlich auch von einer so oder so gearteten Sorgerechtssituation mitgestaltet.

''Und an der "Wahrnehmung" kann keine Stueck Papier was aendern sondern alleine Gespraeche zwischen den Eltern und eine Portion kritisches Nachdenken ueber sich selbst (ist man nicht z.B. unfaehr gegenueber dem anderen Elternteil?) und auch der Versuch sich in die Position des andern reinzudenken.''

Natürlich sind schlußendlich Gespräche bei Konfliktbewältigungen maßgebend.
Aber es ist eben eine Angelegenheit der Machtverteilung, ob diese Gespräche überhaupt zustandekommen, wie weit sie gelangen und ob sie zu einer Abgleichung
der Unterschiede gedeihen.


''Man sollte -nach meiner Meinung- wenn man mit einem Partner ein Kind gezeugt hat wenigstens grundlegende Zuege/Beweggruende/Eigenarten kennen was einen hilft die Situation einzuschaetzen. Sicher, der Partner aendert sich im laufe der Zeit, aber dann sollte man so weit Abstand gefunden haben um ueber alles Reden zu koennen und somit Konflikte auszuraeumen. ''

Hier spielt der Zeitfaktor eine große Rolle und damit im Zusammenhang auch
ein kränkungsfreier Bezug zu den Kindern.

''Leider ist dies anscheined auch bei vielen nicht gegeben und deswegen kommt es zu so kontroversen Haltungen und solchen Problemen beim gemeinsamen Erziehen der Kinder.''

Zustimmung.

''Ich denke, einem "gemeinsamen erziehen von Kindern" waere foerderlicher wenn man die Eltern (am besten wenn sie sich fuer ein Kind entscheiden und falls "ungeplannt" nachdem das Kind sich ankuendigt) ein Gespraech "aufzwingt" in dem sie sich ueber ihre Erziehungsvorstellung austauschen und nicht meinen "der andere sieht es auch so und wir sind uns ueber alles einig".''

Volle Zustimmung!

''Ein gemeinsames Sorgerecht fuehrt nicht dazu, das die Eltern faehig sind GEMEINSAM ein Kind zu erziehen (egal ob zusammen lebend oder nicht!).''

Es macht es aber wahrscheinlicher.

>sondern ich argumentiere logisch, >inhaltlich und nicht einzelfallbezogen.

''logisch?: Nach DEINER Wahrnehmung...
inhaltlich: ging voellig vom urspruenglichen Thread ab
(diese Antwort sicher jetzt noch mehr ;-)''

Wie es gefällt.

''nicht einzelfallbezogen: Jeder Versuch Situation in ein Schema zu pressen helfen zwar den Menschen in der "unuebersichtlichen" Welt sich zurecht zu finden, sind aber in einem Forum in dem es um EINZELSITUATIONEN und speziellen Problemloesnungen geht vielleicht etwas fehl am Platze und ausserdem macht grundsaetzlich die Summe der Einzelfaelle die Masse aus.

Und wenn man sich ueber Einzelfaelle hinweg setzt frei nach "Bauernopfer gibt's immer", dann sollte man sich vielleicht mal ansehen wer von der "Masse" noch uebrig bleibt.

Vielleicht sind DAS ja NUR Einzelfaelle, bei denen ein gemeinsames Sorgerecht wirklich zu einer verbesserten Bedingung fuer alle Beteiligten fuehrt!

Ich finde eine "Theorie" (gemeinsames Sorgercht wuerde die gemeinsame Erziehung der Kinder foerdern) sollte nicht ueber Fakten gestellt werden und dann mit "inhaltliche Argumentation" abgesegnet werden. Auch wenn es Fakten sind, die nur einen Teil der Eltern betrifft die gemeinsames Sorgerecht haben, so sind es FAKTEN und keinen THEORIE die an der Realitaet vorbei geht.

Und ich nehme an, dass derzeit nicht nur hier (also in den konkret erlebten Fall) das "gemeinsames Sorgerecht" zum Nachteil der Eltern und zu Konflikten fuehrt sondern auch in anderen Gemeinden/Bereichen. Das Problem ist nur, dass Allerziehende eh schon wenig Changen sehen Kinder, Job, etc. unter einem Hut zu bringen und wenn dann solche Problme auf einem zukommen, gib man endgueltig auf und schweigt frustriert und "raecht" sich damit, dass man das Sozialsystem so gut es geht "ausnuetzt".

Ja, auch mir wurde als Alternative nahe gelegt

a.) das Studium aufzugeben,

b.) eine Sozialwohunung zu beziehen (da wurde mir sogar in Aussicht gestellt von der Sozialarbeiterin die ins Haus kam, dass es relativ schnell gehen wuerde da sie meine Wohnsituation gesehen hat!) und von Sozialhilfe zu leben bis das Kind 3 Jahr alt ist und dann weiter zu sehen.

c.) oder alternativ: koenne ich mein Kind ja in einer anderen Einrichtung (Arbeiterwohlfahrt, Caritas, etc.) anmelden nachdem ich ihnen mitgeteilt habe dort wuerde das gemeinsame Sorgerecht unerheblich sein. Aber das mein Kind wahrscheinlich schon 3 ist bevor ich einen Platz bekomme haben sie nateuerlich gefliesend nicht erwaehnt!

d.) Ich koenne einen Zuschuss fuer einen Tagesmutter beantragen (ist auch unabhaengig vom gemeinsamen Sorgerecht). Aber hier kostet eine Tagesmutter zwischen 4-5 Euro, also wie den Rest finanzieren?

Also, auch hier habe ich bereits erfahren wie es ist "wenn man NICHT auf Einzelfaelle eingeht", sondern nur seine "Leier runterbetet" ohne sich anzusehen ob es WIRKLICH was bringt fuer das Kind und den Eltern.

MfG
karin ''

Ich gehe halt von gewissen psychologischen und hier das Unterbewußte betreffenden für alle Menschen geltenden Erkenntnissen aus.
Auch wenn es Myriaden von Einzelfällen gibt, so haben alle Menschen doch bestimmte Merkmale alle gemeinsam.
Für gewisse Schildbürgereien und Possen
ist natürlich unser Land immer wieder
gut.
Ich finde es traurig und bedrückend, daß Dir so übel mitgespielt wurde und wird!
MfG Richie

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Re: Ich behaupte.....

Antwort von Lichtjahr am 12.03.2004, 0:57 Uhr

Hallo Richie,

ich glaub, das ist sehr einfach gedacht. Bei diesen "unwilligen" Vätern handelt es sich doch immerhin um erwachsene Menschen, die wenigstens soviel Verantwortungsbewußtsein haben sollten, dass sie das Kind in den Vordergrund stellen, und nicht den Zoff mit der Mutter.

Selbst wenn die Mutter im Einzelfall (moralisch)nicht im Recht ist, wenn sie das GSR verweigert: Das rechtfertigt noch lange nicht, dass sich der Paps vom Acker macht. Um das Kind regelmäßig zu besuchen und sich darum zu kümmern, braucht es kein Sorgerecht auf Seiten des Vaters. Wenn die Mutter dieses unberechtigt verweigert, hat er jedes Recht der Welt zu sagen, dass sie ne egoistische Kampfglucke ist. Er kann aber nicht einfach sagen: Wenn ich keine "Rechte" habe, habe ich auch keine Pflichten mehr. Das ist absoluter Quatsch, denn Rechte in dieesem Zusammenhang hat allein das Kind.

Ich finde es ohnehin einigermaßen daneben, dass mit dem Sorgerecht gleichzeitig immer so etwas wie "Besitzansprüche" verbunden wird. Die gibt es nicht.

Im übrigen ist das Sorgerecht rechtlich gesehen in erster Linie ohnehin als SorgePFLICHT der Eltern/des Elternteils ausgestaltet. Die Pflicht nämlich, bestimmte Entscheidungen für das Kind zu treffen, die es selbst noch nicht treffen kann. Verbunden damit ist notwendigerweise die Entscheidungskompetenz in diesen wesentlichen Punkten, das ist dann aber erst der zweite Schritt.

Was ich damit sagen will: Das Sorgerecht ist kein "Recht am Kind", sondern ein Recht des Kindes darauf, dass die notwendigen Entscheidungen zu seinem Wohl getroffen werden.

Ich finde sowieso, dass das Thema häufig viel zu hoch angesetzt wird, weil das Sorgerecht gar nicht so viele Punkte tangiert, wie allgemein hin vielleicht angenommen.

Und: Wenn die Eltern nicht mehr miteinander kommunizieren können, dann hilft das GSR auch nicht weiter, im Einzelfall kann es dringende Entscheidungen vielleicht sogar blockieren.

LG, LICHT

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Re: Ich behaupte.....

Antwort von Richie am 12.03.2004, 7:46 Uhr

Hallo Lichtjahr,

die Sorg-Losigkeit eines ue Vaters kann sicher auch ein Versteck für Drückeberger sein, ein gutes Versteck
freilich.
Denn in § 1626 BGB heißt es:
Die Eltern haben die Pflicht und das Recht, für das minderjährige Kind zu sorgen (elterliche Sorge). Die elterliche Sorge umfaßt die Sorge für die Person des Kindes (Personensorge) und das Vermögen des Kindes (Vermögenssorge).
...und in § 1626a BGB (Nicht verheiratete Eltern) (2):
Im übrigen hat die Mutter die elterliche Sorge.
Daraus ergibt sich unmittelbar logisch, daß der nichtverheiratete Vater nicht die Pflicht und das Recht hat, für das minderjährige Kind zu sorgen.

Was willst Du da noch konstruieren?

Und wenn, wie Du annimmst, das Kind entsprechende Rechte haben soll, so hat es eben laut § 1626 BGB gegenüber dem
nicht mit der Mutter verheirateten Vater dieses Recht nicht.
Es geht auch gar nicht um Besitzansprüche am Kind, sondern um die
unterschiedliche Rechts- und somit Kompetenzstellung der Eltern bezüglich des Kindes.

''Im übrigen ist das Sorgerecht rechtlich gesehen in erster Linie ohnehin als SorgePFLICHT der Eltern/des Elternteils ausgestaltet. Die Pflicht nämlich, bestimmte Entscheidungen für das Kind zu treffen, die es selbst noch nicht treffen kann. Verbunden damit ist notwendigerweise die Entscheidungskompetenz in diesen wesentlichen Punkten, das ist dann aber erst der zweite Schritt.''

Rechtlich gesehen sind Recht und Pflicht gleichrangig nebeneinander (s.o.).

''Was ich damit sagen will: Das Sorgerecht ist kein "Recht am Kind", sondern ein Recht des Kindes darauf, dass die notwendigen Entscheidungen zu seinem Wohl getroffen werden.''

Eben, gegenüber dem ue Vater hat laut Gesetz das Kind diesen Anspruch
n i c h t.
Das Sorgerecht betrifft sehr viele grundlegende und entscheidende Punkte:
1.Namensbestimmungsrecht
2.Gesundheitsfürsorgerecht
3.Aufenthaltsbestimmungsrecht
4.Vertretungs- und Sorgerecht in allen
finanziellen Angelegenheiten des
Kindes
Du willst mir doch sicher nicht weismachen, daß diese Punkte nicht grundlegend und in ihrer Summe allmächtig machend sind.
Im übrigen: in dringenden Fällen können auch bei GSR Entscheidungen ohne Absprachen getroffen werden.
MfG Richie

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Re: Ich behaupte.....

Antwort von Richie am 12.03.2004, 8:29 Uhr

Hallo marit,

es ist doch kein Allgemeinplatz indem ich behaupte, daß die abwertende, erniedrigende Sorglos-Stellung eines ue Vaters dessen Für-Sorge fürs Kind nicht gerade fördert.
Und es ist auch kein Allgemeinplatz, zu fragen, auf welcher Grundlage eine ue
Mutter vom entsprechenden Vater Für-Sorge reklamiert fürs Kind.
Ich kann im Posting von Hamunaptra auch nicht erkennen, daß sie nicht weiß, wo der Vater sich aufhält.
MfG Richie

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Re: Ich behaupte.....

Antwort von Saiya am 12.03.2004, 9:18 Uhr

Hallo zusammen,

ich selbst und mein Ex-Mann praktizieren das gemeinsame Sorgerecht. Ich erwarte mit meinem Lebensgefährten unser erstes gemeinsames Kind und wenn wir vor der Geburt nicht mehr heiraten, werden wir das gemeinsame Sorgerecht vereinbaren. Das nur so am Rande.

Mag sein, daß das jetzt am Thema vorbeigeht, aber wißt Ihr, was mir bei den ganzen Meinungen hier durch den Kopf gegangen ist?

Leider ist es ja so gut wie immer so, daß der Vater derjenige ist der die Kinder nicht bei sich hat. Wäre das anders, würden dann so viele Frauen gegen das gemeinsame Sorgerecht sein??? Diese Frage stelle ich mir immer wieder. Wenn ich an der Stelle der Männer wäre, würde ich auch das gemeinsame Sorgerecht mit all seinen Rechten und Pflichten haben wollen.

Bevor jetzt hier wieder ausgeteilt wird: Ich weiß, ich weiß, es gibt leider auch Elternteile, die sich nicht um die Kinder kümmern wollen. Und auch Fälle wo das GSR dem Wohl des Kindes nicht förderlich ist. Aber nur wg. umständlicher Bürokratie oder anderer Unannehmlichkeiten das GSR zu verurteilen, halte ich persönlich für ziemlich arm. Wobei ich mich jetzt aber nicht konkret auf einen Fall hier beziehe, dafür lese ich zu selten hier.

Gruß
Cindy

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