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Geschrieben von Leena am 09.01.2004, 15:47 Uhr

Vater nicht angegeben

Hallo,

ich bin neu hier, habe bisher immer nur still mitgelesen - vor allem Texte, die sich mit Themen wie "soll ich den Kindsvater angeben" und "Kind hat ein Recht auf seinen Vater" etc. befassten, da ich da persönlich betroffen bin und mich immer mehr frage, ob ich "richtig" gehandelt habe.

Kurz zu meiner Geschichte: Ich hatte mir ein Kind gewünscht, mein Partner war damit einverstanden, aber als ich dann schwanger war, erklärte er mir, er hätte es sich doch nochmal überlegt, er sei eifersüchtig auf das Kind und ich solle es lieber abtreiben. Schließlich spitzte sich der Konflikt zu, und vor die Wahl gestellt "Kind oder er" habe ich mich für das Kind entschieden. Im Grunde war ich sehr erleichtert, als die Beziehung dann (nach etlichen Jahren) beendet war, denn bedingt vor allem durch seine psychische Erkrankung war es oft für alle Beteiligten sehr schwierig. Über die Geburt habe ich ihn kurz per Brief informiert, aber sonst keinen Versuch zur Kontaktaufnahme unternommen. Als Vater habe ich ihn nicht angegeben.

Im Grunde war ich immer der Meinung, wenn ich ihn schon (letztlich dann "gegen seinen Willen") zum Vater mache, kann ich ihn nicht auf noch in irgendeiner Form dazu zwingen, diese Vaterrolle dann wahrzunehmen. Wenn er sich irgendwann dazu entscheidet, sich für das Kind zu interessieren, soll er sich von sich aus melden (Kontakt zu seiner Familie besteht), aber ich renne ihm nicht hinterher.

Manchmal frage ich mich jedoch, ob ich im Interesse des Kindes anders hätte handeln sollen - gleichzeitig ist aber auch eine gewisse Angst da, was er (mit seiner psychischen Erkrankung, seiner daraus resultierenden fehlenden Eigenverantwortlichkeit etc.) für einen Einfluss auf das Kind haben könnte...

Ich würde mich sehr freuen, vielleicht ein paar neutrale Meinungen von anderen Leuten dazu zu hören!

Viele Grüße,
Leena

 
20 Antworten:

Re: Vater nicht angegeben

Antwort von lexa69 am 09.01.2004, 20:06 Uhr

Hallo, Leena!
Deine Geschichte kommt mir sehr bekannt vor - stimmt mit meiner fast völlig überein- mit einem Unterschied.
Ich habe meinen Ex als Vater angegeben. Denn er war ja - wenn auch nicht begeistert - einverstanden, ein Kind zu bekommen.
Scheint bei dir ja auch so gewesen zu sein - also hast du ihn ja nicht "gezwungen", Vater zu werden!!!!
Und ich bin der Meinung, dass erwachsene Männer dann auch dazu stehen müssen! Vor allem, wenn das ganze vorher abgesprochen gewesen ist.
Zumal es ja auch um finanzielle, erbrechtliche usw. Dinge geht.

Was das Interesse deines Kindes betrifft, denke ich schon, dass es -zumindest ein moralisches-Recht hat, zu wissen, wo seine Ursprünge liegen.
Aber ich kann verstehen, dass du dich dagegen entschieden hast, als du ihn nicht als Vater angegeben hast. Habe ich auch mal kurz überlegt.
Ich weiß ja nicht, wie alt dein Kind ist. Ich würde einfach abwarten, ob das Kind irgendwann einmal den Wunsch äußert, seinen Vater kennen zu lernen. Denn wenn der "Vater" bisher auch kein Interesse am Kind gezeigt hat und du Angst hast wegen der psychischen Probleme deines Ex, ist es vielleicht besser, alles so zu lassen wie es ist! Wenn das Kind fragt, dann musst du dir allerdings etwas anderes überlegen.

Liebe Grüße, Lexa

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Re: Vater nicht angegeben

Antwort von berita am 09.01.2004, 21:50 Uhr

Hallo,

ich denke, dein Ex-Partner hat sich selbst zum Vater gemacht, in dem Moment, als er in dem Wissen mit dir geschlafen hat, dass daraus ein Kind entstehen kann. Aus dieser Verpflichtung kann er sich nicht hinterher herausreden. Seine Entscheidung fuer ungeschuetzten GV ist ausschlaggebend, nicht deine gegen eine Abtreibung, finde ich. Darueberhinaus sind es die Rechte deine Kindes, um die es hier geht und nicht deine eigenen. Diese sollten gewahrt bleiben, egal wie es entstanden ist.

LG
Berit

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Re: Vater nicht angegeben

Antwort von SüßeMaus am 10.01.2004, 9:42 Uhr

ich finde es mehr als schade, dass du den vater nicht angegeben hast. die Geburtsurkunde deines kindes sieht lächerlich aus, und wieso ziehst du nicht die kohle von diesem kerl und läßt dir das geld vom staat zahlen, das finde ich zum kotzen.kontakt hin oder her, ich habe den vater auch angegeben wieso auch nicht. das geld von diesem penner zählt und nicht der kontakt zu deinem kind, also bitte

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Re: Vater nicht angegeben

Antwort von lucile am 10.01.2004, 12:51 Uhr

Hi Leena

Ich "propagiere" zwar gerne auch die "2-Eltern-Elternschaft", aber nur dann wenn sie für alle Beteiligten wichtig und richtig ist.

Ich habe und tus noch immer, mich immer wieder damit rumgeschlagen, ob den Kids denn nicht doch was fehlt, wenn der Paps kein Interesse zeigt, oder nur vorgeschobenes, oder doch nur auf dem Rücken der Kinder etwas austragen möchte, etc. etc....

In all diesen Überlegungen wurde mir bewusst, dass wir uns heute auch erst ein Problem damit schaffen.
Natürlich wäre es wünschenswert wenn sich Eltern trennen und einfach das bleiben was sie sind, Eltern.
Im Leben aber ist das beileibe nicht immer so.

... Mit dem Ergebnis, dass sich Mütter und Väter auf der anderen Seite, mit dem Gedanken rumschlagen in die Kinder ein Problem zu pflanzen. Schuld... heisst das Zauberwort. Wir geben uns Schuld.

Aber warum?

Fakt ist, dass Kinder sehr viel selbstverständlicher mit Trennung und ihrem Leben umgehen, als wir uns das vorstellen wollen. Vor allem, wenn wir nicht erst den Nährstoff für mögliche Probleme geben.
Will heissen, wenn wir kein Problem daraus machen, dass nunmal ein Elternteil kein Interesse zeigt, dann ist es auch keines.
Es ist schlicht ein Fakt, eine Begebenheit.

Und mit Sicherheit etwas womit ein Kind leben kann.

Unsere Kinder werden im Laufe ihres Lebens immer wieder vor Frustrationen und unschöne Erlebnisse gestellt.
Auch die Trennung oder ein nicht vorhanden sein eines Elternteils gehört dazu.
Und nur damit schon machen wir Eltern uns zu Schuldigen.
Den Rest vermögen wir mehr oder weniger gut zu erklären, mitzuleben oder ertragen lernen helfen. Schliesslich sehen wir uns nicht als Schuldigen.

Schuld, immer wieder Schuld. Wir machen uns selbst zu Schuldigen. Wofür? Für eine Beziehung die nicht funktioniert hat? Für die falsche Partnerwahl (wenn man das so nennen kann)?

Damit machen wir unseren Kindern ein Problem. Denn irgendwann wird ihnen bewusst, dass mit der Tatsache ihrer Geburt irgendetwas nicht stimmen muss. Dann erst sind wir wirklich schuld,... so meine Meinung.
Sind wir nicht viel mehr verpflichtet unseren Kindern zu vermitteln, dass ganz egal was geschieht, sie gewollt und geliebt sind? Dass es normal ist, dass sie auf dieser Welt sind? Dass es keinen Manko gibt!
Durch die Schuldzuweisung an uns selbst, werden wir erst schuldig.

Mir fällt in solchen Diskussionen immer wieder die Aussage einer alten Frau ein.
Sie meinte, nach dem Krieg war es normal, dass es keine Väter gab. Sie sind im Krieg geblieben, waren in Gefangenschaft.
Keiner wäre darauf gekommen den Kindern zu vermitteln, dass sie etwas unnormales sind, weil nicth beide Eltern da sind.

Heute aber machen wir aus unseren gesunden Kindern psychische "Krüppel", ob sie es sind oder nicht.

Vielleicht müssen wir einfach lernen, das Leben anzunehmen wie es ist.
Ein Vater, der kein Interesse am Kind anmeldet und abwesend ist, ist genauso in Ordnung wie ein Elternteil, dass Interesse hat und Präsenz zeigt.
Das würde unseren Kindern zeigen, dass sie wertvolle Menschen sind, unabhängig von einer Vorstellung, die da "heile Familie - Mama-Papa-Kind" heisst.

Ich betrachte mich als Familie, auch ohne männlichen Erziehungspartner.

... nur so als Denkanregung.

LG
Heike

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Re: Vater nicht angegeben

Antwort von bikermouse66 am 10.01.2004, 18:13 Uhr

Hallo,

hast Du mal daran gedacht, daß Dein Kind auch ein recht auf seinen Vater hat? Bei uns ist der KV ein regelrechtes §$%%$)&=. Trotzdem hat der Minibiker ein recht darauf zu erfahren wie er ist und sich selber eine Meinung zu bilden. Ich hab eine Menge Theater mit dem Spinner. Dennoch werde ich ihn weder von seinen Pflichten noch seinen Rechten bzw. den Rechten, die das Kind an ihm hat entbinden.
Mein Sohn hat einen supertollen Ersatzpapa, an den der KV wohl nie rankommen wird, aber dennoch werd ich ihm irgendwann erklären, daß sein Papa zwar sein Papa ist und ihn über alles liebt, jedoch sein Erzeuger wer anderes ist, der ihn eigentlcih abtreiben wollte. Der Kleine wird auch irgendwann die Unzuverlässigkeit und die anderen Klöpse, die er sich reißt, begreifen. Dann kann er alleine entscheiden, ob der Kontakt ausgebaut werden soll oder nicht.
Übrigens kann ich mich in den finanziellen Aspekten nur den Vorrednerinnen anschließen. Er wußte, daß ein Kind entstehen kann. Warum soll der Staat z.B. durch Sozialhilfe, damit auf dem Rücken der Steuerzahler, zusehen, daß Dein Kind Geld zum Leben hat, nur weil DU den Erzeuger nicht abgibst???? Auch schon mal daran gedacht, daß Dein Kind somit evtl. Erbansprüche verliert bzw. späteren Unterhalt z.B. bei einem Studium???
Außerdem könnte dem Herren auch genauso plötzliches Interesse an dem Kind kommen und ER geht zum JA. Dann hast Du einen riesen Schlamassel am Hals.

Denk mal drüber nach.

LG
mousy

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*verwirrt bin*

Antwort von lucile am 10.01.2004, 19:29 Uhr

Mousy,

meinst Du mich? *kopfkratz*
Ich denke mal nicht, oder am Ende doch?
Ich wüsste nicht, dass ich propagiert habe, dass Väter nicht angegeben werden sollen. Ich denke, das Thema heisst: Muss ich ein schlechtes Gewissen haben, weil das Kind nicht in einer staatlich geförderten und anerkannten Vater-Mutter-Kind-Beziehung aufwächst.

Bei Leenas Beitrag erschien mir mehr die Frage im Vordergrund zu stehen, dass ein gewisses - wenn auch unnötiges - schlechtes Gewissen zur Situation des Kindes der Vater der Unsicherheit ist.

Und ganz ehrlich mousy. So viele bekannte und angegebene Väter entziehen sich erfolgreich ihrer Verpflichtung zum Unterhalt. Da wirds auf die paar Mütter nicht ankommen, die sich ggf. entscheiden den Vater nicht anzugeben.
Zumal es sich dabei vermutlich - in der Natur der Dinge liegend - um Väter handeln wird, die ihrer U-Verpflichtung wohl eh nicht freiwillig nachkommen.

Insofern sie dem Kind den Vater nicht vorenthält, wenn es irgendwann darüber mehr wissen möchte, sehe ich ehrlich gesagt kein wirkliches Problem darin.
Oder gehst Du davon aus, dass sie auf immer und ewig vom Sozialstaat abhängig sein wird?
Die Chancen, dass sie einen Mann findet, der zusammen mit ihr die Elternverantwortung übernimmt, stehen meines Erachtens doch gar nicht schlecht, oder?

Irgendwie ibn ich es auch müde, dass immer Mütter die Sozialschmarotzer sind. Den Vätern, die zwar auf dem Papier vorhanden sind, die sich und auch ihre Kinder oft genug den Demütigungen durch ihre U-Entziehugnen aussetzen wird aber allenthalben am Stammtisch noch auf die Schulter geklopft.
Ist irgendwie nicht so rund, das ganze.

Vielleicht liege ich ja falsch. Aber ich habe den Eindruck, dass wir Frauen uns mit solchen Argumentationen (Sozialschmarotzer Mutter) eher noch das Leben schwer machen.
Wer Kinder erzieht schmarotzt nicht. Punkt aus.
Meine subjektive Meinung, ganz bescheiden ,-))

LG
Heike

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Sehe ich anders

Antwort von Ralph am 10.01.2004, 21:15 Uhr

Hallo Heike,

da habe ich eine knappe, aber klare Meinung:

Väter sind anzugeben, grundsätzlich. Wirreden hier so oft von Verantwortung usw. Zum Kinderkriegen gehören zwei, ganz gleich, ob sich einer der beiden aus der Verantwortung spielt (das machen mitunter übrigens auch Mütter!!).

Und natürlich ist im Ergebnis eine Art Schmarotzerei, von den Vätern nämlich, wenn die Mütter sie nicht angeben und andere, völlig Unbeteiligte qua Solidaritätstransfers die Kinder unterstützen (müssen), während die Herren Erzeuger munter weiterreisen und womöglich weitere Kinder in die Welt sezuen.

Nein, da machst Du es Dir zu einfach. ich sehe das ähnlich wie Mousy.

:-)

Schönen Abend noch und liebe Grüße
Ralph/Snoopy

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Re: *verwirrt bin*

Antwort von Leena am 10.01.2004, 21:35 Uhr

... danke erstmal für Eure Reaktionen auf meinen Beitrag. Im Grunde ging es mir wirklich darum, ob ich meinem Kind gegenüber ein schlechtes Gewissen haben muss, weil ich dem Vater nicht hinterher laufe, um Kontakt einzufordern.

Das Recht meines Kindes, zu wissen, wer sein Vater ist, stellt für mich kein Problem dar, wir haben früher oft zusammen seine Fotos angeschaut und ich habe von ihm erzählt - zur Zeit blockt mein Kind (knapp fünf Jahre) allerdings bei dem Thema immer ab, leider. Ich weiß auch nicht recht, was wir da tun können...

Was das Finanziell anbelangt: Ich habe zu keiner Zeit Sozialhilfe in Anspruch genommen und auch sonst mein Kind nicht auf Kosten der armen Steuerzahler aufgezogen. Während des Erziehungsurlaubs habe ich Kindergeld bekommen, das reichte für die Miete, immerhin, und ansonsten habe ich von meinen (kleinen) Ersparnissen gelebt, danach habe ich gearbeitet, große Sprünge waren zwar nicht drin, aber es reichte und ich bin niemandem finanziell zur Last gefallen!!

Vom Kindsvater wäre finanziell eh nichts zu erwarten gewesen, er hat nach der Trennung seine Ausbildung abgebrochen (mal wieder seine psychischen Probleme) und lebt seitdem von Sozialhilfe, und das sich daran etwas ändert, kann ich mir nicht vorstellen. So gesehen wäre es für mein Kind und mich also eher eine finanzielle Belastung als ein Gewinn, wenn ich ihn angegeben hätte - wir hätten ein paar Jahre Unterhaltsvorschuss bekommen, und mein Kind hätte im Zweifelsfall als Erwachsener die Sozialhilfe des Vaters bezahlen müssen... und das hätte ich dann doch nicht eingesehen! Naja, Erbansprüche wären also auch nicht drin gewesen...

Ach so - ich finde die Geburtsurkunde meines Kindes nicht lächerlich! Steht sehr sachlich unter "Eltern" nur mein Name drin, kein "Vater unbekannt" oder sonstwas.

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Re: Sehe ich anders

Antwort von lucile am 10.01.2004, 23:07 Uhr

Hi Ralph

Stimmt. Ich denke manchmal es müsste bekannt sein, dass ich im allgemeinen davon ausgehe, dass es Verantwortungslosigkeit sowohl auf männlicher als auch auf weiblicher Seite gibt :-)). Ich gelobe daran zu arbeiten und es immer wieder zu erwähnen ;-))

Hier gings nunmal explizit um "Vater", und wie ich eben sehe, habe ich das Thema nicht verfehlt. Es ging nicht um die Thematik "Vater angeben", sondern um "schlechtes Gewissen". Wenn Du also nochmal unter diesem Aspekt liest, stellt sich die komplette Thematik ganz anders dar.

Gerade auch wenn ich nun Leenas Antwort sehe, dann frage ich mich nochmal mehr ob es wirklich immer ratsam ist das Prinzip zu beschwören. Verkommt unsere ganze Grundsatzdenkweise nicht mitunter zur Prinzipienreiterei?

Vielleicht wäre es manches mal leichter und besser für alle Beteiligten (ja, auch die Kinder) wenn man einen unbelehrbaren Menschen unbelehrbar sein lässt und nicht ständig seine eigene gute Energie in ein sinnloses Unterfangen investiert, dass letztlich nur positive Kraft blockiert, die im täglichen Leben viel sinnvoller eingesetzt werden kann. Uff, Schachtelsatz... noch jemand da? *gg*.
Den Kindern käms wohl manches mal zugute. Ihnen würde nicht doch imemr wieder die Botschaft gesendet, dass irgendwas eben doch nicht stimmt.

Aber, ums zu komplettieren, wie immer meine ich, dass es auf den einzelnen Fall ankommt.
Vom Prinzip her bin ich für konstruktive Elternschaft für immer. Trotzdem gilt es in einzelnen Fällen die Umgebungsbedingungen mit einzubeziehen.

Übrigens, ich kenne auch inzwischen längst erwachsene Kinder, die ihren wahren Vater nie kennen gelernt haben und denen nichts fehlt. Es wurde einfach nie ein Drama aus dieser Abwesenheit gemacht.
Er war nicht da und Punkt, und das Leben funktionierte auch prima.

Und bevor ich ich jetzt in jedem Satz das gleiche nochmal betone, höre ich lieber auf :-)).
Kommt etwa an was ich sagen wollte?

Liebe Grüsse in den Norden
Heike

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Re: Sehe ich anders

Antwort von ninafe am 11.01.2004, 16:54 Uhr

DU HAST SOWAS VON RECHT! DANKE; DU HAST MIR AUS DER SEELE GESPROCHEN!

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Re: Sehe ich anders

Antwort von Richie am 11.01.2004, 17:11 Uhr

Hallo Heike u.A.,

nun ja, ich denke, daß Kinder 'prinzipiell' Mütter und Väter haben.
Ein fehlender Vater signalisiert immer, daß etwas nicht stimmt, ein verschwiegener erst recht. Es kann natürlich zum guten Ton gemacht werden in der 'Familie', das Verschweigen zu verschweigen und zu leugnen als wäre alles okay. 'Schlimmes' wird dadurch nicht beseitigt indem man/frau es verleugnet.
Da gibt es auch viele Zwischennuancen.
Eine Trauer, daß z.B. ein Vater sich nicht kümmert, zu vermeiden und sie in ein wahnhaftes Als-Ob zu pervertieren ist viel schlimmer als sich ihr auszusetzen und ihr ins Angesicht zu schauen und sie zu durchleben.
Sichtbare Probleme sind weitaus harmloser als (künstlich) unsichtbar gemachte.
Und im Krieg abwesende Väter sind doch etwas ganz anderes als vorsätzlich verschwiegene.
Einen Vater zu verschweigen ist zudem ein einfacher, anmaßender Übergriff auf
d i e andere (mögliche) Elternbeziehung
des Kindes und ist m.E. keiner wie auch immer vorausschauenden Regelung einer Mutter zugänglich.
Die scheinbar geratenen vaterlosen Kinder sind keine Rechtfertigung für
einseitig vaterlos gemachte Kinder.
Es gibt auch Menschen, die einen Sturz aus dem 2 Stock nachwirkungsfrei überstehen. Dennoch wird kaum jemand auf die Idee kommen, jemanden guten Gewissens aus dem 2. Stock zu schmeißen.
Gruß Richie
Leugnungs

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Re: Sehe ich anders

Antwort von lucile am 11.01.2004, 17:57 Uhr

Entschuldige Richie

Wo um Himmels Willen habe ich irgendwas von Vater verleugnen gesagt?

Offenbar geht es doch nur um reinen Prinzipialismus.

Nochmal "im Primzip" ist es das Beste, wenn es einen Vater und eine Mutter gibt, die sich beide um das/die Kind/er kümmern.

Ja, ja ja ja jaaaaaa. Richiee! JA!

Aber es bringt nichts, einen unbelehrbaren Menschen Jahrzehntelang bessern zu wollen.
Das heisst doch um Herrgottswillen nicht, dass dieser Mensch dann auch zwangsweise verleugnet ist, bzw wird. Es geht um den klitzefeinen Unterschied sich als Elternteil bei dem die Kinder leben ein unnötiges schlechtes Gewissen zu zaubern, weil man den anderen Elternteil nicth ändern kann. Oder eben das Leben anzunehmen wie es ist. Und das heisst nie und nimmer nicht irgendetwas oder jemanden zu verleugnen.

Wieviel von dem was ich in diesem Thread geschrieben habe, wurde von Dir nun gelesen? Oder hast Du Dich darauf beschränkt einzelne Schlagworte aufzunehmen und Dich an denen festzuhängen?

Ich finde Deine Haltung und Deine Beiträge durchaus konstruktiv. Aber manchmal habe ich das Gefühl Du bist da in einer Schiene eingefahren, aus der Du im Leben nicht mehr raus willst. Sieh mal nach rechts und nach links. Da gibst noch andere Farbnuancen.

Nix für Ungut. Ich finds toll wie Du Dich mit Mütter-/Väterrollen auseinander setzt. Du schiesst mir nur zu oft am Thema vorbei.

Einen schönen Abend für Dich
Heike

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Re: Einseitig vaterlos gemachtes Kind

Antwort von Leena am 11.01.2004, 18:38 Uhr

Hallo Richie,

wenn Du mal nachgelesen hättest, hättest Du eigentlich feststellen können, dass ich mein Kind nicht "einseitig vaterlos" mache. Der Vater weiß von seinem Kind, Kontakt zu seiner Familie besteht, aber er hat kein Interesse und es seit nunmehr fünf Jahren nicht für nötig befunden, in irgendeiner Form Interesse zu zeigen. Also so gesehen mache ich mein Kind definitiv nicht "einseitig vaterlos", wenn, dann wird es zumindest zweiseitig vaterlos gemacht, indem ich dem Vater nicht hinterher renne und der Vater sich nicht einmal irgendwie meldet.

Außerdem sind es auch zwei absolut unterschiedliche Dinge, einen Vater nicht als Vater anzugeben (mit allen sich hieraus ergebenden rechtlichen Folgen, z.B. Unterhaltsanspruch, Umgangsrecht etc.) oder ihn dem Kind gegenüber zu verschweigen - was ich nicht tue, das Kind kennt Fotos von ihm, bekommt von ihm erzählt etc.!

Und was das Umgangsrecht betrifft - manchmal ist es vielleicht nicht in allen Fällen sinnvoll, mit aller Gewalt einen Umgang zwischen Vater und Kind zu fordern... Ich habe bereits die psychischen Probleme meines Ex-Partners erwähnt - an schlechten Tagen liegt er wirklich nur im Bett und macht gar nichts, geht nicht mal zur Toilette und erleichtert sich dann im Bett, so egal ist ihm alles - kann ich da guten Gewissens wirklich auf ein Umgangsrecht zwischen Vater und Kind drängen??

Viele Grüße,
Leena

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Re: Sehe ich anders

Antwort von Richie am 11.01.2004, 19:39 Uhr

Hallo lucile,

ich habe dir keineswegs irgendetwas unterstellt, sondern lediglich aus einer anderen Sicht eine (angenommene)
Prinzipienfreiheit dargestellt.
Ein 'schlechtes Gewissen' braucht niemand zu haben, denn Gutes und Schlechtes tut jede(r) nach ihrem/seinem Gewissen und 'Schuld' erwächst aus Anderen zugefügtem Schaden.
Ich meine eben, daß es niemandem zusteht, im Vorgriff auf eine wahrscheinliche Zukunft, was auch immer das nun im Einzelfall ist, Entscheidungen von großer Tragweite für a n d e r e Menschen zu treffen,
denn alle Menschen haben m. E. im straftatfreien Rahmen das Recht, ihre
Fehler, Unzulänglichkeiten, Verfehlungen und sonstwie zu kritisierenden (Un)Taten selber zu machen oder sie zu vermeiden.
Es muß auch niemand 'gebessert' werden,
um Gelegenheit zu haben, zu versagen,
z.B. als Vater.
Mütter u n d Väter haben eben (schicksalhaft) das 'Recht', ihr Gelingen und Versagen s e l b e r anzugehen, und zwar sekündlich, stündlich, täglich, wöchentlich, monatlich, jählich und lebenslang von Beginn an des Lebens ihrer Kinder.

***''Und ganz ehrlich mousy. So viele bekannte und angegebene Väter entziehen sich erfolgreich ihrer Verpflichtung zum Unterhalt. Da wirds auf die paar Mütter nicht ankommen, die sich ggf. entscheiden den Vater nicht anzugeben''****

Für e i n Kind kommt es immer darauf an, egal was die Anderen machen. Seit wann sind die mehr oder weniger zahlreichen schlechten Beispiele Anderer Begründung dafür, schlechtes Beispiel im Einzelnen vorwegzunehmen?
Und wer schaut nach den guten Beispielen? Wer will das entscheiden?
Und wer hindert eine Mutter daran, im
Vorgriff daran zu hindern, ein 'schlechtes Beispiel' zu werden?

***''Bei Leenas Beitrag erschien mir mehr die Frage im Vordergrund zu stehen, dass ein gewisses - wenn auch unnötiges - schlechtes Gewissen zur Situation des Kindes der Vater der Unsicherheit ist.''*****
Wer aber entscheidet, ob ein schlechtes Gewissen u n n ö t i g ist?
..doch eigentlich das Leben, das 'Schicksal'. Wer will denn da Schicksal spielen?
Und was ist mit den Müttern, die ohne
(offensichtliches) schlechtes Gewissen die Väter ihrer Kinder daran hindern, Väter zu sein (bleiben)? Und was ist mit den Vätern, die nach zwei, drei Umgangsvereitlungen und -erschwerungen
ihr Kind 'abhaken' und guten Gewissens
'ihr' Kind vergessen?
Ich denke eben, daß allein die Chance/Gelegenheit des Kindes, beide Eltern von Beginn an zu haben, ein Menschenrecht ist, und daß es niemandes Recht ist, diese Chance/Gelegenheit im Vorgriff auf irgendwelche Defekte im Vorhinein zu blockieren.
Eltern-Kind - Beziehungen sind m.E. so
einmalige, grundlegende menschliche Verhältnisse, daß sie 'guten Gewissens'
eben n i c h t durch Dritte, also hier durch ein anderes Elternteil, im
Überriff grundlegend beurteilt und entschieden werden können.
Im 'schlechten Gewissen' liegt auch immer das Licht des Bewußten, Unverdrängten, das unsere so oder so gearteten Entscheidungen einer Be- und
Verarbeitung zugänglich erhält.
Ich denke, wir sollten uns davor hüten, Schicksal spielen zu wollen ohne ein
(schlechtes) Gewissen.
MfG Richie

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Re: Einseitig vaterlos gemachtes Kind

Antwort von Richie am 11.01.2004, 19:57 Uhr

Hallo Leena,

ich bezog mich mehr auf luciles Posting
und ihre grundsätzliche Sicht.
Es ist traurig, daß der Vater deines Kindes so krank ist.
Da könn(t)en nur Fachleute in stationärer Behandlung helfen.
Es wäre sicher falsch, auf einen 'richtigen' Vater zu setzen, aber auch ein kranker Vater ist nicht schlecht oder böse oder tut etwas, das er (momentan) vermeiden könnte.
So wie d u schreibst, tust du schon das Richtige!
MfG Richie

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Re: Sehe ich anders

Antwort von lucile am 11.01.2004, 20:46 Uhr

Das ist alles schön und Recht Richie.

Nur
a) ging es darum gar nicht. Es ging nicht um Vorenthaltung des Vaters! Wenn Du Dir die Mühe machst, meine Beiträge ohne diese Brille, die Du da aufhast zu lesen, fällt es Dir vielleicht auf.

und

b) solange Du meine Aussagen aus dem Kontext reisst, erübrigt sich eine Diskussion. Zeigt sich doch, dass es Dir lediglich um das Prinzip geht. Welche Laus reitet Dich da eigentlich? Mit was genau hast Du ein Problem? Bist Du abserviert worden? Soweit ich mich erinnere lag der Fall doch ganz anders, oder?
Aber zurück zum Thema....
Und somit hast Du offensichtlich doch überhaupt nichts von dem aufgenommen, wass ich geschrieben habe.

Denn umgekehrt wird ein Schuh draus. Woher nehmen wir uns denn das Recht zu bestimmen, dass eine erzwungene Angabe auf Teufel komm raus (ich betone nochmals, dass ich unter normalen Umständen dafür bin, jedoch von besonderen Fällen rede!) nicht erst die Katastrophe produziert, die Du andersrum propagierst. Bzw. von der Du ausgehst, dass sie eintrifft, wenn in einzelnen Fällen ein Vater nicht bekannt ist.

Aber wurscht. Du willst Dich gar nicht auf diese Sichtweise einlassen. Da erübrigt sich vermutlich jedes darüber schreiben.

Jedenfalls hinkt Deine Darstellung, Richie.
Leena schrieb z.B. auch von psych. Problemen. Jetzt erzählst Du mir gleich was von "ein solcher Vater ist nicht schlechter, etc. und Vorverurteilung und womöglich Selektion", aber um eine psych. Erkrankung anzuführen:
Borderline. Es ist nicht in jedem Fall richtig, gut und wichtig, dass ein Borderliner Umgang mit seinen Kindern pflegt.
DAs wäre also auch so ein Ausnahmefall. Bestimmte Borderlinepersönlichkeiten haben die Tendenz Borderline zu "vererben".
Deiner Ansicht nach also muss ein solches Kind eines Borderliners also Borderline bekommen um gesund aufwachsen zu dürfen.
... soviel zum Prinzip.

.

Lieben Gruss
Heike

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Re: Sehe ich anders

Antwort von Richie am 11.01.2004, 21:27 Uhr

Hallo lucile,

sicher ist jeder Einzelfall besonders zu betrachten, und es kann sein, daß jedes Prinzip einzelfallbezogen hinfällig wird.
Bezogen auf diesen Fall hier stimme ich dir ausdrücklich betreffs 'schlechtem Gewissen' zu, freilich mit den von mir angemerkten Einschränkungen zu Deiner
Argumentation.
Des Weiteren gibt es unter diesem
Horizont krankhafter Umstände den absurden Umstand, daß Väter sehr leicht
von ihren Kindern ferngehalten werden können, Mütter dagegen im Bollwerk ihrer elterlichen Alleinsorge sehr wohl
ohne 'Oberaufsicht' krankhaft erzieherisch mit ihren Kindern agieren können.
Dieser Aspekt treibt m i c h um.
MfG Richie

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Neutrum

Antwort von lucile am 11.01.2004, 22:26 Uhr

Hallo Richie

Vielleicht liesse sich diese Diskussion leichter führen, wenn wir uns auf das "Neutrum Eltern"... oder *smile* von mir aus "Elter" einigen könnten.

Ich glaube Du hast Dir bisher noch nicht die Mühe gemacht meine Beiträge wirklich zur Kenntnis zu nehmen.
Ansonsten wäre Dir aufgefallen, dass ich stets und immer davon ausgehe, dass in einigen Fällen die Mutter nicht gut, in anderen Fällen der Vater nicht gut und im besten Fall beide Eltern gut sind.
Vom 4. Fall reden wir lieber nicht. Das ist der absolute Supergau.

Du unterstellst mir Dinge, die mir einfach zeigen, dass Du meine Beiträge in der Tat nicht liest, sondern auf gewisse "Schlagworte" anspringst.

Es lässt sich nunmal nicht vom Einzelfall auf die Allgemeinheit schliessen. Wie auch in dieser Diskussion zu sehen ist.
Du unterstellst mir allgemeingültige Aussagen gemacht zu haben.
Dabei reflektiere ich eine besondere Situation einer bestimmten Mutter, die ihr Anliegen hier hereingetragen hat.

Lieben Gruss
Heike

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Re: Neutrum

Antwort von Richie am 12.01.2004, 0:09 Uhr

Hallo lucile,

vielleicht wäre es besser, wenn ich dir
grundsätzlich Recht gäbe und meine relativierenden/einschränkenden Anmerkungen zu gewissen Argumenten von Dir gleichsam als Auswuchs einer 'außerirdischen', von mir nicht zu verantwortenden Vernunft entschuldigte.
Es geht mir also auch nicht darum, Dein persönliches Ohr mit meinen kritischen Anmerkungen zu schmerzen oder grundsätzliche Aussagen zu Deinen Sicht-
weisen und Einstellungen zu machen, sondern es geht mir punktuell um gewisse
Begründungen und Erörterung unterstützende Ausführungen von Dir, die ich ja auch zitierend benannt habe.
Dabei sind diese Zitate zwar nicht im Zusammenhang dargestellt worden, wurden aber von mir im Kontext zu Deinen Aus-
führungen beantwortet.
Es wäre sachdienlich wenn du nicht summarisch schriebest:

***''Du unterstellst mir Dinge, die mir einfach zeigen, dass Du meine Beiträge in der Tat nicht liest, sondern auf gewisse "Schlagworte" anspringst.''***,

sondern puktgenau aufzeigtest, mit welchen Äußerungen von mir Du diesen Eindruck verknüpfst.
Natürlich sind mir deine sämtlichen Postings nicht gegenwärtig, aber ich denke, ich brauche das auch gar nicht, weil ich nicht D i c h kritisch angehe, sondern das, was Du jüngst oben
schriebst.

***''Übrigens, ich kenne auch inzwischen längst erwachsene Kinder, die ihren wahren Vater nie kennen gelernt haben und denen nichts fehlt. Es wurde einfach nie ein Drama aus dieser Abwesenheit gemacht.
Er war nicht da und Punkt, und das Leben funktionierte auch prima.''***

D a s ist eine gegenüber diesem Fall hier ins Allgemeine gehende Aussage, denn wir wissen alle nicht, welche übereinstimmenden und abweichenden Elemente d i e s e Fälle haben und vor allem wissen wir nicht, welche Entwicklung unser Fall hier nehmen wird
im Vergleich zu diesen Fällen.
Grundsätzlich geht es mir auch nicht um
weibliche und männliche Eltern, sondern um Eltern mit Allmacht und solche mit
Ohnmacht.
'Fehler' der Mächtigen haben in der Regel verheerendere Auswirkungen als
die der Ohnmächtigen, und es ist viel schwerer, Mächtigen das Handwerk zu legen als Ohnmächtigen.
MfG Richie

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Re: Sehe ich andersAN@Heike lucile

Antwort von SüßeMaus am 14.01.2004, 13:18 Uhr

Heike bist du heike mit jaqueline und einem zweiten kind von einem radiomoderator aus der pfalz. das wäre ja der clou

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