Für alleinerziehende Eltern

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Geschrieben von karin5 am 23.09.2005, 14:55 Uhr

Sorgerechtsdiskussion mit Richie + @Richie

Hallo Richie,

es mag ja alles seine Berechtigung haben, was du in diesen Diskussionen vorbringst. Und ist sicher auch eine interessante Diskussionsgrundlage.

Ich glaube allerdings, dass du den betroffenen Vätern eher einen "Bärendienst" erweist.

Hier fragen Frauen an, die verunsichert sind, meistens vom Kindsvater bisher nicht viel erwarten konnten oder zumindest den Eindruck haben.

Also, wenn ich als alleinerziehende Frau Probleme in dieser Richtung hätte, und kriege hier von dir "die volle Breitseite" an Rechtsgrundlagen, Psychologie, Vorwürfen usw. - was würde ich tun?
Ich würde die Flucht ergreifen, meine (mir eingebildeten) "Rechte" sichern und auf keinen Fall was unterschreiben, was scheinbar, statt den KV zu seiner Pflicht "zu verdonnern", nur meine Rechte einschränkt. Denn, unbestritten, kann man den KV nicht zum Umgang zwingen.

Ich weiß, dass es sich nicht um ein Recht der Mutter handelt, sondern des Kindes.
Ich schildere die Situation nur aus Sichtweise einer Mutter, die von einer meinetwegen zu Unrecht existierenden Sorgerechtsregelung profitiert.

Wie gesagt, ich glaube, dass den Vätern mit solchen Diskussionen indirekt eher geschadet wird, denn du wirst eine verunsicherte Mutter mit solchen Diskussionen "bis auf's Messer" nicht überzeugen. Eher wird sie Abstand nehmen - nach dem Motto "was man hat, dass weiß man, was man kriegt, nicht.
Und im Laufe einer solchen Diskussion wird ihr vielleicht erst mal bewusst, was für Macht sie da eigentlich hat.
Willst du das wirklich???

Ich hab ja schon mal geschrieben, dass du hier wahrscheinlich die falsche Leserschaft hast.

Wenn du was ändern willst, musst du an die Gesetze ran. Ich glaube aber nicht, dass du da Unterstützung von sich enttäuscht und vernachlässigt fühlenden Müttern erhältst. Da müssten sich die Väter wohl eher einsetzen.

Gruß
Karin

 
5 Antworten:

Re: Sorgerechtsdiskussion

Antwort von Richie am 25.09.2005, 20:16 Uhr

Hallo karin5,

es geht mir auch nicht um irgendwelche 'Dienste' oder ''Bärendienst'' für oder gegen irgendjemanden.
Es geht mir ausschließlich um eine sachliche, psycho- und -logische
Erörterung dieses Themas.
Dem wird frau sich auch nicht mit irgendwelchen psychotaktischen 'Bärendienst' - Vermutungen entziehen können.
Aber natürlicherweise entziehen sich Mächtige eher lieber einer Diskussion
über ihre Macht und die entsprechende Ohnmacht in einer Angelegenheit.
Nur der 'Zwang der Wirklichkeit' kann Mächtige in aller Regel dazu bewegen,
die Kehrseiten ihrer Macht zu erkennen
und wahr-zu-nehmen :-)

Es ist nicht Ziel einer Sachdiskussion,
Unliebsamkeiten zu vermeiden, Unrecht zu
verteidigen und Mißlingen zu bemänteln.

Sachlichkeit ist keine Konkurrenz für Parteilichkeit, und das eigene Schicksal
nicht Muster für das Schicksal anderer.

'Gesetze' der Psychologie und umfassenden elterlichen Miteinanders sind kein Günstlings- oder Abtrünnigen-
Panier, sondern zuerst fallunabhängiges Erkenntnismaterial.

Auch die tauben Ohren der ''falschen Adressen'' können Empfänger richtiger
Wahrheiten werden.

Es ist eine fast schon perfide Unterstellung, hartnäckige Sachdiskussion als ''Bis-Aufs-Messer'' -
Strategie zu verunglimpfen.
Und du mußt nicht von Dir auf andere hier (bevormundend) schließend sie in eine hypothetische
Gemeinschaft einreihen, die trotzig verstockt von Sachargumenten ''Abstand nimmt''.

Und natürlich kann man/frau Umgangseltern, also auch entsprechende Mütter, nicht ''zum Umgang''
zwingen, aber man/frau kann sehr wohl, wollte man/frau es, Hauptbetreuende, also zumeist Mütter,
dazu zwingen, Umgang zu gewähren. Zudem ist Umgangsvereitlung ein wesentlich gravierenderer
Verstoß gegen das Kindeswohl als eine Umgangsverweigerung - soviel zu Deinen Bemerkungen über ''Umgang'':


****''Hier fragen Frauen an, die verunsichert sind, meistens vom Kindsvater bisher nicht viel erwarten konnten oder zumindest den Eindruck haben''****

Ich konnte in dem besagten Thread nicht erkennen, daß die Ausgangsposterin nicht viel vom KV erwarten konnte, oder zumindest den Eindruck hatte. Ich erkenne lediglich ein nicht schlüssiges Gemeng von Erwartungen und Forderungen, das einen KV eher auf Dauer vom Kind fernhält/abdrängt oder ihm für seine Kindesentfernung
gute Gründe liefert.

Nur ein analytisch geschulter Psychologe oder Arzt könnte hier Erkenntnise und Prognosen für jedwede Sorgeart
schürfen, nicht aber irgendwelche 'erfahrungsschwangere', voreingenommene Schicksalgenossinnen, die die
dunklen Fehlerquellen (beiderseits) auf zukünftige übertragen.


****''Wenn du was ändern willst, musst du an die Gesetze ran. Ich glaube aber nicht, dass du da Unterstützung von sich enttäuscht und vernachlässigt fühlenden Müttern erhältst. Da müssten sich die Väter wohl eher einsetzen.''****

Da unterstellst du aber den enttäuschten und sich vernachlässigt fühlenden Müttern reichlich wenig Denk- und Verbesserungskraft, es sei denn, Du unterstellst ihnen, daß sie glauben, ein eigenes Mißlingen sei Maßstab und
Vorlage für das anderer, oder erlaube ihnen die Abfuhr eigener Enttäuschungen bei anderen.

Alle 'Kinder-Menschen' sollten sich doch für gemeinsam sorgendes Tun b e i d e r Eltern eines Kindes einsetzen und nicht als Mütter über Väter oder als Väter über Mütter zu Gericht sitzen.

Männer fahren auch den Müll von Frauen ab und Frauen pflegen auch kranke Männer.
Auch Männer treten für Frauenwohl und -Schutz .....ein und Frauen für das Wohl ihrer Brüder und Söhne.......

Es ist m.E. sehr kurzsichtig, sich zu einer Gruppe Gefangener eigenen Mißgeschicks als zugehörig zu erklären,
und diese 'Fesseln' auch anderen empfehlen zu wollen.

Du empfiehlst mir mir deiner ''Falsche-Adresse'' - Deklaration Schweigen.
Mit Schweigen wirst du für Kinder nichts verbessern, denn es geht nicht um Väter, sondern es
geht um die Kinder, auf daß sie gute Väter haben.

MfG Richie

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Re: Sorgerechtsdiskussion

Antwort von karin5 am 25.09.2005, 21:57 Uhr

Lieber Richie,
ich glaube, ich bin dir nicht gewachsen... ;-) oder ;-(
Sieh es wie du willst - ich habe keine Lust auf diese Diskussionen mehr.
Vielleicht finden sich ja andere ...
Ich hoffe, du erreichst auf deine (Überzeugungs-)weise, was du möchtest.
Gruß
Karin

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Zusammenfassung einer Studie (engl)

Antwort von Richie am 26.09.2005, 8:31 Uhr

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Gemeinsame Sorge: Im März Heft von Journal of Family Psychology (Vol 16, No. 1.), herausgegeben von der American Psychological Association (APA), der größten Organisation (155.000 Mitglieder) amerikanischer Psychologen, erschien eine sehr detaillierte statistische Studie (Meta- Analysis von 33 Publikationen) über 1846 Kinder mit einem allein sorgeberechtigten Elternteil (weit überwiegend Mütter) und 814 Kinder, bei denen die Eltern gemeinsame rechtliche Sorge hatten, oder auch das in den USA schon weit verbreitete Modell (joint physical custody)praktizieren, bei dem die Kinder abwechselnd etwa gleich viel Zeit mit beiden Elternteilen verbringen. Einbezogen wurden auch 251 intakte Familien. Es zeigt sich, dass Kinder mit gemeinsamer Sorge in den allermeisten Fällen sich besser entwickeln, weniger Verhaltenstörungen und emotionelle Probleme aufweisen, in der Schule besser vorankommen und ein besseres Selbstwertgefühl
entwickeln. Dabei käme es nicht so sehr darauf an, dass der Wohnort alterniert, sondern, dass die Kinder hinreichend viel Zeit auch mit dem Nichtwohnelternteil (Vater) verbringen können. Gemeinsame Sorge würde den wichtigen Fortbestand des Kontaktes zu beiden Eltern fördern. Breiten Raum nimmt in der Studie auch die Frage elterlicher Konflikt vs. gemeinsame Sorge ein, die sich keineswegs so einfach entscheiden läßt, wie das hierzulande oft scheint ("Kopfschütteln" genügt als Gegenargument.) Obwohl sich zeigt, dass gemeinsame Sorge konfliktmindernd wirkt und auch zur anhaltenden Zufriedenheit beider Eltern beiträgt, ist eine gewisse Preselektion, nämlich dass sich Eltern bei denen von vornherein das Konfliktpotential sehr niedrig war bevorzugt dafür entscheiden, nicht auszuschließen. Dazu wären mehr empirische Studien wünschenswert. Zusätzlich zur zusammenfassenden Pressemitteilung ist auch der gesamte Aufsatz, "Child Adjustment in Joint-Custody Versus Sole-Custody Arrangements: A Meta-Analytic Review," von Robert Bauserman, Ph.D., Journal of Family Psychology, Vol 16, No. 1., mit einer sehr umfangreichen Literaturliste (als pdf file) abrufbar.

Joint custody best for kids after divorce, study says Contact with both parents helps children's behavior, school performance and self-esteem

By Karen S. Peterson
USA TODAY

Children in divorced families tend to do better in joint custody -- either physical or legal -- than those who live and interact with just one parent, says a major new study.

Children in joint-custody settings have fewer behavioral and emotional problems, have higher self-esteem, better family relations and better school performance than children in sole custody, usually with the mother, says the report in the March issue of the Journal of Family Psychology, published by the American Psychological Association.

That does not mean that those in sole custody are ''clinically maladjusted or need some kind of therapy,'' says researcher and psychologist Robert Bauserman of the Maryland Department of Health and Mental Hygiene. ''It just means they don't do as well on average.''

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The newest findings are the latest salvo in an ongoing dispute over what is the best arrangement for the children of divorce. This meta-analysis, or scientific study of studies, comes down solidly in favor of both parents sharing all aspects of a child's life, as long as both are capable parents.

The study defines joint custody as either physical custody, in which the youngster spends time with each parent, or shared legal custody, in which the child lives with one parent but both share decision-making and stay involved. This keeps the father in the loop, which helps a child adjust to parental divorce, experts say.

Bauserman examined 33 studies that looked at 1,846 sole-custody and 814 joint-custody children, as well as kids in 251 intact families.

He found that the bulk of the studies show that children in joint-custody arrangements are virtually as well adjusted as those in the intact families, ''probably because joint custody provides the child with an opportunity to have ongoing contact with both parents.''

These findings contradict experts who believe that joint custody disrupts the stability of a child's life, shifting back and forth between parents, or that it exposes the child to two parents who endlessly bicker.

To the contrary, Bauserman speculates that parents who contain their anger at the time of the divorce may self-select into joint custody.

They are quite capable of continuing to parent together without a lot of rancor, Bauserman says. It is the sole-custody parents who report continued high levels of conflict over parenting decisions with ex-partners.

Almost all states offer a joint-custody option, Bauserman says, although many judges still favor maternal custody and oppose joint physical custody.

Alan Booth, a sociologist and researcher at Pennsylvania State University, says Bauserman's research is solid. ''This is very consistent with the things we find. If couples are able to cooperate in joint custody, we would expect the children to do better,'' Booth says.

Although joint custody may sound good, it does not automatically mean parents won't be in continued conflict, warns Lynne Gold-Bikin, past chairman of the American Bar Association Family Law section. ''It is a no-brainer'' that children will do well if their parents both continue to parent well after divorce, she says. But we are talking about parents who, when married, ''couldn't decide on the toothpaste. Why will they get along now?''

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@ karin5

Antwort von spiky73 am 26.09.2005, 11:14 Uhr

hallo karin,

ich muss gestehen, ich kapiere meist gar nicht, was richie sagen will.

auch wenn ich eine frau bin (und die sich ja immer etwas subtiler und grammatikalisch komplizierter ausdrücken als männer) vermisse ich bei richie jedes mal einfache, klar strukturierte sätze, die mit der aussage auf den punkt kommen.

will sagen: wenn richie anfängt hier zu psychologisieren und nicht auf den punkt kommt, klicke ich seine beiträge einfach weg.

lg
martina

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@spiky73

Antwort von karin5 am 26.09.2005, 16:29 Uhr

;-)

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