Für alleinerziehende Eltern

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Geschrieben von sterntaler am 08.12.2004, 12:53 Uhr

so schnell kann's passieren ohne vorsorge! (:o(

hallo,
hier eine sehr traurige unfassbare geschichte aus dem heutigen hamburger abendblatt! (:o(

Leyla (6) - ihre Mutter kehrt nie mehr zurück
Hummelsbüttel: Ariane K. ist eine von bisher 44 Verkehrstoten dieses Jahres in Hamburg. Die Geschichte einer Tragödie

Von Christian Denso

Auf der Beerdigung ihrer Mutter ist die Sechsjährige gleich hinter dem Sarg gegangen. Den ganzen Weg von Kapelle 9 auf dem Friedhof Ohlsdorf bis zum Grab. Hat tapfer Abschied genommen von Ariane K. (44), so gut, wie das ein Kind kann. "Aber ich fürchte", sagt Leylas Vater, "daß sie noch nicht begriffen hat, daß ihre Mami nie zurückkehren wird."

Die Folgen eines schrecklichen Verkehrsunfalls. Ariane K., eine von bislang 44 Verkehrstoten in diesem Jahr auf Hamburger Straßen. Es war nur eine kleine Meldung im Abendblatt, hinter der sich die Familientragödie verbirgt. Am 20. November ist Leylas Mutter Ariane K. an den Folgen des Unfalls zwei Tage zuvor auf der Hummelsbütteler Landstraße (Hummelsbüttel) gestorben. Sie hinterläßt zwei Kinder: Leyla und ihren 19 Jahre alten Bruder Luis. Die Geschwister fürchten, auseinandergerissen zu werden - und ihr Zuhause zu verlieren.

Rückblende. Morgen vor drei Wochen. Ein nebliger Donnerstag abend. Nach der Arbeit parkt Ariane K. ihr Auto an der Hummelsbütteler Landstraße, nicht weit von zu Haus. Als die Sozialpädagogin im Dunkeln die zweispurige Straße fast überquert hat, ist sie vielleicht eine Sekunde unachtsam. Eine 71jährige in ihrem Ford Fiesta erfaßt die Mutter, sie wird auf die Gegenfahrbahn geschleudert. Dort überrollt ein Mercedes Ariane K., sie wird zwischen Hinterachse und Auto eingeklemmt.

Ariane K. wird Leyla nie wieder zum Reiten oder zum Schwimmen bringen. Sie stirbt am Sonnabend um 9.35 Uhr. Ohne wieder aufgewacht zu sein.

Die Schuldfrage ist offen, sagt die Polizei. Ein Gutachter wurde eingeschaltet. Hat die Fiesta-Fahrerin zumindest mit schuld, weil sie die Mutter zu spät gesehen hat?

Unglaublich: Das Bezirksamt Nord, für das Ariane K. sich seit 14 Jahren als Sozialarbeiterin um Kinder kümmerte, verweigert das Weihnachtsgeld für die Mutter. Die bereits ausgezahlte Summe ließ sich das Amt sogar zurückerstatten. Begründung: Die Mutter hätte noch bis zum 1. Dezember arbeiten, leben müssen - sieben Arbeitstage mehr. Peter Hansen, Sprecher der Behörde, der sich zu dem Einzelfall nicht äußern möchte, bestätigt auf Anfrage: "Generell gilt die Regelung: Stirbt ein Angestellter vor dem 30. November, so ist das Weihnachtsgeld nicht auszuzahlen."

Doch das fehlende Geld ist nur eines vieler Probleme, das die Kinder jetzt mit der Hilfe von ihrer Tante Astrid Dumschat und Leylas Vater Mehmet Terzi (36) lösen müssen. Terzi, der sich vor zwei Jahren von Ariane K. getrennt hatte, ist plötzlich Familienvater, muß einen Haushalt führen. Vor allem geht es um das Reihenhaus mit einem kleinen Garten am Primelweg, "ihr größter Wunsch", wie Sohn Luis sagt, den sich Ariane K. vor vier Jahren erfüllt hatte.

Jetzt drückt die Hypothek, 93 000 Euro. Mehmet Terzis Gelegenheitsjobs reichen der Bank nicht als Sicherheit. Luis' Vater, der seinen Sohn vor elf Jahren das letzte Mal sehen wollte, ist verschwunden. Ihre Lebensversicherung hatte die Mutter erst im Sommer aufgelöst. Für ein Campingmobil, mit dem sie nächstes Jahr nach vier Jahren ohne Urlaub mit Leyla und Luis nach Dänemark fahren wollte. "Allein kann ich die Kreditraten von 850 Euro im Monat nie zahlen", sagt Leylas Vater. Leyla müßte mit Mehmet Terzi in eine kleine Wohnung umziehen, der 19jährige Luis irgendwo allein unterkommen.

An Heiligabend, dem Tag, an dem Ariane K. 45 Jahre alt geworden wäre, will Leyla ihrer Mutter einen Luftballon mit einem Geschenk in den Himmel schicken: "Sie sitzt da bestimmt irgendwo als Engel."


gerade für solche fälle sollten wir als allein erziehende für unsere kinder bestens vorgesorgt haben, damit nach unserem ableben wenigstens in dieser hinsicht alles im "grünen" bereich ist!

das thema testament etcpp hatten wir hier ja schon desöfteren angesprochen und ich kann jedem nur empfehlen sich in dieser sache notariell gut beraten zu lassen und vorzusorgen, damit die kinder kein "böses erwachen" bei aller trauer heimsucht!

liebe grüße
sterntaler

 
1 Antwort:

Ja und nein...

Antwort von Murmeline am 08.12.2004, 16:15 Uhr

...ich finde das Schicksal dieser Familie auch sehr tragisch. Aber was nützt die beste Vorsorge, wenn das Sozialamt die "Vorsorge" einkassiert (wg. Vermögen) oder (angenommen) der Vater das geerbte Vermögen des Kindes nicht zu dessen Wohl einsetzt?
Ich kann auch persönlich nicht nachvollziehen, wie eine alleinstehende verschuldete Frau ein Wohnmobil kauft, anstatt davon ihre Hypothekenschuld zu verringern(sorry).Urlaub mit den Kindern kann man auch in Form einer Pauschalreise machen - es kommt doch auf "Zeit füreinander" und weniger auf die Rahmenbedingungen an, finde ich...
Davon abgesehen: das Kind wird Halbwaisenrente sowie Kindergeld erhalten; wenn der Vater arbeitslos ist, bekommt er Kinderzulage. Das Kind dürfte damit finanziell versorgt sein und außerdem ist am wichtigsten, dass es eine liebevolle Umgebung hat und ihm von den Verwandten gut geholfen wird, den Tod der Mutter zu verkraften. Sicher, der Tod der Mutter in diesem Zeitungsbericht ist furchtbar, keine Frage. Aber von den übrigen geschilderten Punkten (Armut, verschuldetes Erbe) sind Millionen in diesem Land betroffen, auch ohne Tod...
Nachdenkliche Grüße
Murmeline

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