Für alleinerziehende Eltern

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Geschrieben von knoedelflo am 25.07.2005, 15:59 Uhr

Ergänzend zu:kann man einen Vater zwingen seine Kinder zu sehen?

Also das Jugendamt hat ja schon vermittelt. Es gab 4 sog. Familientermine, bei 2 ist er gar nicht erst erschienen. Bei den anderen 2 Gesprächen waren eine Psychologin und ein Mediator anwesend, um zu vermitteln. Er nimmt seine Kinder nur nicht, weil er der Meinung ist, wenn er sie auch nur für ein paar Stunden hat, hab ich in dem Moment Freizeit und das will er auf gar keinen Fall. Er will mich am Boden sehen, er will mich fertigmachen und dazu benutzt er die Kinder. Das Jugendamt hat mehrere Gespräche mit ihm geführt, da ist er immer einsichtig, aber wenn er dort raus ist, kommt gar nichts. Er haßt mich dermaßen, weil ich ihn verlassen hab und trägt alles über die Kinder aus und benutzt sie dafür. Da kennt er keine Grenzen. Ihm wurde schon mehrfach im JA gesagt, daß seine Kinder darauf brennen ihn zu sehen und todtraurig sind deswegen, aber das interessiert ihn nicht. Ich hasse diesen Menschen so sehr, weil er seine eigenen Söhne so quält. Was gibt es nur für Scheiß-Väter auf dieser Welt???
Trotzdem vielen Dank für Eure Tipps!!!
Aber haben nicht die Kinder auch ein Recht auf ihren Vater??? Was wäre wenn wir Mütter auch so reagieren würden??? Dann wären viele Kinder im Heim nur weil nach einer Trennung sie keiner mehr will??? Ich versteh die Welt nicht mehr???!!!

 
19 Antworten:

Re: Ergänzend zu:kann man einen Vater zwingen seine Kinder zu sehen?

Antwort von Elisabeth mit Fumi & Temi am 25.07.2005, 16:15 Uhr

Das klingt wie meiner. Als ich ihm anbot, daß er die Kinder freitags vom Hort abholen und dann bis Samstag oder Sonntag bei sich behalten könnte, wollte er das nicht. Begründung: Dann kann ich ja Freitag abends ausgehen und möglicherweise andere Männer treffen. Ganz ehrlich: Wenn ich das möchte, kann ich das auch ohne seine Hilfe. Ich habe genug zuverlässige und liebe Babysitter.

Schreib' ihn ab. Ich tue das auch. Und je weniger ich mich ärgere, daß er sich den Kindern gegenüber wie ein Idiot aufführt, desto besser kommen die Kinder damit zurecht. Natürlich leiden die Kinder, aber das kannst Du nicht verhindern oder ändern. Besser ist es, Du fängst sie auf in ihrer Trauer, läßt sie trauern, trauerst gegebenenfalls mit ihnen gemeinsam, und gehst dann mit ihnen einen guten und für Euch passenden Weg weiter.

Ich weiß, als Mutter leidet man mit. Als Fumi mit einer bösen Platzwunde am Kopf im Rettungswagen ins KKH fuhr, habe ich geheult wie ein Schloßhund. Der Sanitäter hatte mit mir fast mehr zu tun als mit Fumi ;-). Fumi fand das alles im Nachhinein nur spannend, ich schaue auf die Narbe immer noch mit Schaudern. Kinder verkraften viel, wenn sie müssen und wenn man sie dabei gut und kompetent begleitet. Sie brauchen Zeit, aber sie werden darüber hinwegkommen, mit Deiner Hilfe. Und vielleicht - vielleicht - werden unsere Ex-Männer irgendwann mal erwachsen und können dann ihre Aufgaben als Väter wahrnehmen. Ich glaube es zwar nicht, zumindest nicht bei meinem, aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Und Drängeln macht es für die Väter nicht einfacher, glaube ich.

Ich wünsche Dir viel Kraft,
Elisabeth.

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Re: Ergänzend zu:kann man einen Vater zwingen seine Kinder zu sehen?

Antwort von Yola am 25.07.2005, 16:56 Uhr

Hallo knoedelflo,

ich kann's mitfühlen, Deine Wut, Deine Enttäuschung und das Schlimmste, der Schmerz, dass den Kindern wehgetan wird, dass nicht sie das Wichtigste und Kostbarste sind, das man auf jeden Fall wahren möchte, auch wenn man dazu sein eigenes Ego, seine Wut (auf den Partner/în) erstmal hintanstellen muss. Mir geht's ähnlich. Der Papa hängt mir zwar einen Prozess nach dem anderen an den Hals, bemüht sich aber nicht mal vor Gericht und hat die Kinder seit Februar (abgesehen von ein paar Stunden bei einer Hochzeit im Mai) nicht mehr gesehen, obwohl er das jederzeit kann. Meine Jungs sind noch sehr klein, (19 Monate) und können sich wahrscheinlich überhaupt nicht mehr erinnern, dass wie mal mit dem Papa zusammengelebt haben und ich hoffe von ganzem Herzen, dass sie nicht Schaden nehmen. Aber ich kann ihren Papa nicht dazu zwingen, sie zu sehen. Seit ich das eingesehen habe, und mir gesagt habe, es ist seine Verantwortung, den Kontakt zu den Kleinen zu pflegen, die Tür ist jederzeit offen, aber ich lauf ihm nicht mehr hinterher, geht es mir seltsamerweise besser. Die Situation ist so, wie sie ist, und ich gebe mein Möglichstes, das Beste für die Kinder und mich daraus zu machen. Mehr kann niemand verlangen. Und so geht es auch. Natürlich habe ich auch Angst davor, was in Zukunft auf uns zukommen mag, was die Jungs sagen werden, wenn sie erstmal sprechen können, ob ihr Papa ihnen dann vielleicht böse Dinge über mich erzählt, um mich über die Kinder zu verletzen usw. Aber ich sage mir, über die Brücke gehe ich, wenn es soweit ist und jetzt mache ich das Beste, aus dem, was wir haben.

Ich wünsche Dir ganz viel Kraft und Liebe für Dich und Deine Kinder

Christiane

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Re: Ergänzend zu:kann man einen Vater zwingen seine Kinder zu sehen?

Antwort von knoedelflo am 25.07.2005, 18:49 Uhr

An Elisabeth mit Fumi und Temi
und an Yola
Ich danke Euch beiden für Eure mitfühlenden Worte, ich glaube ihr habt total recht. Meine Jungs sind 5 und 12 und manchmal hab ich halt auch egoistische Momente, wo ich denke, jetzt bräuchte ich mal ein paar freie Stunden, nicht um was zu erleben, sondern einfach auf dem Sofa zu liegen und mal Kraft und Ruhe zu tanken, weil man irgendwie nie Freizeit hat. Mein 12jähriger ist noch zu 80 % geistig behindert und der Kleine hyperaktiv, und mir wächst halt oft auch alles über den Kopf und ich bein geschlaucht, gefrustet, gereizt und überfordert. Und das muß ich auch noch die Trauer der Kinder auffangen, obwohl ich selbst Hilfe bräuchte, das Leben ist manchmal so ungerecht. Aber ihr hab ja recht. Ich muß ihn abschreiben. Und ihr habt mich darin gestärkt jetzt, ich werde es auf jeden Fall versuchen und mein Leben jetzt so einrichten, daß ich nur noch allein für die Kinder da bin und ihn nicht mehr brauche. Das muß ich einfach schaffen.
Ich wünsche Euch auch viel Kraft und gute Nerven,

Jeannette

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Elisabeth mit Fumi und Temi

Antwort von knoedelflo am 25.07.2005, 18:51 Uhr

Ein Psychologe hätte es nícht besser formulieren können - DANKE.
Wie alt sind Deine Kinder?

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Für Yola

Antwort von knoedelflo am 25.07.2005, 18:54 Uhr

Meine Psychologin hat mir fast dasselbe gesagt - Respekt. Du weißt schon sehr viel.
Ich wünsch Dir auch viel kraft.
Beitrag eins höher gilt auch für Dich zum lesen.
DANKE

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Übersicht

Antwort von Richie am 25.07.2005, 19:53 Uhr

Hallo knoedelflo,

so ärgerlich für dich und traurig für die Kinder sein Verhalten ist, es gibt auch noch gewisse Gegenaspekte.

Arbeitende Väter im alten Rollenmuster
sehen normalerweise ihre Kinder täglich, betreuen sie aber nie alleine. Ihre Vaterrolle ist immer mütterlich gepuffert, denn die Zuständigkeiten und Arbeitsteilungen sind: hie Gelderwerb, da Kinder und Haushalt.
Nach Trennung soll das ganz anders sein:
Vater sieht die Kinder nicht mehr täglich, soll sie aber dann umgangsweise alleine betreuen. Das hat er nie gelernt und ist gewiss in dieser Rolle auch nicht erzogen worden.
Ein solcher Vater erlebt so eine Trennung auch als (prinzipielle) Trennung von seinen Kindern, die ihm durch die partnerschaftliche Trennung auferlegt ist.
Gerade Väter im alten Rollenmuster verlieren im heutigen Trennungsszenario
ihre Familie.
Das fördert in ihnen die Neigung, den Kontakt zu ihren Kindern ganz abzubrechen, weil die Kinder in gewisser Weise auch Bereichtsteil ihrer Exfrauen
sind und weil die Väter die durch Umgang immer wieder schmerzlich wachgerufene
Erinnerung an die untergegangene Familie
eher meiden möchten.

MfG Richie

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Re: Übersicht

Antwort von bikermouse66 am 25.07.2005, 20:44 Uhr

ach Richie, mir kommen echt die Tränen, wenn ich an die ach soooooo armen Männer denke, heuuuuuuuuul

Sorry, warum kannst Du nicht mal sagen, es gibt Männer, die haben es nicht verdient Kinder zu haben und sind einfach Arschlöcher???

Ganz liebe Grüße

mousy und die vaterlosen Minibiker, die ich erwürgen werde, wenn sie mal solche Väter werden

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Re: Übersicht

Antwort von Richie am 25.07.2005, 21:18 Uhr

Hallo bikerin,

Du antwortest auf Aussagen, die ich nicht gemacht habe - warum wohl?

Es ging um wertungs- und schuldzuweisungsfreie Erklärungen.
Und Du verkennst, daß viele Mütter in
Korrespondenz zu diesem alten Väter-Bild
agieren und umgangswillige Nachtrennungsväter allmählich aus dem Leben der Kinder hinausdrängen und ihre neuen Partner als ''Papas'' aufbauen.
Und Du verkennst, daß sich fast alle familienbezogenen Verhaltensweisen bei
Müttern und Vätern überwiegend unterbewußt nach gelernten Rollenmustern vollziehen, die sich kaum auf Dauer
erwartungsgemäß steuern lassen, über die auch kaum geredet und verhandelt wird und die auch nicht ausprobiert werden bevor der 'Ernstfall' eintritt.
MfG Richie

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@ knoedelflo

Antwort von Elisabeth mit Fumi & Temi am 26.07.2005, 9:22 Uhr

Fumi ist 9 und Temi ist 4.
Fumi hat auch ADS, allerdings die Träumer-Variante, außerdem hat sie Legasthenie.

Hast Du Leute, die mal auf Deine Kinder aufpassen? Wenn ich eine Auszeit brauche, finde ich eigentlich immer jemanden, der die Kinder nimmt, notfalls einzeln. Meine Familie ist leider weit weg, aber ich habe mir in den letzten 2 Jahren einen wunderbaren Freundeskreis aufgebaut (was mein Ex immer zu verhindern wußte).

Aber ich weiß, daß das mit einem behinderten Kind oft viel schwerer ist. Das trauen sich viele nicht zu. Meine Freundin (auch AE) hat ein behindertes Kind, auch geistig behindert. Der Kleine ist 6, aber auf dem Entwicklungsstand eines 2jährigen. Ein süßer Knopf, aber natürlich total anstrengend. Sie hat jetzt im Internet eine Gruppe von Eltern behinderter Kinder aufgetan, die z.B. Wochenenden und Ferienwochen veranstalten, wo auch die Eltern ein bißchen verwöhnt und entlastet werden. Auch dem großen Bruder tut es gut, mal seine Mama ohne "nerviges kleines behindertes Anhängsel" zu genießen. Wenn Du magst, frage ich sie nach der HP. Ich weiß aber nicht, ob der Verein nur hier in München oder auch überregional aktiv ist.

Schöne Grüße,
Elisabeth.

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Na ja

Antwort von Elisabeth mit Fumi & Temi am 26.07.2005, 9:25 Uhr

Mein Ex war ja arbeitslos zu Hause und hat sich früher oft alleine um die Kinder gekümmert. Das Argument mag manchmal zutreffen, aber auch nicht immer.

Ich stimme Biker zu: Es gibt einfach Männer, die sind A..löcher. Traurig, aber wahr.

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Re: Na ja

Antwort von Richie am 26.07.2005, 10:32 Uhr

Hallo Elisabeth,

soweit ich weiß, wart ihr ja nicht verheiratet?
Ich vergaß, es deutlich zu schreiben: ich bezog mich vorwiegend auf eheliche Verhältnisse.
Natürlich gibt es Männer, die A...
genannt werden können. Solche Aussagen sind aber so wenig hilfreich wie überflüssig, zumal hier jede Posterin
eignetlich nur über ihr A---exemplar
berichten kann und zumal es ohne Bericht
der Gegenseite schwierig ist, solche
Bezeichnung hier als LeserIn nachzuvoll-
ziehen.
Ich finde es immer wieder erstaunlich, daß hier Posterinnen ihr Schicksal schildern, sich aber dann anhand ihres
beklagenswerten Exemplars von A....
dazu versteigen, plötzlich den Plural zu verwenden und damit zu verallgemeinern
:-) MfG Richie

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Re: Na ja

Antwort von Elisabeth mit Fumi & Temi am 26.07.2005, 11:43 Uhr

Wir waren verheiratet und haben das gemeinsame Sorgerecht.

Es gibt einfach A..löcher, männliche wie weibliche. Das ist eine bedauerliche aber unabänderliche Tatsache des Lebens.

Ich bezweifle nicht, daß das jeweilige A-loch gute Gründe für sein A-loch-Sein hat. Diese Gründe liegen oft in der Kindheit, der Persönlichkeitsstruktur, der Sozialisation usw. Die wenigsten A-löcher stehen morgens auf und beschließen, heute ihren Kindern großen Schaden zuzufügen. Sie tun das, weil sie aus den verschiedensten Gründen nicht anders können.

Ich habe z.B. auch großes Mitleid mit Menschen, die ihre Kinder schlagen. In den meisten Fällen sind sie schlicht und ergreifend völlig überfordert und haben keine anderen Lösungsstrategien entwickeln können. Sie tun mir leid. Nichtsdestotrotz sind es A-Löcher.

Im Grunde machen diese Väter doch das gleiche. Sie schaden ihren Kindern, weil sie nicht anders können. Aber der Schaden bleibt bestehen und muß aufgefangen werden. Ich kann versuchen, diesen Vätern zu helfen, damit sie aus dieser Falle herauskönnen (wobei die jeweiligen Expartnerinnen damit meistens völlig überfordert und aufgrund der persönlichen Nähe auch gänzlich ungeeignet sind). Aber im Moment, wo sie so etwas tun, sind und bleiben sie A-Löcher.

Schönen Gruß,
Elisabeth.

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Re: Na ja

Antwort von bikermouse66 am 26.07.2005, 12:39 Uhr

Was spielt es für eine Rolle ob verheiratet oder nicht verheiratet???

Wir haben für den Kleinen auch das gemeinsame Sorgerecht. Das war sogar MEIN ausdrücklicher Wunsch. Und nun??? Der Mann hätte im Umgang gar keine Türen einrennen können, weil es keine gab. Seine Aussage ist, besser, wenn ich das Kind nicht besuche, dann hab ich weniger damit am Hals. Sorry, aber leider gibt es davon nicht nur einen Mann. Kenne zumindest schon 2. Solche Aussagen bestätigen doch ziemlich deutlich, Mann macht sich nach der Trennung ein nettes Leben und läßt alle, wie man so schön sagt, Altlasten zurück. Schade, daß da noch diese dumme Zahlungsverpflichtung bleibt, wo das JA auch noch lästig wird.

Dennoch frage ich mich, wie man (meine sowohl Frauen als auch Männer) so klat sein kann zu seinem Kind und es sitzen läßt, vergißt oder am Telefon kalt abwimmelt. Das sind und bleiben für eben A......

LG
mousy

Na ja, zum Ausgleich gibt es zum Glück noch Männer, die sich sogar Frauen mit 3 oder mehr Kindern, die nicht leiblich sind, an den hals hänegn und getrennte Väter, die sich für ihre Kinder ein Bein ausreißen. Auch solche kenne ich.

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@ Richie

Antwort von Leena am 26.07.2005, 13:23 Uhr

Hallo Richie,

zunächst einmal - Elisabeth was sehr wohl verheiratet (hat sie ja auch mittlerweile schon selber gepostet), es war ja wohl - nach ihren Berichten hier - lange genug ein ausgesprochenes Drama, bis sie endlich geschieden wurden, also kannst Du Dich in ihrem Fall sehr wohl auf eheähnliche Verhältnisse beziehen. Auch wenn ihr Modell, dass der Ehemann als "Hausmann" zu Hause blieb, während die Frau verdiente, sicherlich nicht die Regel ist, gebe ich auch wieder zu. Nur - was ist die Regel? Zu Zeiten meiner Großeltern sicherlich noch, dass der Mann voll verdiente und die Frau komplett zu Hause blieb, zu Zeiten meiner Eltern eher, dass der Mann voll verdiente, während die Frau noch nebenbei bzw. teilzeit arbeitete, und heute sehe ich im Bekannten- und Kollegenkreis immer öfter das Modell, dass BEIDE teilzeit arbeiten und sich auch bei der Kinderbetreuung ergänzen. In dem Bereich hat sich wirklich viel verändert, in den letzten Jahren und Jahrzehnten!

Ansonsten stört mich Dein Satz von der "Neigung" mancher Väter, "den Kontakt zu ihren Kindern ganz abzubrechen, weil die Kinder in gewisser Weise auch Bereichtsteil ihrer Exfrauen sind und weil die Väter die durch Umgang immer wieder schmerzlich wachgerufene Erinnerung an die untergegangene Familie eher meiden möchten" schon ziemlich. Für mich klingt das wie eine Entschuldigung (okay, meinetwegen auch eine wertfreie Erklärung, eventuell...) für diese Väter. Meinst Du denn, Müttern geht es anders? Meinst Du, bei einer Mutter werden durch den Umgang mit dem Kind nicht auch "immer wieder schmerzliche Erinnerungen wachgerufen"? Trotzdem, daran kann "frau" nichts ändern, da muss sie durch, wenn sie ihre Kinder nicht (auch) verlassen will, und da sind ihre Gefühle im Alltag letztlich ganz unerheblich! Da leuchtet es mir nicht ganz ein, dass dieses Argument - das doch für beide beteiligten Ex-Partner gilt - bei den "armen Männern" eine Erklärung dafür ist, dass sie den Kontakt zu den Kindern abbrechen - wahrscheinlich auch noch wegen der "vielen Mütter", die "umgangswillige Nachtrennungsväter allmählich aus dem Leben der Kinder hinausdrängen und ihre neuen Partner als ''Papas'' aufbauen". Ist diese Aussage von Dir auch "wertungsfrei"? Ehrlich gesagt, die Formulierung "hinausdrängen" lässt es - bei meinem ggf. beschränkten/voreingenommen Empfängerhorizont ;-) - nicht so erscheinen...

Natürlich sollte man nicht von seinem Einzelfall aus verallgemeinern, klar, aber mir persönlich erscheint die Aussage, dass "viele Mütter umgangswillige Nachtrennungsväter () aus dem Leben der Kinder hinausdrängen und ihre neuen Partner als 'Papas'aufbauen" auch arg verallgemeinernd. Es gibt Mütter, die das tun - ja. Genauso wie es Väter gibt, die sich wirklich wie A... verhalten. Beides ist falsch, in meinen Augen. Aber in Deinen Postings findest Du immer wieder so wunderbare Erklärungen, warum die armen Väter so handeln, wie sie handeln - die Ex-Frau ist schuld, die ihn hinausdrängt, die alten Rollenmuster, die eigene Erziehung, die herrschenden Gesetze sowieso... Ist ja alles schon und gut, und sicherlich hast Du in sehr, sehr vielen Punkten auch recht - aber falsches Handeln wird doch dadurch nicht richtiger, dass man es erklären kann, oder? Manchmal würde ich ganz persönlich mir einfach mal von Dir in einem Posting die Aussage wünschen, dass dieses Verhalten mancher (vieler?) Väter, die sich hinausdrängen lassen und dann den Kontakt abbrechen, zwar erklärbar ist, aber trotzdem falsch! Aber das ist wohl wieder nicht wirklich "wertfrei"... (Von "A...loch" muss man allerdings dabei auch nicht gleich sprechen, Menschen sind nun einmal nicht fehlerlos und begehen Fehler, immer wieder, um da zum "A...loch" zu werden, muss in meinen Augen noch eine ganz gewaltige Portion Vorsatz hinzukommen - aber das wird auch wieder jeder anders sehen...)

Was allerdings Deine These mit den "arbeitende Väter im alten Rollenmuster" angeht - sicherlich hast Du da teilweise recht, aber doch auch nicht so ausschließlich! Von wegen sie "sehen normalerweise ihre Kinder täglich, betreuen sie aber nie alleine", was sie aber "nie gelernt" haben und "gewiss in dieser Rolle auch nicht erzogen" wurden. Das bestreite ich doch! Selbst mein Großvater, der sich noch aktiv an den letzten Kaiser erinnern konnte (also schon laaange her ;-) ), in jeder Hinsicht ganz im "alten Rollenmuster" erzogen wurde, auch er war ein wunderbar liebevoller Vater und Großvater und hat sich um seine Kinder (und später Enkel) sehr wohl eigenständig gekümmert, schließlich waren es ja auch SEINE Kinder und Enkel. Sicher, über einen längeren Zeitraum wäre es ihm schon mühsam geworden (allein bei seiner so konsequenten Weigerung, "Frauenarbeit" zu leisten, so dass er z.B. das vorgekochte Essen lieber morgens auf die Heizung stellte, in der Hoffnung, bis Mittag sei es warm, statt einmal es auf den Herd zu stellen und heiß zu machen, seufz!), aber er hat sich wirklich immer sehr um alle seine Nachkommen bemüht! Okay, mittags hätte er - im Trennungsfall - dem Nachwuchs nur kaltes Essen vorgesetzt (die Kinder hätten schon gelernt, zumindest eine Mikrowelle zu bedienen), aber dafür hätte er jedes WE neue Bücher zum jeweils aktuellen Hobby der Kinder angebracht, Ausflüge an verwunschene Orte unternommen, endlos lange und geduldig Geschichten erzählt,... Okay, es wäre "anders" gewesen als der "Service wie bei Muttern", aber deswegen doch nicht schlechter! Und auch mein eigener Vater (mittlerweile auch seit Jahren in Rente) ist sicherlich so erzogen worden, dass Kinderbetreuung "Frauenarbeit" sei, aber auch er schafft es, ohne "weibliche Pufferung" auch mal ein paar Stunden/Tage die Kinder/Enkel zu betreuen - auch wenn er sich zugegebenermaßen leichter tut, je älter der Nachwuchs ist. Mit Babys tut er sich schwerer, mit Kleinkindern geht's schon, und mit KiGa-/Schulkindern klappt es eigentlich sehr gut... Klar, er macht bestimmt nicht alles so, wie "frau" es selber täte (mir fällt's auch nicht immer ganz leicht, da nichts zu sagen, seufz!), aber "anders" heißt doch deswegen nicht gleich "schlecht"!

Auch wenn Erziehung/Rollenmuster/Rollenverhalten da viel erklären mag - ihre Fehler machen die betroffenen Väter doch trotzdem selber und in eigener Verantwortung, sehe ich zumindest so!

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na ja

Antwort von Richie am 26.07.2005, 14:48 Uhr

Hallo Leena,

ich habe nie von ''armen'' Vätern geschrieben und auch nicht versucht, irgendetwas zu ''entschuldigen''.
Du dagegen versuchst offenbar demgegenüber, ein Schuldkonstrukt in gewissen 'Fehlverhalten' aufzubauen.
Das ist keine Gesprächsbasis.
MfG Richie

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@Elisabeth mit Fumi und Temi

Antwort von knoedelflo am 26.07.2005, 15:55 Uhr

Das wäre ganz nett, wenn du mal fragst.
Hab leider keinen Freundeskreis, mein EX hat mir nie die Möglichkeit dazu gegeben und jetzt bin ich so eingespannt, daß mir die Zeit dafür fehlt und auch die Möglichkeit. Tagsüber arbeiten und dann die Kinder. Und am Wochenende beide Kinder den ganzen Tag, da sind die Möglichkeiten einfach begrenzt. Und keiner meiner wenigen "Bekannten" nimmt freiwillig eins meiner Kinder. Leider!!! Sie sind halt sehr sehr lebhaft. Und mein EX kümmert sich sooooo selten, daß ich darauf überhaupt nicht mehr bauen kann.

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also..

Antwort von Richie am 26.07.2005, 18:10 Uhr

Hallo Leena,

ich denke, Elisabeth ist sowieso ein Spezialfall, weil sie ein behindertes Kind hat, das besondere Belastungen und
Belastungsreaktionen hervorruft.

Die Grenzen zwischen den Rollenverteilungen sind sicher zunehmend
verwischt worden. Ich sehe aber auch, daß viele Berufsfelder der Männer immer noch sehr wenig kinderfreundlich sind,
während auch jobende Frauen eher teilzeitarbeiten und somit sich mehr Zeit für die Kinder nehmen können.
Zudem arbeiten die meisten Mütter auch heutzutage noch, um einen Zusatzverdienst einzufahren, d.h. die Väter werden vielfach noch als die Hauptverdiener angesehen. Dementsprechend haben auch Mütter sehr oft Probleme damit wenn s i e wie
Hauptverdiener Vollzeit arbeiten - siehe z.B. auch oben vivis1 Posting.
Auch wenn sich die tatsächliche Kinderbetreuung mehr zu den Vätern hin verlagert hat, so bleiben dennoch in vielen Köpfen alte Rollenselbstverständnisse wirksam, die auch gerade in kritischen Trennungssituationen auftauchen.

Ich habe schon in vielen Postings hier deutlich geschrieben, daß dieses und jenes Verhalten von Vätern ''falsch'' sei.
Leider liegen die wirklich aufklärenden Details viel tiefer als hier in einem Forum darstellbar.

Meine erwähnten Rollenväter sind doch gerade von ihren Kindern getrennt, sie sind es doch, die aus dem täglichen Miteinander mit ihren Kindern entfernt sind - nicht die Mütter. Die Mütter haben ja die Kinder bei sich und erleben sie eben nicht als von sich getrennt.
Da hinkt Deine Gegenüberstellung aber gewaltig.
Erste Gefahrenquelle bei Trennungen ist
die Niederlage der Getrennt-Werdenden.
Diese Kränkungsfolgen werden m.E. bei Trennungen zu wenig berücksichtigt und beratend angegangen.

Großeltern haben es motivatorisch viel leichter, ihre Enkel zu betreuen, denn
1. haben sie ihr erfolgheischendes Berufsleben (fast) hinter sich und
2. können sie das f r e i w i l l i g
machen, ohne daß es von ihnen verlangt
wird, und
3. stehen sie nicht im Zentrum der Verantwortung für diese Kinder, und
4. haben sie einen Erkenntnislevel erreicht, der in Kindern weniger die Last als vielmehr die Lust sieht.

Natürlich macht jede/e seine/ihre Fehler selber, ich weise aber ergänzend darauf hin, daß familiäre Vorgänge sehr stark
verbunden ablaufen, auch in den Schuld-Rollen und den entsprechenden Schuldeinladungs-Rollen.
Das fängt schon bei der Partnerwahl an.
MfG Richie

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Re: also..

Antwort von Abrakadabra am 26.07.2005, 21:09 Uhr

Liest Du eigentlich die Beiträge, bevor Du antwortest?

Gruß - Abrakadabra

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ja

Antwort von Richie am 27.07.2005, 9:45 Uhr

Hallo Abrakadabra,

Gegenfrage: was genau läßt Dich evtl.
vermuten, daß ich Leenas Beitrag nicht gelesen habe?
MfG Richie

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