Für alleinerziehende Eltern

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Geschrieben von Suka73 am 08.08.2005, 13:36 Uhr

Die Akkus sind leer .... - sehr lang

Hallo, das Posting könnte von mir sein, so habe ich mich vor ein paar Wochen gefühlt und das über Monate hinweg.

Ich bin, wie ja eigentlich alle hier, ebenfalls AE und das seit der Schwangerschaft :o) Bei mir haben sich die Sorgen und Probleme noch gesteigert, weil ich immer nur gesehen habe, wie die Anderen auf die Pauke hauen, dem Kindsvater inklusive (der sich null kümmert) und ich daheim hocke. ich hatte das Gefühl mein Leben zieht an mir vorbei und alles, was ich tue, mache ich nur noch für mein Kind. Der Haushalt blieb liegen, obwohl ich den ganzen Tag daheim war. Es war mir peinlich jemanden in die Wohnung zu lassen, weils bei mir zum Teil aussah wie im Schweinestall.

Ich bin, nachdem Simon 1 Jahr alt geworden ist, wieder volltags arbeiten gegangen. Das hat anfangs sehr geholfen, da ich einen sehr schönen Job in einem guten Team habe und mich endlich auch wieder "zu was Nutze" gefühlt habe. Leider hat der Zustand nicht lange angehalten, denn irgendwann vor ein paar MOnaten kam der Tag, an dem ich keinen Bock hatte mein Kind abzuholen. Diese Tage häuften sich dann. Dazu kommt auch, dass Simon ebenfalls sehr anstrengend ist, was ich (wie Du) auch als "meine Schuld" ansehe.

Ich habe mir die Freiheit genommen mein Kind auch mal über Nacht bei der TaMu zu lassen (wir haben ein eher familiäres Verhältnis, das ist, als ob ich Simon zu meinen Eltern gebe über Nacht) Da gings mir dann was besser. Aber wie bei Dir hielt das Hochgefühl und das "das schaffe ich schon" nicht sehr lange an, Du hast zwar eine kurze Verschnaufpause, aber es ändert nichts an Deinem Leben.

Ich habe mir in der Zwischenzeit professionelle Hilfe geholt und bin in Therapie. Es ist absurt, ich hatte einerseits wirklich keine Lust mehr auf mein Kind, dachte ebenfalls wie Du, dass es woanders wesentlich besser aufgehoben ist und mein Sohn mich gar nicht lieb hat, dass er ein Musterknabe ist wenn er woanders ist - bei mir war er immer nur der Tyrann...

Seit ich diese Therapie mache geht es mir wesentlich besser. Ich habe jetzt erkannt woran es liegt, dass es "so" ist. Warum ich "so" bin. Und das mein Kind NULL dafür kann - und ich mir selbst im Weg stehe. Ich habe viele Tipps, die mir erziehungstechnisch gelehrt wurden, befolgt und sehe langsam auch bei Simon ein Ergebnis. Es ist nicht einfach darüber zu sprechen, es weiß auch nicht jeder - meine Ma z.B. meidet das Thema mit Absicht. Sie versteht nicht, dass ich in Therapie bin, ihrer Meinung nach brauche ich sowas nicht. Aber ich war schon der Meinung, dass ich das brauche.

Seitdem kann ich auf meinen Sohn wesentlich besser eingehen und versuche auch, Situationen zu durchleuchten und sie nochmal abzuspielen. Wenn ein Tag sehr gut war dann denke ich nur noch an die guten Sachen - nicht an das einmalige Zicken meines Sohnes beim Zubettgehen. Ich muss Tagebuch schreiben für die Therapeuten und für mich, in dem ich NUR das Gute aufschreibe, was am Tag passiert ist. Das ist gar nicht so einfach.

Bei mir kommt ein großer Hang zum Perfektionismus hinzu, ich habe immer das Gefühl ich muss allen beweisen, wie toll ich das alleine schaffe. Darum geht es gar nicht.

Ich weiß nicht, wie akut es bei Dir ist, ich würde aber ebenfalls vielleicht mal zu einer Beratungsstelle gehen, ProFamilia und die SOS-Kinderdörfer bieten sowas an und haben in jeder größeren Stadt Zweigstellen. Sie sind zum Stillschweigen verpflichtet, Du mußt also danach keine Angst haben, dass auf einmal das JA vor der Tür steht und Dein Kind mitnimmt. Mir haben solche Gespräche sehr geholfen bis jetzt! Du mußt einfach mit jemandem drüber reden und die Ursachen für Dein Unwohlsein herausfinden. Das geht manchmal recht fix :o)

Ich wollte von mir aus, dass es mir wieder besser geht, dass es mein Kind gut bei mir hat und dass wir einfach nur glücklich sind. Ich möchte nicht mehr mein Kind abholen mit dem Gedanken "boah, der schon wieder" - denn so ging es mir manchmal wirklich. Oder auf die Uhr schauen, wann der Tag vorbei ist. Ich fühle mich so schlecht dabei und habe wirklich ein monsterschlechtes Gewissen meinem Sohn gegenüber. Ich glaube, er merkt auch, dass mit mir in letzter Zeit was passiert ist - er ist auch viel herzlicher als früher...

Ich wünsche Dir alles alles Gute und falls Du magst, meine mail ist oben hinterlegt, Du kannst mir sehr gern schreiben.

LG Sue

 
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