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Geschrieben von kitekatzl am 03.11.2004, 16:05 Uhr

Brauchen Kinder einen Vater?

Hallo!
Ich hab vor einiger Zeit schon mal geschrieben...ich war die, deren Freund sich nach der Diagnose Leukämie eine Kellnerin geangelt hat. Ob die Krankheit gelogen oder wahr ist, weiß ich bis heute nicht.
An meiner Situation hat sich nicht viel geändert, außer daß ich mich - bis auf ein paar Rückfälle - mittlerweile wieder recht gut fühle und das Alleinsein ab und zu sogar genieße.
Jetzt beschäftigt mich aber etwas anderes. Ein Streitpunkt in unserer Beziehung war ja, daß ich ihn angeblich von seinem Kind fernhalte und ihn nichts machen lasse oder nichts zutraue. Tjaaaaa, die Sachlage war eher die, daß er sich kaum um den Kleinen gekümmert hat - er hatte ja immer etwas Wichtigeres vor...

Mein Ex hat ja nach unserer Trennung verlauten lassen, er wolle unseren Sohn (jetzt 8 Monate alt) mindestens 2 oder 3 Mal die Woche sehen, wogegen ich ja auch nichts einzuwenden hatte. Allerdings sind wir jetzt fast 2 Monate getrennt und er hat den Kleinen ganze zwei Mal (!!!) besucht. Ein paar Mal war er noch in meiner Wohnung, um seine Sachen zu holen, hat aber dabei weder verlangt, seinen Sohn zu sehen noch sich nach ihm erkundigt. Das macht mich traurig. Der Kleine ist ja noch zu jung um den Papa zu vermissen, aber auch wenn
der Papa ein A.... ist, wird er doch gebraucht, oder?
Ich hab ein bisschen Angst, daß er "psychischen Schaden" nimmt, wenn er mit mir und meiner Mutter - ohne männliche Bezugsperson aufwächst.
Was meint ihr?

lg Kordula

 
12 Antworten:

Re: Brauchen Kinder einen Vater?

Antwort von berlingirl am 03.11.2004, 17:15 Uhr

Hallo,
ich würde nicht von psychischem Schaden sprechen - aber meiner Meinung nach ist die klassische Familienkonstellation (Mutter, Vater, Kind), egal ob homo oder hetero, das absolut Beste, was einem Kind passieren kann.
Alle Männer die ich kenne, die ohne Vater aufgewachsen sind, haben, mit Verlaub gesagt, einige heftige soziale Probleme. Das ist meine Erfahrung.

LG
BG

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Re: Brauchen Kinder einen Vater?

Antwort von Ivana3005 am 03.11.2004, 18:11 Uhr

Hallo,

also ich denke das Kinder sicher auch ihren Vater brauchen, aber das kommt natürlich auch ganz auf ihn an.
Wenn er so unzuverlässig ist und sich nicht wirklich um den kLeinen kümmert, denke ich wird es ihn, wenn er größer ist, nur sehr enttäuschen und weh tun.
Das sie einen "Schaden" bekommen, nur weil der Papa nicht da ist, halte ich für nicht korrekt, denn ich selber habe auch keinen Kontakt zu meinem Vater gehabt. Er wollte nach der Trennung mit meiner Mutter auch nichts mehr mit den Kinder zu tun haben (was für uns sicher sehr traurig war), aber ich denke nicht das ich einen Knacks dadurch habe.
Mein Ex kümmert sich auch nur um unsere Tochter wenn er gerade "nicht besseres" zu tun hat. Wenn sie das mal richtig registriert, wird ihr das sicher mehr weh tun als wenn gar kein Kontakt da wäre...naja...so ist jeder anderer Meinung.

wünsche euch auf jeden Fall alles Gute :-)

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Hier eine kleine Linksammlung (englisch)

Antwort von Richie am 03.11.2004, 19:19 Uhr

Hallo Kordula,

die grundsätzliche Problematik in Deutschland ist, daß über 'Vaterlosigkeit', von der es ja wieder unzählige Formen gibt, nicht
ideologiefrei diskutiert werden kann.

Bemerkungen über negative Folgen von Vaterlosigkeit werden von gewissen Gruppierungen schnell als Propaganda abgetan. So sind zwei Gegenwelten von Über- und Unterbewertung von Vätern entstanden.
Allgemein kann gesagt werden, daß betrauerbare und betrauerte Vaterabwesenheit weniger schädlich ist als geleugnete, totgeschwiegene und verdeckte.

Hier die Links:

http://www.fathersforlife.org/divorce/chldrndiv.htm

http://www.massey.ac.nz/~kbirks/gender/econ/nodad.htm

http://www.fathers.com/research/consequences.html

http://www.childrensjustice.org/fatherlessness1.htm

http://www.canadiancrc.com/Fatherlessness/Fatherlessness_in_Canada.htm

http://www.tai.org.au/Publications_Files/DP_Files/DP59suma.pdf

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Re: Brauchen Kinder einen Vater?

Antwort von carmora am 03.11.2004, 21:40 Uhr

Also ich kann nur sagen einige meiner Bekannten (auch ältere um die 50) sind ohne Vater groß geworden und haben keine schaden dadurch erlitten. Denke wenn du als Mutter ein bischen den Dreh raus hast zu verhindern das er dem Kind weh tun kann oder es enttäuscht kannst du viel abhalten. Ich meine damit z.B. dem Kind vielleicht nicht zu erzählen das der Papa morgen kommt und er kommt dann nie. So wäre die Enttäuschung groß und die Traurigkeit. Vielleicht läßt du es einfach eine Überraschung sein wenn er dann mal vor der Tür steht (vorrausgesetzt natürlich er läßt sich überhaupt noch blicken).
Ich bin auch ein Kind aus einem Haushalt bei dem sich die Eltern sehr viel gestritten haben und bis heute noch in einem Haus leben ohne noch ein Wort miteinander zu reden. Aus der Erfahrung heraus kann ich sagen das es 1000 mal besser für ein Kind ist wenn sich die Eltern trennen wenn es soweit ist und nicht nur wegen des Kindes zusammen bleiben. Das ist der absolute Alptraum und Horror für ein Kind. Es kann nicht gelingen die Differenzen der Eltern auf diese Weise von dem Kind fern zu halten das es nichts merkt.
Würde sagen wenn sich meine Eltern damals getrennt hätten und ich den Weg zu beiden Seiten trotzdem offen gehabt hätte, wäre es mir besser ergangen.
Aber das wichtigste überhaupt: Rede NIEMALS schlecht über deinen Ex wenn dein Kind dabei ist. Du kannst böse sein (wenn vielleicht auch zu Recht) aber bedenke immer, dein Kind ist ein Teil von ihm und wird es immer auch etwas auf sich selbst beziehen was du über ihn sagst.Sollst ihn auch nicht loben und nur tolles von ihm behaupten - nur nicht beschimpfen oder schlecht reden.
Vielleicht findest du ja wenn das Kind älter ist einen ruhigen Abend um das warum und weshalb zu erklären - denn das mußt du irgendwann sicher.
lg carmen

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Re: Brauchen Kinder einen Vater?

Antwort von Richie am 04.11.2004, 7:22 Uhr

Hallo carmora,

es ist mir nach meinem 1. Posting und Deinem erst aufgefallen, daß niemand hier geschrieben hat als Antwort auf die Frage im Betreff dieses Threats,
ja, Kinder brauchen einen Vater.
Also ich meine, daß Antworten ohne die klare Aussage, daß Kinder einen Vater brauchen, einfach falsch sind.

***''Also ich kann nur sagen einige meiner Bekannten (auch ältere um die 50) sind ohne Vater groß geworden und haben keine schaden dadurch erlitten''***

Ob die keinen 'Schaden' erlitten haben, läßt sich durch schlichte alltägliche (Oberflächen) Betrachtung nicht feststellen oder ausschließen.

***''Denke wenn du als Mutter ein bischen den Dreh raus hast zu verhindern das er dem Kind weh tun kann oder es enttäuscht kannst du viel abhalten.''***

Die Konstellation ist natürlich ein Sonderfall, in dem der Vater als Schädling agiert.

***''Ich meine damit z.B. dem Kind vielleicht nicht zu erzählen das der Papa morgen kommt und ....''***

Das beschreibt einen Vater als Besuchsvater, wieder ein Sonderfall.

Ein Kind, das ohne trinangulierende
(puffernde) Nähe einer 3. vertrauenswürdigen und empathischen Person die ersten Lebensjahre aufwächst,
hat immer Probleme, ein mutterunabhängiges Urvertrauen aufzubauen. Diese 'Probleme' zeigen sich nicht oberflächlich, sondern allenfalls in Befindlichkeiten des Kindes.
Ich wundere mich immer wieder, daß nicht erst einfach mal ohne subjektive Tendenz gesagt wird: ''Ja Kinder brauchen einen Vater!'' Basta.
Sonderfälle bedürfen besonderer Maßnahmen - wie überall.
MfG Richie

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Ja, Kinder brauchen einen Vater?

Antwort von kitekatzl am 04.11.2004, 9:45 Uhr

Hallo!
Erstmal bedanke ich mich für Eure Antworten.

Ja, Kinder brauchen wohl einen Vater - auch wenn ich mich noch so bemühe: ersetzen werd ich ihn nie können. Allerhöchstens versuchen, ihn nicht in ein schlechtes Licht zu rücken.

Ich hab einfach Angst, vor dem was kommen wird. Sollte sich mein Ex nicht mehr um den Kleinen kümmern, werd ich ihm eines Tages das Warum erklären müssen. Und dabei versteh ichs doch selber nicht. Vielleicht besinnt er sich aber und kümmert sich doch um seinen Sohn, stirbt aber dann an Leukämie...Ich fürchte mich vor dem Tag, an dem ich dem Kleinen DAS erklären muß.

Ich hätte mir so gewünscht, daß er in einer heilen Familie aufwachsen kann...Ich geb dem kleinen Mann ja alles was ich kann, aber ich bin eben "nur" die Mutter. Woher bekommt er die "männliche" Sichtweise des Lebens? Wie wird er mit dem Gedanken fertig, daß er seinem Vater nicht wichtig genug war? Viele Fragen stellen sich mir.

Im Moment interessiert mich für alles andere als Männer, aber wenn ich nun doch eines Tages jemanden kennenlernen sollte, den ich richtig gern habe und der sich auch mit meinem Kleinen gut versteht...kann (und darf) so ein Ersatzpapa wirklich den Leiblichen ersetzen?

lg Kordula

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Re: Ja, Kinder brauchen einen Vater?

Antwort von willi2704 am 04.11.2004, 12:52 Uhr

Also bei mir hats mit dem Ersatzvater als Richtigem geklappt. Erzweingen kann man aber nichts, daß zeigt die Zeit.
Ich hatte wohl mit 25 das Bedürfnis mich mit meinem Erzeuger zu treffen , was ich dann auch getan habe, tat gut und dann war auch das erledigt. ( Anscheinend trägt man doch nen kleinen Knacks davon, aber Gott wer hat keine Macken )
Ich war acht als meine Ma sich von meinem Erzeuger trennte und die Entscheidung den neuen Partner meiner Mutter als Papa anzuerkennen, hat sie mir ganz alleine überlassen.
War schön so

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Darf nicht nur - sollte !

Antwort von Schwoba-Papa am 04.11.2004, 12:57 Uhr

Kürzlich wurde hier oder in einem anderen Forum zwischen Vater und Papa differenziert. Der Vater ist der biol. Erzeuger und der Papa ist der wo sich kümmertund sorgt und vorhanden ist. Sind beide identisch - gut. Wenn nicht finde ich eine männliche Bezugsperson sehr wichtig, aber nicht überlebensnotwendig. Heute sind Patchwork-Familien allgegenwärtig und somit verwischen da viele klassische Familienmerkmale. Folgende Generationen werden da ihre Ansprüche entsprechend einordnen.

Grüßle

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Re: Ja, Kinder brauchen einen Vater?

Antwort von agri am 04.11.2004, 21:35 Uhr

Hallo,

Ich habe eine Tochter, sie lehnt Ihren Vater ab, weil er ihr als Baby weh tat indem er sie ablehnte als sie Ihn brauchte. Sie suchte in meiner Verwantschaft eine anderen Vater, der die Rolle auch teilweise übernimmt. Kinder brauchen eine weibliche und männliche bezugsperson um zu einer Persönlichkeit zu werden. Nicht unbed. den Zeugenden sondern einen, der die Kinder nicht entteuscht. Mach Dir keine Sorgen wegen der Zukunft, die hat Ihre Antwort schon parad. Irgendwann wirst Du die Wahrheit erkennen oder erfahren und weist was Du Ihm sagen mußt. Du weist auch nicht was er dann wissen will.

Gruß a. R.

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Wie ging das?

Antwort von Richie am 05.11.2004, 8:18 Uhr

Hallo agri,

***''Ich habe eine Tochter, sie lehnt Ihren Vater ab, weil er ihr als Baby weh tat indem er sie ablehnte als sie Ihn brauchte''***

Wie hat das Baby denn die Ablehnung des Vaters mitbekommen können? Auf den ersten Blick leuchtet mir dieser Wahrnehmungsprozess nicht ein.

***''Sie suchte in meiner Verwantschaft eine anderen Vater, der die Rolle auch teilweise übernimmt.''***

Wie hat denn das Baby diese Suche bewerkstelligt? Mich verblüfft hier der hohe Entwicklungsstand eines Babies oder Kleinkindes indem es sich einen passenden Papi aussucht.

Grübelnde Grüße von Richie

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Re: Wie ging das?

Antwort von karin5 am 05.11.2004, 22:25 Uhr

Hallo,
das gibt es durchaus, dass ein Baby mitbekommt, dass es, aus welchen Gründen auch immer, abgelehnt wird. Dieses Thema betrifft auch häufig (junge) Mütter, die v. a. beim ersten Kind nicht mit der neuen Situation zurechtkommen und dann jahrelang ein schlechtes Gewissen haben. Da gibt es den Begriff "bonding", der zwar umstritten ist, aber es ist wohl doch was dran, an der Liebe auf den ersten Blick, der die Bindung zwischen Mutter und Kind begründet. Inwieweit ein Kind einen "Schaden" davon trägt, wenn diese enge Bindung durch irgendwas verhindert wird oder verspätet erfolgt, da müsste man dann mal Experten fragen.
Aber, ich glaube, dass schon die ganz kleinen Wesen genau merken, ob Mama/Papa sich ganz auf's Kind einlassen oder irgendein Problem damit haben.
Gruß
Karin

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Sehr gut!

Antwort von Richie am 05.11.2004, 23:37 Uhr

Hallo karin5,

ich denke auch, daß ganz kleine Kinder
gewisse Verhaltensweisen mitbekommen.

Nur ist eine Triade Mutter-Vater - Kind
so komplex, daß es außerordentlich schwierig ist, gewisse Interaktionen
e i n z e l n zuzuordnen.
Es kann z.B. sein, daß ein Vater sich in der Gegenwart der Mutter unsicher,
evtl. kontrolliert vorkommt, es kann sein, daß ein Vater durch persönliche
Unzulänglichkeitsbefindlichkeiten sich
gegenüber Mutter-Kind unsicher und abweisend verhält, es kann auch sein, daß der Vater sich eigentlich von der Mutter trennen wollte und das Kind nicht mehr in eine Nähevorstellung zu sich bekommt, es kann auch sein, daß der Vater lieber vergnügter Junggeselle
ohne Verantwortung sein wollte, es kann auch sein, daß die Mutter sich von dem Vater trennen wollte und ihn nun ablehnt.............

Deswegen habe ich nachgefragt.

MfG Richie

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