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Geschrieben von Joplin am 22.09.2016, 19:19 Uhr

Zustände in deutschen Massentieezuchtbetrieben

Gerade auf Tagesschau online. Tierschutzaktivisten haben wirklich grauenhafte Zustände in deutschen Mastbetrieben aufgedeckt. Mit versteckten Kameras. Betroffen sind auch die Betriebe führender Bauernfunktionäre und Lobbyisten. Ich will hier die schlimmen Einzelheiten gar nicht wieder geben.

Ich verstehe es nicht. In Deutschland wird alles kontrolliert, zertifiziert, was weiß ich. Und hier kann man einfach machen was man will. Das muss doch ganz vielen Leuten auffallen. Hier geht es um krasse Verstöße gegen das Tierschutzgesetz. Tierärzte schauen sich doch die Tiere an. Es arbeiten doch so viele Leute in den Betrieben.

Alles scheiß egal. Es wird immer darauf verwiesen dass Deutschland so tolle Standards hat. Hier werden Tiere behandelt, dass man eigentlich weinen muss. Aber niemand kümmert es. Es interessiert niemanden.

Ich weiß, jetzt kommt wieder die Verantwortung des Verbrauchers. Aber hier sage ich klar :Nein! Es gibt ein Tierschutzgesetz. Der Verbraucher muss das Vertrauen haben können, dass die Tiere einigermaßen anständig behandelt werden. Das, was passiert, ist ein Verbrechen. Hier hat die Politik zu handeln!

Es sind Lebewesen. Mit Schmerzempfinden! Ich verabscheue das alles so sehr.

Warum braucht es Tierschutzaktivisten, die mit versteckter Kamera filmen in einem Land, in dem jedes beschissene Gartenhaus von einer Behörde abgesegnet werden muss?

Pfui Teufel!

 
61 Antworten:

Re: Zustände in deutschen Massentieezuchtbetrieben

Antwort von Strudelteigteilchen am 22.09.2016, 19:37 Uhr

Ach, komm...

Da braucht es keine Tierschutzaktivisten, das sind doch Binsenweisheiten. Wenn das irgendjemandem neu ist, dann hat er bisher die Augen richtig fest zugekniffen. Das Tierschutzgesetz wird regelmäßig von Gerichten ausgehebelt, wenn es der Gewinnmaximierung dient - erst kürzlich, als das Schreddern von männlichen Küken erlaubt wurde. Es geht übrigens nicht notwendigerweise um Massentierzucht. Nicht die Masse erzeugt das Problem, sondern die Haltung. Lieber ein (halbwegs - unter den Umständen) guter Massenstall als ein mieser Stall beim Kleinbauern.

Im Spiegel ist diese Woche ein Artikel, der endlich mal konkrete Lösungsvorschläge enthielt, nicht dieses ewige Mimimi der Dooffinder oder realitätsfernes "Dann müssen halt alle Veganer werden"-Geblubber. Fand ich interessant und fundiert.

Übrigens geht es auf Bio-Höfen kaum besser zu als in der konventionellen Landwirtschaft. DAS war mir dann doch neu....

Re: Zustände in deutschen Massentieezuchtbetrieben

Antwort von EarlyBird am 22.09.2016, 19:56 Uhr

Aus dem Grund habe schon zu Grundschulzeiten aufgehört auf Fleisch/Wurst, Gelatine, natürliches Lab und Co zu verzichten.
Ich kann mir solche Bilder und Reportagen nicht ansehen, das tut meiner Seele nicht gut..

Re: Zustände in deutschen Massentieezuchtbetrieben

Antwort von Lauch1 am 22.09.2016, 20:08 Uhr

Wenn der Konsument nur Dumpingpreise für Lebensmittel zahlen will, darf er sich über die Zustände in Mastbetrieben nicht wundern.
Dass Bio Betriebe da nicht besser sein sollen wäre mir neu, da sind doch auch die Preise viel höher und oft überprüfen NGOs die Zustände (Vier Pfoten etc).

Re: Zustände in deutschen Massentieezuchtbetrieben

Antwort von Shanalou am 22.09.2016, 20:50 Uhr

Bei den Biobetrieben kommt es darauf an, welchem Verband sie angehören. Konventionell ist, was den Tierschutz betrifft, nicht grundsätzlich schlechter. Und das mit den Dumpingpreisen ist auch so eine Sache. Beispielsweise sind die Lebensmittelpreise in Italien höher als in Deutschland, aber hast du dort mal solche Betriebe gesehen? Ich habe neulich mal Bilder von einem Vorzeigebetrieb für Büffelhaltung in Italien gesehen. Das war ohne Worte! Ich bin da eher bei Joplin und sehe den Gesetzgeber in der Pflicht! Immer alles auf den Verbraucher zu schieben ist ganz schön einfach.

Re: Zustände in deutschen Massentieezuchtbetrieben

Antwort von EarlyBird am 22.09.2016, 21:04 Uhr

ÖRGS, das war falsch. Ich hab zu schnell getippt und war durch den Kleinen abgelenkt.
Natürlich nicht "aufgehört zu verzichten" sondern habe aufgehört und verzichtet.;)

Wollte ich nur schnell korrigieren.

Re: Zustände in deutschen Massentieezuchtbetrieben

Antwort von Kastanie34 am 22.09.2016, 21:53 Uhr

Ich sehe da jeden in der Pflicht. Natürlich muss die Politik reagieren, aber das ist nunmal ein Milliardengeschäft. Der Staat verdient da ja auch gewaltig mit. Und solange es genug Menschen gibt die Spottpreise für Fleisch bezahlen wird sich daran logischerweise nichts ändern. Bei uns gibt es seit Jahren kein Fleisch von dem ich nicht weiß wo es herkommt. Wir haben das Glück in der Nähe einen Bauernhof zu haben die 2-3 mal im Jahr einige Tiere zur Schlachtung geben. Da kann von Geburt bis auf den Teller alles nach verfolgt werden. Das gibt es nicht überall. Aber lieber weniger Fleisch als irgendwas zu kaufen.

Der Staat verdient mit?

Antwort von Strudelteigteilchen am 22.09.2016, 21:58 Uhr

Mitnichten, der subventioniert den Spaß.

Re: Der Staat verdient mit?

Antwort von Kastanie34 am 22.09.2016, 22:05 Uhr

Also ich bezahle seit jeher Mehrwertsteuer wenn ich einkaufen gehe. Ich hab keine Zahlen, aber ich denke daran wird mehr verdient als durch Subventionen ausgegeben.

Re: Der Staat verdient mit?

Antwort von Strudelteigteilchen am 22.09.2016, 22:25 Uhr

Na ja, aber so viel ist das nicht. Außerdem könnte der Staat ja MEHR Mehrwertsteuer verdienen, wenn die Verbraucher für hochwertiges Fleisch MEHR Geld ausgeben (müßten).

Das Problem ist eher die Agrarlobby, die Angst hat vor Veränderungen.

Re: Zustände in deutschen Massentieezuchtbetrieben

Antwort von stjerne am 22.09.2016, 22:50 Uhr

Umgekehrt gilt es auch. Solange es Billigfleisch gibt, werden es auch Leute kaufen.

Re: Zustände in deutschen Massentieezuchtbetrieben

Antwort von Lauch1 am 23.09.2016, 5:02 Uhr

Völlig egal welches Land. Wenn ich Fleisch aus Massentierhaltung zu einem absurd niedrigem Preis, in Relation zu einem Bioprodukt kaufe, nehme ich die von Joplin beschriebenen Bilder in Kauf.
Fleisch aus artgerecheter Haltung (gibts auch in Italien;)) kann nicht günstig sein.

Re: Zustände in deutschen Massentieezuchtbetrieben

Antwort von Lauch1 am 23.09.2016, 5:07 Uhr

Und was soll ein Staat da unternehmen? Mindestpreise einführen?
Der Konsument hat es in der Hand, da braucht keiner versuchen die Verantwortung an den Staat abzuschieben.

Re: Zustände in deutschen Massentieezuchtbetrieben

Antwort von Antje04 am 23.09.2016, 6:38 Uhr

Deine Aufregung ist reichlich naiv. Schau doch, wie billig Fleisch und Wurst beim Discounter sind. Da ist artgerechte Tierhaltung zwangsläufig nicht mehr möglich. So lange den Menschen der Preis wichtiger ist als Qualität, nicht nur des Endproduktes sondern auch die Lebensqualität der Ware, wird sich nichts ändern.

Re: Zustände in deutschen Massentieezuchtbetrieben

Antwort von memory am 23.09.2016, 7:36 Uhr

Ich denke es ist naiv zu glauben , das es auch nur einem Tier , das jetzt unter schlimmen Umständen gehalten wird, besser gehen würde, wenn deren Kilo Preis 3x so hoch ist! Wenn sich die Politik da nicht durchsetzt gegen die Lobby und sich , für alle geltende ,Standards UND Kontrollen einsetzt!
Und selbst wenn wir hier im Land des seeligen Schweins und Rinds leben würden ...dann würde der Mist eben ins Ausland verlagert und dann hier teuer verkauft ...denn teuer MUSS!!! ja gut sein!

Kleine Biobetriebe , bzw. das Umstellen auf einen , sind/ist mitnichten so teuer weil die ja soviel in das glückliche Leben der Tiere investieren , sondern weil eben DIE enorme Auflagen(z.b. Fettabscheider beim Schlachten, Anbau best. Futtermittel ect.) die "schweine:-)"teuer sind und Kontrollen unterliegen, das muss auch erstmal wieder reinkommen!

Re: Zustände in deutschen Massentieezuchtbetrieben

Antwort von Joplin am 23.09.2016, 7:44 Uhr

Das ist alles richtig. Aber ich glaube, ihr versteht mich nicht.
Die Standards in Massentieezuchtbetrieben sind generell sehr gering, weil es nur um den Preis geht. Soweit Folge ich der Argumentation , dass es nur am Verbraucher liegt.

Wenn aber schon diese niedrigen Standards nicht eingehalten werden, obwohl es ein Tierschutzgesetz gibt, wenn selbst dieses eher lasche Gesetz noch gebrochen wird, und das war hier der Fall!, dann muss der Rechtsstaat einfach eingreifen.

Meine Empörung bezog sich auch darauf, dass es jedem Verantwortlichen scheiß egal ist, was passiert. Es wird gegen Gesetze verstoßen. Dabei wurden Tiere übelst gequält und ababartig behandelt. Es muss sehr viele Mitwisser geben.
Niemand hat eingegriffen! Es geht hier um Lebewesen!

Re: Zustände in deutschen Massentieezuchtbetrieben

Antwort von stjerne am 23.09.2016, 7:57 Uhr

Einem nicht unerheblichen Teil der Konsumenten dürfte es aber vollkommen egal sein, wie sein Fleisch produziert wird.

Re: Zustände in deutschen Massentieezuchtbetrieben

Antwort von Einstein-Mama am 23.09.2016, 8:51 Uhr

Ach Joplin, dass ist doch in jeder Branche so.
In Krankenhäuser wird auch ganz groß zertifiziert und am Ende kommt dabei raus, dass noch nie so viel Pfusch und menschenverachtende Behandlung stattfand, als vor dem ganzen Qualitätsmanagement-Schmarrn.
Hauptsache auf dem Papier sieht alles ganz toll aus.
Man führt ständig neuen Mist ein, der eigentlich eher den Rückschritt bedeutet.
Ich sag nur Wäschesäcke aus Plastik, angeblich aus hygienischen Gründen. Zig Jahre ist man sehr gut mit den kochbaren Stoffsäcken ausgekommen und ich glaube nicht, dass sich dadurch die Ausbreitung resistenter Keime minimiert. Ebenso sind wir angehalten die kleinen Tropfenbecher nach einmaligem Gebrauch zu verwerfen, auch aus hygienischen Gründen. Auch da ging es vorher wunderbar dass man die in einem Metallbehälter in die Spülmaschine bei 70 Grad reinigen konnte.
Kostete halt etwas mehr Zeit, die das Personal aber jetzt mit bürkratischen Mist vergeuden muss

Als Verbraucher kann man überhaupt nicht 100% ökologisch und schon gar nicht ökonomisch konsumieren, sondern sich an kleinen Dingen versuchen.
Man kann den Fleischkonsum minimieren, man kann auf Plastiktüten gut verzichten, man kann die Eier und die Milch vom Nachbarshof kaufen.
Dennoch wird man nicht viel damit erreichen, weil eben die Nachfrage weiterhin da ist, sonst wäre die Situation nicht so wie sie ist.

Ich dusche mich übrigens seit einem halben Jahr nur noch mit einem Stück Seife (Ölseife) die gibt's sogar für die Haare. Die Seife kostet ein paar Cent, wird in einer Pappschachtel verkauft und hält sehr viel länger als ein Duschgel mit Plastikverpackung.
Die Haut ist dadurch nicht trockener als sonst und Geld spart man auch ungemein.
Dennoch glaub ich nicht, dass sich dadurch das Konsumverhalten ändert, weil ICH das so mache.
Aber alleine die Idee, auf die mich meine Mutter brachte, fand ich genial, wäre ich niemals alleine drauf gekommen, da Seife ja total out ist.
Mein Plastikmüll hat sich aber dadurch enorm reduziert.
Passt nicht ganz zum Thema, aber irgendwie auch schon.
Von einem 100% veganen Leben bin ich aber meilenweit entfernt und das will ich auch gar nicht, meine Männer würden zudem das Weite suchen.
Schockiert sein hilft also nicht, sondern nur das bewusstere konsumieren und damit ist ein Großteil der Bevölkerung einfach überfordert.
Da nehm ich mich gar nicht aus!

Re: Zustände in deutschen Massentieezuchtbetrieben

Antwort von 92jasmin am 23.09.2016, 8:59 Uhr

Sehe sowohl den Verbraucher als auch das gesetzt in der Pflicht. Mein Mann ist gelernster Metzger und bei Bio zahlt man überwiegend das Label Bio in den meisten Betrieben geht's da auch nicht besser zu, vor allem hat Bio meist mit dem zu tun was die Tiere zum fressen bekommen und nicht wie sie gehalten werden. Und oft wird das ganz normale Fleisch als Bio verkauft. Als Insider Tipp am Rande.
Deswegen jetzt vegetarier werden? Nein Fleisch bewusst und seltener kaufen. Denn ob das Gemüse und Obst außerhalb der Saison mit Flugzeugen einfliegen zulassen Co2 und die Erntehelfer wie Sklaven gehalten werden ob dass das bessere ist.. eigene Entscheidung. Wir wohnen in der Stadt und mein Mann kommt ursprünglicha vom Land wir kennen Bauern und holen uns sowohl die Eier selber vom Stall und das Fleisch dierekt vom Metzger der von dem Bauer beliefert wird auf Grund der Kosten nur alle 2 Wochen dafür kein schlechtes Gewissen.

Re: Zustände in deutschen Massentieezuchtbetrieben

Antwort von Shanalou am 23.09.2016, 9:37 Uhr

Das größte Problem ist die Agrarindustrie bzw. Lobby. Schaut euch doch mal an, wer die meisten Subventionen bekommt! Das Problem kann man auch nicht nur in Deutschland lösen, sondern ist nur auf EU Ebene in den Griff zu bekommen. Die Preise für Fleisch sind übrigens nicht nur wegen der Massentierhaltung so niedrig, die ich in Europa immer noch für eine der besten halte ( wobei beste vielleicht der falsche Ausdruck ist), sondern auch weil in Schlachtbetrieben extrem effektiv gearbeitet wird und extrem niedrige Löhne bezahlt werden. Und das betrifft auch Biobetriebe. Letztendlich müssen die Standarts herauf gesetzt werden und die Subventionen anders verteilt werden. Überproduktionen müssen vermieden werden, da sie auch andere Agrarwirtschaften weltweit kaputt machen. Wir sind auch in diesem Fall eine Exportnation.
Natürlich kann der Verbraucher durch sein Verhalten auch den Markt beeinflussen, aber eben nur sehr bedingt. Wird in Deutschland weniger konsumiert geht der Rest eben in den Export. Es ist auch äußerst interessant, wie aus deutschen Schweinen Parmaschinken wird.
Und wie gesagt, Bio heißt nicht zwingend artgerecht, es kommt auf die Zertifizierung an.

Re: Zustände in deutschen Massentieezuchtbetrieben

Antwort von Lauch1 am 23.09.2016, 9:49 Uhr

Eben.

Re: Zustände in deutschen Massentieezuchtbetrieben

Antwort von Lauch1 am 23.09.2016, 9:51 Uhr

Nein, das stimmt nicht. Es gibt ausreichend Zertifikate. Wenn man sich informiert, ist es durchaus möglich, Fleisch aus artgerechter Haltung zu kaufen.
Wenn man argumentiert, dass alles ohnehin nur Lug und Trug ist, beruhigt man einfach nur sein Gewissen.

Re: Zustände in deutschen Massentieezuchtbetrieben

Antwort von shinead am 23.09.2016, 10:00 Uhr

Ich denke nicht, dass das Fleisch bei Rewe/Edeka, dass zu höheren Preisen verkauft wird aus besseren Haltungsbedingungen kommt.
M.E. hilft nur, dass Fleisch beim Metzger seines Vertrauens einzukaufen, Eigenschlachtung mit Angabe des Mastbetriebes.
Beim Metzger um die Ecke kann man zumindest die Bauern (ja, das sind noch echte Bauern!) tatsächlich besuchen von denen die Tiere kommen.

Re: Der Staat verdient mit?

Antwort von Lauch1 am 23.09.2016, 10:01 Uhr

Die Agrarlobby bietet an, was nachgefragt wird. Wenn die Nachfrage nach Kobe Rind aus Freilandhaltung steigt, hat auch der böseste Lobbyist nichts dagegen, Tiere auf einer riesigen Weide mit Mozart zu beschallen und zu massieren.
Nur das spielt's halt nicht, mit Faschiertem um 1,79/kg.

Re: Zustände in deutschen Massentieezuchtbetrieben

Antwort von memory am 23.09.2016, 10:13 Uhr

Wenn du meinst
Es schadet aber nicht mal bisschen über den globalen Tellerrand zu schauen ! Man KANN das Problem nicht einzig auf den "deutschen/österreichischen " Verbraucher abwälzen, bzw. verlagert es die Sache nur !

Die Illusion vom süßen , kleinen Biobetrieb ist ja ganz nett aber bei dem Bevölkerungswachstum einfach quatsch! Und Haltungsmisstände aufzudecken oder Tiere rechtlich nicht als Sache zu behandeln ist nicht die Aufgabe des Konsumenten...denn wie ich schon sagte ..teuer muss mitnichten gut sein! Und Zertifikate sagen meistens nur recht wenig über einzelne Missstände aus , sondern bedeuten oft nur, das die Tiere best. Futter bekommen hatten , wie mit Gülle/Kompost ect . umgegangen wird , welche Vorgaben beim Schlachten eingehalten werden ect.pp. OB das auch REGELMÄßIG kontrolliert wurde ...steht da auch wieder auf einen ganz anderen Blatt.

Also kauf ich Bio und hab ein ruhiges Gewissen????.....Viell. vom Bauernhof um die Ecke ja ..aber sehr utopisch für viele Teile der (Welt-)Bevölkerung

Re: Der Staat verdient mit?

Antwort von memory am 23.09.2016, 10:21 Uhr

Wer als Verbraucher verlangt denn z.b. Glyphosat oder genmanipulierte Lebensmittel?

Die Nachfrage ist doch auch eher gering! Und trozdem kämpft die Lobby hart um den Erhalt und Legalisierung, eben um den Gewinn/Ertrag zu maximieren! Es ist einfach Gewinngier ! Und nein niemand würde die Tiere mit Mozart beschallen ..es würden eher 3 Gutachten "entstehen" wie schädlich das für die Rindviechohren wäre und Schweine von Mozart Durchfall bekämen um ja so weiter machen zu können , wie bisher!

Re: Der Staat verdient mit?

Antwort von Strudelteigteilchen am 23.09.2016, 10:28 Uhr

Die Agrarindustrie erzielt ihren Gewinn zu wesentlichen Teilen aus Subventionen. Auf die hat der Endverbraucher mit seinem Kaufverhalten keinen Einfluss. Und die werden schlicht und ergreifend nach den falschen Kriterien verteilt.

Diese Tierwohl-Initiative kam ja beim Verbraucher gut an. Discounter-Kunden waren bereit, mehr Geld zu zahlen, um gewisse Standards zu gewährleisten. Aber dann wurde die Sache so verwässert, daß es letztlich auch egal ist, ob das Siegel draufpappt oder nicht. Nur der höhere Preis bleibt. Daß der Verbraucher sich da verarscht fühlt und sich sagt, daß es eh egal ist, ob er teuer oder billig kauft, ist doch kein Wunder.

Re: Der Staat verdient mit?

Antwort von Lauch1 am 23.09.2016, 11:26 Uhr

Die EU Agrarpolitik subventioniert um ökonomische Effizienz und Umverteilung zu erreichen.
Der Konsument hat aber sehr wohl Einfluss, entsprechende Zertifikate sind ja am Markt, werden aber weniger nachgefragt, weil der Preis der Produkte relativ hoch ist.
Es ist eben nicht egal, ob teuer oder billig, um das Einholen von Informationen kommt der Konsument aber nicht herum.
Ds Tierwohl Initiativen gut ankommen glaube ich gerne, nur den höheren Preis wollen viele eben nicht zahlen.

Re: Der Staat verdient mit?

Antwort von Lauch1 am 23.09.2016, 11:28 Uhr

Der Konsument hat doch auch als Wähler massiven Einfluss, ob genmanipulierte Lebensmittel überhaupt zugelassen sind. Genauso beim Einsatz von Herbiziden und Pestiziden.

Re: Zustände in deutschen Massentieezuchtbetrieben

Antwort von Flirrengel am 23.09.2016, 11:30 Uhr

1. Bio bedeutet doch nicht unbedingt viel bessere Haltungsbedingungen, sondern, alles was in das Tier frisst - das ist aus Bioanbau.

2. Meine Hühner, die ich selber ausbrüte und großziehe müsste ich, wenn ich sie verkaufen wollte zu ca. 13-14 Euro verkaufen:
a) sie haben von Anfang an viel Platz und wachsen viel langsamer (weil sie ja viel rumlaufen)
b) Hühnchen die nicht gesund sind, die werden früher geschlachtet, bzw. kommen dann halt weg, weil kein Antibiotika gefüttert wird und auch kein Impfstoff in mein Fleisch kommt - dadurch erzeuge ich wirtschaftlich gesehen "Ausschuss" denn ich über die anderen wieder finanzieren müsste
c) Die Tiere dürfen auf Stroh laufen und im freien und werden nicht auf Gitterrosten gehalten - deshalb muss ich aber wieder mehr misten und alles ist pflegeintensiver - deshalb auch teurer

So - ich sehe es nicht als machbar ein, ein Hähnchen für 5€ zu produzieren - das geht nur auf Kosten des Tierwohls...........
Der Verbraucher und die Discounter sind da schon an vielem Schuld - der Bauer würde anders handeln, wenn er nicht davon leben müsste.

Re: Zustände in deutschen Massentieezuchtbetrieben

Antwort von Lauch1 am 23.09.2016, 11:38 Uhr

Ja auf wen denn sonst? Was wird denn verlagert, wenn ich wenig, aber qualitativ hochwertigeres Fleisch dort einkaufe, wo artgerechte Tierhaltung eingehalten wird. Kontrolliert von NGO's. Natürlich kann ich etwas dadurch verändern.
Übrigens auch global, wenn ich auch beim Kaffee/Schokolade/Südfrüchte Kauf auf Fair Trade achte.

Dieses man kann eh nichts machen, Schuld sind die Lobbyisten, kann ich gerade bei Lebensmitteln nicht nachvollziehen.

Re: Zustände in deutschen Massentieezuchtbetrieben

Antwort von krokodilchen am 23.09.2016, 11:43 Uhr

Jep, genau so sieht es aus. Wir verzichten größtenteils auf tierische Bestandteile
im Essen, wenn sie denn enthalten sind, dann eben vom Biohof und exakt so
teuer. Da kostet ein gutes Huhn mal 15-20 Euro. Ist mit Schnitzel etc nicht anders.
Würde ich das täglich kaufen, wären wir pleite. Eier, Miclhprodukte- auch sauteuer. Deswegen wird auch das hier nur in Maßen verzehrt, nicht in Massen.
Warum wir das machen? Die Tierhaltung ist ein Grund,der andere ist, das ich auf anderem Wege produzierte tierische Nahrungsmittel für ungesund halte- Antibiotikarückstände etc, pp. - und abgesehen davon, selbst der Arzt sagt einem,
das Gesündeste ist das Prinzip Sonntagsbraten wie früher, nicht jeden Tag alles mit Hackfleisch, wie´s doch viele tun.

Irgendwer oben schrieb, ein Stück Seife reiche aus ökologischen Gründen völlig aus. Ist so, habe ich auch geraume Zeit praktiziert, war auch besser für die Haut.
Hatte allerdings jetzt einen herben Rückfall ins Duftwunderland der Industrie-
aber wenn die Produkte alle sind, nehme ich auch wieder Seife.
Nur was die Haarwäsche angeht, bin ich damit nie zufrieden. Rinse oder nicht,
ich sehe aus wie Struppi, aber Struppi trägt ohnehin Zopf.:-)

Re: Zustände in deutschen Massentieezuchtbetrieben

Antwort von Lauch1 am 23.09.2016, 11:44 Uhr

Bio Zertifikate können 5 Kriterien einhalten:
Artgerechte Tierhaltung
Kontrolliert biologischer Anbau
Regional
Soziale Verantwortung
Umweltschonende Verpackung

Wenn man nur will, hat man in wenigen Minuten heraus, welches Zertifikat wertvoll ist und welches nicht.

Noch was zum Thema globaler Tellerrand.

Antwort von Lauch1 am 23.09.2016, 11:56 Uhr

Dieser massive Einsatz von Palmöl, kostengünstigt, VEGAN, blöderweise muss Regenwald für den Anbau gerodet werden, ist zum Speiben.

Re: Zustände in deutschen Massentieezuchtbetrieben

Antwort von krokodilchen am 23.09.2016, 12:12 Uhr

Es geht um´s Geld, eigentlich wie immer. Sei es in Krankenhäusern, Zuchtbetrieben, Fertigungswerken , hier oder im Ausland, es ist immer dasselbe.
Natürlich ist das abartig, völlig egal ob Tiere oder Menschen leiden.
Man kann es aber nicht ändern. Das einzige, was man meiner Meinung nach tun
kann, ist seine Mitschuld verringern, indem man sein Konsumverhalten
ändert. Die Welt wird meiner Meinung nach in absehbarer Zeit nicht "besser" werden in dieser Hinsicht, ganz im Gegenteil.

Re: Zustände in deutschen Massentieezuchtbetrieben

Antwort von kirshinka am 23.09.2016, 13:23 Uhr

Tja - das ist die Konsequenz wenn man jeden Tag möglichst billiges Fleisch und Fleischprodukte haben möchte!

Die Alternative ist Fleisch vom Metzger des Vertrauens, Wild oder biofleisch.
Das ist teuer - aber das gibt's dann halt einmal die Woche nur.
Und Wurst braucht ohnehin kein Mensch - das Zeug ist eh gesundheitsgefährdend.

Re: Zustände in deutschen Massentieezuchtbetrieben

Antwort von kirshinka am 23.09.2016, 13:39 Uhr

Verschiedene Biosiegel beinhalten verschiedene Sachen.
Da ist absolut auch artgerechte Haltung drin. Zu behaupten, dass Bio doch dasselbe sei - das ist der Lobby ins Horn geblasen.

Ich habe auf einem Biobauernhof gearbeitet - und da ging's um alles! Nicht nur das Futter.
Auch bei den biohöfen die ich kenne ist das so!

Aber ja - da kostet das Huhn dann eben 15€ - na und? Wenn Mans auf einmal die Woche reduziert reicht das auch - und schmeckt ohnehin viel besser!

Der Verbraucher hat's sehr wohl in der Hand! - zB muss ich kein flugobst oder -Gemüse kaufen. Ich muss nix kaufen was nicht saisonal ist. Und solange es gekennzeichnet ist, muss ich auch weder Glyphosat noch Gentechnik kaufen!

Und dafür muss ich nicht Vegan werden! (Und die Alternative für Tofu heißt Lupine! Ist heimisch, braucht wenig Wasser, düngt den Boden - schmeckt lecker!)

Wir sind es so gewohnt immer alles in Massen zur Verfügung zu haben - das ist einfach schön krank!

Re: Zustände in deutschen Massentieezuchtbetrieben

Antwort von stjerne am 23.09.2016, 13:47 Uhr

Und darum kann es nicht funktionieren, wenn die Verantwortung nur beim Konsumenten liegt.

Re: Zustände in deutschen Massentieezuchtbetrieben

Antwort von Lauch1 am 23.09.2016, 14:19 Uhr

Ja, sieht man ja offensichtlich.

Re: Zustände in deutschen Massentieezuchtbetrieben

Antwort von Alexxandra am 23.09.2016, 14:34 Uhr

"der" Verbraucher macht es aber nicht. Von daher würde ich strengere Auflagen doch begrüßen. Auch normales Fleisch aus dem Supermarkt sollte von Tieren stammen, deren Behandlung man sich nicht schämen muss.

Re: Zustände in deutschen Massentieezuchtbetrieben

Antwort von krokodilchen am 23.09.2016, 14:40 Uhr

Ja, klar sollte es. Ich würde ich mich auch sehr freuen, wenn da die Gesetze
geändert würden und es allen Tieren in Deutschland besser ginge. Ich weiß aber, was dann passiert: Dann wird das Billigfleisch eben irgendwo im Ausland produziert und eingeflogen/sonstwie hierher gebracht.
Das ist alles. Und weltweit Gesetze einführen, ja, schöne Idee, aber glaubt da wer dran?

Re: Zustände in deutschen Massentieezuchtbetrieben

Antwort von Alexxandra am 23.09.2016, 14:41 Uhr

ich sehe das genauso, nicht der Verbraucher hat es in der Hand, sondern bestehende Gesetze müssen eingehalten werden.

In meiner nächsten Umgebung gibt es einen Edeka und einen Aldi, es gibt keinen Metzger, keinen Bäcker etc. Zudem gibt es hier viele Sozialhilfeempfänger. Ich glaube nicht, dass die extra in den weit entfernt liegenden Bioladen fahren, um dort ihr Fleisch zu kaufen. Fast alle holen es beim Aldi. Klar, wenn man den Preis betrachtet, ist es klar, dass die Tiere nicht artgerecht gehalten werden können, aber zumindest gewisse Standards müssen eingehalten werden, damit es nicht noch schlimmer für die Tiere ist.

Re: Zustände in deutschen Massentieezuchtbetrieben

Antwort von lotte_1753 am 23.09.2016, 15:11 Uhr

Es reicht ja in diesem Bereich schon, das Ganze auf EU-Ebene zu machen. Nur wer sich da sperrt sind ... naja wer wohl. Auch was das Sozialdumping durch rumänische und bulgarische Arbeiter angeht. Und ne Auslagerung ist nicht ganz so einfach, denn die Rumänen und Bulgaren zahlen daheim wahrscheinlich weniger Investitionszuschüsse.

Das ist schon eher ein deutsches Problem und dem Verbraucher allein kann man schlecht das Ganze aufbürden. Gerade der deutsche Billiglebensmittelverbraucher ...

Re: Zustände in deutschen Massentieezuchtbetrieben

Antwort von Shanalou am 23.09.2016, 15:13 Uhr

Das ist genau das Problem. Und in anderen Ländern sind die Bedingungen oft noch viel schlechter.

Re: Zustände in deutschen Massentieezuchtbetrieben

Antwort von stjerne am 23.09.2016, 15:22 Uhr

Deshalb habe ich als Verbraucher es leider nicht in der Hand. Ich lebe seit 26 Jahren vegetarisch, aber ich bezweifle, dass ich damit auch nur einem Schwein das Leben gerettet habe.
Das was ich nicht esse, verputzen die anderen einfach mit.

Re: Der Staat verdient mit?

Antwort von shinead am 23.09.2016, 16:41 Uhr

Der Konsument hat vor allem die Wahl am Supermarkt-Regal. Wenn "man" mal konsequent wäre und nach einer eventuellen Freigabe von genmanipuliertem Zeugs dieses einfach nicht kauft, dann verschwindet es ganz schnell wieder vom Markt.
Dummerweise gibt es aber zu viele Menschen, die sich darüber keine Gedanken machen.

Würde keiner mehr billig-Fleisch kaufen, würde es auch nicht mehr angeboten. Eine genügende Anzahl von Menschen will aber billiges Fleisch, günstige Wurst und nimmt daher die entsprechenden Verhältnisse einfach in Kauf.

Re: Zustände in deutschen Massentieezuchtbetrieben

Antwort von Lauch1 am 23.09.2016, 17:43 Uhr

Es geht nicht darum, dass das Schwein nicht gegessen wird, sondern, ob es vorher ein schönes Leben hatte und die Schlachtung es nicht unnötig leiden ließ (also keine Transportwege quer durch Europa, etc).
Der Veganer oder Vegetarier, der Produkte mit Palmöl konsumiert, ist nicht moralisch unbedenklicher als der Schinkenbrotessser.

Re: Zustände in deutschen Massentieezuchtbetrieben

Antwort von stjerne am 23.09.2016, 18:17 Uhr

Das weiß ich.
Allerdings essen Fleischesser ebenfalls Palmöl, das ist ja überall drin.

Re: Zustände in deutschen Massentieezuchtbetrieben

Antwort von Lauch1 am 23.09.2016, 19:35 Uhr

Ja, stimmt. Fast überall, aber sicher überall, wo vegan draufsteht (nicht nur Lebensmittel, auch vegane Kosmetik, etc)

Re: Zustände in deutschen Massentieezuchtbetrieben

Antwort von stjerne am 23.09.2016, 20:26 Uhr

In meinem Marmite ist es nicht. :-)
Dafür leider in jeder, absolut jeder Nusscreme.

Re: Zustände in deutschen Massentieezuchtbetrieben

Antwort von Danyshope am 23.09.2016, 23:10 Uhr

Bio ist weit mehr wie die Frage was die Tiere fressen. Das fängt schon bei der Artenauswahl an. Alte Schweinerassen zb mit nur 14 Rippen statt 16, Rinderarten wie Angus oder beim Lamm Heidefüchse. Diese Tiere haben oft nicht diese Fleischmasse oder auch Milchmenge wie "Hochleistungstiere". Zudem ist es ein riesen Unterschied ob ich Futter für 6 Monate zahlen muss oder für 12 Monate, ob das Tier 1qm zur Verfügung hat oder eben 2qm. Dazu ab muss ein ganzer Teil des Futters vor Ort selbst angebaut werden - auch diese Fläche muss zur Verfügung stehen. Und finde du mal noch wen der Gänse schonend rupft nach der Schlachtung - auch das will bezahlt werden. Mal davon ab das Biofleisch nicht selten länger auch reift bevor es erst in den Verkauf geht.

Und der Vorwurf normales Fleisch würde mit Biozertifizierung verkauft werden ist einfach nur fragwürdig. Es ist klar, es gibt riesen Unterschiede bei der Qualität. Einen Bioland-Betrieb oder gar Demeterbetrieb kann man nicht gleichsetzen mit einem EU-betrieb. Aber genau den Fehler machen viele - und die erzählen dann auch genau den Mist den Du da gerade von deinem Mann wiederholst.

Wir müssen ganz genau !!! nachweise wo unsere Tiere geboren wurden, wo aufgezogen, wo geschlachtet und zerlegt und wo schlußendlich verkauft. Ohne diese Papiere darf kein Tier unsern Hof verlassen. Und es muss lückenlos nach gewiesen werden, sprich sobald das Tier geschlachtet wurde bekommt es auch den entsprechenden "Fleischstempel". Udd eben auch danach noch zugeordnet werden zu können. Wenn da unlautere Dinge vorgehen würde das Veterinäramt sicherlich Stress machen bei der Fleischbeschau.

Ja es stimmt, auch bei Bio gibt es noch vieles was verbessert werden sollte. Das wichtigste wäre das die "Verwässerung" auf EU-Basis weg fällt. Aber wenn Kunde meint er müsste für Bio auch nur Dumping zahlen und mit 1nem € mehr pro Kilo Fleisch wäre das Gewissen ausreichend zufrieden gestellt, dann darf man sich halt nicht wundern wenn die Haltung in solchen EU-betrieben kaum wirklich besser ist wie in konventionellen. Leute welche sich mit Bio auskennen würden so etwas aber auch nicht als Bio bezeichnen.

Bei den Hühnern tut sich aktuell das einige. Viele stellen jetzt um so das Eintagsküken nicht mehr geschlachtet werden. Dann kostet das Kilo Hähnchen aber auch mal 10 € und mehr. Muss der Verbraucher erst einmal bereit sein zu zahlen.

Und wegen Fleisch vom Bauern. Ich habe jahrelang neben einem Stall gewohnt indem konventionelle Scheine zur Schlacht gezogen wurden. Die Tiere haben zweimal "das Licht" gesehen - einmal wenn sie in den Stall rein getrieben wurden und dann wenn wieder raus um zur Großschlachthof gekarrt zu werden. Beides bei Nacht/Dämmerung weil die Tiere bei Tageslicht tot umgefallen wären. Ach ja, der Bauer hat sich GEWEIGERT !!! diese Tiere selbst zu essen. Er hat sich lieber für den Eigenbedarf immer woanders ein paar Ferkel/Schweine geholt und die dann weit artgerechter und langsamer großgezogen. Und dann mit allem drum und dran was sogar dem Biofläche usw entsprochen hätte. Die bekamen auch keine Medikamente oder überwiegendes Kunstfutter usw. Er meinte wer so doof ist dieses Fleisch beim Discounter und Co zu kaufen, der hat es nicht besser verdient. Ihm wäre es einerlei, er verdiene nur daran was der Kunde wünscht. Und das ist jetzt weder ein Witz noch übertrieben.

Re: Zustände in deutschen Massentieezuchtbetrieben

Antwort von merrie85 am 24.09.2016, 9:16 Uhr

Schon mal "Cowspiracy" gesehen? Der Film ist ziemlich reißerisch und pro vegan, aber auch sehr informativ wie ich finde. Er zeigt auf, warum sich niemals etwas zugunsten der Tiere ändern wird, solange die "Fleischlobby" ihre Hände im Spiel hat. Und ganz eehrlich, dass es in Mastbetrieben derart zugeht, War doch kein Geheimnis, oder warum überrascht dich das so sehr? Das Tierschutzgesetz ist lachhaft und aushebelbar. Wer Fleisch beim Discounter odersselbst bei Edeka oder was weiß ich wo kauft, unterstützt diesen Mist. Unser Dorfmetzger schlachtet selbst, und zwar die Tiere, die er sich vorher auf der heimischen Weide selbst ausgesucht hat. Selbstverständlich ist der Verbraucher in der Pflicht, wer denn sonst?

Re: Zustände in deutschen Massentieezuchtbetrieben

Antwort von Joplin am 24.09.2016, 12:27 Uhr

Okay. Du bist der Meinung dass das Tierschutzgesetz gebrochen werden darf weil der Verbraucher das Fleisch ja kauft. Daraus erschließt sich mir, dass man gar kein Gesetz braucht, es wird ja sowieso nicht eingehalten. Wenn ein Gesetz nicht eingehalten wird und es keine Sanktionen gibt, ist das dann ja komplett fur den Arsch. Es werden halt Tiere so stark gequält dass es einen Gesetzesverstoß darstellt. Schuld ist aber der Verbraucher.

Mal ganz provokativ. :Wenn ich mir Heroin kaufe, ist der Dealer auch nicht Schuld, sondern ich. Denn Gesetze gelten ja nicht solange es einen Verbraucher gibt.

Und die Gesetze, die gebrochen wurden, sind eh schon viel zu lasch!

Re: Zustände in deutschen Massentieezuchtbetrieben

Antwort von Joplin am 24.09.2016, 12:58 Uhr

Noch eine Argumentation :Wenn die Macht tatsächlich nur beim Verbraucher liegt, mit welcher Begründung hat man dann der Tabakindustrie große Auflagen gemacht, ein Werbeverbot durchgesetzt, die Industrie gezwungen Schockbilder auf die Verpackungen zu machen?

Die Verantwortung liegt doch beim Verbraucher. Oder doch nicht? Liegt sie vielleicht doch auch bei denen, die das Zeug anbieten?

Wie erklärt man das denn bitteschön?

Sind denn die, die immer predigen nur der Verbraucher ist Schuld dafür, dass man der Tabakindustrie freie Hand lässt? Müssten sie ja konsequenterweise.

Wenn Tierrechtsvetletzungen, Tierqualereien nur dadurch erklärt werden dass der Verbraucher das ja will kann ich nur sagen gute Nacht. Es ist eine Schande.

Re: Zustände in deutschen Massentieezuchtbetrieben

Antwort von merrie85 am 24.09.2016, 15:54 Uhr

Nein, ich bin nicht der Meinung, dass das Gesetz gebrochen werden darf, wo hast du das denn gelesen? Ich bin einfach nur der Meinung, dass es am Verbraucher liegt, was konsumiert wird und in welchem Umfang. Ich KANN Discounterfleisch kaufen, MUSS es aber nicht. Ich KANN Kosmetik kaufen, die an Tieren getestet wurde oder voll von Palmöl ist, MUSS es aber nicht. Ich KANN rauchen, MUSS es aber nicht. Eines jeden Menschen freie Entscheidung und Verantwortung. Informationen sind hier jedem frei zugänglich, keiner kann behaupten, er hätte von nichts gewusst. Wo kaufst du denn dein Fleisch?

@joplin

Antwort von Flirrengel am 24.09.2016, 17:21 Uhr

Möchtest Du Fleisch essen, für das:

a) Hühnchen auf engstem Raum, auf Gitterböden gehalten werden (die Toten werden mit der Zeit einfach durchgetreten
b) Jedes Küken den vorderen Schnabelteil abgezwickt bekommt, weil sich die Tiere sonst selbst totpicken und zu Kanibalen werden (was aber nur bei Haltung auf zu engem Raum zustande kommt)
c) die Ringelschwänzchen der jungen Schweinchen abgezwickt werden
d) die Muttersauen nur liegen können als Fütterungsmaschinen für die Ferkel
e) alle Tiere einfach mal schon zur Vorsorge Antibiotika in ihr Futter gemischt bekommen, damit Krankheiten einfach nicht entstehen
f) und noch viele mehr, dass mir auf die Schnelle nicht einfällt.....

Das bewegt sich übrigens alles im Rahmen der Tierschutzbestimmungen :-)
Der Verbraucher möchte ja bitte billiges Fleisch.

Nur der Verbraucher hat es in der Hand - indem er so entstandenes Fleisch einfach nicht mehr zu sich nimmt - aber dafür dann auch mehr bezahlt!!!

Re: Zustände in deutschen Massentieezuchtbetrieben

Antwort von Joplin am 24.09.2016, 17:30 Uhr

Ich kaufe gar kein Fleisch. Ganz einfach.

Was ich damit sagen wollte :als es um die Tabakindustrie ging hat es die Politik geschafft, Grenzen zu setzen. Hier geht es um Tiere. Hier schafft sie es aus irgendeinem Grund nicht.

Warum?

Re: Zustände in deutschen Massentieezuchtbetrieben

Antwort von Shanalou am 24.09.2016, 19:54 Uhr

Weil die Regierung auch den Auftrag hat, die Ernährung der Bevölkerung zu sichern. Wenn du dir jetzt vorstellst, dass alle Tiere, die geschlachtet werden, nur auf Weiden leben würden, bräuchtest du riesige Flächen. Jetzt kann man argumentieren, dass man eben weniger Fleisch essen sollte. Ich glaube, auch dann würden die Flächen nicht reichen. Dann eben Vegetarier. Also das ganze Milchvieh in Weidehaltung. Was machst du jetzt mit den ganzen Kälbchen? Dann eben alle vegan. Ohne massive Importe in unseren Breiten nicht zu machen, auf keinen Fall für 80 Millionen.
Massentierhaltung hat durchaus Sinn, die Frage ist wie! Und hier kommt es eben auch auf den Bauern an, welche Einstellung er zu Tieren hat ( und natürlich auf Gesetze und deren Einhaltung). Ich bin auch nicht wirklich ein Freund der Massentierhaltung und finde auch das z.B. die Subventionspolitik sich massiv verändern muss, aber wir kommen nicht wirklich drum herum. Einschränkungen was das Tierwohl betrifft, wird man hinnehmen müssen, die Frage ist in welcher Form.

Re: @flirrengel

Antwort von stjerne am 24.09.2016, 21:36 Uhr

Aber einem Großteil der Verbraucher ist es scheißegal wie das Fleisch produziert wird, Hauptsache es ist billig. Solange man die Verantwortung beim Verbraucher lässt, wird sich für die Tiere nichts ändern.

Re: Zustände in deutschen Massentieezuchtbetrieben

Antwort von Joplin am 24.09.2016, 22:30 Uhr

Ja. Zur Ernährung. Sie werden geboren um gefressen zu werden. Vorher noch schön gequält. Das ist die Menschheit, Krone der Schöpfung. Baut Tötungsfabriken und findet das in Ordnung.

Es ist.so traurig, ich könnte daran wirklich verzweifeln. Aber man muss diese Dinge verdrängen um nicht irre zu werden.

Re: Zustände in deutschen Massentieezuchtbetrieben

Antwort von Danyshope am 25.09.2016, 9:50 Uhr

Nein, es gibt auch die Möglichkeit das es ohne Quälerei geht - aber eben nicht zu dem Fleischpreis den viele Leute nur bereit sind zu zahlen. Wenn ich als Verbraucher sage, nein kaufe ich nicht, dann werden die Anbieter irgendwann umdenken müssen. Aktuell lohnt das "quälen" weit mehr als eine artgerechtere Haltung innerhalb des Tierschutzgesetzes. Das Tierschutzgesetz ist dabei nicht perfekt, aber es gibt eine Richtung vor. Und kein Anbieter ist ja gezwungen innerhalb des Tierschutzgesetzes zu bleiben, er kann seine Maßstäbe auch höher setzen. Fraglich ist eben, ob der Verbraucher dann bereit ist das entsprechend zu honorieren indem er eben den Mehrpreis zahlt. Bestes beispiel übrigens dazu gerade bei den Eintagsküken auch im Biobereich. Auch hier stellen einige Bauern um - die zeit wird es zeigen ob die Verbraucher da dann mitziehen.

Re: Zustände in deutschen Massentieezuchtbetrieben

Antwort von merrie85 am 25.09.2016, 9:53 Uhr

Das ist die beste Lösung, komplett auf Tierisches zu verzichten. Soweit bin ich noch nicht. Ich denke mal, es geht wie so oft ums Geld. Hast du den Film gesehen, von dem ich geschrieben habe? Falls nicht, schau ihn dir an.

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