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Geschrieben von AnnaC am 29.06.2017, 7:14 Uhr

Wieviel Wahrheit darf sein?

Hallo,

nachdem ich einen Beitrag weiter unten gelesen habe, kommt bei mir eine Frage auf, die ich gerne mal allen stellen möchte. Wieviel Wahrheit "verträgt" ein Kind? Meine 5jährige stellt mir oft sehr eingehende Fragen, momentan auch viel im Zusammenhang mit Tod. Eben auch die Frage, ob der Mensch dann von Würmern gefressen wird. Ob ich auch sterben werde etc. Ich antworte ihr dann immer wahrheitsgemäss. Sage aber, dass zwar der Mensch stirbt, die Liebe jedoch nie. Wie haltet Ihr das? Ich muss dazu sagen, sie hat bisher noch keine direkte Erfahrung mit dem Tod gemacht. Das einzige ist, dass die Mutter einiger ihrer Schulkameraden (3 Geschwister) gestorben ist, was sie natürlich auch schwer beeindruckt hat.
Mein Gefühl ist, dass die Wahrheit vielleicht erstmal erschreckend ist, aber letztlich das Kind lernt, sie zu akzeptieren. Wenn sie aber herausfindet, dass meine Aussagen nicht stimmen, ist doch die Verunsicherung viel größer, oder?

 
62 Antworten:

Re: Wieviel Wahrheit darf sein?

Antwort von EarlyBird am 29.06.2017, 7:37 Uhr

Hi sobald die Kinder von sich aus fragen, finde ich es auch gut möglichst wahrheitsgetreu zu antworten. Wenn ich eine Frage nicht genau beantworten kann, weil ich die Antwort nicht weiß dann sage ich das auch so. Es bringt meiner Meinung nichts die Unwahrheit zu erzählen, genau aus dem Grund den du oben schon angeführt hattest. Bei der Frage nach den Würmern sage ich aber schon auch das man in einem Sarg beerdigt wird und der erstman Schutz bietet. Wenn man Bilder von modernen Särgen aunschaut, dann sehen diese ja auch erstmal recht bequem aus und weniger erschreckend.

Was ich als problematisch erachte ist, das wenn jeder in der Familie dem Kimd anderes erzählt (der Opa ist im Himmel, Der Opa liegt am Friedhof, der Opa ist ein Jetzt ein Engel...) Da wäre es mMn gut sich etwas abzusprechen.

Lg

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Re: Wieviel Wahrheit darf sein?

Antwort von dhana am 29.06.2017, 7:46 Uhr

Hallo,

ich hab meine Kinder nie angelogen - nicht als es um die Krebserkrankung der Oma ging - und auch nicht bei eigentlich so etwas abstrakten wie dem Tod.

Ich glaub fast alle Kindergartenkinder haben diese Phase wo sie sich sehr stark mit dem Tod beschäftigen. Mein Sohn wollte damals auch unbedingt auf dem Friedhof einen echten Toten sehen. Das war eine Weile täglich ein Thema - sogar ohne direkten Auslöser wie bei Euch.
Ich habe damals immer versucht ihm auch mehrere Antworten anzubieten - zum einen wie bei dir das der Körper stirbt, aber die Liebe nicht. Ich hab ihm auch erklärt, wie die Kirche die Frage nach dem Tod beantwortet - mit Seele und einem Leben nach dem Tod. Auch das es Religionen gibt die z.B. an Wiedergeburt glauben. Ich habe ihm erklört, das die Menschen schon immer versucht haben sich selber Antworten zu geben, aber im Endeffekt weiß es keiner Sicher - nur das jeder der einen geliebten Menschen verliert immer wieder das Gefühl hat er sei noch da, in Gedanken, in Gefühlen.
Aber auch viele praktische Fragen wie was passiert mit dem Körper nach der Beerdigung. Auch da gibt es ja unterschiedliche Methoden - das in der Erde begraben ist ja nur eine davon.

Klar hab ich immer auch versucht nicht "zu" brutal zu sein - aber immer ehrlich. Und die Antwort ob auch er sterben wird, ob die Oma sterben wird ect. habe ich auch ehrlich beantwortet.

Ich denke auch es war gut so - meine Jungs sind heute 18J, 15J und 12J - und sie wissen das sie immer eine ehrliche Antwort von mir bekommen. Auch wenn die Wahrheit unbequem ist oder Angst macht. Das hat sich bis heute bewährt und es gab schon viele Gespräche und viele Fragen - aber ich bin froh das sie damit zu mir kommen.
Vertrauen ist einfach da. Und das auch gegenseitig - sprich auch ich bekomme eine ehrliche Antwort - auch wenn es machmal für die Jungs einfacher wäre nicht ganz die Wahrheit zu sagen. Auch wenn die Antwort ein das geht dich nichts an sein kann.

Gruß Dhana

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Re: Wieviel Wahrheit darf sein?

Antwort von EarlyBird am 29.06.2017, 7:52 Uhr

Schön geschrieben und erklärt :) so habe ich es unseren Großen auch erklärt - fast 1:1 wie du. Auch das mit den Religionen und das es aber niemand sicher weiß. Er hat für sich entschlossen an Wiedergeburt zu glauben, darüber spricht er auch offen. Nur auf den Friedhof wollte er noch nie, ich glaube er kam nicht auf die Idee. Aber wenn er das mal möchte dann werde ich natürlich mit ihm gehen.

Lg

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lügen würde ich nie, jedoch auch nicht zu sehr ausschmücken

Antwort von Caot am 29.06.2017, 8:08 Uhr

..... denn weniger ist manchmal mehr.

Die Würmer würde ich demzufolge mal weg lassen.

Eine Erklärung würde ich auch immer von der Situation abhängig machen. Betrifft es uns selber oder den Nachbarn am anderen Ende der Stadt, den man einmal im Jahr gesehen hat. Und man merkt ja was das Kind bereit ist zu verstehen.

Meine Erfahrung, gerade beim Tod ist, das meine Kinder über längere Zeiträume verarbeiten und dann immer wieder Fragen dazu kommen. Und darauf antworte ich in der Regel gezielt. Nie ausschmückend. Je älter die Kinder werden umso weniger abstrakt ist das Verstehen und umso offener kann die Erklärung werden.

Wenn man einem Kind erklärt, das gerade die Oma verloren hat, das diese jetzt die Würmer auffressen, ist das wohl dem Trauerprozess erst einmal nicht zutragend.

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Re: Wieviel Wahrheit darf sein?

Antwort von Aprilscherz2000 am 29.06.2017, 8:12 Uhr

Nach dem Tod meiner Mutter hat irgentjemand meinem Sohn erzählt das ja jetzt im Himmel ist.Er hat dann panisch Angst bekommen, da die Dinosaurier ja auch Tod sind müßten die ja dann auch im Himmel sein.Überhaupt wäre es ja da ziemlich voll.

Hab im dann nochmal erklärt das sie eingeäschert wurde und jetzt in einer Urne liegt, wo sie ihre Ruhe hat.

LG chrissie

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Es gibt so eine Tendenz...

Antwort von LiLiMa am 29.06.2017, 8:12 Uhr

... Kinder wie kleine Erwachsene zu behandeln.
Das finde ich falsch.


Ich finde man muss sehr genau gucken, wann es wichtig für ein Kind ist, die Wahrheit über etwas zu wissen und wann nicht.

Die meisten Frage zum Thema Tod hab ich so ähnlich beantwortet, wie es hier geschrieben wurde. Aber z.B. auf die Frage "Mama kannst du auch sterben?" habe ich geantwortet "Erst wenn ich alt bin." und im weiteren Verlauf des Gesprächs "Du bist dann schon groß.".
Ich sehe keinen Grund warum ein 5-jähriges Kind wissen muss, dass jeder Mensch theoretisch jederzeit sterben kann. Im Gegenteil...

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Re: Wieviel Wahrheit darf sein?

Antwort von 3wildehühner am 29.06.2017, 8:52 Uhr

Meine Kinder haben schon früh im Kleinkindalter Erfahrungen mit dem Tod gemacht, zuerst die Uroma, dann die Katze und leider noch so einige andere Katzen und Haustiere, wir hatten einen Autounfall, der sehr heftig war, aber glücklicherweise glimpflich ausging; sie haben aber auch im Grundschulalter miterlebt, dass eine Freundin von mir mit drei kleinen Kindern plötzlich verstorben ist, Uropa wurde vom Auto angefahren und lag im Koma, bis er nach einigen Wochen verstarb, und Oma und Opa waren leider schwer chronisch krank und gerade haben wir erfahren, dass eine sehr gute Freundin von mir unter einer tödlichen und unheilbaren Krankheit leidet-sie hat zwei kleine Kinder; da war/ist der Tod über eine lange Zeit sehr präsent.
Deshalb sind wir von Anfang an sehr offen mit dem Tod umgegangen, er gehört zum Leben. Dazu muss ich aber sagen, dass ich auch keine Hemmungen bezüglich dieses Themas habe. Auf Fragen habe ich immer ehrlich geantwortet.

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Re: Wieviel Wahrheit darf sein?

Antwort von Bobby Mc Gee am 29.06.2017, 9:03 Uhr

Ich hatte sehr früh Erfahrungen mit Krankheit /Tod. Wurde von einer herzkranken Großmutter und einer depressiven Mutter groß gezogen. War selber krank.

Nein. Es hat mir nicht gut getan. Es ist nicht gut ständig damit zu rechnen dass die Bezugspersonen sterben. Daran habe ich heute noch schwer zu knabbern.

Ich hatte bereits als Kind Angstzustände.

Als meine Mutter vor drei Monaten starb, habe ich es natürlich erzählt. Wir waren auch bei der Beerdigung.

Als unser Kater eingeschläfert werden musste vor sechs Wochen, hätte ich am liebsten erzählt die Tierärztin habe ihn adoptiert und Pflege ihn jetzt gesund. Das habe ich nicht getan. Wir haben ihn im Garten beerdigt und ich erzählte vom Himmel.

Jetzt will er nur noch bei seiner Oma sein und sagt "solange Oma lebt, will ich hin gehen"

Ich weiß nicht ob das gut ist. Ich kann es aber nicht ändern.

Ich selber habe einen Knacks weg, nicht zu knapp, weil ich mit diesem Thema quasi aufgewachsen bin.

Ich weiß auch nicht was richtig ist. Urvertrauen ist wichtig. Das muss vermittelt werden.

Liebe Grüße

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Re: Wieviel Wahrheit darf sein?

Antwort von 3wildehühner am 29.06.2017, 9:16 Uhr

Urvertrauen und Ehrlichkeit schließt sich ja nicht aus.
Ich denke eher, dass deine depressive Mutter bei der ganzen Sache das Problem war. Sie konnte dich krankheitsbedingt nicht auffangen und das Urvertrauen geben. Das ist leider sehr häufig so.

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Re: Wieviel Wahrheit darf sein?

Antwort von EarlyBird am 29.06.2017, 9:22 Uhr

Hi Bobby, aber dann wäre es sicherlich gut wenn du das therapeutisch aufarbeitest - falls du das noch nicht schon tust. Kinder spüren das meistens wenn das Thema einen selbst zu stark belastet bzw "man einen Knacks weg hat" - wie du sagst.

Ü rigens finde ich es schon wichtig das Kinder aif die Frage ob Mama oder Papa aich sterben könnten eine ehrliche Antwort erfahren. Die Logik - insofern Kinder das Thema wirklich beschäftigt - erklärt es ihnen sonst von selbst, denn auch eine Mama oder ein Papa haben keine Superkräfte. Und wenn sie einen schweren Unfall haben oder Krank werden, dann sind sie auch nur Mensch.

Was mit noch eingefallen ist: man sollte Kindern nicht erklären das XY nun "eingeschlafen" ist und nun "für immer schläft" => sie können Nachtangst bekommen und Einschlafstörungen entwickeln.

Auch sollte man nicht sagen: Der Verstorbene macht nun eine lange Reise => Sie können starke Ängste entwickeln, wenn Papa z.B. auf Dienstreise muss oder Oma und Opa in den Urlaub fahren etc.

Solche Aussagen welche man eigentlich gut meint und man der Annahme ist sie seien "kindgerecht" können durchaus kontraproduktiv sein und Ängste schüren.

Lg

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Re: Wieviel Wahrheit darf sein?

Antwort von Bobby Mc Gee am 29.06.2017, 9:23 Uhr

Da beißt sich die Katze in den Schwanz.
Ich hoffe dass ich in der Lage bin Urvertrauen weiter zu geben. Wir hatten in drei Jahren zwei geliebte Menschen unerwartet verloren.

Liebe Grüße

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Re: Wieviel Wahrheit darf sein?

Antwort von stjerne am 29.06.2017, 9:24 Uhr

Meine Mutter hat auch früh ihre Eltern und ihre Ersatzmutter verloren. Ich bin damit aufgewachsen, dass Eltern jederzeit tot umkippen können, darauf hätte ich gut verzichten können.

Man sollte kein Tabuthema aus dem Tod machen, er gehört zum Leben. Er sollte aber auch nicht wie ein Schreckensgespenst über der Kindheit hängen.

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Re: Wieviel Wahrheit darf sein?

Antwort von Bobby Mc Gee am 29.06.2017, 9:48 Uhr

Genau. Ich finde es sehr schwierig. Aber man darf Kinder nicht für doof halten. Lügen, Verheimlichen machen Viel mehr Angst als die direkte Auseinandersetzung mit einem Thema.

Ich hatte jetzt an meinem Geburtstag einen Hänger und ziemlich geweint um meine Mutter, nachdem ich dachte ich hätte das schon überwunden und mich fragte, ob ich gefuhlskalt bin. Jedenfalls kam das dann sehr stark wieder hoch.

Mein Sohn fragte warum ich traurig bin und ich sagte es ihm. Und er meinte dass die Oma doch schon lange im Himmel ist (es war im April als sie starb) und dass sie im Himmel bestimmt ein Geburtstagslied für mich singt.

Er geht damit ganz normal um. Oma ist halt im Himmel.

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Re: Wieviel Wahrheit darf sein?

Antwort von AnnaC am 29.06.2017, 9:49 Uhr

Liebe alle,

vielen Dank für Eure Gedanken.
Meine Antwort auf die Frage, ob auch ich sterbe, ist auch die, dass sie dann schon gross und vielleicht schon selber Mama ist. Wobei eben so eine Beobachtung wie bei ihren Schulfreunden schon wieder verunsichert. Sie weiß auch, dass meine Mutter Krebs hatte (und deshalb nur noch eine Brust).
Das mit dem Sarg ist mir komischerweise gar nicht eingefallen. Sie weiß, dass unsere Katze zu Erde geworden ist (und vielleicht als Blume wiederkommt).
Ich denke schon, dass Kinder gut damit umgehen können. Etwas völlig anderes ist es natürlich, wenn der Tod einer Bezugsperson tatsächlich eintritt. Es geht uns ja nicht anders. Wir leben gut mit dem Wissen, dass das Leben irgendwann zuende geht. Wenn das dann im Fall einer geliebten Person tatsächlich passiert, haut das trotzdem immer um.
Daher denke ich auch, auf Fragen kurz und ehrlich antworten und ansonsten das Thema nicht selbst weiter auf den Tisch bringen.

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Wir mussten...

Antwort von Maari am 29.06.2017, 9:58 Uhr

... als wir unsere Kinder bekamen sehr offen über das Thema sprechen.
Denn die Eltern unserer drei Kinder sind bei einem Autounfall gestorben. Da war der Große 4 Jahre alt.
Er war es auch, der fragte, ob seine Mutter jetzt von den Würmern gefressen wird.
Da kindgerecht zu antworten ist nicht leicht.
Wir haben auch geantwortet, dass seine Eltern im Sarg liegen, er hätte diese doch gesehen. Zum Glück reichte ihm die Antwort.
Auch unterschiedliche Glaubensansichten waren bei uns Gesprächsthema, aber immer nur so viel, wie die Kinder wissen wollten.
Wir haben die Erfahrung gemacht, dass keines der Kinder lange Antworten wollte.
Und wenn doch, so haben sie weiter gefragt.
Auch bei uns kam die Frage: "Müsst ihr auch sterben?" "Lasst ihr uns allein?"
Da war eine gewaltige Angst zu spüren. Wir haben geantwortet, dass die meisten Menschen erst sterben, wenn sie alt sind.

Es ist schlimm, wenn kleine Kinder gleich beide Eltern verlieren und da ist es nicht möglich nicht darüber zu sprechen, dass auch jüngere Menschen sterben können.
Selbst nach vier Jahren kommt diese Frage manchmal noch beim kuscheln. Ein wenig versuchen wir eine genaue Antwort zu umgehen, antworten mit, wir sind jetzt bei euch, ihr seit schon lange bei uns, wir versuchen alles um ganz lange bei euch zu sein.
Wir haben euch ganz doll lieb.
Das Thema ist nicht leicht, jetzt sind die Kinder 4; 6 und 8 Jahre, sind also schon vier Jahre bei uns.

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Das sehe ich total anders

Antwort von LiLiMa am 29.06.2017, 10:03 Uhr

"Ü rigens finde ich es schon wichtig das Kinder aif die Frage ob Mama oder Papa aich sterben könnten eine ehrliche Antwort erfahren. Die Logik - insofern Kinder das Thema wirklich beschäftigt - erklärt es ihnen sonst von selbst, denn auch eine Mama oder ein Papa haben keine Superkräfte."

Wofür ist das wichtig? Ernst gemeinte Frage.
Und warum darf eine 5-Jährige (darum ging es ja im AP) nicht denken, dass Mama und Papa Superkräfte haben?


Natürlich muss die Antwort auf die Frage nach der Sterblichkeit der Eltern dem Alter, dem Entwicklungsstand und den konkreten Umständen angepasst werden. Aber einem kleinen Kind "ehrlich" zu antworten, dass Mama theoretisch morgen von einem Auto überfahren werden könnte, halte ich für komplett falsch!

Ein 5-Jähriges Kind braucht in dieser Frage nicht Ehrlichkeit sondern Sicherheit. Ein 10-Jähriges immer noch mindestens Zuversicht. Mit einem 15-Jährigen kann man dann vielleicht ein offenes Gespräch dazu führen, wenn es denn sein muss.

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Re: Wir mussten...

Antwort von AnnaC am 29.06.2017, 10:05 Uhr

Vielleicht dazu auch noch eine Frage: macht es Sinn, bei diesen Fragen (und dem Wissen des Kindes, dass auch junge Menschen sterben können), zu sagen, dass man eben deshalb gut aufpaßt (immer anschnallen, im Kindersitz, gesund leben etc.)? Oder besteht da die Gefahr, dass das Kind, wenn eben doch etwas passiert, dann auch noch das Gefühl hat, dass jemand "Schuld" hat?

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Ich habe deine Geschichte...

Antwort von LiLiMa am 29.06.2017, 10:07 Uhr

...unten gelesen und sie hat mich sehr bewegt.

Eure Situation ist natürlich sehr speziell und ich würde mir nicht zutrauen, ohne fachlichen Rat mit diesen Fragen umzugehen.

Kinder brauchen die Sicherheit, nicht von ihren Bezugspersonen verlassen zu werden. Und ihr tut euer Möglichstes dafür, dass sie dieses Vertrauen zurückgewinnen. Meinen großen Respekt.

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Re: Wieviel Wahrheit darf sein?

Antwort von Jessi757 am 29.06.2017, 10:09 Uhr

Das ist immer eine schwieriges Thema.

Aber letztlich ist es am besten wahrheitsgemäß mit dem Thema umzugehen.
Allerdings so schonend wie möglich.

Meine Kinder haben schon mehrere Haustiere im Lauf der Jahre begraben.
Das war für sie zwar traurig, aber sie konnten sich verabschieden.

Vor kurzem ist mein Vater gestorben.
Er hatte ein paar Monate zuvor einen Schlaganfall und war gerade ins Pflegeheim gekommen, und so konnte ich meinen Kindern erzählen, dass er schwer krank war und starb.
Dass es Suizid war müssen sie nicht wissen.
Das belastet mich schon heftig, für die Kinder ist die Beschäftigung mit dem Thema nicht angebracht, find ich.

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Re: Wieviel Wahrheit darf sein?

Antwort von Maari am 29.06.2017, 10:16 Uhr

Ich denke, es ist wichtig, bei der Wahrheit zu bleiben. Es muss deshalb nicht alles schonungslos erzählt werden. Wichtig ist Vertrauen, wenn ein Kind die Eltern beim Lügen oder Schwindeln erwischt, geht Vertrauen langsam kaputt.
Beim letzten mal hat Mama/Papa auch nicht die Wahrheit gesagt, kann ich jetzt diese Antwort glauben? Es kommt Unsicherheit auf.
Es ist allerdings kein Problem zuzugeben, etwas nicht zu wissen.
Man kann ja zusammen auf Antwort suche gehen.

Thema Tod:
Wir waren fast gezwungen, offen über das Thema zu sprechen.
Denn die Eltern unserer drei Kinder sind bei einem Autounfall gestorben. Da war der Große 4 Jahre alt.
Er war es auch, der fragte, ob seine Mutter jetzt von den Würmern gefressen wird.
Da kindgerecht zu antworten ist nicht leicht.
Wir haben auch geantwortet, dass seine Eltern im Sarg liegen, er hätte die Särge doch gesehen. Zum Glück reichte ihm die Antwort.
Auch unterschiedliche Glaubensansichten waren bei uns Gesprächsthema, aber immer nur so viel, wie die Kinder wissen wollten.
Wir haben die Erfahrung gemacht, dass keines der Kinder lange Antworten wollte.
Und wenn doch, so haben sie weiter gefragt.
Auch bei uns kam die Frage: "Müsst ihr auch sterben?" "Lasst ihr uns allein?"
Da war eine gewaltige Angst zu spüren. Wir haben geantwortet, dass die meisten Menschen erst sterben, wenn sie alt sind.

Es ist schlimm, wenn kleine Kinder gleich beide Eltern verlieren und da ist es nicht möglich nicht darüber zu sprechen, dass auch jüngere Menschen sterben können.
Selbst nach vier Jahren kommt diese Frage manchmal noch beim kuscheln. Ein wenig versuchen wir eine genaue Antwort zu umgehen, antworten mit, wir sind jetzt bei euch, ihr seit schon lange bei uns, wir versuchen alles um ganz lange bei euch zu sein.
Wir haben euch ganz doll lieb.
Das Thema ist nicht leicht, jetzt sind die Kinder 4; 6 und 8 Jahre, sind also schon vier Jahre bei uns.

Und ja, wir haben die Beiden Großen (damals 4 und 2 Jahre) mit zur Beerdigung genommen.
Uns war es wichtig, dass die Kinder sehen konnten, wo ihre Eltern sind.
Manchmal heißt sehen, langsam begreifen.
Nein, die Kinder haben ihre Eltern nach dem Unfall nicht noch einmal gesehen.
Denn ihre Erinnerung sollten nicht diese Bilder sein. Die Verletzungen waren sehr deutlich zu sehen.

Auch heute gehören ihre Eltern irgendwie noch zum Alltag dazu. Manchmal werden Bilder gemalt oder Blumen gepflügt, die ans Foto der Eltern gestellt werden oder zum Grab gebracht.
Es wird regelmäßig über die Vergangenheit geredet.
Immer alles auf Wunsch der Kinder.
Wir gehen relativ locker damit um.
Und es tut den Kindern gut, wenn sie darüber reden können aber nicht müssen.

Wir hatten Anfangs Psychologische Unterstützung und haben auch heute weiterhin die Möglichkeit (telefonisch) Fragen zu stellen.

Keines der Kinder ist in Kindergarten oder Schule auffällig.

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Re: Wieviel Wahrheit darf sein?

Antwort von Lluvia am 29.06.2017, 10:27 Uhr

Hi,
Schwierig... Ich finde man sollte schon ehrlich sein aber vorsichtig...

Bei meinem Stiefsohn war es lange Thema. Er war 6 als seine Tante an Krebs starb. Die Familie hat die Trauer überspielt, die Tante ist jetzt im Himmel und es geht ihr da gut, bei der Beerdigung (Stiefsohn sollte mit um Abschied nehmen zu können) kam dann aber alles hoch und es wurde getrauert. Aber genau das hat meinen Stiefsohn sehr verunsichert. Er hatte lange Angst wenn jemand krank wurde (auch wenn es völlig harmlose Sachen waren).

Ich denke wenn Kinder fragen sollte man darauf eingehen und ehrlich antworten auch was das Thema Trauer betrifft.

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Re: Aber provozieren muss ich es nicht .....

Antwort von Caot am 29.06.2017, 10:28 Uhr

.... ich erkläre durchaus, dass man jederzeit sterben kann, aber das in der Regel die Natur es so eingerichtet hat, das die Eltern erst sterben, wenn Sie alt sind. Ist ja auch so.

Ich halte es daher auch für nicht zielführende dem 5-jährigem zu erklären, dass der LKW mich jederzeit überrollen kann, würde das aber, bei der konkreten Frage danach aber auch nicht verneinen. Nur freiwillig würde ich das nie nennen.

Bei mir geht da auch die Sicherheit vor der reinen Ehrlichkeit. Dies erahnen die Kinder sowieso schneller als wir denken.

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Re: Aber ist das ehrlich?

Antwort von Caot am 29.06.2017, 10:32 Uhr

... es ist ja keiner im Himmel. Entweder bei den Maden oder verbrannt als Asche da liegend. Jedoch ist der Himmel durchaus tröstend, weil schön. Und auf jeden Fall für einen 5-jährigen als Information ausreichend.

Mein Kindgroß würde darüber aber lachen und Aufklärung fordern.

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Re: Wieviel Wahrheit darf sein?

Antwort von Sille74 am 29.06.2017, 10:43 Uhr

Ich antworte ehrlich, aber nur auf die konkrete Frage und so genau wie nötig, aber so vage wie möglich, wenn ich befürchte, dass eine sehr detaillierte Antwort belastend sein könnte.

Letzthin hatte ich mit meinem Sohn folgendrn Dialog:

"Mama, stirbst Du auch mal?"

"Ja."

"Wann stirbst Du denn?"

"Das weiß ich nicht. Niemand kann voraussagen, was in der Zukunft ist [es folgte auf Nachfrage eine Erklärung, was "Zukunft"ist]. Daher kann ich nicht sagen, wann ich sterbe. Normalerweise sterben Menschen, wenn sie alt und schwach geworden sind."

"Mama, wann bist Du alt?"

"Wenn Du schon lange selber groß bist."

Mein Mann neigt dazu, alles sehr genau jnd wissenschaftlich zu erklären. Ich sehe das kritisch, weil ich metke, dass das die Kinder dann schon manchmal beschäftigt. Ich möchte ihm aber da auch nicht zu viel reinreden, da eben jeder so seinen Stil und seine Ansichten hat und da er es offensichtlich sehr gut macht ... Ich bin oft erstaunt, was die Kinder wissen und auch verstanden haben ... und das haben sie dann von ihm

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Re: Aber ist das ehrlich?

Antwort von stjerne am 29.06.2017, 11:17 Uhr

Wenn man daran glaubt, dass der Mensch eine Seele hat, dann ist das eine ehrliche Antwort. Kinder sind auch in der Lage zu verstehen, dass mit "Himmel" nicht das Weltall gemeint ist.

Wir haben gesagt, dass der Körper unserer Auffassung nach in die Erde kommt und die Seele in den Himmel. Ich fand es ehrlich.

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meine Omi ist verbrannt worden, ja

Antwort von Leewja am 29.06.2017, 11:22 Uhr

aber ihre Liebe und ihre "Anteilnahme", die sind da, die spüre ich, und wenn es nur die Erinnerung daran ist, wie bedingungslos sie mich geleibt hat.
Und das bedeutet für mich "sie ist im Himmel".
Ist das wirklich so verlachenswert?

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Re: das hab ich doch gar nicht geschrieben

Antwort von Caot am 29.06.2017, 12:00 Uhr

..... wo liest Du das? Nein, verlachenswert ist nix.

Ich schrieb, das mein Kind darüber lachen würde und Aufklärung fordern würde, nicht dass das Kind etwas verlacht.

Unbenommen ist es eine Frage des Glaubens, was man als ehrlich empfindet. Aus unserer Sicht ist im Himmel nichts und Kinder hinterfragen das sehr wohl sehr genau. Da würde ich persönlich in realistische Erklärungsnot kommen.

Das man den Verstorbenen in Gedanken bewahrt, das ist natürlich eine weitere passende Klein- wie Großkinderklärung. Aber mit dem Himmel hat das ja nichts zu tun.

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Re: Das sehe ich total anders@LiLiMa

Antwort von Finfant am 29.06.2017, 13:04 Uhr

das liest sich wie im Märchen (Superkräfte)....aber, das Leben ist kein Ponyhof :-( leider!

Mein jüngstes Kind musste erleben, das ihr Opa vor IHR verstorben ist, im Wohnzimmer beim Schokolade holen....da war sie 2 1/2 Jahre.

dann war sie am Telefon, als mein EX-Schwägerin anrief, das ihr Patenonkel durch Suizid verstorben ist......da war sie 7 1/2 Jahre.

dann kam mein Mann (ihr Papa) nicht mehr aus dem Wald zurück, er starb am plötzlichen Sekundentod....da war sie 9 Jahre.

dann musste sie miterleben (wir wohnen gegenüber), das die Feuerwehr die Tür meiner Schwiegermutter(ihre Oma) aufbrechen musste, sie lag tot im Bett.....da war sie 11 Jahre.

so, und nun sage mir, was ich meinem Kind antworten soll, wenn es mich frägt, ob auch ich sterben kann...:-( und ja sie hat Verlustängste usw. ABER, sie ist trotzdem ein wahnsinnig selbstbewusstes , sehr selbständiges Mädchen !!! ABER, wehe....ich werde mal krank (auch wenn es nur ein Schnupfen ist...) da hat sie so eine Angst, die kann man gar nicht in Worte fassen.

lg, Andrea

ps. mir wäre es übrigens auch lieber, wenn all meine Lieben mit uns am Tisch sitzen würden.....als zusammen auf dem Friedhof !!!

ICH hab keine Superkräfte, aber ich versuche alles um gesund zu bleiben und alt zu werden....und dies sage und vermittle ich ihr auch :-)

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Danke

Antwort von Maari am 29.06.2017, 13:13 Uhr

Danke.

Wir hatten psychologische Hilfe, weil wir unser möglichstes tun wollten, damit die Kinder eine relativ normale Kindheit haben konnten und können. Ich denke, es gibt kaum etwas traumatischeres als beide Eltern an einem Tag zu verlieren.

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Re: Es gibt so eine Tendenz...

Antwort von josefinchen am 29.06.2017, 13:44 Uhr

Weil es tatsächlich jederzeit so sein kann.So geschehen letztes Jahr in unserem Freundeskreis.Ganz plötzlich ist dort der Vater bzw.Mann verstorben.Nach einer kurzen,schweren Krankheit.Die Kinder sind ähnliche alt wie unsere und der Jüngste wird seinen Vater nie kennenlernen.Da war ich sehr froh,daß das Thema Tod vorher bei uns schon öfter Thema war und wir immer ehrlich waren.

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Re: Wieviel Wahrheit darf sein?

Antwort von DK-Ursel am 29.06.2017, 15:58 Uhr

Hej!

Ohne die vielen Antworten vor mir gelesen zu haben:
Wahrheit ist immer richtig.
Wir haben das in vielerlei Hinsicht und leider auch mit dem Thema tod früh erfahren.
Kinder gehen damit allerdings sehr viel anders um als wir.
Natürlich kann es erstmal Angst machen, daß auch die Eltern verschwinden, da muß man ja auch nciht erklären, daß Krankheiten und uNfäölle jeden täglich treffen können, sondern gern davon reden,d aß meistens ja die alten ;enschen sterben.

Aber vor allem bei konkreten Fragen oder gar in konkreten Situationen außenvor gelassen zu werden, ist - auch wenn es zum Schutz des Kindes gedacht ist - eher verstörend und ängstigend, negativ, als alles andere.
Wenn die Erwachsenen bei einem Todesfall gemeinsam weinen, trauern - und das kKnd außen vor bleiben soll, weil Tote, Trauer, Beerdigungen zu verstörend wirken könnten, dann sollte sich derjenige,der dies beschließt, mal überlegen, wie s wirkt, von der trauernden Familie = Gemeinschaft ausgeschlossen zu sein.
Das Signal: Hier gehörst du nicht dazu, mach das, was du dir zusammenreimst und glaubst, allein mir dir aus, incl. der Konsequenzen,d aß die liebe Omi, der geliebte Vater etc. nicht mehr da ist, nicht mehr wiederkommt - ja, wie wirkt DAS wohl auf ein Kind??

Wir hatten vor wenigen Tagen im Lesekreis die Astrid-Lindgren-Biographie dran, in der auch wieder deutlich wurde, wie ernst Astrid Lindgren die kinder von Anfang und immer nahm.
Sie hat keine Themen gescheut, weil das Leben das ja auch nicht tut.
Und sie hat sie zwar kindgemäß gehandelt, in Augenhöhe, aber eben nicht verschwiegen, weil Ausschluß eben bedeutet:
ich nehme dich nicht ernst, ich gestehe dir nicht zu, mit uns, wie wir, zu trauern, zu verstehen, daß wir traurig sind, Verlust zu bearbeiten etc.

Welche ein Hochmut vieler Erwachsener - oder ist es ihre eigene Angst,der sie sich nicht stellen wollen?

Wie gesagt, meine Kinder haben .- leider - den Tod und anderem oft begegnen müssen; das war ne leicht -für sie nicht und für uns nicht, aber wir haben das GEMEINSAM durchgestanden, nicht jeder für sich allein.
Und wer sich das mal wirklich klarmacht, stellt sich solche Fragen nicht mehr!

Gruß Ursel, DK

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Hochmut?

Antwort von LiLiMa am 29.06.2017, 17:00 Uhr

Dazu möchte ich erst mal sagen, ich finde die meisten Verhaltensweisen die du beschrieben hast auch falsch. Aber die allermeisten Eltern tun das was sie tun, weil sie denken, dass es zum Wohle ihrer Kinder das Beste ist. Dabei machen sie vielleicht auch Dinge falsch. Das aber als Hochmut bezeichnen finde ich ehrlich gesagt... hochmütig.


Die Frage hier war nicht, ob man in einem Todesfall gemeinsam trauern soll. Da stimme ich dir total zu.
Die Frage war "Wieviel Wahrheit "verträgt" ein Kind?" - genauer eine 5-Jährige.
Und da muss man sehr genau hinschauen. Ein pauschales "Die Wahrheit ist immer richtig" finde ich grund-falsch!

Ich finde es gut, dass Eltern ihre Kinder heutzutage mehr und mehr ernst nehmen. Aber es ist eben ein wichtiger Unterschied zwischen "ernst nehmen" und "mit ihnen wie mit Erwachsenen reden". Und der wird leider immer häufiger übersehen, stelle ich fest.

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Ich verstehe es nicht.

Antwort von LiLiMa am 29.06.2017, 17:03 Uhr

Ganz ehrlich nicht.

Meinst du, dass es einem Kind was einen Elternteil verliert wirklich hilft, wenn es sein Leben lang vorher in dem Bewusstsein rumgelaufen ist, dass das jederzeit passieren kann?

Was für eine gruselige Vorstellung.

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@Finfant

Antwort von LiLiMa am 29.06.2017, 17:29 Uhr

Die Verluste die ihr erleben musstet, tun mir sehr leid.

Was ist falsch an Märchen? Ich verstehe diesen Hang heutzutage nicht, Kinder mit gnadenloser Ehrlichkeit ihrer Fantasiewelt zu entreißen, die sie doch so sehr genießen. Aber das ist ein anderes Thema...


"so, und nun sage mir, was ich meinem Kind antworten soll, wenn es mich frägt, ob auch ich sterben kann...:-("
Einer 5-Jährigen? "Erst wenn ich ganz alt bin"
Einer 10-Jährigen? "Theoretisch ja. Aber ich bin mir sicher, dass wir noch ganz ganz lange zusammen leben werden."
Einer 15-Jährigen? "Ja. Wie alle Menschen. Ich weiß, dass das eine sehr schlimme Vorstellung ist. usw.usw."

Ich schrieb ja schon, man muss die Antworten dem Alter des Kindes anpassen, dem Entwicklungsstand und natürlich auch den äußeren Umständen. Aber ich kann mich nur wiederholen - eine 5-Jährige braucht Sicherheit und keine Wahrheit um jeden Preis.


Und übrigens, nach all dem was ich lese, was du mit deiner Tochter durchstehst - klingt für mich sehr wohl nach Superkräften.

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Re: @Finfant

Antwort von 3wildehühner am 29.06.2017, 17:51 Uhr

"so, und nun sage mir, was ich meinem Kind antworten soll, wenn es mich frägt, ob auch ich sterben kann...:-("
Einer 5-Jährigen? "Erst wenn ich ganz alt bin"
Einer 10-Jährigen? "Theoretisch ja. Aber ich bin mir sicher, dass wir noch ganz ganz lange zusammen leben werden."
Einer 15-Jährigen? "Ja. Wie alle Menschen. Ich weiß, dass das eine sehr schlimme Vorstellung ist. usw.usw."

Und wenn du dann doch sterben solltest, wenn dein Kind fünf Jahre ist? Oder das Kind sieht, dass die Mutter des Freundes stirbt?

Der Tod gehört zum Leben.

Vor hundert Jahren starben noch viele Frauen im Kindsbett und die Menschen allgemein früher. Dass die Eltern sterben könnten (oder auch die Geschwister) war den Kindern dieser Zeit sicher durchaus bewusst. Damals war der Tod deutlich präsenter als heute; da gab es noch das Aufbahren Zuhause und das Abschied nehmen.
Trotzdem hat sich das Denken der Kinder sicher nicht rund um die Uhr um das Thema gedreht. Aber es war ihnen bewusst, dass es passieren könnte.

Wie groß muss der Schock für ein Kind sein, dessen Mutter ihm vorgelogen hat, dass sie nicht sterben wird, solange es klein ist, und dann doch stirbt? Das ist ja etwas anderes als die Geschichte vom Osterhasen oder Christkind.

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Re: Ich verstehe es nicht.

Antwort von 3wildehühner am 29.06.2017, 17:56 Uhr

Die Erkenntnis, belogen worden zu sein, ist für die Kinder auch gruselig. Ich kann nicht verstehen, dass das Thema so tabuisiert wird. Das ist doch ein ganz normales Thema, was zum Leben dazu gehört. Und genau, wie ich einer 5-Jährigen bezüglich Aufklärung nichts von Bienchen und Blümchen erzähle, erzähle ich doch nicht, dass die Mutter erst sterben kann, wenn das Kind groß ist. DAs ist völlig an der Realität vorbei. Als meine Kinder im Kindergarten waren, ist von einem Kind auch die Mutter verstorben. Und ich denke, so etwas kommt leider in fast jedem Kindergarten/Schule vor. Kein normal intelligentes Kind kann sich dann nicht denken, dass die eigenen Eltern auch sterben könnten. Wenn dann du aber mit der Lüge daher kommst, verunsichert das ein Kind doch noch viel mehr!

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Re: Hochmut?

Antwort von 3wildehühner am 29.06.2017, 17:58 Uhr

Ich finde ehrlich gesagt, dass viele Kinder heute viel zu sehr in Watte gepackt werden und alles für die Eltern Unangenehme von ihnen ferngehalten werden soll. Aber leider ist das Leben bisweilen auch unangenehm.

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Re: Hochmut?

Antwort von Steffi528 am 29.06.2017, 18:24 Uhr

Das Leben ist schön und der gleichnamige Film eindrucksvoll

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Das hat mit tabuisieren...

Antwort von LiLiMa am 29.06.2017, 18:36 Uhr

...nichts zu tun.

Meine jüngste Tochter (5 J.) hat im letzten halben Jahr, kurz hintereinander, zwei Menschen verloren, die ihr sehr nahe standen. Wir haben darüber gesprochen. Offen und ehrlich. Es wurde gefragt, geweint, erinnert usw.

Aber wenn sie heute abend - wie so oft in den letzten Wochen - weinend im Bett liegt und mir sagt, dass sie für immer mit mir zusammenbleiben will, dass sie niemals ausziehen wird, auch nicht wenn sie erwachsen ist und mich dann fragt, ob ich auch sterben werde, dann werde ich sicher nicht antworten "Ich will ehrlich zu dir sein, Schatz. Ja, möglich ist es."


Ich kann sowas nicht begreifen, tut mir leid....

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Was sagst du einem Kind, was bitterlich weint...

Antwort von Petra28 am 29.06.2017, 19:01 Uhr

weil es Angst vorm Sterben hat oder davor, dass die Mutter stirbt? Sagst du dann: Deine Angst ist berechtigt, jeder kann jederzeit sterben, auch heute Nacht und nun schlaf schön?

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Re: Aber ist das ehrlich?

Antwort von Bobby Mc Gee am 29.06.2017, 19:01 Uhr

Ich habe erklärt dass der Körper auf der Erde bleibt und beerdigt wird. Die Seele ist das, was den Menschen aus macht. Das Leben. Die Seele verlässt den Körper und geht in den Himmel.

So ähnlich glaube ich das, wobei der Himmel für mich ein wenig komplexer ist. Ich glaube nicht an Engelchen mit Harfen die auf der Wolke sitzen und das Lied "Me and Bobby Mc Gee trällern. Wobei das einerseits geil wäre, andererseits nicht zu Harfenmusik passt und für die Mehrzahl der Menschen dieser Himmel zum Weglaufen wäre. Denn wer will dieses Lied den ganzen Tag hören. Ich nicht ;-) )

Liebe Grüße

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Re: Aber ist das ehrlich?

Antwort von stjerne am 29.06.2017, 19:07 Uhr

MEINE Engel verstehen sich hoffentlich auf blur.
Das hieße allerdings, dass mein Mann seine Wolke dann fix in andere Gefilde rudern würde.

Nein, dass man unter Himmel etwas Abstraktes versteht, sollte ja eigentlich klar sein.

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Re: Das sehe ich total anders

Antwort von EarlyBird am 29.06.2017, 19:38 Uhr

Hi, naja beim Tod scheiden sich die Geister. Aber in Punkto "mit Kindern über den Tod sprechen" sind sich mW alle Experten einig: man sollte Kindern nicht erklären das man selber als Elternteil nicht (ver-)sterben könnte. Und wenn dein Kind im Alter von 5 Jhren explizit danach fragt, sollte man bei der Wahrheit bleiben. In diesem Alter erschließt sich für Kinder zunehmend die Welt, sie fangen an zu hinterfragen und Gedanken zu Ende zu denken. Es gilt die Regel: ein Kind ist dann so weit darüber sprechen und die Wahrheit auszuhalten wenn es von selbst danach fragt.
Ich habe unserem älteren Kind auf die Frage ob ich oder Papa sterben könnten geantwortet, das wir auch nur Menschen sind und auch - sowie jeder andere - einen Unfall oder schwere Krankheit haben bzw bekommen könnten. Das wir aber versuchen gut auf uns aufzupassen und wir "normalerweise" schon alt werden und wir erst richtig alt sind wenn er längst Erwachsen ist.
Natürlich hätte er lieber gehört: Nein wir sind unverwundbar! Das entspricht aber nicht der Wahrheit, auch wir bluten wenn wir uns z.B. schneiden.

Wir können schließlich gar nicht wissen wie lange wir leben. Wir können nicht voraussehen ob wir morgen einen tödlichen Unfall haben oder nicht. Wenn dieser Fall eintreten sollte, dann sollte mein Kind gestärkt damit konfrontiert werden und diesen Transitionsprozess durchstehen, indem es wußte dass das passieren kann aber auch - von mir als Mama - weiß das Liebe niemals vergeht, auch wenn unser Körper - unsere Hülle - nicht mehr da ist. Verleugnung, Unwahrheiten und Verdrängung helfen dem Kind überhaupt nicht, denn der Tod ist unumgänglich und gehört zum Leben ebenso wie die Geburt dazu.
Ursel hatte das unten schon ganz schön beschrieben: Kinder nehmen idR keinen nachhaltigen psychischen Schaden allein vom Erleben (natürlich gibt es Ausnahmen!) eines "normalen" Todesfalles, sondern vielmehr von der Art wie damit umgegangen wird. Kinder müssen stark gemacht werden, ernst genommen und mit einbezogen werden.
Flunkerst du dein Kind (auch wenn du es nur gut meinst) an, das du und der Papa unverwundbar seid, wird es schon bald selbst drauf kommen dass das nicht stimmen kann und diese Notlüge bei einem solch sensiblen Thema kann noch mehr Angst machen. Und Gott bewahre - im Fall der Fälle - das gesamte Weltbild des Kindes in Mißtrauen stimmen und das Kind "geschwächt" (Mama hatte mich belogen und jetzt kann ich sie nicht mehr fragen) in diese ohnehin ohnmächtige Situation katapultieren.
Besser das Vertrauen mit der Wahrheit stärken, als das Kind durch Unwahrheiten - welche es früher oder später ohnehin durchschauen wird - in seinem Vertrauen zu schwächen.
Ich habe meinem Kind z.B. auch erklärt das man nie wirklich stirbt solange es Menschen gibt welche an einen denken. Und sollte ich irgendwann mal sterben, dann ist er dennoch nie alleine weil wir Familie sind und auch haben, und ich immer da sein werde => in seinem Kopf wenn er an mich denkt und er wissen muss das es auch mir sicher gut geht, er keine Angst zu haben braucht.
Ich habe ihm auf Nachfragen auch erklärt, das ich persönlich daran glaube, das man nach dem Tod zu seiner Familie (der Verstorbene Teil) kommt und ich dann auch sehr gerne bei derUroma und dem Uropa wäre.

Lg

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Re: Hochmut?

Antwort von EarlyBird am 29.06.2017, 19:44 Uhr

Das war lange Zeit mein Lieblingsfilm. Roberto Benini unschlagbar :)

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Re: Hochmut?

Antwort von EarlyBird am 29.06.2017, 19:46 Uhr

Ja und beim Thema Tod macht man es damit eher falsch - da braucht es nunmal Ehrlichkeit.

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Re: Was sagst du einem Kind, was bitterlich weint...

Antwort von Daffy am 29.06.2017, 19:51 Uhr

Auch ein 5-jähriges Kind wird schnell drauf kommen, dass die ´Supermama beschützt Dich vor allem und wird mit Sicherheit steinalt"-Nummer nicht stimmt. Ist es weniger beängstigend, wenn die eigene Mutter beruhigende Lügen erzählt? Die Mama hat wahrscheinlich selber so viel Angst, dass wir nicht mal drüber reden können - ist das das Lernziel? Jeder Mensch muss lernen, dass er Angst auch mal aushalten muss (was nicht heißt, dass man die Gefahr sucht), sonst ist er irgendwann handlungsunfähig.
Wenn man glauben kann, hilft es.

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Re: @Finfant

Antwort von Finfant am 29.06.2017, 19:57 Uhr

-----------Ich schrieb ja schon, man muss die Antworten dem Alter des Kindes anpassen, dem Entwicklungsstand und natürlich auch den äußeren Umständen. Aber ich kann mich nur wiederholen - eine 5-Jährige braucht Sicherheit und keine Wahrheit um jeden Preis.----------

und welche Wahl?, hatte mein Kind?

was die Wahrheit betrifft, was sollte ich sagen? dein Onkel, dein Papa und der Opa lebt jetzt mit der Oma......auf einer Südsee-Insel? was sollte ich dem Kind sagen, wenn der Anruf kommt (den sie entgegennimmt) das mein Bruder ihr Onkel an Suizid verstorben ist (sie stand neben mir, als ich meinen Mann, meinen jüngsten Bruder, meine erw. Tochter usw.) angerufen hatte....sie stand neben mir und wir hielten uns an den Händen....das Kind war SIEBEN Jahre alt!

und als dann ein Jahr später, ihr Papa verstorben ist (mein Mann ist "gesund" verstorben, er war nicht krank.....er war im Wald Holz für den Kamin machen) was soll ich ihr sagen? NIX anderes als die Wahrheit!

Was meinst du, was ich teilweise für eine Angst hatte und manchmal noch habe, das auch ich sterbe....und mein Kind zurücklassen müsste.....ne Scheißangst!!! Allein, wäre mein Mädel aber nicht, sie würde bei ihrer erw. Schwester wohnen oder bei meinem jüngsten Bruder.

wo sollte ich lügen oder die Wahrheit verschweigen? WO? und WIE?

lg, Andrea

ps. sie ist jetzt 14 Jahre und weiß genau, das sie sich immer auf mich verlassen kann und das ich alles dafür mache, das ich gesund und alt werde! nur versprechen kann ich meiner Tochter nix......leider :-(

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So viel Wahrheit, wie dein Kind verträgt

Antwort von zitronenmama am 29.06.2017, 20:02 Uhr

Hey,

ich denke, dass du deinem Gefühl folgen solltest.
Sicherlich spricht nichts dagegen, mit Kindern schwierige Themen in einfachen Worten anzusprechen, wenn sie SELBST darauf kommen.

Beispiel: Mein Mann und ich erwarten momentan unser erstes Kind und haben uns schon Gedanken gemacht, wie wir Sexualkunde angehen und auch wann.
Für mich ist es ganz klar: Wir sind ehrlich. Wir sagen dem Kind, dass es aus unserer Liebe gemacht wurde. Wenn das Kind dann nachfragt, Details wissen will oder ihm das einfach nicht reicht, ist das Kind auch alt und reif genug für ein paar Einzelheiten, schlicht formuliert und unausgeschmückt.

Ganz wichtig: Wenn dir das Thema nicht behagt, halt dich lieber ein wenig zurück und versuch eine Erklärungsart zu finden, die dich nicht belastet!

Liebe Grüße

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Re: @Finfant

Antwort von Maxikid am 29.06.2017, 20:10 Uhr

Ich erzähle meinen Kindern, eigentlich nicht, dass der Tod etwas negatives ist, auch ich werde irgendwann sterben. Unser Nachbar ist beim Selbstmord ,fast auf meine Tochter geknallt ist. Da kamen viele Fragen auf, logisch. Aber ihr sagen, dass mir nichts passieren kann, konnte ich auch nicht. LG maxikid

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Das ging an LiLiMa

Antwort von EarlyBird am 29.06.2017, 20:33 Uhr

So viele Ästchen, daher schreibe ich das jetzt noch dazu.

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Re: Was sagst du einem Kind, was bitterlich weint...

Antwort von Petra28 am 29.06.2017, 20:54 Uhr

Du hast meine Frage nicht beantwortet.

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Re: das hab ich doch gar nicht geschrieben

Antwort von Leena am 29.06.2017, 21:05 Uhr

Ich leide, weil die Kindergärtnerin im ev. Kindergarten zu meinem Jüngsten nach dem Tod seines Großvaters jetzt im Februar gesagt hat, dass jetzt seine beiden Großväter im Himmel auf einer Wolke sitzen und gemeinsam Spaß haben. Jetzt ist er bei jedem Flugzeug dran, ob er damit seinen Opa und seinen Opi sehen könnte... :-(

Ich versuche auch, unbedingt ehrlich zu sein - und bei vielem lautet meine ehrliche Antwort nun mal: "Ich weiß es nicht."

Ansonsten glaube (!) ich auch, dass die Seele das ist, was einen Menschen ausmacht, und es gibt Moment, da glaube ich, meinen Vater zu hören, tief in mir drin. Oder in meinen Träumen. Ob das nun "in Gedanken bewahren" ist oder "der Abdruck der Seele" oder was auch immer - ich weiß es nicht. Ich glaube aber, dass es mehr gibt zwischen Himmel und Erde, als unsere Schulweisheit uns träumen lässt. Und wissen, dass es nicht so ist - das weiß auch niemand!

Bei uns ist Tod auch gerade wieder Thema, weil mein Onkel letzte Woche unter etwas unerfreulichen Umständen gestorben ist. Mir ist es wichtig, auf Nachfragen immer nach bestem Wissen und Gewissen zu antworten. Meine Mutter war und ist überzeugt, dass man unerfreuliche Dinge von Kindern fernhalten müsse. Also habe ich so oft gespürt, dass etwas nicht stimmt, aber auf Fragen zur Antwort bekommen, ich müsse mir das einbilden... das fand und finde ich immer noch gräßlich und will es bei meinen Kindern eben bewusst anders machen.

Wenn meine Kinder mich fragen, ob ich sterben könnte - ja, ich werde bestimmt sterben. Aber ich hoffe, das ist noch ordentlich lange hin! Und genau das sage ich auch so.

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Re: Was sagst du einem Kind, was bitterlich weint...

Antwort von Leena am 29.06.2017, 21:17 Uhr

Ich habe dann gesagt: Ich rechne nicht damit, dass ich heute Nacht sterbe. Und habe das Kind ganz fest in den Arm genommen. Aber etwas versprechen, was ich nicht unter allen Umständen halten kann, das will ich nicht.

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Re: Wieviel Wahrheit darf sein?

Antwort von stjerne am 29.06.2017, 21:25 Uhr

Der Ton macht die Musik.
Wir haben ehrlich gesagt, dass auch wir mal sterben müssen, aber dass es keinen Grund gäbe, warum das in nächster Zeit passieren sollte. Fragt meine Große jetzt nach meinem Vater (86), dann sage ich, dass wir uns freuen sollten, dass wir ihn haben und die Zeit genießen sollten.

Die Situation akuter Angst, ich könne sterben, hatten wir nie. In so einem Fall würde ich wohl einfach bei dem Kind bleiben, bis es eingeschlafen ist.

Unseren Kindern wurde von meiner Schwiegermutter immer viel von ihrem toten Opa berichtet und sie waren mit ihr viel auf dem Friedhof. Als meine Tante dann starb, konnten sie das einordnen "bei Opa im Himmel". Meine Trauer hat sie zunächst sehr geschockt, aber jetzt merken sie, dass meine Tante in Erinnerungen immer noch sehr präsent ist.

Ein richtiger Schicksalsschlag blieb ihnen dankenswerterweise bisher erspart. So konnten wir das Thema recht gut bewältigen.

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EarlyBird

Antwort von LiLiMa am 29.06.2017, 22:56 Uhr

Ich hab dir einer ganz lange Antwort geschrieben, aber als ich auf "absenden" geklickt habe war sie weg....

Mal sehen, vielleicht kann ich mich morgen aufraffen alles nochmal zu schreiben ;)

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Re: @Finfant@Maxikid

Antwort von Finfant am 29.06.2017, 23:16 Uhr

ohje.....das war bestimmt schrecklich für deine Tochter :-( Hoffe, es geht ihr wieder soweit gut !

über den Tod, reden wir (also Nadine und ich) selten. Wir reden über den Papa, den Onkel, Opa, also ich erzähle und sie hört zu und fragt nach. Sie kann sich nämlich nicht mehr an alles erinnern (ok, das ist ein anderes Thema *lächel*). Sie geht allein auf den Friedhof oder mit mir zusammen.....der Tod...."gehört" leider zu unserem Leben!

glg, Andrea

ps. ich erziehe meine Tochter so, dass sie mich nicht anlügt.....und ICH lüge sie nicht an :-) finde ich sehr wichtig, grad jetzt wo sie in der Pubertät ist!

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Re: EarlyBird

Antwort von EarlyBird am 29.06.2017, 23:37 Uhr

Oh das kenne ich, gestern ist mir das z.B. auch passiert. Das tut mir leid, das ist immer so ärgerlich.
Schade um deine Zeit, ich danke dir natürlich auch wenn die Nachricht weg ist.
Ich habe noch viel darüber nachgedacht und denke: egal was und wie man seinem Kind darauf antwortet, man liebt es und diese spürbare Gewissheit ist für das Kind sicherlich 100x wichtiger als der Inhalt der Antwort die man bei diesem Thema gibt.

Lg

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Re: Hochmut?

Antwort von EarlyBird am 29.06.2017, 23:49 Uhr

Da fehlte ein "g" - Benigni sollte es freilich heißen. :) wollte ich nur kurz richtig stellen. A bissl peinlich wenns so "falsch" stehen bleibt, wurde mir zumindest erst neulich nahe gelegt - in einem anderen Unterforum.

Lg

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Re: Danke

Antwort von EarlyBird am 29.06.2017, 23:54 Uhr

Ich finde eure Geschichte auch total tragisch und bewegend. Du und dein Mann seid wirklich ein starkes Team! Unglaublich toll wie ihr die 3 Kinder aufgefangen habt. Da sollte jeder seinen Hut vor euch ziehen. Ich wünsche euch 5 alles Glück der Welt und das ihr weiterhin immer füreinander da sein könnt.

Alles nur erdenklich Gute

Lg

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Re: Was sagst du einem Kind, was bitterlich weint...

Antwort von Petra28 am 30.06.2017, 0:12 Uhr

Mein Kind hat grundsätzlich Angst vorm Sterben, weil es dann “weg“ ist. Ich habe ihm dann erklärt, dass alte Menschen oft gar nicht mehr so empfinden, weil sie dann satt vom Leben sind und genug haben, so wie bei einem schönen Spiel, irgendwann ist es genug. Ich finde nicht, dass ich dann noch hätte ergänzen sollen, dass diejenigen, die jung sterben, einfach Pech haben...

Ich habe als Kind davon geträumt, nicht sterben zu müssen, weil jemand ein Mittel dagegen erfindet. Mittlerweile fände ich das ganz fürchterlich und die Vorstellung meiner Endlichkeit macht mir keine Angst mehr. Ich bin da hineingereift, meine Kinder werden das auch tun. Ich muss den Vorgang aber nicht beschleunigen, nur um der Wahrheit willen.

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Teil des Lebens und das Ende der Märchen

Antwort von AnnaC am 30.06.2017, 7:39 Uhr

Viele tolle Antworten.
Was ich mich noch frage ist, inwieweit es sinnvoll ist, zu sagen, z. B. dass wir deshabl sehr gut auf uns aufpassen (anschnallen, gesund leben etc.) oder ob das evtl. das Gefühl kreiert, jemand könnte "Schuld" sein an seinem Tod.

Was die Aufklärung angeht, hat sich das bei uns von selbst erledigt, da meine Tochter, damals 4, ein Buch aus den 70ern bei meinen Eltern gefunden hat, in dem in grossen Farbfotos die Entstehung eines Babys dargestellt wurde. Auch das Foto einer Geburt ist darauf. Tja, nun. Ich hätte noch etwas damit gewartet, aber das Thema ist doch sehr viel einfacher und schürt weniger Ängste als der Tod.

Ich habe meiner Tochter auch erklärt, dass Geburt und Tod Teil des Lebens sind und jeden Tag passieren. Manchmal fragt sie dann nach: "Jetzt gerade wird ein Baby geboren?" - Ja, jetzt gerade werden viele, viele Babys geboren. "Jetzt gerade stirbt auch ein Mensch?" Ja, jetzt gerade sterben auch Menschen. "Jetzt gerade bohrt jemand in der Nase?" - Ja, jetzt gerade bohren wahrscheinlich Tausende in der Nase....

Welch kurze Beine Lügen bzw. Märchen haben, habe ich übrigens beim Weihnachtsmann mitbekommen. Ich dachte, es ist doch schön, wenn das Kind an den Weihnachtsmann glauben kann. Dann kam Weihnachten und der WM brachte Geschenke für meine beiden.
Wir leben in Afrika und rund um uns herum leben sehr viele, sehr arme Kinder. So, und nun fragte mich meine Tochter, warum der Weihnachtsmann all diesen kleinen Kindern nichts mitgebracht hat :(((
Die Wahrheit holt einen eben doch schneller ein, als man denkt.

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Re: Was sagst du einem Kind, was bitterlich weint...

Antwort von Daffy am 30.06.2017, 10:37 Uhr

Ok. Ich habe zur Zeit keinen 5-Jährigen und weiß nicht mehr, was ich damals gesagt habe, aber es ginge wahrscheinlich in die Richtung: Dass es möglich ist, zu sterben, ja. Und dass diese Angst jeder hat, Mama, Papa, Lehrerin, Oma, die Kassiererin...und jeder lernen muss, das auszuhalten, weil man sonst schon jetzt kein Leben mehr hat. Dass man sich daran gewöhnt und es mal besser, mal schlimmer ist. Und, bonus fact, dass es hier und jetzt sehr, sehr unwahrscheinlich ist, dass jemand von uns stirbt, dass das Kind schon über 1000 Mal eingeschlafen und wieder aufgewacht ist, es also versuchen soll, genauso friedlich einzuschlafen wie bisher oder weiter Lego zu spielen oder was auch immer...

Mehr habe ich nicht anzubieten. Wenn ich an meine behütete Kindheit denke, kam die Angst von zwei Seiten: Gefahren von außen, weil Eltern eben nur in Hinblick auf ihre Kinder allmächtig sind und dass es inakzeptabel und gefährlich ist, die Eltern infrage zu stellen, etwa zu sagen "Ihr lügt".

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