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Geschrieben von marit am 22.08.2004, 13:36 Uhr

warum ein Anwalt keinen Park säubrn sollte

Also langsam regt mich dieser Sozialneid unglaublich auf...

... weil ein Anwalt zunächst einmal das Interesse hat, in SEINEM Job wiederunterzukommen, genauso wie ein Arzt, Programmierer, Journalist oder Literaturwissenschaftler. Das sind Berufe, bei denen man sich ständig auf dem laufenden halten und weiterbilden muß und bei denen nicht die geringste Gefahr besteht, daß die entsprechenden Leue vor der Glotze verdummen. Das sind Berufe, bei denen man sich nicht mehr bewerben braucht, wenn man seinen Lebenslauf durch eine niedrig qualifizierte Tätigkeit versaut hat und es ist ja nicht so, als ob es nicht jede Menge arbeitslose Menschen ohne teure Ausbildung gäbe, die so einen Job machen könnten (die man dann bitte aber auch nach Tarif bezahlen sollte).Was passiert denn mit den Schulabbrechern, wenn denen jetzt schon arbeitslose Anwälte die Jobs wegnehmen - werden die dann ganz auf den Müll geworfen oder wie?
Außerdem sind das Berufe, bei denen nach dem Abitur nochmal an die 6 Jahre für eine Ausbildung draufgehen, für die man nicht mal ein Lehrgeld bekommt und danach noch mal 2 Jahre, bei denen man ungefähr soviel Geld erhält, wie ein Friseurlehrling. Wieso sollte man dann statt die Arbeitslosigkeit zur Weiterqualifizierung zu nutzen eine Arbeit verrichten, die auch Schüler verrichten könnten um sich ein paar Euro Taschengeld zu verdienen, nur weil es mal 2 Jahre lang nicht so gut läuft. Das ist einfach eine Riesenverschwendung gesellschaftlicher und privater Ressourcen. Ich habe während des Studiums auch in der Gastronomie, im Supermarkt, im call center, als Briefträgerin etc gearbeitet. Einer meiner Jobs bestand darin, im Freibad Müll aufzusammeln. Das war ok, solange ich wußte, daß es nur eine begrenzte Zeit ist, warum sollte so einen Job irgendjemand zu einer Lebensaufgabe machen?. Um das nicht dauerhaft tun zu müssen, habe ich mich unglaublich ins Zeug gelegt. ICh kenne aber auch zufriedene Kellnerinnen, Briefträger und Lidl-Kassierer, die prima in ihrem Job sind. Warum sollen sie Konkurrenz von frustrierten Ex-Akademikern bekommen,solange es eh nicht genug Jobs für alle gibt? Es ist doch ganz normal, daß es gewisse Wünsche bezüglich er Arbeitsstellen gibt. Schließlich verbringt man dann mit der Arbeit die längste wache Zeit des Tages. Als ich in der Bäckerei gearbeitet habe, hat mich weniger das frühe Aufstehen gestört, sondern eher der rüde Umgangston dort. Ich könnte mir vorstellen, daß das auch das Geheimnis vieler lange ausgeschriebenen Stellen ist. Mein Onkel hat sich auch immer darüber beschwert, daß er keinen Azubi für seine Schreinerei bekam. Er ist ein dorfbekannter Choleriker, den man durch die ganze Straße mit seinen Angestellten herumschreien hört. Wen wunderts also? Zugleich kenne ich Firmen, die schlecht laufen und in denen alle unglaublich zusammenhalten um über den nächsten Monat zu kommen und immer wieder Überstunden leisten. Einfach weil man sich gegenseitig mag und respektiert und man nicht ängstlich und geduckt durch die Flure schleichen muß. Unser Land ist immer noch reich genug, daß sich kein Arbeitnehmer wie ein minderwertiges Stück Dreck behandeln lassen muß, wenn er dafür in Kauf nimmt nur das Existenzminimum zu erhalten. Und mal ganz im Ernst: glaubt ihr wirklich, unserem Land geht es besser, wenn ich mit meiner Qualifikation Menschen am Telefon Lotterielose andrehe die sie eigentlich gar nicht haben wollen (zum Thema 'jeden Job annehmen'), statt im selben Zeitraum endlich Zeit zu haben, mich für den Elternbeirat zu engagieren, wieder zu den vernachlässigten amnesty-international-Treffen zu gehen, mich weiterzuqualifizieren oder endlich eine Geschäftsidee auszuarbeiten, die mir schon lange im Kopf erumspukt. Wenn ich mir mein Bewerbungsprofil versaue, hat die Gesellschaft vielleicht 1-2 Jahre den Sozialhilfesatz gespart - verzichtet aber auf die viel höheren Sozialbeiträge, die ich in den nächsten 20-30 Jahren zu zahlen in der Lage gewesen wäre.

Ich stehe hinter Hartz IV ohne diese Zwangsarbeitskomponente, die ja im Grunde nur ein Mythos ist (denn auf weniger als den Sozialhilfesatz kann man ja nicht herunterkürzen). Wenn man aber den Menschen wirklich zu Bildung und Engagement verhelfen will, dann müßte man stattdessen tatsächlich kein Kabel- oder Satelitenfernsehen mehr zahlen, stattdessen den Empfänger aus einem Pool seriöser Zeitungen ein Abo auswählen lassen, Weiterbildungsprogramme anbieten und vor allem Wohnprojekte anleihern, die Ghettobildungen verhindern.

Arbeitslose zu Arbeiten heranziehen zu wollen, für die sie nie ausgebildet wurden und die sie nie haben wollten, finde ich menschenverachtend und bedient nur die Schadenfreude derjenigen, die mit ihrem Leben in eigener Verantwortng unglücklich sind. Das finde ich total erbärmlich.

Nicht zuzulassen, daß jemand sein Leben vergammelt ist eine ganz andere Sache, das könnte man ja dadurch lösen, daß man es zur Bedingung macht, dáß jeder Mensch "irgendetwas" tun muß, über das er dann regelmäßig Rechenschaft ablegt. Das kann gemeinnützige Arbeit sein, aber auch das Erlernen eines Instruments oder einer Fremdsprache oder Sport. So könnte man schon Menschen, die dazu neigen, sich selbst aufzugeben ein wenig vor sich selbst schützen und zugleich die Motivation erhöhen, nach bezahlter Arbeit zu suchen. DAS sollte aber auch das überwiegende Interesse sein - und nicht die Befriedigung niederer Instinkte derjenigen, die in ihren Jobs offensichtlich unglücklich sind, sich aber nicht trauen, etwas daran zu ändern.

 
21 Antworten:

Re: warum ein Anwalt keinen Park säubrn sollte

Antwort von Moneypenny77* am 22.08.2004, 14:36 Uhr

Marit, da kann ich Dir nur zustimmen!

Es geht schlichtweg daru, daß ein Arbeitsloser, wei ja auch schon gesagt wurde, mit der Arbeitssuche beschäftigt ist! Kommt sicher gut, wenn ich im Vorstellungsgespräch als Bankkaufrau bei der Frage nach meiner Meinung zur aktuellen Weltwirtschaftslage sage: "Keine Ahnung, zum n-tv schauen und FTD lesen komme ich nicht mehr, aber ich kann Ihnen sagen: DAS IST EINE SAUEREI IN UNSEREM PARK" Da kriege ich bestimmt eine Stelle in einer Bank... Wenn nicht als Kundenbetreuuerin, dann doch zumindest als Pflanzenpflegerin und Papierkorbleererin.

Unabhängig davon, daß wir uns dieses Park-Säuber-Geblubber eh sparen könnten, wenn die Leute mal in der Lage wären, ihren Scheiß bis zum nächstgelegenen Mülleimer selbst mitzunehmen. Würde mich nicht wundern, wenn die Parks dann noch dreckiger wären, weil es offensichtlich doch Leute mit der Einstellung gibt: "Ich bezahle doch dafür, daß irgendein Hiwi hinter mit her räumt". Letztlich ist es mir auch eggal, ob ich einen Akademiker oder einen KfZ-Mechaniker habe: Arbeitslosigkeit ist schon für sich ein großes Unglück, muß ich einen Menschen dann noch mehr erniedrigen???

Und: wofür haben wir denn dann eigentlich eine Arbeitslosenversicherung innerhalb eines Solidarsystems, wenn "Solidarität" nun in Menschenverachtung enden soll? Für mich ist das eine ganz, ganz, ganz gefährliche Einstellung, zu suggerieren, es gäbe Menschen 1. und 2. Klasse. Früher waren es Adel und Klerus gegen die Bauern, Arische Deutsche gegen die Juden, Homosexuelle und Intellektuelle und jetzt Arbeiter gegen Nicht-Arbeiter, oder wie? Hat ein Mensch es verdient, Fußabtreter der Gesellschaft zu werden, nur weil er Pech und andere Glück oder nur noch kein Pech hatten?

Ich bin dafür, daß Arbeitslose in ihrer Freizeit (die sie neben Bewerbungen schreiben, Weiter- und Fortbildung etc.) ihre berufliche Ausbildung und Erfahrung gemeinnützig und ehrenamtlich einsetzen. D.h., daß ein arbeitsloser Anwalt als Ansprechpartner in Frauenhäusern zur Verfügung steht etc. Und wer seinen park unbedingt sauber haben möchte, der soll verdammt nochmal am Wochenende mit einem Eimer bewaffnet selbst hingehen und aufräumen!

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Refrendariatsgehalt ist aber weit mehr als Friseurlehrlingsgehalt...

Antwort von tinai am 22.08.2004, 20:11 Uhr

...diese Unsachlichkeit ist ganz und gar unpassend. Ein Friseurlehrling bezahlt seine komplette Ausstattung selbst und verdient ungefähr 270 Euro/Monat! Übrigens staune ich, wie wenig Anwaltsgehilfinnen-azubis verdienen, wenn ich sehe, wieviel Azubis zu kaufmännischen Berufen bekommen (nach Tarif, aber den haben Anwaltsgehilfinnen nicth).

Zwei Bekannte von mir sind gerade im Refrendariat, beide machen davon einen Teil im Ausland (3 Monate London und 3 Monate Thailand), ich habe nicht den Eindruck, dass die am Hungertuch nagen, die können sich schon was leisten (sind allerdings auch nur sich selbst verantwortlich).

Man könnte auch andersherum fragen: Wenn eine Gesellschaft, jemanden schon 6 Jahre Studium bezahlt (warum so lange? Jura geht in 8 Semestern, auch wenn so viele klagen, wäre völlig unmöglich) und dann noch 2 Jahre Refrendariat (währenddessen sich noch keiner kaputt gearbeitet hat - klar hängt auch immer von der Station ab), warum soll diese Gesellschaft, den über Jahre auch noch durchfüttern?

Was soll das heißen "minderwertige Jobs". Zum einen glaubst Du doch nicht wirklich, dass Akademiker zum Ach-so-schlimmen-Park-reinigen herangezogen werden.

Ich glaube nicht, dass es im Lebenslauf besser aussieht, wenn man 6 mOnate länger arbeitslos war als wenn man in der Zeit was "minderwertiges" gemacht hat - zumal im Lebenslauf manches ganz gut zu verpacken geht. Das Argument zieht für mich nicht.

Klar solle jeder den Beruf auswählen können, den er will, aber wenn er den nicht bekommt, ist es auch nicht Aufgabe der Gesellschaft ihn endlos durchzufüttern.

Ich finde Hartz IV viel gerechter als die Bisherige Methoden - nämlich nach Bedürftigkeit zu zahlen. Warum kriegt ein arbeitsloser Ingeneur immer mehr als eine alleinerziehende Krankenschwester. Das ist doch nicht gerecht! So viele Fehler Hartz IV haben mag, irgendetwas muss doch passieren!

So, nun erschlagt mich!
Tina

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Re: Refrendariatsgehalt ist aber weit mehr als Friseurlehrlingsgehalt...

Antwort von marit am 23.08.2004, 8:45 Uhr

Ich bin ja nicht gegen Hartz IV, was die Zahlungen angeht, sondern argumentiere hier bloß gegen die Zwangsarbeitsvertreter (was ja in der Härte von Harz 4 nicht gefordert wird). Außerdem ist es ein Unterschied, ob jemand 700 Euro im Referendariat bekommt und davon Miete und alles andere zahlen muß etc. oder ob ein 16jähriger Lehrling, der noch zu Hause lebt dieses Geld praktisch als Taschengeld hat. Die 12 Semester entsprechen nicht der Regelstudienzeit, das ist richtig. Abe einfach der Realität, selbst wenn man zügig studiert. Ich habe es in 11 Semestern geschafft, aber auch nur deshalb, weil ich schon im 5 Semester zufällig erfahren habe, daß man sich für eine Staatsexamensprüfung schon 2 Jahre im Voraus bei dem Prof anmelden muß, weil die nur verpflichtet sind, 40 Studierende pro Semester zu prüfen und es deshalb ewig lange Wartelisten gibt. DAS ist doch die Realität an deutschen Unis. Übrigens ist das Studieren in Deutschland trotz Gebührenfreiheit recht teuer. An amerikanischen Unis sind zwar die Gebühren immens, dafür wohnt man aber zu quasi symbolischen Preisen auf dem Campus, bekommt sehr leicht gutbezahlte Studentenjobs, meist auch auf dem Campus, die die Uni vermittelt, zahlt praktisch nichts für Benzin (derzeit 32 cent pro Liter), Telefon, Internet und Kino (gibts ebenfalls auf dem Campus). Wenn man das alles mal abzieht, muß man schauen, was von den Studiengebühren dann noch übrig bleibt (außerdem gibt es ja auch noch ein wirklich großzügiges Stipendiensystem).

Übrigens habe ich nicht von minderwertigen Jobs gesprochen, sondern von Jobs, die einem den Lebenslauf versauen. Das meine ich nicht in bezug auf die Qualität des Jobs, sondern dahingehend, daß die Zeit für mich verloren ist. Ich habe einen Job, bei dem ich immer mal Arbeitslosigkeit von ein paar Monaten zwischendurch einkalkulieren muß. Da ich Beamte auf Zeit bin, würde ich gleich in Hartz IV fallen, ohne vorher Arbeitslosengeld zu bekommen. Diese Zeit muß ich aber dringend für Bewerbungsarbeit und Weiterqualifizierung nutzen, da hab ich einfach keine Zeit zu verplempern. Wenn eine Projektstelle als Wissenschaftlerin ausgeschrieben ist, dann brauche ich mindestens 1-2 Monate um meine Bewerbung genau auf die Stelle anzupassen. Die suchen jemand für ein Alteritätsforschungsprojekt, ich habe da aber nur marginale Kenntnisse? D.H. ich muß sie mich binnen eines Monats da auf den Forschungsstand bringen, dann in 2 Wochen einen Aufsatz darüber schreiben (um mich als Expertin auf dem Gebiet auszuweisen) und fit sein, mit der Bewerbungskommission über dieses Thema auf höchstem Niveau zu sprechen.

Wenn ein Musiker eine Anstellung in einem Orchester sucht, wird er eine ähnlich lange Zeit benötigen, um für das Vorspielen dort zu üben (einmal ganz abgesehen davon, daß er naürlich nichts tun darf, wodurch er sich die Hände verletzen könnte).

Natürlich würde ich auf die Frage, was haben Sie die letzten 4 Monate getan im Zweifel etwas erfinden, das ist nicht das Problem. Das Problem ist aber, daß ich in diesen 4 Monaten eben nicht, wie der Bewerber, der nach mir kommt, 3 Aufsätze publiziert und 2 Vorträge gehalten habe. Dazu kommt, daß ich auch bei Arbeitslosigkeit nach der Habilitation weiter Seminare an der Uni geben müßte, um meine Venia legendi nicht zu verlieren. Allein dadurch ist man schon relativ ausgelastet.

Was ist so schlimm daran, ein Leben zu führen, in dem man 6 Jahre lang jede Menge Steuern zahlt, um dann ein halbes Jahr lang das Existenzminimum von der Gesellschaft zu erhalten um dann wieder 6 Jahre lang hohe Steuern zu zahlen?? Im Gegenzug hat jemand mit Mitte 50 wohl zumindest so lange in seinem Leben schon gearbeitet, daß auch er/sie zumindest das Mindeste zum Leben von seinen Mitmenschen erhalten darf, ohne mit der Mülltüte hinter ihnen herlaufen zu müssen.

Noch einmal: ich finde Jobs wie Aufräumen, putzen, Müll einsammeln etc. überhaupt nicht ehrenrührig und habe das auch selbst schon gemacht. Ich finde es nur unzumutbar, das unter Zwang und für fast kein Geld tun zu müssen.

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o.k. dann haben wir wohl aneinander vorbei geredet....

Antwort von tinai am 23.08.2004, 9:35 Uhr

... es argumentiert halt jeder von seiner Warte.

Aber das kann ich schon nachvollziehen.

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einspruch

Antwort von sterntaler am 23.08.2004, 10:14 Uhr

moin marit,

*Außerdem ist es ein Unterschied, ob jemand 700 Euro im Referendariat bekommt und davon Miete und alles andere zahlen muß etc. oder ob ein 16jähriger Lehrling, der noch zu Hause lebt dieses Geld praktisch als Taschengeld hat.*

sorry, aber da muß ich dir jedoch deutlich widersprechen,...

erstens gehe ich mal davon aus, dass eine person nicht bereits mit 16 jahren studieren geht,...das müßte demnach ein genie sein! ;o)

und bis es mal dazu kommt, mit abi und endlich einen studienplatz nach ermessen gefunden zu haben,....gehen auch einige jahre in die lande wo der oder diejenige auch bei mama oder papa rumhängen und zwar auf deren vollen kosten!

also sagen wir mal,..durchschnittlich wird mit 20 bis 22 jahren damit erst angefangen!

nun,...mit 20 bzw 22 ist der friseurlehrling dann vielleicht schon meister! ;o))
ist er es nicht,...so muß er auch mit sehr wenig lohn seinen kompletten lebensstand finanzieren! und ich bin mir sicher, dass 99% derer noch nach getaner schicht, "nachtschicht" einschieben, damit es bis zum monatsende ausreicht!

anderes beispiel,....

ich hatte eine kollegin, die ihre ausbildung als sozialpädagogische assistentin absolviert hatte. ihr war nicht möglich, mit ihrem gehalt alleine eine wohnung zu finanzieren. fazit,..sie MUSSTE bei ihren eltern wohnen bleiben, weil sie nicht den staat "prellen" wollte! (:o(

ich denke, dass einem bei "niederen" jobs egal, um wen es sich dabei dreht, niemandem einen zacken aus der krone fallen sollte. ich kenne auch studenten, die während ihrer ausbildung "wache" in einem altersheim geschoben haben und zusätzlich lernen konnten. zum einen für ihren job und zum anderen sehr viel "praktisches" fürs spätere leben,....zB lebenserfahrung und herzensbildung!

mein vater hat sich sogar in einem getränkevertrieb sein studium finanziert, indem er kisten geschleppt, kunden bedient und flaschen sortiert hatte.
einige meiner freunde, die heute dipl-ings sind, haben harte fließbandarbeiten getätigt,....die leben noch alle!;o))

klar ist anderer müll aufzusammeln nicht jedermanns ding,...aber warum es nicht ein angehender arbeitsloser doktor oder ein rechtsanwalt oder wer sonst noch sein darf,...sorry geht mir nicht in den kopf. es sind doch auch nur menschen, oder? ;o)

was mich an hartz IV massiv stört, ist die tatsache, dass z.B. der missbrauch in sozialen jobs sehr hoch gefährtet sein wird.
langzeitarbeitslose erzieher, krankenschwester, altenpfleger, etc werden in diese jobs für einen euro zwangseingeteilt, obwohl es sich um qualifizierte FACHKRÄFTE handelt. sie bekommen diesen job nicht als festanstellung mit gutem gehalt, sondern machen die gleiche fachliche arbeit für einen apfel und ein ei!!!!>:o(
das ist und bleibt nach meiner meinung eine total unsoziale handlungsweise, im klartext -AUSBEUTUNG- sonst nichts!

LG
sterntaler

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Re: o.k. dann haben wir wohl aneinander vorbei geredet....

Antwort von marit am 23.08.2004, 10:16 Uhr

ja offensichtlich, ich war in meinem ersten Posting aber auch ziemlich aufgebracht. Das kam sicher etwas zu aggressiv rüber.
Es gibt da einfach eine psychologische Schieflage. Jemand, der seinen Job verliert, fühlt natürlich irgendwie gescheitert und gesellschaftlich aussortiert. Da macht dann auch der Ton die Musik. Reiche ich so jemandem die Hand und mache ihm "Angebote", sich wieder einzugliedern oder sage ich so jemandem "du liegst mir auf der Tasche, also mach gefälligst alles, was dir vor die Nase kommt". Ich kann die hier immer wieder hochkochende Mißgunst in solchen Foren, Menschen gegenüber, die zeitweise nicht in Lohn und Brot stehen, trotzdem aber wohnen und essen dürfen (!)nicht ertragen. Vor allem kann ich es nicht ertragen, wenn solche Mißgunst von sogenannten "Hausfrauen" kommt, die doch selbst staatlich dafür subventioniert werden, daß sie keiner Erwerbsarbeit nachgehen müssen (und in der Regel erhalten sie dafür viel mehr Geld, als Harz IV, nur sehen sie es eben nicht schwarz auf weiß). Bei 250 Euro Erspranis durch Familienkrankenkasse, 300 Euro Ersparnis durch Ehegattensplitting, Rentenzuschläge geringe bis gar keine Kinderbetreuungskosten kommt doch allein schon mehr als eine Hartz-Unterstützung zusammen.

Ich kann einfach nicht begreifen, daß Profiteure unseres solidarischen Systems sich noch darüber aufregen, daß andere auch ab und an profitieren. ann mir das mal jemand erklären?

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Re: einspruch

Antwort von marit am 23.08.2004, 10:28 Uhr

Hallo sterntaler,

das verstehe ich jetzt nicht. Klar studiert man nicht mit 16 schon. Darum kann man das Gehalt eines Lehrlings ja auch nicht mit einem Referendariatsgehalt vergleichen. Der Lehrling bekommt ja "schon" Geld, wenn der spätere Student noch zur Schule geht.Darum finde ich ja gerade, daß es dem arbeitslosen Akademiker ersmat schlechter geht, als jemand, der im selben Alter als Handwerker arbeitslos wird. Der Akademiker hatte ja noch gar keine Möglichkeit, z.B. Rücklagen zu bilden.

Außerdem ging es mir nicht um "Zacken aus der Krone brechen" sondern eher darum, daß man jemand, der auf dem Arbeitsmarkt noch Chancen hat und der sich fleißig bewirbt und weiterbildet, diese Chancen nicht durch anderweitige Arbeit vermasseln sollte. Dabei geht es weniger um die Art der Arbeit als um die Zeit, die dabei draufgeht.

Wenn jemand mit Ende 20 schon keine Chancen mehr hat, weil ihm der Schulabschluß fehlt und er nie eine Lehre beendet hat und zugleich die Gefahr besteht, daß der auch die nächsten 30 Jahre nix findet, da sieht die Sache schon anders aus. Und mein vorschlag wäre eben, daß so jemand nicht anderen reguläre Arbeitsplätze zum Dumpingpreis wegnehmen soll, sondern daß er regelmäßig nachweisen muß, daß er "was sinnvolles" mit seiner Zeit anfängt. Der Hintergedanke ist: wenn ihm eh abverlangt wird zu lernen, an Programmen teilzunehmen, etc. Dann kann ihm ja auch der Gedanke kommen, daß er dann genausogut seinen Schulabschluß nachholen könnte.

so würde nämlich niemand, der in Gefahr ist, in Lethargie oder sogar auf die schiefe Bahn abzurutschen alleingelassen, andererseits aber Menschen, die ihre Zeit sehr wohl nützlich einzusetzen wissen in Ruhe gelassen.

Die arbeitslose Altenpflegerin sollte eben nicht plötzlich für 2 Euro dasselbe tun wie zuvor, sondern sie sollte ein Existenzgründerseminar besuchen können um sich mit einem mobilen Pflegedienst selbständig machen zu können etc. Oder sie könnte eine heilpraktische Zusatzausbildung machen etc...

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Re: o.k. dann haben wir wohl aneinander vorbei geredet....

Antwort von Moneypenny77* am 23.08.2004, 10:45 Uhr

Hallo Marit,

daß Dir "Hausfrauen" ein Dorn im Auge sind, habe ich ja schon gemerkt ;-))) und daß ich eine von den Dornen bin, weißt Du ja... Aber beim besten Willen weiß ich nicht, wie ich dem Staat gerade auf der Tasche liege und denke, daß Du da auch wenig pauschalisierst. Klar gebe ich Dir recht, wenn es um Frauen geht, die Erziehungsgeld bekommen und nach der Elternzeit Arbeitslosengeld, weil sie in Vorstellungsgesprächen "faierweise" gleich sagen, daß sie in naher Zukunft noch ein paar Kinder bekommen möchten. Aber das ist doch auch nicht der größte Teil. Dem einzigen, dem ich "auf der Tasche liege" ist mein Mann, würde ich mal sagen (und der Krankenkasse, was ich aber auch nicht richtig finde. Sollte abgeschafft werden, diese beitragsfreie Weiterversicherung, erst recht, wenn der Partner privatversichert ist, aber das ist ein anderes Thema). Und mein Ausscheiden im Job hat einen neuen Arbeitsplatz geschaffen, den für mich wurde zwei neue eingestellt (davon eine langzeitarbeitslos).

Aber es stimmt schon: es schreien immer die am lautesten, die selbst auf die ein oder andere Weise subventioniert werden. (Um das mal klar zu stellen: ich rede hier grundsätzlich nur von "Neu-Arbeitslosen", bei Langzeitarbeitslosen sehe ich es auch so, daß irgendwann der Punkt erreicht ist, wo man seine Ansprüche bzgl. der Berufswahl der Situation anpassen sollte.) Wenn ich einerseits argumentiere, daß ein Hilfeempfänger ja Zeit hat, um den Park zu reinigen, dann kann ich anderersseits auch verlangen, daß mir ein Eigenheimzulagenempfänger bei der Eigenleistung beim Bau MEINES Hauses hilft, da wir keine bekommen. Oder wir schicken nicht erwerbstätige Erziehungsgeldempfängerinnen für berufstätige alleinerziehende Mütter einkaufen und deren Wohnung putzen.

Natürlich ist das unsachlich! Aber dadurch, daß Hilfeempfänger mit Hiwijobs beschäftigt werden, ist das Problem der Massenarbeitslosigkeit doch nicht gelöst, DAS schafft nicht einen neuen Arbeitsplatz, sondern befriedigt nur die leicht sadistischen Gelüste derer, die meinen, etwas besseres zu sein, nur weil sie (auf den ersten Blick) keine staatlichen Hilfen empfangen, aber diese unterstützen.

In unserer Solidargemeinschaft werden wir NIEMANDEN finden, der nicht früher oder später einmal staatlichen Hilfen, sei es direkt oder indirekt, in Anspruch genommen hat. Dafür haben wir doch unser Sozialsystem. Und es wird immer so sein, daß die einen MEHR zahlen, als sie "heraus" bekommen und umgekehrt.

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JEtzt aber doch ein Widerspruch

Antwort von tinai am 23.08.2004, 11:21 Uhr

Nur weil der Akademiker keine Rücklagen bilden konnte, ist das kein Argument, dass er anderen auf der Tasche liegt.

Das Studium wird von allen finanziert, sogar vom steuerzahlenden Lehrling. Dessen Ausbildung kostet den Staat fast nichts - außer drei Jahre lang 2 Tags Schule die Woche - während in der gleichen Zeit die angehenden Akademiker noch Vollzeit ins Gymnasium gehen.

Die 10 Jahre, die ein Nichtakademiker in der Regel länger in die Kassen und in die Steuer eingezahlt hat, kann der Akademiker kaum noch aufholen!

Also zu sagen, naja, dem GEsellen/Meister gehts ja viel besser als dem Akademiker, der chancenlos noch gar keine Rücklagen bilden konnte, ist einfach falsch! Keiner "muss" studieren und dass der, der studieren darf auf unser aller Kosten, später seinen Teil zur Gesellschaft beitragen MUSS, ist doch nur fair!

Übrigens hatten wir in den letzten 3 Jahren nur Azubis aus dem Osten, die zum Teil unter 18 waren, hier einen kompletten Hausstand - oder zumindest ein möbliertes Zimmer im völlig überteuerten Süddeutschland - vom Lehrlingsgehalt bezahlen mussten. Sie bekamen noch eine geringe Hilfe vom Arbeitsamt, aber die müssen mit 600-650 Euro einen Haushalt komplett finanzieren und das in einem Alter, in dem angehende Akademiker noch nicht einmal ein Überweisungsformular ausfüllen können.

Naja, aber auch eine etwas unsinnige Diskussion. Ich finde es auch nicht richtig, dass ein Billiglohnsektor Fachkräfte verdrängt, aber noch ist alles Theorie und hier werden auch immer nur die Extrembeispiele herangezogen.

Gruß Tina

PS: Auch wenn ich über "die Akademiker" schimpfe, ich bin selbst einer und ich habe manch einen Kommilitonen mit 0-Verantwortungsbewusstsein erlebt, vielleicht rege ich mich jetzt ein bisschen darüber auf.

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Re: warum ein Anwalt keinen Park säubrn sollte

Antwort von Schwoba-Papa am 23.08.2004, 11:41 Uhr

Eine Diskussion über "bessere" und "schlechtere" Arbeitslose bzw. "Verdiente" und "Unverdiente" Leistungsempfänger finde ich doch etwas dekadent.
Mehr möchte ich da nicht hinzufügen.
Grüßle

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akademiker...

Antwort von ellert am 23.08.2004, 12:40 Uhr

Hallo Ihr

streurten hier nur zwei Gruppen gegeneinander ?

ich stelle den vergleich recht praktisch an
mein Mann hat Schule gemacht und danach gelernt, also schnell geld verdient.
Ich sass bis zum Abi auf der Schulbank, danach Studium , kein Bafög und anderen auf der Tasche gelegen.
In der Zeit hat meiner schon gutes Geld verdient.

Welche Seite hats nun besser ?
Welche ist verdienter und welche muss zur Strafe Parkanlagen reinigen ?

Eigentlich ist es doch alles Unsinn,
was ich verwerflich finde sind Leute,
die den anderen was neiden.
Mein Mann verdient nun nicht gerade übel,
aber um das zu tun bringen wir auch viele Opfer,
ob das nun Weiterbildungen sind ständig oder oft umziehen weil man nur so was wird,
viele Überstunden etc die erwartet werden und nicht bezahlt...

Heute kommt keiner mehr weiter der erwartet alles an den Hintren getragen zu bekommen,
einmal was zu lernen und dann nie wieder was zu tun,
und Dienst nach Vorschrift macht und Feierabend wenns halt im Vertrag steht.
dagmar

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zusatzausbildung, umschulung, weiterbildung & co!!

Antwort von sterntaler am 23.08.2004, 12:57 Uhr

*Die arbeitslose Altenpflegerin sollte eben nicht plötzlich für 2 Euro dasselbe tun wie zuvor, sondern sie sollte ein Existenzgründerseminar besuchen können um sich mit einem mobilen Pflegedienst selbständig machen zu können etc. Oder sie könnte eine heilpraktische Zusatzausbildung machen etc... *

hahaha,...hört sich aus deinem mund sehr logisch und auch gut an,...nur marit, der harken an der sache ist,...dass solche "sperenien" O-ton einer arbeitsamtssachbearbeiterin, nicht vom arbeitsamt finanziert werden!
eine sogenannte weiterbildung fachspezifisch wollte ich auch mitmachen um besser fuß im meinem job fassen zu können! abgelehnt!,...wo würden wir denn hinkommen, wenn sich jeder schlosser den meister vom amt zahlen lassen würde? wieder o-ton vom amt!

was diese "hausfrauen"diskussion betrifft,...nun, ich bin alleinerziehende mutter, derzeit händeringend erneut auf jobsuche, hausfrau, mittlerweile "fachmann" für handwerkliche tätigkeiten und,....*anmirrunterschaue* nebenbei noch frau! ;o)) mit einfachen worten ausgedrückt,...ich finanziere derzeit das leben meines kindes und meines allein nur durch ALH und das reicht hinten wie vorne nicht, da ich nicht von einem mann subventioniert werde! :o(

nix für ungut
lg
sterntaler

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Re: Moneypenny

Antwort von marit am 23.08.2004, 13:21 Uhr

Hallo Moneypenny,

nene, mir sind Hausfrauen nicht per se ein Dorn im Auge. Das muß jede selbst wissen,welches Lebensrisiko sie eingeht und wie sie ihre Kinder erziehen möchte. Nur die Selbstgerechtigkeit EINIGER ist mir zuwider, die mißgünstig anderen gegenüber sind und sich auf den beruflichen Erfolgen ihrer Männer ausruhen. Ich möchte nur die Augen dafür öffnen, DASS man als nicht erwerbstätiger Ehepartner staatlich subventioniert IST - ich kritisiere nicht, daß das jemand in Anspruch nimmt. ICh denke, jeder nimmt die legalen Steuervorteile mit, die sich ihm anbieten.

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Re: hä?

Antwort von marit am 23.08.2004, 13:29 Uhr

Also nix für ungut, Schwoba-Papa,
da hörst du aber, was du hören möchtest. ICh unterscheide nicht zwischen gut und schlecht, sondern zwischen denen, die sich gerade aktiv um Weiterqualifikation bemühen und am Ball bleiben und denen, die das nicht tun oder derzeit chancenlos sind. Erstere sollen nicht deshalb nicht "zwangsarbeiten" müssen, weil sie durch ihre Bemühungen schon ausgelastet SIND (egal ob sie Köche, Anwälte oer was auch immer sind), den anderen kann man entweder Zuverdienstangebote machen (allerdings nicht für 1 € die Stunde) oder Weiterbildungsmöglichkeiten eröffnen. Das Geld dafür sollte doch aus der eingesparten Arbeitslosenhilfe für ehemalige Besserverdiener kommen. Oder irr ich mich da? Das ist doch gerade der Sinn von Hartz IV.

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Re: hä?

Antwort von Schwoba-Papa am 23.08.2004, 15:42 Uhr

Ok - wir kennen die monatl. Zahlen aus Nürnberg. Nur kennen wir auch die Statistikdetails ? Wie setzt sich die
Masse der Arbeitslosen zusammen ?
Ich denke unsere "Bildungsbürger" sind so flexibel wie Du es anführst. Um die arbeitslosen Dipl.-Ing. mache ich mir weniger Sorgen. Aber ist die Masse der Arbeitslosen im Stande sich mal so weiterzuqualifizieren ? Vom Hilfsarbeiter zum Haupthilfsarbeiter mit Arbeitsamtssiegel ?
Es bringt nix eine Umschulung zum Schweißer zu machen wenn der letzte Stahlverarbeitende Betrieb in der Region gerade dichtgemacht wurde.
Strukturschwäche ist das Problem. Da hilft auch Hartz 4 oder Hartz 415 nix.
Ich denk mal ein IT Experte kann sich immer Arbeitsmarkttechnisch anpassen, auch geographisch. Lohnt sich für ihn auch.
Kürzlich sah ich im Fernsehen einen Bericht bei Plusminus o.ä. wo eine Frau eine Geschäftsidee hatte. Sie war Asiatin und mit einem Deutschen verheiratet und in Ihrem Land gibt es
sogenannte Suppenküchen auf Rädern.
Die fährt die FuZo ab und Du kannst aus 2 oder 3 Basissuppen und aus mehreren Zutaten deine Suppe zusammenstellen lassen. Vom Gewerbeamt bekam sie die Auflage für ein Mitarbeiter- und ein Gäste-WC für ihren Gastronomischen Betrieb.
Ich denke das ist das Problem. Nicht
mangelnde Bereitschaft zur Qualifikation.

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Re: das wundert mich

Antwort von marit am 23.08.2004, 17:27 Uhr

...denn solche mobilen Suppenküchen gibts doch bereits, außerdem haben Eiswagen und mobile Würstchenverkäufer auch keine Toiletten. Ich könnte mir vorstellen, daß man da Widerspruch einlegen und es im 2. Anlauf schaffen könnte.

Du hast natürlich recht, Ausbildungen in einen aussterbenden Sektor hinein bringen nichts; es gibt aber auch weniger anspruchsvolle Arbeiten im Dienstleistungsbereich, die noch expandieren, wie z.B. Call-Center. Dort hat man mit einer einfachen kaufmännischen Ausbildung noch gute Chancen. Häufig werden dort sogar studierte Bewerber abgelehnt, weil man Leute für länger binden möchte, die das nicht bloß als Sprungbrett nutzen. Es gibt ja auch Jobs, nach denen im Ausland gesucht wird. Was spricht dagegen, jemandem, der noch ungebunden und jung ist einen ordentlichen Sprachkurs zu finanzieren und bei der Auslandsbewerbung zu helfen? Noch kürzlich habe ich gelesen, daß es in England viel zu wenig Erzieher gibt. Wie auch immer, auch wenn es nicht genug Arbeitsplätze für alle gibt, ist das noch lange kein Grund, den Einzelnen aufzugeben. Schließlich kann man vorher nicht wissen, wer es schaffen kann. Außerdem lernt man in einem Kurs auch wieder Menschen kennen, mit denen man NEtzwerke knüpfen kann.

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klar,...

Antwort von sterntaler am 23.08.2004, 21:25 Uhr

hi marit,
klar gibt es in anderen ländern zB england und auch frankreich evtl freie jobs wie zB. erzieher! aber wie du schon bereits erwähnt hast, sollte man in dieser hinsicht ungebunden und jung sein, sprich,...kinderlos!
aber dieses problem haben wir doch hier in deutschland!!!

ich habe mich heute spontan in einer einrichtung persönlich vorgestellt aus angst vor hartz 4,...und zwar auf eine ausgeschriebene stelle als putzfrau!

lieber mache ich für ein gutes gehalt ohne staatshilfe den "dreck" der kinder und meiner kollegen weg, anstatt die gleiche pädagogische arbeit für einen euro zu leisten.
soweit bin ich bereits!

@schwobi,...hmmm dieses problem kenne ich auch aus einer anderen branche. ein bekannter vom mir hatte eine zahnarztparxis. als er eine zweite zahnarzthelferin einstellen wollte, bekam er vom ordnungs-und gesundheitsamt die auflage gestellt,...ein zweites WC in der parxis einzubauen.
aus technischen gründen war dies jedoch nicht möglich. er hätte sich also um eine andere praxis bemühen müssen.
lieber hat er auf die zweite kraft schweren herzens verzichtet und bat seine frau ihm ab und an auszuhelfen!
vorschriften eben! >:o(

lg
sterntaler

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@sterntaler

Antwort von marit am 24.08.2004, 8:35 Uhr

Hallo sterntaler,

wär das für dich denn keine Option, nach England oder Frankreich zu gehen? Du mußt ja nicht mal auf den Job eines Partners Rücksicht nehmen und für dein Kind könnte so ein mehrjähriger Auslandsaufenthalt auch eine Riesenchance sein, erst echt für dich! Abgesehen davon wäre auch die Kinderbetreuung problemloser möglich und günstiger. Wäre ich Erzieherin, würde ich mir das wirklich ernsthaft überlegen, gerade auch als Alleinerziehende! Mit ungebunden meinte ich eher, daß der Partner vielleicht einen sicheren Job hat, man in einer Eigentumswohnung wohnt und evtl. noch die kranke Oma pflegt. Das europäische Ausland ist ja nicht so weit weg, daß es nicht möglich wäre, Kontakte zu guten Freunden weiterzupflegen - vor allem jetzt, wo es die Billigairlines gibt. Da ist es teurer und aufwendiger, von Frankfurt nach Berlin zu fahren, als mal schnell nach Paris zu fliegen.

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Einigen wir uns drauf °-)

Antwort von Schwoba-Papa am 24.08.2004, 8:43 Uhr

1. Für einen Arbeitslosen reicht es nicht mehr, sich zu melden (Arbeitsamt),zu warten und zu hoffen,
sondern Finger aus dem A.... und machen (soweit es ihm natürlich möglich ist)
2. Wer einmal mit 15 beschlossen hat Elektriker zu werden, hat nicht mehr das Recht als Elektiker in Rente zu gehen, wenn es der Markt nicht mehr hergibt.
3. Wer nix tut und sich auf dem Rücken der Solidargemeinschaft ausruht (nachweislich) bekommt ein Problem
ABER
Es ist und bleibt weiterhin Aufgabe des Staates und im Besonderen der Regierung entsprechende Weichen zu stellen und den Arbeitsmarkt zu fördern. Nicht durch Arbeitslosenverschiebung oder Kuhhandel (Ausbildungspakt) mit der Wirtschaft, sondern durch Erleichterungen und Förderungen und Motivation.

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Re: @marit

Antwort von sterntaler am 24.08.2004, 19:04 Uhr

wie bitte?????
sag mal marit, ohne dir auf die füße treten zu wollen,...du bist wohl entweder kinderlos, ledig oder nicht alleinerziehend ?? *fassunglosbin*

wie stellst du dir denn dass so alles vor, wenn man alleinerziehend ist??
du, da gibt es nicht nur mein kind und mich als mutter, sondern es existiert auch noch ein vater mit gleichem sorgerecht! glaubst du, der würde es spannend finden, wenn ich ihm sein kind einfach mal für einpaar jahre locker flockig leicht mit ins ausland nehmen würde????
job hin und betreuung her,...das geht nicht mal so eben, wie ich mir das vorstelle!
das sogenannte aufenthaltsbestimmungsrecht bei gleicher elterlichen sorge gilt innerhalb deutschlands soviel mir bekannt ist. da kann ich nicht so ohne weiteres mit kind und kegel auswandern!
sorry,...so einfach ist das leben hier in unserem lande nicht!
ein wirklich gut gemeinter vorschlag,....aber völlig indiskutabel in meiner situation!

LG
sterntaler

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Re: @sterntaler

Antwort von marit am 25.08.2004, 15:19 Uhr

ich bin nicht alleinerziehend, das stimmt. Wir müssen aber auch den Kontakt zu den Eltern unserer Pflegetochter aufrechterhalten, die beide in Berlin leben (wir in Köln). Für uns wäre es z.B. billiger, alle 3 Wochen nach Paris zu fliegen, als immer nach Berlin zu pendeln. Dürftest du denn auch nicht innerhalb Deutschlands einvernehmlich umziehen? Dein Kind kann ja auch später mal ein Jahr Schüleraustausch machen, da wäre der permanente Kontakt mit dem Vater ja auch nicht gewährleistet. Also ich finde den Vorschlag nach wie vor nicht jenseits aller Realisierbarkeit, wenn es nur um eine gewisse Zei ginge. Denn daß du dich in D um Putzstellen bewerben mußt ist für dich eigentlich auch nicht auf längere Zeit tragbar. Wenn du mit dem Vater noch zusammen wärst und er hätte ein prima Auslandsangebot, während du gerade arbeitslos wärst, dann würde man ja auch versuchen, eine Lösung zu finden. Oder nicht?

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