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Geschrieben von Oktaevlein am 07.05.2014, 16:04 Uhr

Schlimme Bedingungen für Näherinnen

Hallo,

habe das hier heute gesehen:

http://www.ardmediathek.de/wdr-fernsehen/die-story/edelmarken-zum-hungerlohn?documentId=21154598

Ganz ehrlich, ich bin total erschüttert über solche Bedingungen. Was kann man überhaupt noch kaufen? Natürlich wusste ich, dass manche Sachen in sogenannten Niedriglohn-Ländern genäht werden, aber dass es SO extrem schlimm ist, wusste ich nicht.

Soll ich mir jetzt ein Schaf halten und selber stricken? Nee, aber im Ernst, wenn irgendwas angeblich fair produziert wurde, sieht es meistens irgendwie öko aus oder/ und ist unerschwinglich.

Würde mich über eine angeregte Diskussion freuen.

Viele Grüße

 
34 Antworten:

Re: Schlimme Bedingungen für Näherinnen

Antwort von Steffi528 am 07.05.2014, 16:13 Uhr

Es müsste ein europäisches Siegel geben, das von unabhängigen, eventuell auch verbeamteten Leuten kontrolliert wird. Meinetwegen ein Siegel in Bronze, Silber und Gold, so das der Kunde, die Kundin bei Kik und bei Gucciputschi (oder wie die Edelmarken) heißen, wissen, das die Kleidung unter Einhaltung eines Mindestlohnes, Urlaubsanspruches und Gesundheitsvorsorge / Krankenversicherung erstellt worden ist.

So eine Art FairTrade-Logo, das aber kontrolliert wird (unabhängig und mit angemessenen Personalstunden für Kontrollen in den Herstellungsländern)

ich glaube schon, das viele Kunden und Kundinnen wissen wollen, wie die Leute, die das Shirt hergestellt haben, arbeiten und leben. MICH interessiert es und ich gebe gern mehr für meine Kleidung aus, wenn ich weiß, sie ist fair hergestellt.

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Re: Schlimme Bedingungen für Näherinnen

Antwort von Oktaevlein am 07.05.2014, 16:34 Uhr

"ich gebe gern mehr für meine Kleidung aus, wenn ich weiß, sie ist fair hergestellt."

Wobei der Begriff "mehr" natürlich Definitionssache ist. Also ich kann leider nicht 50 € und mehr für ein T-Shirt ausgeben, allerdings muss es auch nicht Kik sein. Aber es müsste doch möglich sein, Kleidung in einem "normalen" Preissektor zu fairen Bedingungen herstellen zu lassen.

Die Frage ist wirklich, was kann ich als Verbraucher tun, damit sich die Bedingungen für die Näherinnen z. B. in Bangladesh verbessern? Indem ich die Sachen gar nicht mehr kaufe, verschlimmert sich die Situation dort wahrscheinlich noch. Boykottieren könnten das eigentlich nur die Modelabels, die dort produzieren lassen.

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Re: Schlimme Bedingungen für Näherinnen

Antwort von Dreamie0609 am 07.05.2014, 16:35 Uhr

Ist doch schon lange bekannt, dass auch Markensachen unter diesen Bedingungen hergestellt werden.

Es ist egal wo man kauft, selbst bei Fair Trade Sachen ist es oft so, dass sie zwar Fair Trade HERGESTELLT wurden, die Biobaumwolle aber von afrikanischen Kindern unter unmenschlichen Bedingungen gepflückt wurde.

Es gibt nur wenige Marken, die wirklich 100% fair produzieren, vom Anbau bis zur Fertigung. Und da kostet ein Männeroutfit 500€.

Ich gehe auch davon aus, dass das Problem nie behoben wird, denn wenn man vernünftige Arbeitsbedingungen schaffen würde, wären die Produkte teurer und das wollen die Verbraucher nicht.

Sicher gibt es viele, die bereit wären mehr auszugeben, aber die Masse der Verbraucher hat nun mal nicht genug, um z.B 30€ pro Kinderhose auszugeben.

Ist doof und nicht gerecht aber unsere Wohlstandsgesellschaft funktioniert nun mal nur weil die ,,Armen'' für uns schuften.

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Re: Schlimme Bedingungen für Näherinnen

Antwort von Oktaevlein am 07.05.2014, 16:43 Uhr

Aber ich denke, dass die Gewinnspanne für die Unternehmen (100% und mehr?) schon geringer ausfallen KÖNNTEN. Dann wären die Sachen immer noch erschwinglich und die Arbeiterinnen hätten bessere Bedingungen und besseren Lohn.

Guck dir mal die KIK-Sachen an, wie billig die verkauft werden. Da ist vielleicht die Gewinnspanne nicht soooo hoch. Wenn man die Sachen jetzt etwas teurer verkaufen würde, könnte man den Arbeiterinnen z. B. mehr zahlen oder sie müssten zumindest nicht mehr bis zu 19 Stunden arbeiten (pro Tag!). Und dann könnte sich auch fast jeder die Sachen noch leisten.

Ich glaube, das die Konzerne immer mehr und mehr Gewinn machen wollen und dabei keine Grenzen mehr kennen. Sie gehen sprichwörtlich "über Leichen"

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Re: Schlimme Bedingungen für Näherinnen

Antwort von Steffi528 am 07.05.2014, 16:58 Uhr

Fair Trade und Bio sind unterschiedliche Paar Schuhe. Ich würde es gern beides haben.


Und teurer? Ja, teurer ist doch okay. Wenn ich ein T-Shirt für 9 € bei C&A kaufen kann, dann bin ich auch bereit, 10 € auszugeben, wenn dieser eine Euro tatsächlich bei den Arbeiterinnen und Arbeiter ankommt.

Ich gebe auch 11 € dafür aus, wenn ich dafür einen unabhängigen Kontrolleur mit bezahlen kann.

Ich gebe keine 30 € mehr aus, dann kann das T-Shirt auch in Deutschland produziert werden.

Die Leute da wollen auch Arbeit, aber zu diesen Bedingungen sicher nicht.

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Re: Schlimme Bedingungen für Näherinnen

Antwort von Dreamie0609 am 07.05.2014, 17:00 Uhr

Es geht ja nicht nur um den Lohn. Da wird ohne Schutzkleidung mit hochgiftigen Stoffen gearbeitet. Die Fabrikhallen und Maschienen erfüllen keinerlei Sicherheitbedingungen und für Arbeitnehmerschutz gibt es da bestimmt nicht mal ein Wort.

Um auch nur halbwegs annehmbare Verhältnisse zu schaffen, müssten die Produkte schon viel teurer werden.

Und die Konzerne werden niemals auf Gewinne verzichten.

Abgesehen davon, wenn Millionen von Menschen mehr Geld verdienen, werden auch Lebensmittel und Rohstoffe teurer, da sich die Menschen dort dann auch diese Dinge leisten können und dann passt es bei uns wieder nicht mehr, weil die gesamten Lebenshaltungskosten steigen.

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Re: Schlimme Bedingungen für Näherinnen

Antwort von Steffi528 am 07.05.2014, 17:02 Uhr

Und Dein Vorschlag? So weiter machen? Sonst essen uns die armen Leute da noch das Brot weg, das wir wegschmeißen?

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Re: immer gegen kik...............

Antwort von girasole am 07.05.2014, 17:18 Uhr

........mittlerweile sollte jedem bekannt sein, dass viele, viele , viele andere (ich nenne mal keine namen) bei den gleichen Herstellern produzieren lassen, wie kik.
Mit dem kleinen unterschied:
-kik muss sich den "schuh anziehen", die anderen sind fein raus!

Kik hat auch hochwertige Sachen, einfach mal vorbeischauen.

Ich kann nur darüber lachen, wenn ich meine Nachbarn, bei aldi, ernstings family, c&a, h&m, takko usw. treffe, die würden niemals nie zu kik gehen! Ist klar, aber da hin, nee die kann man alle in einen topf werfen, haben aber nicht den selben ruf, wie kik, warum?

girasole

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Re: Ich kann auch nix dafür

Antwort von Dreamie0609 am 07.05.2014, 17:20 Uhr

und habe auch nicht behauptet, dass ich es gut oder richtig finde. Aber es funktioniert nicht so einfach. Das Problem wird man nicht los, indem man den Leuten mehr Geld gibt.

Und wir können das Brot nur wegschmeißen weil es günstig ist. Wenn wir es mit der gesamten Bevölkerung teilen müssten wäre es verdammt teuer. Und dann würden die ,,ärmeren'' Menschen in Europa selbst ganz schön doof dastehen, wenn ein Brot 5€ kosten würde. Das bei allen Lebensmitteln und wir hätten selbst hungernde Menschen.

Das macht es nicht besser oder richtig, aber verständlich, warum wir es nie dazu kommen lassen werden.

Die Armen werden auch noch in 200 Jahren arm sein und für uns schuften

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Re: immer gegen kik...............

Antwort von Steffi528 am 07.05.2014, 17:25 Uhr

Ich habe Kik mit den Gucciputschi Markenklamotten in einen Topf geworfen.

Und nein, ich gehe tatsächlich nicht zu Kik, weil ich 5 min nach Betreten des Ladens Kopfweh bekomme. Warum? ich denke, das die Kleidung zu viele Schadstoffe hat. Ich frage mich immer, wie die Verkäuferin es darin überhaupt aushalten können (und ob die nicht auch irgendwann gesundheitliche Probleme bekommen). Ist bei NKD genauso. Gleich Kopfweh. Bei Takko kann ich es 15 min aushalten, dann bekomme ich auch da Kopfweh (vielleicht haben sie bessere Entlüftungsanlagen?)
Und da sagt mir mein Körper: NEIN.
H&M mag ich nicht. C&A oder eben hier in der Nähe der "Fabrikkauf". Da bekomme ich zumindest Luft.

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Re: Ich kann auch nix dafür

Antwort von Steffi528 am 07.05.2014, 17:26 Uhr

Wenn wir es mit der gesamten Bevölkerung teilen müssten wäre es verdammt teuer. Und dann würden die ,,ärmeren'' Menschen in Europa selbst ganz schön doof dastehen, wenn ein Brot 5€ kosten würde. Das bei allen Lebensmitteln und wir hätten selbst hungernde Menschen.
--> was für eine krasse Ansicht *kopfschüttel*

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Re: immer gegen kik...............

Antwort von Christine70 am 07.05.2014, 17:33 Uhr

also vor gut einem jahr war dieses schlimme unglück, bei dem mehr als 1000 menschen starben.

danach wurden viele familien befragt, welche label dort hergestellt wurden und es fielen namen wie: Esprit, Fruit of the Loom, S.Oliver, Jack Wolfskin, Hugo boss, Adidas und andere sportlabel..

bei einigen wußte ich es, bei anderen war ich mehr als erstaunt.
Und die frauen dort, die als näherinnen arbeiten meinten auch, die menschen sollen bitte nicht aufhören, diese kleidung zu kaufen, denn dann stehen sie ganz ohne geld da. sie sind mit dem zufrieden, was sie dort verdienen. es gibt keine andere arbeit.
man ist in einer zwickmühle.
auf der einen seite will man das nicht unterstützen und die dicken an der spitze lachen sich ins fäustchen, auf der anderen seite will man nicht, daß die familien verarmen, weil sie keine arbeit mehr haben.

tja, was tun?

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Re: Scheint über viele Jahre unverändert der Fall zu sein

Antwort von Franke am 07.05.2014, 17:41 Uhr

http://www.uni-protokolle.de/foren/viewt/20990,30.html

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Re: Ich kann auch nix dafür

Antwort von Christine70 am 07.05.2014, 17:43 Uhr

du weißt aber hoffentlich auch, dass schon ein einziger arbeitsschritt ausreicht, um draufzuschreiben "Made in Germany" ich sprech aus erfahrung. ich habe selber schon diesen einen Arbeitsschritt ausgeführt. und keiner merkt dann,
daß dieser Artikel in wirklichkeit zu 98 % im Ausland gefertigt wurde.

um auf nummer sicher zu gehen, kann man nur selber nähen, aber dann bitte auch den stoff selber herstellen...... oder die wolle und selber stricken.
weil die stoffe und die wolle auch aus solchen ländern kommen.

nicht falsch verstehen, ich bin auch erschüttert drüber, was dort abgeht, und habe schon nach alternativen gesucht, aber auch ich kann mir keine shirts für 50 euro leisten. und selbst dann hat man nicht die garantie für "Fair Trade"

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Re: Ich kann auch nix dafür

Antwort von Steffi528 am 07.05.2014, 17:54 Uhr

Das mit dem Made in Germany hat sich erledigt, deshalb denke ich, das die Überwachung von Mindeststandards von Beamten (also von Steuergeldern bezahlte Leute), die unabhängig sind, vielleicht ein Weg ist, ein vernünftiges Siegel hinzubekommen.
Wenn die Fabrikarbeiter nur ein 1 € mehr pro Shirt bekommen würden, wäre das eine richtig große Nummer für sie. Jetzt sind es nur Centbeträge und 1 € mehr plus so eine Art Steuer zur Finanzierung der EU-Kleidungskontrolleure auf Beamtenebene würde das T-Shirt für Dich um 2 € teurer machen. Das schaffst Du dann auch.
Die Leute haben in den Herstellerländern ein höheres Einkommen (und können dann unsere Fernseher kaufen) und die Marken oder Nichtmarken müssen sich dann doch mal ins Zeug legen, um ein Siegel zu bekommen. Das setzt die Fabrikherrscher (-Besitzer) auch unter Druck, damit die Mindestnormen erfüllt werden.

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Re: Scheint über viele Jahre unverändert der Fall zu sein

Antwort von Steffi528 am 07.05.2014, 17:57 Uhr

Ja, sind ja nur billige Frauen, die da arbeiten, die brauchen ja keine saubere Luft *ironieoff*

Mich würde die Schadstoffbelastung in so einen Laden (oder NKD oder oder oder) wirklich mal interessieren.

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Re: von wegen "billige" frauen.......

Antwort von girasole am 07.05.2014, 18:06 Uhr

.......die verdienen bei kik nicht so wenig, wie einige denken.......
man, immer diese vorurteile................

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Tja, was tun...

Antwort von Oktaevlein am 07.05.2014, 18:14 Uhr

ich denke tatsächlich, dass es vielleicht schon helfen würde, wenn z. B. ein Shirt 1 oder 2 € mehr kosten würde. Das würde für uns hier so gut wie keinen Unterschied machen, für die Menschen, die es nähen, aber einen enormen Unterschied. Natürlich müssten diese 1 bis 2 € mehr auch ihnen zugute kommen und nicht den "Gewinn" des Konzerns steigern.

Keine Ahnung, ist wahrscheinlich zu kurz gedacht, aber andererseits müsste das doch gehen?

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Re: Tja, was tun...

Antwort von MartaHH am 07.05.2014, 18:31 Uhr

Das geht zwar in die richtige Richtung, ist aber trotzdem unrealistisch. Denn: es werden, wie Christine70 schon schrieb, keineswegs nur Billigklamotten so hergestellt,
Und wenn du beispielsweise eine 190 € Jacke von Jack Wolfskin kaufst, dürften 1 oder 2 € zwar machbar sein, aber der Firma traue ich nun grad nicht zu, dass sie so eine "milde Gabe" korrekt weiterleitet.

Teu(r)er gekauft heißt leider überhaupt gar nichts, weder ist es zwangsläufig bessere Qualität, noch sind die Herstellungsbedingungen besser.

Ich bemühe mich (klappt auch nicht immer), Kleidung sorgfältig auszuwählen. Ob man mich dabei trotzdem übers Ohr haut, wer weiß....
Ich finde z.B. die Jeansherstellung auch aus ökologischen Gründen und wegen der fiesen Arbeitsbedingungen in den besagten Ländern erbärmlich.

Es gibt "Angels Jeans", die laut Herstellerseite rein in Europa zu fairen Bedingungen und umweltfreundlich hergestellt werden, sind trotzdem mit unter 100 € nicht umwerfend teuer (es gibt wesentlich teurere, die trotzdem aus Bangladesh stammen!). Nachzulesen hier: http://www.angels-jeans.de/unternehmen/ueber-uns

ABER: ob das nun alles stimmt...

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Re: von wegen "billige" frauen.......

Antwort von Steffi528 am 07.05.2014, 18:34 Uhr

Du scheinst ja Insiderin zu sein. Dann mal raus, wie hoch ist der Stundenlohn? Erlaubt Kik eine Art Betriebsrat?

Das sind so Fragen, bitte mit Link, damit ich nicht so viele Vorurteile habe

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Leder ist auch so schlimm

Antwort von pflaumenbaum am 07.05.2014, 19:26 Uhr

Habe ich letztens einen Bericht drüber gehört. Schuhe kann man eigentlich nur bei Hessnatur kaufen, die haben chromfrei gegerbte Lederschuhe.

Ansonsten sollte man meiner Meinung auf Nachhaltigkeit setzen. KLeidung gut behandeln, damit sie hält, Kinderklamotten weitervererben, gebraucht kaufen. Ich kauf auch lieber gute Klamotten, die lange halten. Das sind dann schon die Outdoormarken (Hosen mit verstärkten Knien etc.).

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Re: von wegen "billige" frauen.......

Antwort von shinead am 07.05.2014, 19:46 Uhr

Meine Schwägerin verdient Vollzeit so viel wie eine Verkäuferin bei Aldi. Aushilfen bekommen 10 Euro.

Die Kleidung wird in den gleichen Fabriken, unter den gleichen Bedingungen und Schadstoffbelastungen wie Esprit, Hilfinger und Konsorten genäht.

Seit dem der Kik in einen größeren Laden umgezogen sind, riecht es nicht mehr komisch. Die Gerüche kommen auch m.E. von dem vielen Plastikkram der dort verkauft wird.

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Re: Leder ist auch so schlimm

Antwort von Oktaevlein am 07.05.2014, 19:53 Uhr

Nachhaltigkeit ja, ist gut und schön, ich bin auch der Meinung, lieber ein qualitativ hochwertigeres Teil zu kaufen und es hält dafür lange. Ich kaufe auch - gerade Kinderkleidung - viel Second Hand.

Aber: das allein hilft den Näherinnen in Bangladesh ja nun auch nicht wirklich, zumal ja auch teure Marken dort hergestellt werden.

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Re: Tja, was tun...

Antwort von Oktaevlein am 07.05.2014, 19:56 Uhr

"aber der Firma traue ich nun grad nicht zu, dass sie so eine "milde Gabe" korrekt weiterleitet." Ja und genau da müsste angesetzt werden, vielleicht von staatlicher Seite bzw. Herkunftsstaat der Auftraggeber-Firmen. Irgendwie ein Gesetz, das die Firmen dazu zwingt, diese Mehreinnahmen von 1 oder 2 Euro auch den Näherinnen zugute kommen zu lassen.

Aber das ist wahrscheinlich auch nicht durchzusetzen.

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Re: von wegen "billige" frauen.......

Antwort von Steffi528 am 07.05.2014, 20:04 Uhr

Ich habe hier 7,50 € die Stunde für die Aushilfen gefunden.
Und das ist nicht viel.

Überstunden? ist es da fair? (und ist es allgemein besser geworden oder nur bei den engagierten Filialen? Ich renne aus beiden Kiks hier in der Nähe rückwärts raus, NKD ist aber auch so. Das kann nicht gesund sein

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Re: von wegen "billige" frauen.......

Antwort von shinead am 07.05.2014, 20:06 Uhr

Überstunden werden bezahlt, oder abgefeiert. Das klappt. Sie arbeitet nun schon seit 5 Jahren dort.

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Re: Schlimme Bedingungen für Näherinnen

Antwort von ursel am 07.05.2014, 22:08 Uhr

aber wenn es schon ausreichen würde, die Klamotten um 35 Cent das Stück (!) zu verteuern, um den Näherinnen einen "angemesseren" Lohn zahlen zu können? Jedoch, die Auftraggeber in Europa, Usa und wo sie alle herkommen, sind einfach nicht bereit, diese 35 Cent mehr zu zahlen.

http://www.kiraka.de/spielen-und-hoeren/nachrichten/beitrag/b/schlechte-arbeitsbedingungen-fuer-naeherinnen-in-bangladesch/

Also nix mit sauteuer. Wäre eigentlich so einfach, und das Gewissen a bisserl leichter. Und ich versteh nicht, warum die Unternehmen das nicht als Werbung nehmen und an anderer Stelle ihr Werbebudget für eine Frau Poth oder eine Frau Crawford kürzen. Würde zumindest am Anfang super laufen.

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Re: Schlimme Bedingungen für Näherinnen

Antwort von kattta am 07.05.2014, 22:11 Uhr

ich bin überzeugt, daß der schlüssel ist, einfach weniger zu kaufen. altes reparieren, umarbeiten und wenn neu, dann genau gucken, so genau es ben geht. wir können die Welt nicht einfach ändern, aber der absurde kaufwahn bedeutet kaufkraft und marketing. du kannst heute kaum atmen ohne politisch zu sein.

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Re: Leder ist auch so schlimm @ Pflaumenbaum

Antwort von Bookworm am 08.05.2014, 7:23 Uhr

Bei Deerberg ist auch bei allen Schuhen angegeben, ob und wie sie gefärbt/behandelt sind, schau mal nach :-)

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Re: Reparieren

Antwort von Bookworm am 08.05.2014, 7:30 Uhr

Wir haben 2 Jahre (!) lang versucht jemanden zu finden, der unsere (sehr alte) Stereoanlage repariert. Es sind 4 Module, von denen nur 1 defekt war.

Fehlanzeige!! Selbst der "kleine" örtliche Händler konnte angeblich nichts finden. Keiner hat mehr Lust so etwas zu reparieren.


Wir haben jetzt entnervt aufgegeben und einen neuen Receiver gekauft, den CD-Player konnten wir daran anschließen

Die alte Anlage steht noch hier (ohne CD-Player), wenn Ihr jemanden kennt, der Lust hat sie zu reparieren, der darf sei gerne bei mir abholen, zum wegwerfen finde ich es eigentlich zu schade. (Sie hat u.a. ein Doppelcassettendeck, sowas gibts heute gar nicht mehr)

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Re: genauso billig, wie in anderen vielen Geschäften

Antwort von girasole am 08.05.2014, 9:11 Uhr

Hier bei kik: 7,50 bis 8 € Stundenlohn! Das ist nicht ja (leider) schon standart, viele denken aber immer noch, dass man da nur 3 oder 4 € verdient.
Fürs putzen bekommt man 10€ die Stunde, privat oder Büros, dafür ist man da nicht so unter menschen, muss jeder selber wissen.

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Es liegt nicht in erster Linie an den ´gierigen` Unternehmen...

Antwort von Daffy am 08.05.2014, 9:17 Uhr

Die Bedingungen in diesen Ländern sind so, weil die dortige Gesellschaft es zulässt, nicht nur in den Fabriken, die für den Westen produzieren, sondern in jedem Bereich (Tourismus, Hausmädchen...). Man könnte ja auch strenge Regeln einführen UND dafür sorgen, dass sie durchgehalten werden.

Die Unternehmen holen sich ein Angebot und lassen sich inzwischen auch Zusagen machen, was Sicherheit und Arbeitsrecht angeht - aber wenn sich nicht daran gehalten wird? Wenn tatsächlich die Arbeiterinnen 12 statt 8 Stunden arbeiten müssen, Betatschen durch den Vorarbeiter und Wassermangel wegen drohender Toilettenpausen inklusive? Sicher könnte man immer noch mehr machen, aber letzten Endes hat das Unternehmen sowieso die A...karte, wenn sie verlangen, jederzeit und lückenlose Kontrollen durchführen zu dürfen, dann heißt es doch wieder "unangemessene Einmischung der arroganten Westler" - da sind wir halt empfindlich. Ich bin trotzdem dafür, dass wir unsere Vorstellungen vorgeben und durchsetzen - wer zahlt, schafft an. Aber die Fabriken finden problemlos Arbeiter, weil die Bedingungen woanders noch schlechter sind (oder weil ihre Familien das so beschließen - aber das ist wieder ein anderes Problem).

Und der Kunde könnte natürlich auf den Kauf der günstigen Kleidung verzichten - die gab es so vor 30 Jahren ja noch nicht, da wurde weniger gekauft, mehr geflickt, vererbt... Aber ich persönlich fand die Aldi-Angebote für Kinderkleidung dermaßen toll - bequeme gefütterte Hosen in tragbaren Farben z.B., nachdem ich mich in irgendwelchen Bekleidungsgeschäften durch ´modische` Farben und Schnitte zum fünffachen Preis durchgewühlt hatte, habe ich mir angewöhnt, auf die Angebote zu warten - Hosen gab es genau zweimal im Jahr und dann gleich einen ganzen Schwungvoll, musste ja vorhalten ;-). Und geflickt wurde auch nicht mehr - zwei Flicken waren so teuer wie eine neue Hose und haben weniger lange gehalten, vom Aussehen mal abgesehen.

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Re: Es liegt nicht in erster Linie an den ´gierigen` Unternehmen...

Antwort von Lita am 08.05.2014, 13:14 Uhr

Dass die Billigläden in den selben Fabriken produzieren wie Markenhersteller ist ja nun schon eine Weile bekannt.
Was bei diesen Diskussionen aber gerne vergessen wird ist, dass die niedrigen Preise bei KIK, Primark etc. natürlich auch dafür sorgen, dass der Preisdruck auf die Mitbewerber wächst. Wenn bei Primark ein Kinder T-Shirt 2 Euro kostet, sieht H&M sich bald gezwungen T-Shirts für 1,90 Euro zu verkaufen.

Und das führt sicher nicht dazu, dass sich die Umstände und Löhne in den Herstellungsländern bessern.

Ich denke schon, dass da die Endverbraucher in der Pflicht sind. Tatsächlich gefallen mir die meisten Fair-Trade-Klamotten überhaupt nicht und als nicht gerade bombig verdienende alleinerziehende Mutter ist das auch preislich einfach nicht drin. Aber es wäre ja schon mal ein Anfang einfach weniger zu kaufen. Vielleicht muss man nicht 50 billige T-Shirts in allen Farben des Regenbogens besitzen. Vielleicht reichen auch 10, in ordentlicher Qualität. Und wenn nicht mehr der billige Preis das wichtigste Kaufargument ist, sondern wo ich den besten Schnitt und die langlebigste Qualität finde, dann setzt das auch bei den Herstellern ganz andere Signale.

Diese Rausrederei à la "Ändern können wir da sowieso nix" geht mir jedenfalls ziemlich auf den Zeiger.

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Re: Schlimme Bedingungen für Näherinnen

Antwort von deischuhzu am 10.05.2014, 10:49 Uhr

Das Problem liegt an den "Unternehmen" in diesen Ländern, nicht an den Markenherstellern, die dort produzieren lassen. Die ortsansässigen Unternehmer beuten ihre Landsleute so aus. Da hilft auch nicht mehr Geld, das kommt bei den Näherinnen nicht an.

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