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Geschrieben von Sonnenblumen77 am 07.03.2019, 9:14 Uhr

Regt zum Nachdenken an

Hallo,

diesen schönen Beitrag habe ich gerade entdeckt und wollte ihn mit euch teilen:

Bei der folgenden kleinen Geschichte handelt es sich um eine kurze Lektüre, die wie immer zum Nachdenken anregen soll. Der Text (Original: “20 sec reading: the gift of insults“) stammt vom Blog des Bestsellerautors und wurde am 15. November 2018 von Paulo Coelho veröffentlicht. Wir haben ihn für euch ins Deutsche übersetzt – viel Freude beim Lesen!


In der Nähe von Tokio lebte ein großer, heute in die Jahre gekommener Samurai, der sich entschied, jungen Menschen den Zen-Buddhismus zu lehren.

Eines Nachmittags kam ein Krieger – bekannt für seine völlige Skrupellosigkeit – dort an. Der junge und ungeduldige Krieger hatte noch nie einen Kampf verloren. Als er von dem alten Samurai und dessen Ruf hörte, war er gekommen, um diesen zu besiegen und seinen Ruhm zu steigern.

All seine Schüler waren gegen diese Idee, aber der alte Mann akzeptierte die Herausforderung.

So versammelten sich alle auf dem Stadtplatz, woraufhin der junge Mann begann den alten Meister zu beleidigen. Er warf ein paar Steine in seine Richtung, spuckte in sein Gesicht, rief jede nur erdenkliche Beleidigung aus – er beleidigte sogar seine Vorfahren.

Stundenlang tat er alles, um ihn zu provozieren, aber der alte Mann blieb unberührt. Am Ende des Nachmittags zog der ungestüme Krieger, der sich jetzt erschöpft und gedemütigt fühlte, hinfort.

Enttäuscht von der Tatsache, dass der Meister so viele Beleidigungen und Provokationen erhalten hatte, fragten die Schüler:

– Wie können Sie solche Demütigungen ertragen? Warum haben Sie Ihr Schwert nicht benutzt, obwohl Sie wussten, dass Sie den Kampf verlieren könnten, anstatt Ihre Feigheit vor uns allen zu zeigen?

– Wenn jemand mit einem Geschenk zu Euch kommt und Ihr es nicht annehmt, wem gehört das Geschenk dann? – fragte der Samurai.

– Demjenigen, der versucht hat es zu geben – antwortete einer seiner Schüler.

– Das gleiche gilt für Neid, Ärger und Beleidigungen – sagte der Meister.
“Wenn all dies nicht akzeptiert wird, gehört es weiterhin zu demjenigen, der es mit sich getragen hat.”

 
4 Antworten:

Und die Realität

Antwort von Luna Sophie am 07.03.2019, 10:12 Uhr

Es werden gefährliche Körperverletzungen (und schlimmeres) begangen, weil ein anderer "blöd geguckt" hat.

Mir gefällt die Geschichte. Werde versuchen sie für mich zu nutzen.
Denn wenn jeder bei sich selbst anfängt ...

Re: Regt zum Nachdenken an

Antwort von Esmeralda am 07.03.2019, 16:26 Uhr

Entschuldige, es ist mir zu unplausibel, dass der junge, skrupellose Krieger nicht einfach selbst das Schwert gezogen und mit dem körperlichen Angriff begonnen hat.

Re: Regt zum Nachdenken an

Antwort von Lusiana am 07.03.2019, 19:09 Uhr

Das hat sicher was mit Ehre zu tun, wahrscheinlich darf der junge Krieger nicht zuerst anfangen, ich kann mit dem Gleichnis (soll wohl eins sein) auch nicht wirklich was anfangen

Re: Regt zum Nachdenken an

Antwort von Mikako1990 am 08.03.2019, 6:09 Uhr

Ganz ganz tolle Geschichte. Danke fürs Teilen. :)

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