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Geschrieben von sasu am 19.06.2003, 11:55 Uhr

OT, aber auch dieses moechte ich euch nicht vorenthalten, da wir ja alle eltern sind....;-): Angemessene Kindeserziehung

Ursprüngliche Quelle: Teach Your Children Well von Joseph Sobran

Übersetzt im Mai/2003 durch Kai Hackemesser

Weil ich über Politik schreibe, fragen mich die Leute ständig nach der besten Methode, den Kindern zu erklären, wie unser Regierungssystem funktioniert. Ich erkläre ihnen, dass sie ihren Kindern im eigenen Heim einen Staatsbürger-Grundkurs geben können.

Durch meine eigenen Erfahrungen als Vater habe ich mehrere einfache Einrichtungen gefunden, welche einem Kinderverstand die Prinzipien verdeutlichen können, wie der moderne Staats mit seinen Bürgern umgeht. Sie könnten sie ebenfalls als hilfreich ansehen.

Zum Beispiel habe ich einen einfaches Kartenspiel mit meinem Sohn gespielt. Nach einer Weile, als er das Konzept, dass höherwertige Karten die niedrigeren übertrumpfen, gründlich verstanden hat, habe ich mir ein neues Spiel ausgedacht, welches ich REGIERUNG nannte. In diesem Spiel - ich war die Regierung - habe ich mit jedem Blatt gewonnen, egal wer die besseren Karten hatte. Mein Junge hat schnell das Interesse an meinem neuen Spiel verloren, aber ich denke, es hat ihm eine lehrreiche Lektion für sein späteres Leben vermittelt.

Wenn Ihr Kind ein wenig älter ist, können Sie ihm unser Steuersystem auf eine leichtverständliche Weise beibringen. Bieten Sie ihm sagen wir mal zehn Dollar für das Rasenmähen an. Wenn es gemäht hat und seinen Lohn einfordert, halten Sie fünf Dollar zurück und erklären ihm, das sei die Einkommenssteuer. Geben Sie einen Dollar an seinen jüngeren Bruder und sagen Sie ihm, das sei "fair". Ausserdem erklären Sie ihm, dass Sie die anderen vier Dollar benötigen, um die administrativen Kosten der Geldverteilung zu decken. Wenn es heult, erklären Sie ihm, dass es "habgierig" und "egoistisch" ist. Er wird es ihnen in seinem späteren Leben danken.

Stellen Sie so viele Regeln wie möglich auf. Die Gründe für diese können Sie im Dunkeln lassen. Verschärfen Sie sie willkürlich. Beschuldigen Sie ihr Kind, Regeln gebrochen zu haben, von denen Sie ihm nie erzählt haben. Lassen Sie es besorgt sein, es könne Anweisungen missachtet haben, welche Sie noch nicht erlassen haben. Flössen Sie ihm das Gefühl ein, dass Regeln schlicht irrational sind. Dies wird es auf ein Leben unter demokratischer Regierung vorbereiten.

Wenn Ihr Kind ausreichend erwachsen ist, um zu verstehen, wie das Rechtssystem funktioniert, legen Sie eine Schlafenszeit fest, und schicken es eine Stunde früher zu Bett. Wenn es Sie tränenreich beschuldigt, die Regeln zu brechen, erklären Sie ihm, dass Sie die Regeln aufgestellt haben, und dass Sie sie jederzeit so auslegen können, dass sie zu Ihren Gunsten erscheinen, wegen wechselnder Begleitumstände. Dies wird es auf das Bundesgerichtshof-Konzept der US-Verfassung als "lebendes Beispiel" vorbereiten.

Versprechen Sie oft, mit ihm in den Zoo oder ins Kino zu gehen, und dann zur vereinbarten Zeit lehnen sie sich mit einer Zeitung im Sessel zurück und sagen ihm, dass Sie ihre Pläne geändert haben. Wenn es schreit "Du hast es versprochen!", erklären Sie ihm, dass es nur ein Wahlversprechen war.

Hin und wieder sollten Sie ohne Vorwarnung ihr Kind ohrfeigen. Dann erklären Sie ihm, dass es blos Verteidigung ist. Sagen Sie, dass Sie jederzeit wachsam sein müssen, um jeden potentiellen Feind aufzuhalten, bevor er gross genug wird, um Sie zu verletzen. Auch dies wird Ihr Kind schätzen, warscheinlich nicht unbedingt sofort, aber in seinem späteren Leben.

Manchmal wird Ihr Kind natürlich Unzufriedenheit mit Ihren Methoden ausdrücken. Es könnte sogar den bockigen Wunsch aussprechen, dass es bei einer anderen Familie wohnen möchte. Um dieser Reaktion zuvorzukommen oder sie abzumindern erzählen Sie ihm, wie glücklich es mit Ihnen ist, dem liebevollsten und nachsichtigsten Elternteil der Welt, und erzählen Sie grelle Geschichten von Grausamkeiten anderer Eltern. Dies wird es Ihnen gegenüber loyal machen und später empfänglich für die Behauptungen im Klassenzimmer, dass der postmoderne Wohlfahrtsstaat Amerika immer noch das beste und freieste Land der Welt sei.

Dies bringt mich zur wichtigsten Kindererziehungstechnik von allen: Lügen. Belügen Sie ihr Kind zu jeder Zeit. Lehren Sie es, das Worte gar nichts bedeuten - oder besser das die Bedeutung des Wortes sich kontinuierlich "entwickelt" und morgen vielleicht das Gegenteil zu heute bedeutet.

Manche Leser mögen darauf hinweisen, dass dies eine armselige Weise sei, ein Kind aufzuziehen. Aber gerade das ist der Punkt: Kindesmissbrauch ist die beste Vorbereitung für das Erwachsenenleben unter unserer Form von REGIERUNG.

Joe Sobran schreibt eine Kolumne und hat eine eigene Webseite, Sobran's.


und ausserdem muss ja auch in ernsten zeiten etwas humor erlaubt sein, oder ?

gruss,
sasu

 
6 Antworten:

Sehr gut, bin schon gespannt, was die "Amerikanerinnen" (möchte- gern) dazu schreiben. LG, Y.

Antwort von Yasemina am 19.06.2003, 14:41 Uhr

ot

gell, ist gut. aber ich denke, dass auch wir das auf unserer regierung anwenden koennen (z.b. das brechen v. wahlversprechen usw. )....ot....grinsende guresse, sasu

Antwort von sasu am 19.06.2003, 15:01 Uhr

1

Politiker, egal in welchem Land, brechen Versprechen immer..

Antwort von Linda in USA am 19.06.2003, 15:09 Uhr

...da dreh ich meine Hand nicht um. Ich sag nur "read my lips, no more taxes" (George Bush, der Aeltere)

Young George will ja auch durch seine Steuerkuerzungen die Wirtschaft ankurbeln. Wir kriegen zwar einen Batzen Geld zurueck (juhu!) aber ob davon die Wirtschaft wieder anspringt, wird man sehen. Wenn nicht, ist er naechstes Jahr halt weg vom Fenster. Dann kann ein neuer Politiker das blaue vom Himmel versprechen - immer das gleiche eben.

Re: Politiker, egal in welchem Land, brechen Versprechen immer..kann ich nur unterschreiben

Antwort von JoVi66 am 19.06.2003, 19:04 Uhr

Das liegt wohl in dwer Natur eines jeden Politiker: hätte er nicht ein hohes Maß an Korruptheit und die Tendenz das Blaue vom Himmel zu Lügen, wäre er wohl nicht Politiker geworden. Ein Satz aus dem Film "Roter Oktober" eines US-Senators: ...." Wenn ich ein kleines Kind auf den Aerm nehme zu Propagandazwecken versuche ich ihm hintenrum seinen Lutscher zu klauen"...
Ciao Jovi

Re: Politiker, egal in welchem Land, brechen Versprechen immer..

Antwort von sasu am 19.06.2003, 19:06 Uhr

genau, linda !

das ist es, was mich aergert. sie blubbern sich allesamt einen ab und hinterher kommt's ploetzlich ganz anders...pfui !

deswegen bin ich der meinung, dass kreuzchen auf irgendeinem stimmzettelchen mittlerweile gar nichts mehr bringen. von demokratischen verhaeltnissen kann man (fuer mein empfinden) auf dieser welt eigentlich nirgendwo mehr reden. ja, WIR duerfen bestimmen, wer uns als naechstes verar*****. ha, ha.

laender, die ihr demonstrierendes volk (beispiel die spanier zum irak-krieg o. schroeder mit der agenda 2010 etc.pp.) voellig ignorieren. und das schlimme ist, die aktuell regierenden erlassen irgendwelche gesetze/-saenderungen (siehe z.b. berlusconi in italien o. bush + die waffenlobby mit dem neuen gesetz, welches auch spenden von lobby-gruppen teilweise wieder erlaubt usw.) und wenn der dann gekickt wird, kommt der naechste natuerlich nicht auf die idee, diese dann wieder zu aendern o. zu verabschieden. ne, ne die sind ja dann i.d.r. auch fuer ihn sehr praktisch. sorry, aber ich koennte wirklich kotzen, wenn ich sehe, wie diese gutverdienenden politiker sich immer fettere polster schaffen und mit den kleinen umspringen wie dreck. *aufreg*

Re: Politiker, egal in welchem Land, brechen Versprechen immer..

Antwort von JoVi66 am 19.06.2003, 20:00 Uhr

Genau, da fällt mir auch zum Thema "Steuerpolitik in Dtl." ein Satz eines Tagesthemenkommentators ein: " Schlimm für eine Regierung ist es dann, wenn sie nicht mehr erkennt ( oder vergessen hat *ggg*) das ihr Programm (Steuerprogramm) das gleich Konzept einer früheren Regierung der Gegenpartei ist und genauso schlimm ist es für eine Opposition die vergessen hat, dass sie jetzt gegen Gesetzesänderungen vorgeht die eigentlich vor Jahren ihre eigenen Vorschläge entsprach!"
Das dumme an der Sache ist aber auch die: EINE Neujahrsansprache eines Bundeskanzlers die aus Versehen zu ZWEI verschiedenen Jahreswechsel gesendet wird , wird nur von 20% der "INTERESSIERTEN" Zuseher auch als solche erkannt. Nicht nur Politiker unseres Landes sind mit Kurzsichtigkeit gesegnet, sondern der Wähler genauso. Heute ein Kohl gelobt (1990) dann ein Kohl mit Schimpf und Schande abgesägt, dann ein Kohl (2003) wieder als "Hoffnungsträger in CDU/CSU Kreisen angesprochen. Da ich selber eher zu Schwarz neige als zu Rot stört mich das natürlich besonders. Heute Hüh, morgen Hott. Es lebe der Opportunismus.
Gruß Johanna

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