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von Leena  am 13.06.2017, 13:05 Uhr

Ich arbeite Teilzeit, weil...

Angestoßen im Grunde von den Postings unten, wonach Frauen ja viel unangenehmer seien in der Arbeitswelt und nicht arbeitswillig, weil bei ihnen immer die Kinder wichtiger wären als die Arbeit:

Ja, ich arbeite nur Teilzeit. Weil ich Kinder habe und haben wollte und ich nicht um jeden Preis Vollzeit arbeiten möchte, wenn ich finanziell derzeit nicht darauf angewiesen bin und ich für mich Vollzeit mit Kindern und sonstigem "Familienbetrieb" in zu viel Stress ausarten würde. Klar, wenn ich müsste, müsste ich, andere müssen auch und schaffen es. Aber wenn ich nicht muss, möchte ich nicht. Das "mehr Geld" wäre mir aktuell den "mehr Stress" und "viel weniger Zeit" (allein auch durch die Fahrzeit zur Arbeit von mind. 2,5 Std. täglich) nicht wert.

Das ist meine Entscheidung - deshalb arbeite ich Teilzeit. Und werde auch nur für Teilzeit bezahlt. Selbstverständlich!

Andererseits erwarten immer wieder Kollegen/-innen von mir, auch zu den Zeiten erreichbar und verfügbar zu sein, zu denen ich eben NICHT arbeite. Wenn dann der Kollege montags morgens um 9 Uhr anruft und neckisch fragt, ob er mich geweckt habe - nein, hat er nicht, ich rödele schon seit 3 Stunden hier rum und habe eigentlich gerade gar keine Zeit für sein Anliegen, weil irgendwas ansteht... dann bin ich genervt, ja.

Natürlich KANN ich meinen Hausputz etc. auch später erledigen - aber das ist ja eigentlich gerade der Sinn von Teilzeit, dass ich weniger arbeite und weniger verdiene, um Haushalt und co. zu den Zeiten zu machen, die so "frei geworden" sind.

Ich versuche, schon viel möglich zu machen, auch Termine zu Zeiten außerhalb meiner Arbeitszeiten wahrzunehmen - aber nur, wenn es geht. Und wenn regelmäßig "Sondereinsätze" erwartet werden, bin ich irgendwann schon genervt (und am Jammern, um im Kontext unten zu bleiben). Und wenn der Kollege denkt, ich muss JETZT springen, obwohl nichts anders wäre, wenn die Sache noch einen Tag (bis zu meiner regulären Arbeitszeit) liegen bliebe, bin ich auch genervt. Natürlich gibt es Fristsachen, die nicht lieben bleiben können, und bei einem Anruf während einer Gerichtsverhandlung kann ich auch nicht sagen, rufen Sie mich mal morgen zurück... aber das sind doch absolute Ausnahmefälle, das aller-, allermeiste KANN kurz (!) liegen bleiben. Ach Mensch, Teilzeitkräfte sind aber auch lästig und blöd..!

Wenn man erwarten wollte, dass ich regelmäßig außerhalb meiner Arbeitszeiten noch zur Verfügung stünde, müsste man das schließlich auch entsprechend formulieren, vertraglich vereinbaren - und eben auch entlohnen.

Vielleicht sollte man sich mal vorstellen, wie die Arbeitswelt aussähe, wenn es nur noch Vollzeitkräfte gäbe (am besten mit mind. 45 Stundenwoche o.ä.). Können wir es uns wirklich leisten, so viele Humanressourcen NICHT zu nutzen, wenn nur die arbeiten "dürften", die auch Maximalleistung im Berufung bringen wollten und könnten? So einen Fachkräfteüberschuss haben wir doch schon länger nicht mehr, mittlerweile erlebe ich immer mehr, dass wir auf dem Weg zum Arbeitnehmer-Arbeitsmarkt sind, wo die Arbeitgeber sich um mögliche gute Arbeitskräfte bemühen müssen!

 
66 Antworten:

Re: Ich arbeite Teilzeit, weil...

Antwort von Seansmama am 13.06.2017, 13:20 Uhr

Ich habe mich mit der Geburt meiner Kinder, 2003 und 2005, auf Teilzeit eingestellt, hätte jeder Zeit dann zurück auf Vollzeit gehen können. In dieser Zeit bin ich allerdings 3x so schwer und 1x lebensgefährlich davon, praktisch von jetzt auf gleich, ich bin froh gewesen, dass ich es schlicht überlebt habe und für meine Kinder da sein kann. Das hat mich geprägt. Ich habe mir das von meiner Firma ausrechnen lassen, die Differenz und es war knapp 150 Euro, so dass wir uns gesagt haben, die sind es uns nicht wert Ich habe jetzt den Anspruch auf Vollzeit abgegeben, da ich es nie wieder machen werde. Ich habe auch mehr Zeit für mich, bin nicht mehr abgehetzt. Ich habe auch jeden Tag ziemliche Rückenschmerzen, so dass ich mittlerweile auch deswegen nur halbtags gehe, eigentlich müsste es operiert werden.An meine Rente denke ich mal nicht, dann könnte ich vielleicht nicht ruhig schlafen, ich lebe jetzt!

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Re: Ich arbeite selbständig, weil ....

Antwort von 2auseinemholz am 13.06.2017, 13:37 Uhr

.... ich haargenau nach Auftrag bezahlt werde.
... ich mir dann eben zeitweise aussuchen kann welche Aufträge ich mache (in Abhängigkeit von Belastbarkeit, von Interesse, etc.), im Gegenzug aber auch zeitweise das nehmen muss was kommt und auch Staub fressen muss dass was kommt.
... ich eine mehr oder weniger autonome Zeiteinteilung brauche, weil ich 2 Kinder habe.
... ein Arbeitsauftrag immer ein Ende hat - manchmal ist es eine Rettung, manchmal ist es schade.
... UND weil keine Auftraggebersocke sich je für meine familiären Verhältnisse und Verbindlichkeiten insbesondere auch nicht für die Anzahl der Kinder und deren Betreuung interessiert hat .... außer vielleicht nach einem halben Jahr in der Kaffeeküche und nur aus privaten Interessen bzw. Smalltalk.

Es ist sehr schön wenn man keinem die Ohren volljammern muss/kann und andersrum keiner blöde Kommentare absondern muss und ggf. Angst um zuviel "Gegenleistung".

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Re: Ich arbeite Teilzeit, weil...

Antwort von mimavi am 13.06.2017, 14:05 Uhr

Ich arbeite 70%
....weil ich zwei kleine Kinder habe
....weil ich - obwohl ich meinen Job liebe- im Moment ungern mehr arbeiten möchte, da auch noch Haus und Garten zu versorgen sind. Ich selbst möchte auch nicht zu kurz kommen ;)
...weil ich es mir leisten kann
....weil ich zwar einen gut dotierten Akademikerberuf habe, aber keine noch grössere Karriere machen möchte
...weil die Krippe des kleinen Kindes bescheidene Öffnungszeiten hat und es keine Alternative gibt.

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Re: Ich arbeite Teilzeit, weil...

Antwort von stjerne am 13.06.2017, 14:14 Uhr

Also ich muss ständig außerhalb meiner Zeiten ran und jammere nie darüber.

Was für ein blöder Haufen Klischees da unten.

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Re: Ich arbeite Teilzeit, weil...

Antwort von Jeckyll am 13.06.2017, 14:14 Uhr

...meine Kinder keine Kinder sind, die in einer Ganztagsbetreuung glücklich gewesen wären. Weil ich es genieße nachmittags Zeit für alle möglichen Termine/Erledigungen/Freizeitaktivitäten der Kinder habe. Weil ich trotz Teilzeit (30 Std/Woche) nicht auf Zuschüsse vom Staat angewiesen bin.

Ich habe jetzt seit Ende der Elternzeit (fünf Jahre war ich für zwei Kinder zu Hause) fast sechs Jahre Teilzeit gearbeitet. Und es war gut so.
Im September geht auch die kleine aufs Gymnasium und ich werde Vollzeit arbeiten. Wegen mir müsste ich nicht unbedingt, aber der gute neue Job war nur unter dieser Bedingung zu bekommen. Die Kinder sind alt genug um mittags zwei Stunden allein zu sein und meine Rente freut sich sicher auch.

Jeckyll

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Warum sollte ich Vollzeit arbeiten ....?

Antwort von Caot am 13.06.2017, 14:22 Uhr

Der einzigste Grund, der mir einfällt, ist, dass ich dann eine volle Rente hätte. Ich geh das Risiko ein.

Ich genieße meine Zeit mit den Kindern. Wird eh, automatisch, immer weniger. Dann kann ich immer noch Vollzeit arbeiten, man muss das ja lange genug tun.

Ich arbeite nur Teilzeit und habe Zeit für meinen Haushalt und für meine Kinder, ohne Machbarkeitsprobleme und Zeitgestöhne. Natürlich benötigt diese Konstellation stabile Familienverhältnisse und einen gut verdienenden EhePartner.

Meine Schwiegereltern haben alles gewuppt. Vollzeit, Haus, Hof, Garten, Kinder. Was hatten Sie davon? Nichts. Sie sind viel zu zeitig gestorben.

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Re: Ich arbeite Teilzeit, weil...

Antwort von Hubbeldubbel am 13.06.2017, 14:22 Uhr

Ich arbeite Vollzeit weil...

ich nur noch 5 Minuten Arbeitsweg habe,
ich kommen u. gehen kann wie ich lustig bin,
mein Arbeitszeitkonto 150 Plusstunden haben darf und 30 Minusstunden..

und ich jederzeit die Chance habe, auf befristete TZ umzustellen, wenn ich merke, ich will VZ nicht mehr.

Ich kann aber auch total verstehen, dass Frau/Mann TZ gehen will. Wollen in unserer Behörde auch junge kinderlose Frauen und Männer. Ist doch toll, wenn das individuell dann passend gemacht wird.

Jeder wie er mag. Kollegen mit längerem Fahrtweg gehen bei uns u.a. Mo bis Do tägl. 10 Stunden und erscheinen Freitag gar nicht.

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Re: Ich arbeite Teilzeit, weil...

Antwort von Katl_80 am 13.06.2017, 14:39 Uhr

...ich die dadurch gewonnene Zeit mit meinem Kind (bald mit meinen Kindern) verbringen kann.
Den Haushalt teilen wir uns trotzdem und wir haben eine Putzhilfe. So können wir auch als Familie unsere Zeit zusammen genießen.

Und ich arbeite sogar Teilzeit, OBWOHL ich fast doppelt so viel verdiene wie mein Mann.

Wo wir dann doch mal über das Geld nachdenken, ist bei der Verteilung der Elternzeit bzw. des Elterngeldbezuges, wenn jetzt unser zweites Kind auf die Welt kommt.
Ich nehme 9 Monate, mein Mann 5 Monate.

Er arbeitet danach wieder VZ und ich TZ.

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ich würde gerne wieder reduzieren...

Antwort von kravallie am 13.06.2017, 14:46 Uhr

ich habe 20 jahre "nur" Teilzeit gearbeitet und sehr anständig verdient.
seit Oktober 2016 arbeite ich 100%, verdiene noch anständiger und habe mich an diversen Luxus gewöhnt. daran, daß ich 40 stunden arbeite, gewöhne ich mich aber nur schwer.

wenn ich jemanden finde, der mir die Differenz ausgleicht, sag ich bescheid und reduziere SOFORT.

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Ich arbeite auch TZ (87,5%)

Antwort von Leewja am 13.06.2017, 14:54 Uhr

das liegt aber ausschließlich an meinem langen Anfahrtsweg von 50 min, ich muss eine stunde früher aufhören zu arbeiten, um rechtzeitig an der betreuungseinrichtung zu sein.
Wäre das nicht so, würde ich Vz arbeiten.
ich erledige auch 100% arbeit in der zeit (ich werde tatsächlich absolut gelichwertig zu den VZ-Arbeitskräften gezählt und eingesetzt), aber zwischen 15 und 16 Uhr muss natürlich jemadn anderes 8in unserem fall der diensthabende Kollege9 meine Arbeit miterledigen (Notfallpatienten, nichts geplantes, alle planbare Routine ist erledigt, wenn ich gehe).

Aber selbstverständlich ist die Situation mit recht vielen tz-Kräften für den rbeitgeber oder den direkten vorgestezten nicht immer lustig.
Meiner Erfahrung anch powern viele TZ-Kräfte zwar mehr, als VZ-Kollegen (oder als sie selber früher in VZ taten), weil sie eben nicht zur Last fallen wollen oder für die tz abgekanzelt werden wollen.
Aber natürlich wollen zum Beispiel ALLE (die wirklich nur 50% kommen) vormittags arbeiten. Niemand will von 12:00 bis 16:00 kommen....das ist schon ein Planungselend.
Auch stimmt es nun mal, dass MÜTTER öfter Kindkrank sind (ich kenne nur sehr wenige Väter, die das paritätisch teilen, seie s, weil sie das nicht wollen, sei es, weil die mütter das für ihre ureigenste Pflicht halten, sei es aber auch, weil die "Teilzeitmutti" eben leichter mal sagt 2ach ja, ich fehl dann mal, der Hauptverdiener muss ja arbeiten gehen").
und auch hier ist die unterschwellige "ich MUSS ja eigentlich nicht arbeiten"-Tendenz doch irgendwie auch rauszuhören, obwohl ich bei leena ja z.B. weiß,. dass sie das so nicht wirklich seiht.
Ich hatte mal die Kolleginnen und Kollegen meines mannes da zur Somemrfier und sowohl die Ehefrau seines Geschäftspartners als auch die angestellte Anwältin teilten stolz mit, sie "müssten ja nicht arbeiten".
ich konterte das dann damit, dass mein mann auch nicht arbeiten müsse, aber es sei ja auch wichtig für´s Selbstbewusstsein.

Marianna sagt hlöchst unsympathische Dinge untern, aber grundsätzlich hat sie natürlich recht, dass es eben fast immer die Frau ist, die in tZ geht, selbtenst der Mann, dass Frauen für Arbeitgeber schlechter "zu kalkulieren" sind (wir hatten mal drei schwangere Ärztinnen auf einmal hier UND die Chefsekretärin, das war nicht unkompliziert) durch Schwangerschaften, (längere) Elternzeiten, Kindkrankausfälle und das tz-Angestelölte gerne auch meinen an nachmittäglichen Veranstaltungen dann nicht oder nur halb teilnehmen zu müssen.
Das hatte mein ausgespriochen frauen7familienfreundlicher Vater als Gymnasialleiter tatsächlich: "Muss ich denn den GANZEN klternsprechtag/die Fachgruppenkonferenz/die zeugniskonferenz mitmachenß ich rabeite doch nur bis 12....)...ja, Entschuldigung, da geht mir auch die Hutschnur hoch...

Meine TZ-Gymnasiallehrerinnenfreundin beschwerte sich auch, dass sie Elternsprechtagzeiten anbieten soll bis 20:00, sie meinte "was soll das denn", bis ich ihr rechts charf mitteilte, dass Eltern wie wir nun mal späte Termine brauchen, weil wir nämlich selber lange arbeiten.

ich glaube NICHT, dass man deswegen eben keien Frauen einstellen soll oder so, ich glaube aber, dass unser vorherrschendes Gesellschaftsbild (mutti ist wichtiger als Vatti und eigentlich nur dann eine wirklich gute Mutti, wenn sie das Kind über alles andere stellt, vattis arbeit ist immer wichtiger als Muttis und Mutti MUSS auch eigentlich gar nicht arbeiten (stolz auf den genug Mammuts erlegenden mann) und die immer noch massiv vorhandene Rollenverteilung (Hand aufs Herz, wie viele von euch bügeln Vattis Hemden? Obwohl sie selber ebrufstätig sind? Bügelt er auch eure Blusen?) ein Riesenproblem darstellt.
Es MUSS normaler oder selbstverständlicher sein, dass auch Väöter zurückstecken beruflich, dass flexiblere arbeitszeitModelle und auch Kinderbetruungsmöglichkeiten vorhanden sind und dass diese elende "ich bin ja gut versorgt"-Mentalität mal aufhöert und faruen sich und ihre erwarbstätigkeit als genauso wichtig und schützenswert sehen, wie die ihrer Männer.

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Ich arbeite Vollzeit...

Antwort von Sabet am 13.06.2017, 15:00 Uhr

.. und stehe genauso dahinter wie du hinter deiner Teilzeit.
Dazu habe ich vollstes Verständnis für Elternteile, die wegen Kindern Teilzeit machen - egal, wie viele Stunden und wieviele Jahre. Jeder Familie ihr Modell!

Allerdings erlebe ich in meinem Beruf viele Teilzeitkräfte, die damit hadern, ab und an auch mal für Telefonate/Reinkommen bereit zu sein - bzw. ich muss dann selbst MEHR als Vollzeit machen, um Dinge (nein, es kann nicht fast alles liegenbleiben, auch nicht trotz der Meinung sämtlicher Teilzeitkräfte) zu erledigen.

Und: Die Fahrzeiten können für dich ein Grund sein, nicht zu springen allezeit. Für den Betrieb/die Kollegen sind diese Zeiten kein Grund - Wohnort und Fahrzeiten entscheidet jeder selbst und muss dann mit den Folgen leben.

Ich halte Teilzeitkräfte weder für lästig noch für blöd. Ihr häufiges Jammern halte ich allemal für lästig. Zeitlich ab und an flexibel sein für den Job, vor allem für anspruchsvolle Jobs, ohne auf Mehrbezahlung zu pochen, das sollte drin sein. Muss bei mir als Vollzeitkraft auch drin sein; dass die auch oft mehr machen als Vollzeit, diese Erkenntnis habe ich von einer Teilzeitkraft noch nie gehört!
Gruß
Sabet

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Re: Ich arbeite auch TZ (87,5%)

Antwort von Alba am 13.06.2017, 15:10 Uhr

"Aber selbstverständlich ist die Situation mit recht vielen tz-Kräften für den rbeitgeber oder den direkten vorgestezten nicht immer lustig."

Fuer Arbeitgeber wie die NHS macht es alles noch schieriger. Im Prinzip freue ich mich ja fuer die ENT-Spezialistin die sonst einmal die Woche im lokalen Krankenhaus (kam aus Paisley angereist) Sprechstunde hielt ihre Stunden reduzieren konnte, dafuer muessen jetzt alle mit einem Hals-Nasen-Ohren Problem 3 Stunden zur anderen Seite von Glasgow reisen und wieder zurueck.
Ich weiss, das hat auch damit zu tun, dass wir so laendlich sind, aber dem Steuerzahler/der NHS hat die Ausbildung der Aerztin genau soviel gekostet wie ein Vollzeitarzt aber wir bekommen nicht den gleichen Einsatz zurueck, not good.

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Hand aufs Herz

Antwort von Morla72 am 13.06.2017, 15:14 Uhr

Leewja, ich bügle Vattis Hemden nicht, dass macht Vatti selbst. Obwohl ich das Kind betreue und von zu Hause (selbständig) arbeite.
(Wenn wir gerade dabei sind, bügelt aber schon auch mal einer ein Hemd des anderen mit, so sind wir nicht..)

Allerdings bügelt Vatti tatsächlich nur seins (Hemden, Hosen, Unterhemden) und Mutti bügelt ihr Zeug und das des Kindes und gemeinschaftliche Dinge wie Tischdecken.

Also auch da vielleicht noch Nachbesserungsbedarf.

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Hand aufs Herz

Antwort von Morla72 am 13.06.2017, 15:14 Uhr

Leewja, ich bügle Vattis Hemden nicht, dass macht Vatti selbst. Obwohl ich das Kind betreue und von zu Hause (selbständig) arbeite.
(Wenn wir gerade dabei sind, bügelt aber schon auch mal einer ein Hemd des anderen mit, so sind wir nicht..)

Allerdings bügelt Vatti tatsächlich nur seins (Hemden, Hosen, Unterhemden) und Mutti bügelt ihr Zeug und das des Kindes und gemeinschaftliche Dinge wie Tischdecken.

Also auch da vielleicht noch Nachbesserungsbedarf.

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sorry

Antwort von Morla72 am 13.06.2017, 15:15 Uhr

sollte nicht doppelt erscheinen

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Re: Ich arbeite Teilzeit, weil...

Antwort von Häsle am 13.06.2017, 15:36 Uhr

WIR haben in diversen Konstellationen festgestellt, dass mehr als 150% (zusammen) unserer Beziehung nicht gut tun.
Den Teil unseres Berufes, den wir wirklich mögen, gibt es nur im Schichtdienst. Zu den Arbeitszeiten passend gibt es keine Kinderbetreuung, also arbeiten wir abwechselnd. Bei 200% würden wir uns im besten Fall die Klinke in die Hand geben und müssten die Kinder öfter zu unmöglichen Zeiten auf einem Autobahnparkplatz übergeben (kam tatsächlich schon ein paar Mal vor).

Aus rein objektiven Gründen (Vergleich der Fahrtkosten, Fahrtzeit, Arbeitsaufkommen) ergibt sich, dass mein Mann mehr Prozente arbeiten sollte als ich. Dazu kommt, dass er weder Nerven für die Schulangelegenheiten der Großen noch für Spielkreise und Turnen mit dem Kleinen hat.
So hat sich bei uns eben 100:50 ganz gut eingespielt.
Später wollen wir auf 75:75, 80:70 o.ä. kommen, falls der Kleine sich schulisch weniger blöd anstellt als die Große. Wenn der mal "erwachsen" ist, ist eh wieder als möglich.
Vielleicht macht uns die EU aber auch einen Strich durch die Rechnung (mit unpassenden Schichtdienst-Vorschriften). Dann werden wir vermutlich keine 150% mehr schaffen.

Mit den 150% kommen wir finanziell ganz gut hin. Warum sollten wir uns dann mehr Stress antun, mit weniger Zeit füreinander und die Kinder?

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Re: Hand aufs Herz

Antwort von Häsle am 13.06.2017, 15:38 Uhr

Wir bügeln gar nicht

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Re: Ich arbeite Vollzeit, weil...

Antwort von Astrid18 am 13.06.2017, 15:38 Uhr

- ich nur so die wirklich spannenden Themen bearbeiten kann;
- mir meine Arbeit unheimlich viel innere Zufriedenheit bringt;
- ich es genieße, für meine intellektuellen Fähigkeiten von Erwachsenen geschätzt zu werden;
- meine Kinder dadurch sehr selbständig sind;
- ich sehr gut damit leben kann, von anderen als Rabenmutter angesehen zu werden;
- ich meinen Töchtern ein Vorbild sein möchte, das beides, Beruf und Familie, gut geht;
- weil ich lange in einem Land gelebt habe, in dem es keine Teilzeit gibt und alle Mütter Vollzeit arbeiten;
- Vollzeiter anders von den Kollegen wahrgenommen werden als Teilzeiter;
- es einfach für unsere Familie gut funktioniert;
- ich mir aber immer auch selbst vorbehalten habe, auf Teilzeit zu gehen, wenn die Kinder mehr Mutter um sich brauchen.

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bügeln und putzen

Antwort von Astrid18 am 13.06.2017, 15:40 Uhr

... übernimmt komplett die Putzfrau!

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Re: Ich arbeite auch TZ (87,5%)

Antwort von Katl_80 am 13.06.2017, 16:02 Uhr

Hey, Hand ist auf dem Herzen:

Vatti bügelt bei uns.
Er hat sich dafür sogar einen Steamer gekauft. Hab das Ding noch nie gesehen... Und er wäscht auch und legt die Wäsche zusammen. Trotz VZ. Das ist sein Job in unsrem Haushalt.

Ist super für mich =)

Ich mach viel lieber die Küche und den Hof/ Garten. Ich putz auch gerne Fenster ;o)

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Re: Ich arbeite Teilzeit, weil...

Antwort von Tonic2108 am 13.06.2017, 16:07 Uhr

Ich arbeite selbständig....

.... weil es mir Spaß macht
...weil ich mir einteilen kann, wieviel oder wie wenig oder wann ich arbeite
... weil ich für meine Kinder da sein will, zu Hause sein will, wenn sie aus der Schule kommen, mit Ihnen Hausis machen will, einfach DA sein will
...weil ich in den paar Stunden, in denen ich arbeite sehr viel verdiene, für weniger Geld will ich nicht arbeiten (da ich es nicht muss).

Ich würde mir wünschen, dass jedes Modell, was Frau sich wünscht/muss oder möchte problemlos möglich ist. Das ist leider nicht der Fall.
Im Übrigen finde ich jedes Modell ok, wenn es für die jeweilige Frau passt.

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Re: Ich arbeite auch Teilzeit, weil...

Antwort von Steffi528 am 13.06.2017, 16:09 Uhr

mir das dann auch einfach langt...
Ich arbeite 75 % der normalen Arbeitszeit, aber nicht zu normalen Zeiten. Da gibt es Tage, da feiere ich Überstunden ab oder arbeite nur ein bisschen, dann gibt es Tage, da arbeite ich auch mal 12 oder gar 14 Stunden. Ich arbeite meistens vormittags, aber auch nachmittags, abends, am Wochenende. Mich nerven diese unregelmäßigen Arbeitszeiten, insbesondere, wenn man mir Termine reinstellt, obwohl ich da eigentlich meinen freien Nachmittag habe (und meine Nanny auch)
Wenn ich einen Vollzeitjob mit verlässlichen Arbeitszeiten hätte, das wäre toll. Habe ich aber nicht. Da kann ich echt auch mal jammern, weil es einfach nicht leicht ist, unter diesen Bedingungen alles unter einen Hut zu bringen und besonders auf plötzlich auftauchende Termine zu reagieren. Was möglich ist, wird möglich gemacht, aber es ist auch nicht alles möglich und ja, auch ich habe irgendwann Feierabend.
Mein Mann arbeitet Wechselschicht, dafür zu 90 % zu verlässlcihen Zeiten. Er muss natürlich eine Menge abfedern und ich versuche meine Nachmittags- und Abendtermine in seine Frühschichtwochen zu platzieren. Vollzeit unter diesen Bedingungen zu arbeiten, möchte ich nicht. Ich würde am liebsten Stunden reduzieren, aber der Fachkräftemangel macht es mir nicht möglich. Mehr noch, mir schwant Übles für die Zukunft und ich werde nicht jünger. Ach ja, wegen Kinderkrank komme ich auf insgesamt 10 Tage bei zwei Kindern und nun 8 Jahre nach Wiedereinstieg. INSGESAMT. Irgendwie geht es immer, aber auch nur, weil ich so eine flexible und zuverlässige Kinderfrau habe. Naja, bald sind die Kinder groß, vielleicht bin ich dann auch wieder belastbarer, besonders, wenn die ganzen Nachmittags- und Abendtermine für die Familie weg fallen

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Re: Ich arbeite Teilzeit, weil...

Antwort von MillyKakao am 13.06.2017, 16:28 Uhr

Ich arbeite 80%, weil
- es sich bei uns gut mit der Familie vereinbaren lässt
- die Kinder mit 13 und 9 Jahren auch nicht mehr so klein sind, dass sie mich gleich direkt nach der Schule brauchen (ab ca. 15 Uhr bin ich für sie da)
- ich auch an mich denke, arbeiten tut mir einfach gut und ich möchte karrieretechnisch noch etwas erreichen

Jeder wie er mag oder eben auch muss. Ich empfinde es als Luxus, wenn man es sich aussuchen kann. Und egal welche Variante man lebt, man muss sich bei keinem rechtfertigen.

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Bei uns auch nicht..... ;)

Antwort von Caot am 13.06.2017, 16:29 Uhr

Klassische Rollenteilung? Gibt es bei uns auch nicht, egal ob Teilzeit oder nicht. Mein Tag ist genauso lang wie der des Vollzeitarbeitspapas. Hier macht derjenige das Essen, der zeitig genug da ist. Oder saugt Staub, oder oder oder.

Eigentlich nenne ich mich egoistisch, denn ich durfte die Entwicklung der Kinder miterleben. Mein Mann nur begrenzt. Das ist einfach eine schöne Zeit.

Ich genieße außerdem durchaus am WE oder Abend auch frei zu haben. Die Mütter die ich kenne, arbeiten nur Teilzeit, die Einen mehr, die Anderen weniger. Unabhängig von der Ausbildung.

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Re: Ich arbeite auch TZ (87,5%)

Antwort von Daffy am 13.06.2017, 16:49 Uhr

>Es MUSS normaler oder selbstverständlicher sein, dass auch Väöter zurückstecken beruflich, dass flexiblere arbeitszeitModelle und auch Kinderbetruungsmöglichkeiten vorhanden sind und dass diese elende "ich bin ja gut versorgt"-Mentalität mal aufhöert und faruen sich und ihre erwarbstätigkeit als genauso wichtig und schützenswert sehen, wie die ihrer Männer.

Ja, das ist eine Frage des Prinzips und Feministinnen kommen wohl nicht dran vorbei, aber das verschiebt Ihr doch lieber um eine Generation.
Ohne Zwangsquoten zur konsequenten Aufteilung von Kinderbetreuung einschl. Elternzeit, kinderkrank etc. und Stundenzahl im Job wird es nicht abgehen. Zumal diejenigen, die ihren Kindern das eher traditionelle Modell vorleben, im Schnitt mehr Kinder haben
Dass möglicherweise die meisten Frauen einfach andere Prioritäten setzen als die meisten Männer spielt keine Rolle?

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Re: Bei uns auch nicht..... ;)

Antwort von Häsle am 13.06.2017, 16:52 Uhr

Bei uns macht logischerweise jeder alles, was anfällt. Wer Kinderdienst hat, muss ran.
Nur bestimmte Aufgaben sind, falls möglich und planbar, fest zugeteilt (Schule, Kleinkindkurse, Auto-/Hausreparaturen, bei denen mein Mann selber mit anpacken kann).

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Re: Ich arbeite auch TZ (87,5%)

Antwort von Daffy am 13.06.2017, 17:01 Uhr

Muss man seine Ausbildungskosten abarbeiten? Das wäre mir neu und stünde z.B auch einer Auswanderung im Weg.
Es gab mal Berichte über eine nah- oder fernöstliche Fluglinie, bei der zukünftige Stewardessen sich vor Beginn der Ausbildung zu Ehelosigkeit (dort gleichbedeutend mit Kinderlosigkeit) auf 5(?) Jahre verpflichten mussten, die Berichte waren natürlich angemessen kritisch, um nicht zu sagen von oben herab, aber das kommt mir doch ehrlicher und fairer vor als der Eingriff in die Lebensplanung über Moralkeule im Nachhinein (wobei die Ärztin die Option hätte, ihren Beruf aufzugeben und sich in der Nachbarschaft als Ungelernte oder abgebrochene Philosophiestudentin vorzustellen).

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Re: Ich arbeite auch TZ (87,5%)

Antwort von Alba am 13.06.2017, 17:11 Uhr

Nein, muss man nicht, aber in einem staatlichen Gesundheitssystem das eh schon am zusammenbrechen ist, darf man schon die Frage stellen ob es eine ideale Verwendung von Steuergeldern ist, Leute auszubilden, und das ist nun mal teuer und langwierig in der Medizin die dann die meiste Zeit nur halb arbeiten.In meiner GP-Praxis sind gut 2/3 der Aerzte Frauen und nicht eine einzige davon arbeitet voll. Eine arbeitet einen Tag pro Woche, Freitags, das ist bestimmt schoen fuer sie, aber fuer die Patienten ist es doof.

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@Sabet

Antwort von Leena am 13.06.2017, 17:13 Uhr

Na ja, ob etwas liegen bleiben kann oder nicht, ist ja auch sehr vom Arbeitsbereich abhängig. Der Klagestellungnahme der Gegenseite mit Frist zur Stellungnahme ans Finanzgericht in 6 Wochen tut es nicht weh, wenn ich sie erst morgen zur Kenntnis nehme, solange keine Aussetzung der Vollziehung, Pfändungmaßnahmen o.ä. dran hängt. Und warum der Chef JETZT von mir in einem Fall mündlichen Vorab-Bericht erwartet, wenn der Besprechungstermin auf oberster Ebene in 10 Tagen ist (und er eh zeitnah noch mal gebrieft werden muss), nun ja... Sicher gibt es auch bei mir Sachen, die dringend sind - das ist aber wirklich in meinem Bereich das Allerwenigste. (Ist ja auch nicht so, dass meine Arbeit dann irgendein Kollege übernehmen würde, das ist absolut die Ausnahme.) In anderen Bereichen ist das sicherlich anders.

"Ich halte Teilzeitkräfte weder für lästig noch für blöd. Ihr häufiges Jammern halte ich allemal für lästig. Zeitlich ab und an flexibel sein für den Job, vor allem für anspruchsvolle Jobs, ohne auf Mehrbezahlung zu pochen, das sollte drin sein. Muss bei mir als Vollzeitkraft auch drin sein; dass die auch oft mehr machen als Vollzeit, diese Erkenntnis habe ich von einer Teilzeitkraft noch nie gehört!"

Na ja, dem möchte ich schon widersprechen. Ich kenne schon Vollzeitkräfte, die sich ein Bein ausreißen - und Vollzeitkräfte, die genau das nicht tun. Ich mache auch mehr als meinen Stundenanteil, keinen "Dienst nach Vorschrift", und ich bin oft zeitlich flexibel (Mehrbezahlung ist eh nicht drin im öD, das ist gar nicht mein Thema). Wenn es um Sachen geht, die man planen kann, Gerichtstermine, Fortbildungen etc., habe ich es bisher noch immer irgendwie möglich gemacht, aber dafür brauche ich bitte ein bisschen Vorlaufzeit, wenigstens ein paar Tage.

Und auch spontan kann ich oft springen - aber eben nicht immer. Wenn ich fürs Kinderabholen zuständig bin und kein anderer greifbar ist, muss ich pünktlich Feierabend machen bzw. kann nur bis xy Uhr, weil die Kita dann schließt.

Je älter die Kinder werden, desto mehr Flexibilität ist drin, und die Teilzeitkräfte, die bei jeder Fortbildung sagen, nein, da kann ich nicht, an dem Tag arbeite ich nicht / arbeite ich nur von 9 - 12, geht nicht - die nerven mich auch! Weil ich da das Gefühl habe, dass die gar nicht flexibel sein wollen! Aber wenn jemand in 95% der Fälle flexibel ist, sollte man ihm auch mal zugestehen, dass manches eben nicht machbar ist. Aber die Erwartungshaltung etlicher Vollzeit-Kollegen, dass TZ-Kräfte auch jederzeit verfügbar zu sein hätten, wenn ihnen in einem Fall eine Rückfrage einfällt, und das entsprechende Gemecker - das nervt mich definitiv!

Und noch ein Aspekt - ich habe nun mal einen Job im öD in einem Bereich, der mit geregelten Arbeitszeiten und sicherem Arbeitsplatz, dafür aber niedrigeren Löhnen wirbt. Das sind die Konditionen, auf die sich beide Seiten eingelassen haben - da kann man vom Finanzbeamten nicht dieselbe Flexibilität fordern wie vom selbständigen Steuerberater / Rechtsanwalt, der für seine Tätigkeit meistens auch ein bisschen besser bezahlt wird, dafür aber eben keine geregelten Arbeitszeiten und sicheren Arbeitsplatz haben.

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Arbeiten müssen

Antwort von Leena am 13.06.2017, 17:21 Uhr

Na ja, Dein Mann müsste auch nicht arbeiten, er könnte auch gemütlich mit von Deinem TZ-Gehalt leben, wenn er sich in seinen Lebenshaltungskosten dann entsprechend einschränken würde und Du das mitträgst. ;-)

Im Grunde muss niemand arbeiten gehen, solange er niemand Unfreiwilligem auf der Tasche liegt und seinen Lebensbedarf irgendwie bestreiten kann. Die Frage ist doch teilweise eher (je nach finanzieller Lage), wie viel WILL ich arbeiten über die Bestreitung des "Existenzminimums" hinaus. Auch wenn das im Grunde sicherlich eine Luxusfrage ist.

Selbst für meinen Lebensunterhalt nicht zu sorgen zu können, sondern auch wirklich zu sorgen, das ist für mein Selbstverständnis existenziell (Katastrophenfälle, die bisher nicht eingetreten sind, mal komplett ausgeklammert).

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Re: Ich arbeite Teilzeit, weil...

Antwort von Danyshope am 13.06.2017, 17:27 Uhr

Ich darf gar nicht VZ arbeiten, selbst wenn ich wollte/könnte. Liegt einfach daran das ich meinem Mann mit pflegerisch unterstütze und ich deshalb nicht mehr wie 30 Std die Woche arbeiten darf.

Aber selbst wenn, ich würde ich nicht unter den aktuellen Bedingungen weiter aufstocken. Kleinkind, selbst Gesundheitlich angeschlagen, Mann auch alles andere wie fit und weiter Arbeitsweg - da langt mir meine TZ-Stell völlig damit der Tag komplett ausgelastet ist. Und irgendwann muss ich auch noch Zeit finden Haushalt zu machen, zu kochen usw. Von der zeit für mich selbst, für Mann und für Kind mal ganz abgesehen.

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@Daffy - dann bin ich Feministin

Antwort von Leena am 13.06.2017, 17:28 Uhr

...denn ich finde auch, dass es selbstverständlich werden muss, dass auch Väter für ihre Kinder beruflich zurück stecken können, Teilzeit arbeiten, pünktlich Feierabend machen können, um die Kinder aus der Betreuung abzuholen etc.

Ich sage gar nicht, dass jeder Vater das tun muss - aber ich finde sehr wohl, dass man in den meisten Bereichen die Möglichkeiten haben müsste, selbst zu entscheiden, ob man das tut oder nicht!

Klar, ein Bäcker kann nicht darauf bestehen, seine Kinder morgens zur Schule zu bringen, wenn er eigentlich ab 3 h in der Backstube stehen muss lt. betrieblicher Erfordernisse. Aber die wenigstens Berufe erfordern wirklich eine 24/7-Einsatzbereitschaft und ich halte es definitiv für eine Herausforderung für die Arbeitswelt, da mal bewusster hinzuschauen, welche Vorgaben wirklich sein müssen und welche nicht.

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Re: Ich arbeite Teilzeit, weil...

Antwort von Jeckyll am 13.06.2017, 17:29 Uhr

Ach ja, ich bin übrigens im Gegensatz zu unseren Vollzeitkräften meist länger in der Arbeit als ich müsste. Mache schriftlich die gleiche Arbeit wie Vollzeitkräfte obwohl ich dafür weniger Zeit habe. Bin bei "halben" geschenkten Urlaubstagen (Geschenk des Arbeitgebers dass man am Geburtstag und vor Weihnachten um eins nach Hause darf) benachteiligt und und und. Natürlich gibt es Nachteile der Teilzeit, aber die wiegen die Freizeit am Nachmittag wieder auf.

Jeckyll

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Re: Ich arbeite Vollzeit...

Antwort von Danyshope am 13.06.2017, 17:35 Uhr

Das mit der Einstellung mancher TZ-Kraft kann ich bestätigen.

Hatten wir die tage auch wieder wegen Brückentage. es wäre eine Selbstverständlichkeit das an einem Brückentag die TZ-Kräfte frei hätten und die VZ-Kräfte arbeiten müssten.

Wer diese Einstellung hat, der muss irgendwas grundlegend mißverstanden haben. Den ob VZ oder TZ ist völlig egal, es bleibt der gleiche Job, man arbeitet nur stundentechnisch anders. Und man ist eben nicht automatisch nur weil man TZ macht auch Aushilfe. Wer sich aber selbst so als ersetzbare Aushilfe sieht, sollte aufpassen das der Chef nicht irgendwann zu einer ähnlichen Überzeugung kommt.

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Re: Ich arbeite Teilzeit, weil...

Antwort von Bobby Mc Gee am 13.06.2017, 17:36 Uhr

Dreißig Stunden die Woche, weil ich etwas von meinem Kind mitbekommen möchte. Weil ich gerne Zeit mit meinem Kind verbringe. Weil ich nicht wichtige Entwicklungsschritte von den Erziehern erzählt bekommen möchte.Weil ich sehr sehr viele Kinder kenne, die mehr als neun Stunden in einer Einrichtung sind, auch U drei Kinder, und weiß, dass es nicht das gelbe vom Ei ist, auch wenn das gesellschaftlich so gewollt ist.

Weil ich mich nicht dafür schämen muss dass mir meine Familie selbstverständlich wichtiger ist als meine Arbeit. Und ich arbeite wirklich sehr gerne.

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Re: Ich arbeite VOLLZEIT, weil...

Antwort von Minimaxi am 13.06.2017, 17:46 Uhr

meine Blagen jetzt erwachsen sind und ich noch mal durchstarten kann! Auch schön und es ist anstrengend aber cool. Trotzdem fand ich es ,für mich, richtig das ich für meine Kinder zu Hause war.
ABER jeder wie er mag.
Liebe Grüße
Minimaxi

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Brückentage...

Antwort von Leena am 13.06.2017, 17:46 Uhr

Aber es kommt doch darauf an - ich arbeite nun mal vereinbarungsgemäß dienstags bis donnerstags, da gehe ich tatsächlich davon aus, dass ich nicht am einem Brückentags-Freitag arbeiten muss, damit VZ-Kräfte auf Überstunden frei nehmen können.

Nach Absprache arbeite ich durchaus auch an Brückentags-Freitagen (wie z.B. diesen Freitag), aber da muss man dann schon darüber sprechen und dürfte nicht einfach erwarten, dass ich außer der Reihe freitags im Amt zu sein hätte.

Mein Kollege, mit der ich mir die Stelle teile, arbeitet dafür aber jeden Montag und Freitag und jeden zweiten Dienstag - und ist an Brückentagen öfter im Einsatz als die meisten VZ-Kollegen.

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Re: Ich arbeite Teilzeit, weil...

Antwort von rotblau am 13.06.2017, 17:50 Uhr

weil ich auch noch ein leben habe ;-) es sind allerdings 35 stunden, und auch wenn die kinder schon fast erwachsen sind, werde ich wenn es nicht sein muss vermutlich nicht wieder aufstocken...

lg

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Leena

Antwort von Steffi528 am 13.06.2017, 18:29 Uhr

"Aber wenn jemand in 95% der Fälle flexibel ist, sollte man ihm auch mal zugestehen, dass manches eben nicht machbar ist. Aber die Erwartungshaltung etlicher Vollzeit-Kollegen, dass TZ-Kräfte auch jederzeit verfügbar zu sein hätten, wenn ihnen in einem Fall eine Rückfrage einfällt, und das entsprechende Gemecker - das nervt mich definitiv!" --> Kann ich voll zustimmen, da bin ich völlig bei Dir, ich mag es auch gar nicht, wenn man mich dienstlich auf einen Sonntagvormittag anruft, aber es gibt auch im ÖD komische Stellen mit sonderbaren Arbeitszeiten.
Mein Job ist relativ sicher, aber nicht sooo sicher, wie 95 % aller anderen ÖD-Jobs.
Aber okay, ich habe auch einen ziemlich komischen Job

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Re: Ich arbeite Teilzeit, weil...

Antwort von Steffi528 am 13.06.2017, 18:31 Uhr

35 Stunden ist in manchen Betrieben Vollzeit (Metallverarbeitung)

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Re: Ich arbeite Teilzeit, weil...

Antwort von Benedikte am 13.06.2017, 19:03 Uhr

ich die Anspruchsvoraussetzungen für Teilzeit noch sechs Jahre erfülle und mir das Lebern nett machen will

ich hatte fast immer Vollzeit gearbeitet- mit vier Kindern echt Stress bei arbeitendem Mann. Dann bin ich an einer bestimmten Klippe nicht weiter gekommen und habe eine Neupriorisierung vorgenommen.

Lockeres Leben steht da ganz weit oben.

Ich gehe nur noch drei Tage ins Büro, einen homeoffice, einen ganz frei. Habe nur noch wenig Präsenzzeiten und danach müssen sich die anderen richten.80%. Ich verliere 20 Prozent bruutto. Sind vielleicht 15 netto weniger, mein Mann arbeitet- also sch.... der Hund drauf.Ich brauche keine Putzfrau mehr und koche regelmäßig- dasspart wahnsinnig ein- unterm Strich merke ich nichts.

Bei uns machen viele Teil und Tele. Und mit einer ganz lieben Kollegin, wie ich Teleteilzeit, ist es so, dass wir nur am Donnerstag vormittag beide verfügbar sind weil wir sonst außer Haus oder gebucht sind. Und das ist schon schwer weil wir Projekte machen wenn man sich nur so selten sehen kann. Das meiste geht am Telefon oder per mail- aber ich verstehe, dass man als Teleteilzeit nicht so der burner fürs team ist.

Benedikte

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Re: Ich arbeite Teilzeit, weil...

Antwort von Einstein-Mama am 13.06.2017, 19:03 Uhr

Der Kohle wegen würde ich gerne endlich Vollzeit arbeiten gehen (nicht, weil es mir so viel Spaß macht....), aber mein kleines Kind (13 Jahre "klein") wäre ohne meine Überwachung ratzfatz auf der Hauptschule, weil der ohne mich NICHTS lernen würde.
Vollzeit nur Frühdienst wäre ja möglich, aber nur in der Theorie, in der Praxis macht mein AG da nicht mit:(

Zumindest nicht mit DEM Argument. Wir hatten letztes Jahr eine Kollegin die nur Frühdienst machen könnte, weil sonst ihr Mann unbemerkt fremdgehen würde, wenn sie bis abends Dienst hätte, DAS wurde genehmigt, zum Leidwesen von uns Müttern, die den Mist dann auffangen mussten, eben mit Spätdiensten.

Von daher muss ich warten, bis dieses Kind endlich reif und fleißig wird:(
Wie lange ich auch immer darauf warten muss....

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Re: Ich arbeite VOLLZEIT, weil...

Antwort von Einstein-Mama am 13.06.2017, 19:27 Uhr

Also, wenn meine Kinder in den Ferien beim Vater sind, lasse ich mich gerne mit Diensten zuknallen. Das fühlt sich trotzdem viel stressfreier an, weil unsere Dienste, zumindest die Tagdienste, nur 7,5 Stunden dauern.
Man kommt heim, die Bude ist sauber und man hat sonst kaum was zu tun.
Das bisschen Wäsche ist ja pillepalle.
Aber es ist ja absehbar, dass auch der kleine Sohn erwachsen wird, von daher hab ich ein leichtes Gefühl der Vorfreude, auch wenn ich dann VZ arbeite.
Nicht zu vergessen, das Geld, dass dann winkt und ich hoffentlich dann für mich alleine habe.
Die Hausfinanzierung läuft genau aus, wenn der Kleine volljährig wird. Wenn er dann noch "günstig" studiert, wird das prima! Dann werden auch noch zwei Bausparer fertig, juhu!

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Ich arbeite 35h in TZ,

Antwort von Tini_79 am 13.06.2017, 19:47 Uhr

weil ich eigentlich gar keine Lust habe, zu arbeiten, aber Geld verdienen muss.

Viel lieber würde ich ausschließlich putzen, bügeln (macht mein Mann komplett), kochen und backen und meinem Hobby nachgehen, aber leider reicht dazu dass Geld nicht.

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Re: Ich arbeite Teilzeit, weil...

Antwort von Dor am 13.06.2017, 20:00 Uhr

Ich arbeite 72% und mein Mann 60%, weil wir es uns leisten können und wollen, viel Zeit mit den Kindern zu verbringen und eine halben Tag zu ZWEIT. Wir wollen mittags mit unseren Kindern essen.
Gruss

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Re: Ich arbeite Vollzeit...

Antwort von lilly1211 am 13.06.2017, 20:08 Uhr

Bitte? In meinem Arbeitsvertrag steht dass ich freitags frei habe. Und ja - das gilt selbstverständlich auch an brückentagen.

Deshalb werde ich ja freitags nicht bezahlt...genauso wie mittwochs nicht (der Mittwoch ist aber kein brückentag).

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Sonderbare Arbeitszeiten im öD...

Antwort von Leena am 13.06.2017, 20:19 Uhr

...klar, sowas kenne ich von uns auch. Und da fände ich es schon massiv sonderbar bis massiv befremdlich, wenn der Vollziehungsbeamte oder gar der Kollege von der Spielbankaufsicht plötzlich erklären würde, er könnte nur noch zwischen 8 und 17 Uhr arbeiten oder so. Aber - bei solchen Stellen jetzt ja nun auch in der Ausschreibung, dass Sondereinsätze dazu gehören (eine Kassenpfändung in der Kneipe ist nun mal nachts um 2 h aussichtsreicher als morgens um 10 h) bzw. die Spielbankaufsicht überwiegend abends, nachts und am Wochenende erfolgt (und die krummen Arbeitszeiten werden auch entsprechend bezahlt bzw. angerechnet).

Sicher sind die Stellen übrigens auch, und bei uns sowieso Beamte...

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Re: Ich arbeite Vollzeit...

Antwort von lilly1211 am 13.06.2017, 20:20 Uhr

Und nein ich bin nicht unflexibel. Morgen zum bei ist Mittwoch und es sind Ferien und ich arbeite um jemanden zu vertreten. Das sind dann Überstunden.

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Re: Ätsch

Antwort von Bobby Mc Gee am 13.06.2017, 20:27 Uhr

Bei uns bügelt gar niemand.
Bügeln wird sowas von überbewertet!
Mein Bügeleisen liegt traurig im Schrank, mein Bügelbrett steht dumm in der Ecke herum und ich kann gar nicht mehr verstehen wie man auf die Idee kommt, zu bügeln.

Einfach Wäsche nass in Form ziehen. Bei mir ist alles glatt.

Man hat nur begrenzte Lebenszeit, sag ich immer. Carpe diem!
Nutze den Tag,nicht das Bügeleisen !(leider kenne ich den lateinischen Ausdruck für Bügeleisen nicht. Die alten Römer haben wahrscheinlich auch nicht gebügelt. Die Urmenschen haben nicht gebügelt...... Bügeln ist wider die Natur. Genauso wie Aufräumen und Staub wischen.Hat schon mal jemand einen Baum Staub wischen gesehen? Nein? Also!)

Sorry. Ich will euch nur helfen und praktische Lebensweisheiten vermitteln.

Ihr könnt mir später danken.

Liebe Grüße

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Re: @Sabet

Antwort von Sabet am 13.06.2017, 20:46 Uhr

Ich verstehe auch deine Sicht der Dinge, durchaus!
Gruß
Sabet

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Re: Ich arbeite 35h in TZ,

Antwort von kaktuuss am 13.06.2017, 21:44 Uhr

Geht mir auch so. Ich arbeite nur 20 Stunden, waere aber lieber nur Hausfrau mit Hobby.

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Macht doch was ihr wollt....

Antwort von SkyWalker81 am 13.06.2017, 21:46 Uhr

Meine Güte, was ist das bloss für eine Zeit, wo jeder immer beweisen muss, dass sein Lebensweg "gesellschaftsfähig" ist. Ist man Hausfrau ist das nix, Teilzeit ist auch nix, Vollzeit schon gar nicht...
WEM muss man denn was beweisen ? Es ist schon eine Art Wettkampf geworden, wer angeblich sein Leben besser wuppt als der andere.
Mein Haus, mein Garten mein Boot, meine erfolgreiche gutaussehende Frau/Mann, meine hochbegabten wunderschönen Kinder...ich bin aber viel belastbarer als Du, sehe besser aus, hab mehr Freunde, Hobbys Geld....MEINER IST DER GRÖSSTE !

Blabla.....macht doch einfach euer Ding, rechtfertigt euch nicht, stellt euer Lichtnicht unter den Scheffel (Leena: du schreibst :Ich arbeite NUR Teilzeit...)
Wir haben alle unser Päckchen zu tragen, manchmal ist es ein Riesenpaket das einen zu erdrücken droht, manchmal aber nur ein kleines an dem man sich sich einfach freut.

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aber putzig zu beobachten, wie die sich alle rechtfertigen!

Antwort von Marianna81 am 13.06.2017, 21:50 Uhr

soooo amüsant! Der Mann ist wahrlich eine bessere Frau.

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Hast ja recht, SkyWalker!

Antwort von Leena am 13.06.2017, 22:05 Uhr

Ich glaube, bei mir war der Tropfen, der mein Fass zum Überlaufen brachte, der Kollege, der Montag Morgen um 9 Uhr bei mir angerufen hat - gerade bei der Arbeit angekommen, ersten Kaffee gekocht, noch mal die Zeitung aufgeschlagen... und dann anrief, weil er von mir dienstlich etwas wissen wollte, und dabei so richtig gemütlich anfing mit "Na, hab ich dich aus dem Bett geschmissen?" und dann erst mal plauschen wollte, dabei war ich seit 3 Stunden hier am Rumrödeln und hatte weder Zeit noch Nerv für netten Plausch - und die Frage hätte nun wirklich noch einen Tag warten können. *argh*

Da fühle ich mich dann wirklich nach "ich arbeite NUR Teilzeit"! :-(

Blöderweise funktioniere ich ja dann trotzdem (einigermaßen) und beantworte die dienstliche Frage. Und dann kam noch eine Mail und was weiß ich und hinterher habe ich doch 2 Stunden am Dienstrechner verbracht...

Kommt auf meine Gute-Vorsatz-Liste fürs nächste Jahr: Ich muss meine private Zeit besser abgrenzen können. Wenn ich es schon nicht kann - warum sollten es meine Kollegen dann können?!?

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Re: @Daffy - dann bin ich Feministin

Antwort von Daffy am 13.06.2017, 22:43 Uhr

> dann bin ich Feministin

Davon bin ich ausgegangen Aber Gleichstellung bedeutet eben nicht Gleichheit vor dem Gesetz, sondern für den Arbeitgeber ein gleichverteiltes Risiko von Ausfällen unabhängig vom Geschlecht des Bewerbers.
Das kriegst Du - nach meiner Überzeugung - nicht hin ohne Zwangsmaßnahmen. Nicht weil Väter weniger wichtig sind als Mütter oder weil sie ihre Kinder weniger lieben, sondern weil die meisten Frauen sich ungern von ihrem Säugling trennen und sich das durchzieht bis zur Pubertät; sicher hätte ich mir immer die spannende Herausforderung in einem anspruchsvollen Job vorstellen können - sofern es nicht kollidiert mit dem Abholen der Kinder aus dem Kindergarten mittags, der Betreuung bei Krankheit, Gesprächen mit Lehrern oder auch nur dem Laterne- und Adventsbasarbasteln . Das sehe ich als Privileg, nicht als Belastung (und mein Mann hat es nicht vermisst; trotzdem hat er eine enge Beziehung zu den Kindern und ist immens wichtig). So geht es wohl recht vielen Frauen, auch wenn man vorher ganz anders denkt. Aber das muss ein Arbeitgeber erst mal mitmachen (und Behörden sind kein Maßstab - Eure ´Kundschaft` kann ja nicht abwandern).

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Re: Ich arbeite auch TZ (87,5%)

Antwort von Daffy am 13.06.2017, 22:58 Uhr

Wird die Frage denn so gestellt? Muss jemand, der auswandern oder nach dem Medizinstudium Schriftsteller werden will, sich diese Frage auch stellen lassen? Oder ist es da nicht eine Selbstverständlichkeit, dass der Staat die persönliche Lebensplanung jedes einzelnen zu akzeptieren hat?

In meinen Augen ist das ein ideologisch motivierter red herring; es wird von moralischen Verpflichtungen geredet, eigentlich geht es um ein bestimmtes Frauenbild und eine Neuordnung der Gesellschaft, gleicher Anteil an Betreuungs-, Erwerbs- und Hausarbeit für Männer und Frauen und möglichst frühe und weitreichende Übernahme von Bildung und Erziehung durch den Staat (´Chancengleichheit`). Ein anderes Argument gegen Teilzeit von Frauen war Altersarmut (irgendwann liegen sie uns allen auf der Tasche, einfach verantwortungslos). Wenn dagegen jemand prekär über die Runden kommt, weil er alte Möbel restauriert oder sich als Schauspieler mühsam von Engagement zu Engagement hangelt, ist das natürlich sein gutes Recht.

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Re: Ätsch

Antwort von stjerne am 13.06.2017, 23:01 Uhr

Wunderbar, so natürlich lebe ich auch.

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Ich arbeite Teilzeit, weil...

Antwort von Keksraupe am 14.06.2017, 6:29 Uhr

...ich es kann

Punkt

Es gibt für mich keinen Grund, mich zu rechtfertigen, wieso ich nur eine HALBE STELLE habe!

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Re: Ich arbeite auch TZ (87,5%)

Antwort von Alba am 14.06.2017, 7:44 Uhr

Natuerlich wird die Frage gestellt, war jetzt vor der Wahl hier in GB durchaus ein Thema, weil Labour freie Unis versprochen hat. Ich habe einige Diskussionen gesehen wo poster gefordert haben, dass komplett freie medizinische Studiengaenge (und hier ist auch nursing ein Uni degree) mit einer Verpflichtung kommen sollten zumindestens einen bestimmten Zeitraum fuer die NHS zu arbeiten. Dass das im richigen Leben nicht geht ist mir schon klar aber die NHS hat nunmal keine unbegrenzten Mittel. Zwei Halbtagsstellen kosten einem Arbeitgeber mehr Geld als eine Vollzeitstelle, gerade in Gebieten mit viel und teurem Training, fuer die NHS als fuenftgroesstem Arbeitgeber weltweit, macht es einen Riesenunterschied wenn viele Teilzeit arbeiten. Kein Problem wenn genug Geld da ist, in Zeiten wo Krebsmedikamente rationiert werden oder garnicht erst angeboten werden, oder Patienten 12 Monate fuer selbst banale aber lebensverbessernde Operationen warten muessen, finde ich ist die Frage durchaus erlaubt ob das eine gute Verwendung meiner Steuergelder ist.

Es ist interessant, dass die Teilzeitfrage komplett als Frauensache diskutiert wird und mit Hausarbeit und Kinderbetreueung zusammengeschmissen werden. Warum werden die gleichen Ansprueche in Sachen Familienarbeit nicht an Maenner gestellt? Warum sind es die Frauen die Arbeit, Kinder und Haushalt auf die Reihe briingen muessen? It's 2017, isn't it?

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Sagt die, die vor Neid über ein Ärztinnengehalt platzt!

Antwort von Malefizz am 14.06.2017, 7:53 Uhr

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Re: Ich arbeite auch TZ (87,5%)

Antwort von Daffy am 14.06.2017, 9:36 Uhr

> dass komplett freie medizinische Studiengaenge (und hier ist auch nursing ein Uni degree) mit einer Verpflichtung kommen sollten zumindestens einen bestimmten Zeitraum fuer die NHS zu arbeiten.

Attraktive oder auch nur als fair empfundene Arbeitsbedingungen wären keine Alternative? Als ich jung war, galt die freie Berufswahl und Lebensgestaltung als Merkmal für die moralische Überlegenheit unseres Wirtschaftssystems ggü. dem Ostblock (reicher waren wir ja sowieso, aber eben auch besser). Immerhin, GB braucht keine Mauer zu bauen. Bis es soweit ist, müssen diejenigen, die wegen Teilzeit angegangen werden, dann eben entscheiden zwischen Vollzeit und Nullzeit. Ob das zielführend ist...

Es hat jeder seine Vorstellung davon, wie Steuergelder sinnvoller eingesetzt werden könnten, aber das Wiederaufleben der Schuldknechtschaft gehört für mich nicht dazu.

> Es ist interessant, dass die Teilzeitfrage komplett als Frauensache diskutiert wird und mit Hausarbeit und Kinderbetreueung zusammengeschmissen werden. Warum werden die gleichen Ansprueche in Sachen Familienarbeit nicht an Maenner gestellt? Warum sind es die Frauen die Arbeit, Kinder und Haushalt auf die Reihe briingen muessen?

Weil sie es gerne machen und die Verantwortlichkeit in den Bereichen nicht aus der Hand geben wollen?! Der häusliche, fütternde, wickelnde, dekorierende, putzende Neumann ist ein schwarzer Schwan und die meisten Frauen sind gottfroh drüber...

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Re: Ich arbeite auch TZ (87,5%)

Antwort von Alba am 14.06.2017, 9:59 Uhr

Mir sind in meinem Leben einige Studenten begegnet deren Stipendium die Bedingung hatte zumindestes eine Zeit lang in dem Land ihrer Herkunft zu arbeiten. Zumindestens in Entwicklungslaendern ist das nicht unueblich.
Ich persoenlich will niemanden in die Schuldknechtschaft nehmen aber als Arbeitgeber darf ich mir natuerlich erlauben auszurechnen ob es sich lohnt jemanden Teilzeit einzustellen oder ob ich mit Vollzeitkraeften besser fahre.Und ich habe volles Verstaendnis dafuer wenn Menschen die gerade so ueber die Runden kommen und deren Kindern nie eine Uni von innen sehen werden sich fragen warum sie anderen erst die Ausbildung und dann sehr viel bessere Arbeitsbedingungen mitfinanzieren sollen, waehrend gleichzeitig der Service den sie leisten leidet.

Wenn Frauen also garnicht (beruflich) gleichbereichtigt sein wollen warum dann der ganze Aufwand und das Gezetere? Mir persoenlich liegt der klassische Mann mit der klassischen Rollenverteilung so garnicht aber mag ja sein, dass ich da eine Ausnahme bin (I doubt it, looking around my habitat, but science migth be quite different) warum all die anti-discrimination legislation, all die Rufe nach Quoten etc, wenn Frauen es ja eigtlich nicht wollen?

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Re: Ich arbeite auch TZ (87,5%)

Antwort von Daffy am 14.06.2017, 10:55 Uhr

> Ich persoenlich will niemanden in die Schuldknechtschaft nehmen aber als Arbeitgeber darf ich mir natuerlich erlauben auszurechnen ob es sich lohnt jemanden Teilzeit einzustellen oder ob ich mit Vollzeitkraeften besser fahre.Und ich habe volles Verstaendnis dafuer wenn Menschen die gerade so ueber die Runden kommen und deren Kindern nie eine Uni von innen sehen werden sich fragen warum sie anderen erst die Ausbildung und dann sehr viel bessere Arbeitsbedingungen mitfinanzieren sollen, waehrend gleichzeitig der Service den sie leisten leidet.

Das ist beides verständlich und das Argument “Wieso soll die Verkäuferin für die Ausbildung des Arztsohnes zahlen“ gab es hier auch. Trotzdem hat sich die “Arbeiterkinder an die Universitäten“- Fraktion durchgesetzt, mit nicht nur Abschaffung der Studiengebühren, sondern Vollversorgung, wenn auch zeitweise auf Darlehensbasis (gilt inzwischen als unzumutbar).

Aber jemandem den Arbeitgeber, Lebensmittelpunkt und die Arbeitszeiten auf Jahrzehnte hinaus diktieren zu können, kommt mir sittenwidrig vor, selbst wenn Studienanfänger das unterschreiben würden (was ja bisher nicht der Fall ist). Es ändert sich zuviel während dieser Jahre, was ein 18-Jähriger nicht überblicken kann.

> Wenn Frauen also garnicht (beruflich) gleichbereichtigt sein wollen warum dann der ganze Aufwand und das Gezetere?

Am lautesten sind immer die Unzufriedenen. Und es gab natürlich viele tragische Geschichten, der unerfüllte Studientraum, Gefangenschaft in einer schrecklichen Ehe... aber die moralische Verpflichtung zum Vollzeitjob, in Verbindung mit möglichst früher und umfassender Auslagerung der Kinderbetreuung und schnellstmöglicher Auflösung nicht-idealer Ehen, im Interesse der Kinder selbstverständlich, sehe ich nicht als Fortschritt. Die Privilegien, die Frauen hatten, und der Schutzraum, der Familie eben auch war, werden gern übersehen und können bis zu einem gewissen Grad übersehen werden - in einem leistungsfähigen (Vater) Staat.

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Aber huä? Niemand redet von VZ-Arbeits-Verpflichtung!

Antwort von Leewja am 14.06.2017, 11:20 Uhr

Im Gegenteil ich rede davon, dass eben auch Männer zurückstufen dürfen sollen.
Das es nicht heißt "nein, das akzeptiert mein AG doch nicht, bei mir als mann"----dann könnten beide zwischen 50 bis was weiß ich, 80% arbeiten und somit weserntlich besser die organisiererei regeln.
Das ganze drumherum mit Lufthoheit über den Kinderbetten ist ein anderes Thema, ich will ja niecht mal jemanden zwingen, überhaupt zu arbeiten (ich kann es nur nicht VERSTEHEN, aber das ist ja mein ureigenstes Ding), soll jede Familie machen, wie sie will.
Mir gefaällt der klassische Ernährertyp-Mann, der ehimkommt und geschrubbte Kinder, ein kaltes Bier, ein gekochtes Abendessen dunbgebügelte Hemden erwartet nicht.
Dekorieren muss keiner, aber hätten wir keien Putzfrau, müsste mein mann ebenso wie ich sich seinen kostbaren Samstag mit Putzscheiß um die Ohren schlagen.
er muss auch einkaufen, aufräumen, die spülmachine machen, müll raustragen und seine giottverdammte Wäsche selber waschen.
er bringt das Kind zu schule, kümmert sich um Morgen- und Abendablauf und geht mit zum Elternsprechtag.

Und das erwarte ich auch.

Schön wäre, wenne r auch weniegr arbeiten würde, er ist aber selbständig....deshalb (unter vielem anderen) bin ICH es nicht(wenn es aber mein spezieller Wunschtraum wäre, müsste auch das auggefochten werden).

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Re: Aber huä? Niemand redet von VZ-Arbeits-Verpflichtung!

Antwort von Daffy am 14.06.2017, 11:35 Uhr

Doch, so habe ich Alba verstanden.

Aber mein persönlicher Albtraum wäre, zusätzlich zum Arbeits/Kinderorganisationsstress, eine Putzfrau finden und anleiten zu müssen. Ich mach immer ein bißchen, das gibt Bewegung, ich freu mich anschließend über die saubere Ecke/das saubere Fenster und das Chaos nimmt nicht überhand. Kennst Du Legionäre Faulix?

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anleiten??? haha, süß ;)) meine Putzfrau könnte MICH anleiten

Antwort von Leewja am 14.06.2017, 12:02 Uhr

das finden einer nicht schwarzarbeiten wollenden war etwas schwierig, aber sie ist ne echte Perle.

Du bist aber zuhause, dachte ich, oder?
Dann würde ich auch selber putzen, klar (oder eben mein Mann, wenn er Hausmann wäre).

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