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Geschrieben von Jessi757 am 16.06.2017, 19:49 Uhr

Frage an die Atheisten:

Wie handhabt Ihr das mit Stoßgebeten?

Diese ganz dringlichen Bitten, die jetzt, sofort raus müssen?
Die einem bei großem Herzklopfen und Panik entflutschen.

Gibt es die bei Euch nicht?
Was macht ihr dann statt dessen?

LG
Jessi

 
31 Antworten:

Re: Frage an die Atheisten:

Antwort von butterbemme am 16.06.2017, 20:17 Uhr

Ich hab ein Verständnisproblem: Was genau meinst du mit Stoßgebeten? Dringliche Bitten, die sofort raus müssen?

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Re: Frage an die Atheisten:

Antwort von Carow am 16.06.2017, 20:24 Uhr

Meinst du sowas, wie , wenn sich jemand verspätet hat, "bitte lass ihm nichts passiert sein!" ?
Das geht problemlos ohne Gott, es gibt nur niemand "höheres" den ich dafür verantwortlich machen kann oder der das regelt.
Ich meine dann einfach, dass die Situation an sich gut werden soll, von den vielen Möglichkeiten soll einfach zufällig meine gewünschte eintreten. Völlig unspirituell.

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Re: Frage an die Atheisten:

Antwort von Jessi757 am 16.06.2017, 20:36 Uhr

Genau das meine ich.
An wen richtet sich denn dann die Bitte?
Ich finde ja das geht gar nicht unspirituell.

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Re: Frage an die Atheisten:

Antwort von memory am 16.06.2017, 20:46 Uhr

Ich hab jetzt echt ein wenig überlegen müssen aber eigentl. bestehen meine "Stoßgebete" eher aus : "scheiße, scheiße, scheiße" oder " warum nur hab ich den Mist angefangen..." oder "wenn das nicht klappt , dann dreh ich durch" , "Augen zu und durch" o.ä. ich habe mich da ehrlich gesagt noch nie bemüßigt gefühlt eine "höhere Macht" anzubetteln , man möge mir doch helfen, da käme ich mir ,bei meinen doch halbwegs banalen Dingen im Gegensatz zum großen Weltgeschehen, irgendwie albern vor!

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Re: Frage an die Atheisten:

Antwort von Alhambra am 16.06.2017, 21:01 Uhr

Natürlich gibt es die. Aber ich erwarte nichs. Denn sind wir mal ehrlich: bei 7 Milliarden Menschen kann auch ein lieber Gott nicht viel machen. Entweder es geht gut oder eben nicht.

Was sagt der Christ dazu, wenn er flucht? Ich meine, Himmel und Hölle sind doch untrennbar. Wenn ein Christ dann sagt. "Zur Hölle mit dem!". Ist er dann grundböse? Also Hölle wünschen wäre dann schon echt mies. Wobei ich spontan einige Kanditen für den heißen Trip hätte. Auch für den Gedanken schäme ich mich nicht. Es gibt Menschen, die anderen massiv schaden und den wünsche ich durchaus die Pest und Schlimmeres an den Hals.

Für mich sind es Redensarten und sonst gar nichts. Wenn ich mich stoße, sage ich "Aua". Damit kann ich den blauen Fleck aber nicht verhindern.

In meinem Leben habe ich eines gelernt: egal, was ich erreichen will, egal was ich mir wünsche oder erhoffe, kriege ich meinen Hintern nicht hoch, passiert nix!

Der Christ sagt dazu, hilf dir selbst, dann hilft dir Gott. Ich als Atheist sage, ich mache es alleine und verlasse mich auf niemanden. Wobei ich den christlichen Spruch als eine Art Selbstbetrug und Erkenntnis gleichermaßen sehe.

Anderseits brauchen viele Menschen den Glauben zum Festhalten. Das weiß ich sehrwohl und gestehe ich ihnen zu. Nur mich soll keiner missionieren, da reagiere ich leicht allergisch.
Mich haben üble Schicksalsschläge von Kindesbeinen an begleitet. Da habe ich hoffen auf Wunder und Übermächte gar nicht erst begonnen. Ich brauche das nicht. Ich weiß, dass ich kurze Zeit auf der Erde wandel und wenn ich meinen letzten Atemzug tue, war es das eben. Auch ob man sich mal positiv oder negativ an mich erinnert, kann es mir doch egal sein. Je älter ich werde und die Falten in meinem Gesicht angefangen haben, sich um die besten Plätze zu streiten, ist lediglich eine Furcht in mir. Wie werde ich mal sterben?

In Deutschland ist Sterbehilfe verboten und diese vermaledeitet Paleativ-Medizin ist reine Folter.

In der Weihnachtszeit ist ein lieber Verwandter verstorben und die letzten Wochen waren eine unendliche Qual, für den Betreffenden wie auch für die hilflosen Hinterbliebenen. Metastasen im Hals und Kiefer, die sowohl atmen wie auch trinken fast unmöglich machten. Und ein Paleativ-Mediziner, der Sorge hatte im Knast zu landen, falls er das Morphin zu hoch dosiert und den Sterbenden töten könnte. Das ist krank, er muss ihm den Schmerz nehmen, damit er nicht leidet und darf ihn auch nicht erlösen, also MUSS sein Leiden auf die Art und Weise verlängern. Da spürte man die volle Hilflosigkeit, die einen gesetzlich zum Leiden verdonnert. DAS war eines der letzten schrecklichen Ereignisse in der letzten Zeit, die auch noch mal zum Überdenken anregen. Ich werde mich dahin gehend absichern, wo ich hin muss, falls ich jemals eine Diagnose erhalte, die mein Leben mit Schmerzen beendet. Ich sorge dann selber für meine Fahrkarte ins Jenseits, die mir dann als natürlich auch den Himmel versaut:) Freitod ist schließlich Sünde.

Und ja, auch dieser schrecklichen Zeit habe ich bisweilen 'gebetet", dass das Leid endlich aufhört, geplagt zwischen Angst vor dem Verlust wie auch der Last, das das Leid kein Ende nimmt.
Aber machen wir uns nichts vor. Einzig der Tropf hat dafür gesorgt, dass der Körper nicht austrocknete und hat das abrupte Sterben verhindert bis die Krankheit letztlich gewonnen hat. Keine Gottheit ließ ihn leben und wenn es doch so wäre, müsste ich vorwurfsvoll fragen, warum so ein elendes Sterben?

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Re: Frage an die Atheisten:auch Frage ich hab

Antwort von Bobby Mc Gee am 16.06.2017, 21:49 Uhr

Damit beschäftige ich mich und mir persönlich scheint es dann halt logisch an einen Gott zu glauben :
Das Nichts kann es nicht geben. Wie kann aus dem Nichts grundlos etwas entstehen, das so komplex ist, wie unsere Welt, und dann auch noch kein Ziel verfolgen (höherer Sinn etc)

Vielleicht macht uns dieses Nichts Angst und deswegen brauchen wir Gott weil ansonsten unsere Existenz vollkommen sinnlos wäre , und das ertragen wir nicht.

Diese Angst kommt manchmal über mich. Die Angst vor dem Nichts.

Dann wiederum denke ich "Das geht nicht. Es kann nicht grundlos etwas ohne Anstoß aus dem Nichts entstehen.
Es kann nicht solche Dinge wie Liebe,Hoffnung geben, also die Ahnung von etwas Großem und Gutem, aus dem Nichts, aus der Leere heraus"

Woher kommt die Ahnung von Liebe, Geborgenheit gerade in dieser vollkommen beschissenen Welt.. Ich würde mich umbringen, ganz ehrlich, wenn das alles ohne Grund aus dem Nichts gekommen wäre und ins Nichts zurück geht.

Und der Gedanke dass wir uns einen Gott erschaffen um diese Sinnlosigkeit zu ertragen, der macht mir manchmal Angst. Aber, und das ist etwas wofür ich sehr dankbar bin, ich weiß dass Gott existiert. Ich hatte vor Jahren ein sehr spirituelles Erlebnis, über das ich nicht rede, und das hilft mir.

Aber das ist mein Bier. Bloß, diese Gedanken haben doch sicher vor Allem Atheisten. Wie geht man damit um als jemand, der diese Gewissheit nicht hat und auch gar nicht haben will, wo es für mich schon so schwer ist.?

Liebe Grüße

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Morphium

Antwort von Leena am 16.06.2017, 22:30 Uhr

...mein Schwiegervater ist Anfang des Jahres in einem katholischen Krankenhaus gestorben, und da kam jemand von der Ärzteschaft auf die Angehörigen zu und sagte, wenn es der eigene Vater wäre, dann gäbe es mehr Morphium, damit er nicht leiden muss... das wurde dann auch genau so gemacht. Innerhalb von gut 24 Stunden war es dann vorbei...

Keine Ahnung, mein Schwiegervater war die letzten 60 Jahre seines Lebens ein sehr aktiver und gläubiger Katholik - wer bin ich, dass ich dem Ganzen einen Namen geben könnte, ob es nun Gott war, der ihm so verständiges medizinisches Personal gesandt hat oder der Zufall oder reine Stochastik oder was auch immer..

Mein persönliches Stoßgebet ist übrigens auch immer "Scheiße, Scheiße, Scheiße!", alternativ zu "oh bitte, bitte, bitte!" Ist allerdings mehr eine Emotionseruption als ein gerichtetes Gebet, in beiden Fällen. Wobei ich auch schon gebetet habe im Leben...

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Re: Frage an die Atheisten:

Antwort von ursel am 16.06.2017, 23:09 Uhr

bin nicht atheistisch, glaube an die göttliche Energie, die Schöfpung, die universelle Kraft oder wie auch immer man das nennen will, die uns alle erschaffen hat. Das mit Gott und der Kirche oder den Kirchen stößt mich etwas ab, weil die Kirchen die Menschen zu manipulieren versuchen um sie in ihrer Macht/ oder Gewalt und daher klein zu halten versuchen. Und zwar alle Religionen. Ich wollte hier dennoch antworten, weil ich als grundsätzlich Gläubige viele Gebete schon gebetet habe, aber doch in den letzten Jahren immer mehr darauf achte, was ich denn so bete. Das Glaubensbekenntnis mit "meine Schuld, meine Schuld, ja meine große Schuld" geht da gar nicht mehr, im Gegenteil, es ist eine Frechheit, die Leute in der Kirche das noch beten zu lassen. Wir sind auch keine Sünder. So bete ich nur noch Gebete, z.b. Dankesgebete, die wirklich gut im Text sind und das auch meine Kinder so beten können ohne dass sie sich als böse Sünder fühlen.

Schön finde ich auch von Lousie Hay dieses Art Stoßgebet "All is well..."
https://www.youtube.com/watch?v=Tmc0BvY96ss

Denke das oder sowas sich in der Art sich zu sagen, kann dann wenn man es sich aufsagt und in schwierigen Situationen auch drandenkt es sich wie ein Mantra zu sagen, auch wirklich hilfreich sein.

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Re: Frage an die Atheisten:

Antwort von Lusiana am 16.06.2017, 23:11 Uhr

Stoßgebete a la Herrje, Herrjemine, ohGott, ohGottohGott verwenden Atheisten auch

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@ursel

Antwort von kevome* am 16.06.2017, 23:21 Uhr

wo bitte ist im Glaubensbekenntnis von "meine Schuld, meine Schuld, ja meine große Schuld" die Rede???

Ich glaube an Gott, den Vater,
den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.

Amen.

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dann wars halt das Schuldbekenntnis, das immer noch gebetet wird

Antwort von ursel am 16.06.2017, 23:29 Uhr

und bei mir kein gutes Gefühl auslöst, sondern mich als Sünder zurücklässt, irgendwie
https://de.wikipedia.org/wiki/Schuldbekenntnis

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Re: Frage an die Atheisten:

Antwort von Bobby Mc Gee am 16.06.2017, 23:33 Uhr

Ich glaube gar nicht an einen Gott der Stoßgebete erhört.
Obwohl ich an Gott glaube.
Ich fluche aber ziemlich göttlich :"Jesses Maria und Josef "
"Halleluja" mit ironischem Unterton
"Sakrament noch emol!"
"heilige Scheiße"


Oder bei großer Freude "Gott sei gelobt und gebaßgeigt"

Liebe Grüße

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Re: dann wars halt das Schuldbekenntnis, das immer noch gebetet wird

Antwort von Bobby Mc Gee am 16.06.2017, 23:36 Uhr

Das kenne ich nicht. Wird bei uns nicht mehr gebetet. Gefällt mir auch nicht ursel.

Das mit der Schuld bedeutet ja, dass Sünden menschlich sind, dass es aber unsere Aufgabe ist, daran zu arbeiten, also anzuerkennen dass wir Schuld auf uns geladen haben, dies zu bereuen und es in Zukunft besser zu machen.

Das ist an sich ja positiv.

Liebe Grüße

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Re: Frage an die Atheisten:

Antwort von stjerne am 16.06.2017, 23:43 Uhr

Nein, daran glaube ich auch nicht.
Aber in Situationen, in denen man absolut nichts tun kann, kann man durch ein Stoßgebet dann wenigstens gefühlt doch etwas tun und das kann Kraft geben.

Ich liebe altmodische Fküche wie "Himmel, Arsch und Zwirn" oder so. ;-)
Aber wenn ich extrem sauer bin, dann fluche ich deutlich deftiger.

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Re: dann wars halt das Schuldbekenntnis, das immer noch gebetet wird

Antwort von ursel am 16.06.2017, 23:59 Uhr

nein für mich nicht, da es uns klein machen möchte, als Sünder zurück lässt.
Das mit der Schuld, in dem Wiki Beitrag hier wird ja das Schuldbekenntnis mit dem Vaterunser verglichen, man kann wohl beide Gebete als ähnlich empfinden. Das im Vaterunser:
"Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern" kommt doch ganz anders rüber. Hier geht es um Vergeben und Verzeihen, jeder bei jedem, quasi ohne sich schlecht fühlen zu müssen. Das ist für mich schon ein Unterschied.

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Re: Frage an die Atheisten:

Antwort von Tini_79 am 17.06.2017, 1:07 Uhr



Genau das denke ich manchmal auch.

Allerdings auch teilweise: " Oh lieber Gott...ach, ich glaube ja nicht an Gott."

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Re: dann wars halt das Schuldbekenntnis, das immer noch gebetet wird

Antwort von Bobby Mc Gee am 17.06.2017, 8:30 Uhr

Ich empfinde es so dass wir versuchen sollen gute Menschen zu werden. Denn in uns allen steckt dass Gute, und auch das Schlechte. Und wir sollen uns immer und immer wieder reflektieren einerseits, andererseits hat sich Jesus aber auch gerade mit Sündern und Ausgestoßenen abgegeben, für mich ein ganz zentraler Punkt im Christentum. Er hat sich gerade um die Außenseiter und die, die Verbrechen begangen haben und auch die Kranken gekümmert.

Zum Beispiel Lepra galt damals als Strafe Gottes und niemand hat mit den Kranken gesprochen. Sie waren Ausgestoßene. Sie galten als von Gott ausgestoßen. Das galt als Strafe für schlimme Sünden.

Es war ein Skandal dass Jesus diese Menschen berührte.

Oder menstruierende Frauen, die durften nicht am religiösen Leben Teil nehmen, da sie als unrein galten. Es gibt diese Geschichte wo eine Frau immer menstruierte, sie hatte da eine Krankheit. Sie durfte am religiösen Leben nicht teilnehmen und das war damals das soziale und gesellschaftliche Aus, denn die Religion war das Wichtigste. Das war ein schlimmes Schicksal. Männer durften sie auch nicht berühren, da unrein. Die Frau war im Arsch, auf gut Deutsch.

Jedenfalls ging Jesus an ihr vorbei und sie hielt sich an seinem Mantel fest und er beugte sich zu ihr, berührte ihren Kopf und sie war geheilt.

Gut, hat nichts mit Sünde zu tun. In der Bibel gibt es aber so viele Beispiele dafür, wie Sünder verziehen wurde. Dass sie eben nicht ausgestoßen werden. Sogar am Kreuz betete Jesus für die Verbrecher neben ihm

Und dann verstehe ich halt nicht, wie die Kirche soetwas machen kann, Stichwort Exkommunikation (stehe gerade auf dem Schlauch, ist das der richtige Begriff?)

Das passt ja gar nicht. Das verstehe ich nicht, denn Jesus sagt genau was anderes.

Naja, jedenfalls weiß ich, dass ich viele Fehler habe, trotzdem geliebt werde. Von Menschen, dir mir nahe sind, aber auch von Gott.
Und das ist für mich ganz wichtig.

Liebe Grüße

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Re:

Antwort von Jana287 am 17.06.2017, 9:57 Uhr

Alhambra Ich teile Deine Meinung.

Die große Erkenntnis meines Lebens ist, dass es einfach nicht gerecht zugeht auf dieser Welt. Böses wird nicht bestraft. Oft geht es den Bösen besser als den Guten.

Ich habe mehrfach erlebt, wie "gute Christen" auf mich herabsehen bzw. mich belächeln, weil ich schon vor Jahren aus einer Kirche ausgetreten bin, die mir nichts geben konnte bzw. keine Antworten für mich hatte.

Ich glaube an die Natur, dass etwas Sterben muss damit neues Leben entstehen kann. Ich glaube, wenn ich einmal sterbe, bin ich einfach weg. Und liebe Menschen erinnern sich noch ein paar Jahre an mich bis ich ganz vergessen bin. Bin nur einze winzige Ameise im Universum, völlig unbedeutend. Mein Lebenszweck ist es, meine Kinder zu guten Menschen zu machen und für mich selbst ein erfüllendes Leben zu haben, solang es eben geht. Meinen Beitrag zu leisten zum Fortbestand des "Ameisenhaufens".

Was die Stoßgebete angeht: " Ja, ja, ja , bitte .... looooos mach schon " oder " Scheixxe, Scheixxe, Scheixxe... neiiin. " - ganz ohne Adressat.

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Re: dann wars halt das Schuldbekenntnis, das immer noch gebetet wird

Antwort von ursel am 17.06.2017, 10:16 Uhr

vielleicht kurz noch zum Thema Liebe. Da hast du das wichtigste überhaupt vergessen in deiner Aufzählung. Du sagst, die anderen lieben dich und Gott liebt dich.
Jesus hat gesagt "liebe deinen Nächsten wie dich selbst."
In diesem Satz steckt alles drin und da hat er wohl mal wieder total Recht gehabt.
Ein so wichtiger Satz, er sagt so viel aus und trotzdem übersehen wir die Hälfte dieses Satzes. Wir schauen nur auf die Nächstenliebe. Wir sollen uns doch zuerst selbst am allermeisten lieben!!! Everybody!!
Und da haben wir (fast) alle die größten Probleme damit. Ich rede auch von mir selbst. Das wir uns trotz unserer Unzulänglichkeiten oder Sünden oder wie du es auch immer nennen willst, durch und durch lieben. Wer schafft das? Ich (noch) nicht.
Wir, die wir so erzogen wurden, nicht perfekt zu sein, Schwächen zu haben, einfach weil wir in dieser Welt leben, unsere Kinder auf unsere Schulen schicken, die ihnen ihre Begabungen austreiben, weil wir arme Sünder sind, weil wir in Angst leben vor Arbeitsplatzverlust und Terror, usw. eben.

Die Selbstliebe würde uns gesund erhalten, wir wären in unserer Mitte, würde unser Leben leben und würden das dann auch auf andere ausstrahlen. wäre perfekt.

Gerade deshalb achte ich nun auch darauf was ich bete oder was ich zu mir sage oder versuch es zumindest ..

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Re: dann wars halt das Schuldbekenntnis, das immer noch gebetet wird

Antwort von kevome* am 17.06.2017, 10:18 Uhr

Das ist mir noch in keinem Gottesdienst begegnet und war weder bei meinem eigenen Konfirmandenunterricht noch bei dem der Kinder jemals Thema.

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Re: dann wars halt das Schuldbekenntnis, das immer noch gebetet wird

Antwort von stjerne am 17.06.2017, 10:20 Uhr

Ist "mea culpa" nicht aus der katholischen Liturgie?

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Re: dann wars halt das Schuldbekenntnis, das immer noch gebetet wird

Antwort von ursel am 17.06.2017, 10:32 Uhr

ich war ja in meiner Kindheit eifriger Kirchgänger. Von damals kenn ich dieses Gebet, da wir es wohl immer in der Kirche gebetet haben. Die letzten Jahre hat es nun immer der Vertretungspriester wo ich jetzt wohne, eigentlich ein noch etwas jüngerer, der durchaus modern und auch manchmal nicht schlecht predigt, in der Messe beten lassen, wo ich mir jedesmal denke, ich müsste ihn mal drauf ansprechen, das er das bitte lassen soll und was er damit im Unterbewusstsein der Leute anrichtet, ...
Aber vielleicht interpretieren es andere ja anders.

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Re: dann wars halt das Schuldbekenntnis, das immer noch gebetet wird

Antwort von Bobby Mc Gee am 17.06.2017, 11:05 Uhr

Das ist gerade bei mir ein sehr sehr großes Thema, ich kann mich selber nicht lieben, was schade ist.

Zur Nächstenliebe gehört die Selbstliebe, die absolut nichts mit Narzissmus zu tun hat, sondern damit, die eigenen Fehler zu akzeptieren und trotzdem zu denken "ich bin im Großen und Ganzen in Ordnung so wie ich bin.Ich bin ein liebenswerter und wertvollen Mensch (dass sind wie alle)"

Das hatte Jesus versucht zu vermitteln. Stimmt.

Danke und liebe Grüße

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Re: Frage an die Atheisten:

Antwort von Silvia3 am 17.06.2017, 11:23 Uhr

Bei mir gibt es keine Stoßgebete, denn wenn man nicht daran glaubt, dass es eine höhere Macht gibt, die helfen könnte, fehlt die Grundlage für ein wie auch immer geartetes Gebet. Ich kann mich jedenfalls nicht daran erinnern, dass ich mal gedacht hätte " Lieber Gott, hilf mir". Ist für mich einfach kein Thema. Wenn etwas schlecht läuft, denke ich halt "Sch....., was machst Du denn nun?". Als Atheist muss man halt an sich selbst und seine eigenen Kräfte glauben, und wenn es keine Hoffnung gibt, dann das ggf. auch akzeptieren.

Silvia

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Re: dann wars halt das Schuldbekenntnis, das immer noch gebetet wird

Antwort von ursel am 17.06.2017, 11:25 Uhr

hey, warum sagst du, du kannst das nicht? Begriffen hast du es doch schon.
Jeder fängt mal klein an. Meinst du ich bin da anders als du?
Du musst das einfach üben.
Stell dich jeden (!) Tag vor den Spiegel und sag dir z.b.: "Bobby, du bist so toll, ich liebe dich so sehr, du bist perfekt, einfach das Beste für mich" oder sowas ähnlichiches.
Denke, das ist für keinen leicht, vor allem am Anfang, das muss man einfach üben, üben üben:-)

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Re: dann wars halt das Schuldbekenntnis, das immer noch gebetet wird

Antwort von Bobby Mc Gee am 17.06.2017, 11:42 Uhr

Im Moment arbeite ich eher bewusst daran, negative Affirmationen weg zu lassen a la "oh Mann, bin ich blöd"
"oh je, warum kann ich nicht anders sein"
"ich will nicht mehr"

Das ist derzeit mein Ziel dass ich das bewusst weg lasse. Das wäre schon mal gut.

Dann kommt der nächste Schritt.

Ich werde übernächste Woche vierzig. Wenn ich sechzig bin, bin ich sicher vollkommen positiv, das wünsche ich mir selber jedenfalls.

Liebe Grüße

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Re: dann wars halt das Schuldbekenntnis, das immer noch gebetet wird

Antwort von ursel am 17.06.2017, 12:05 Uhr

na da sind wir ja schon auf einem guten Weg. Diese blöde selbst-Beschimpfen versuch ich auch wegzulassen.
LG

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Re: ich verstehe nicht , was Du mit sinnlosigkeit meinst

Antwort von memory am 17.06.2017, 12:55 Uhr

Ahnung von Geborgenheit und Liebe? Umbringen wenn man das durch Gott nicht hat?

Ich sehe jeden Tag meine Kinder an und denke DAS ist Leben , Liebe , Sinn! Ich rede (fast ) jeden Tag mit meinem Mann , und denke DAS ist Halt und Geborgenheit! Ich sehe unsere Ur-Großeltern und höre ihre Geschichten und denke DAS sind Erinnerungen an ein Leben und innere Zufriedenheit . Ich gehe 1x die Woche auf den Friedhof zu lieben Menschen und sehe um mich herum Anteilnahme, das NICHT -Vergessen, Emotionen , das ist Leben!

Ich lebe doch nicht in Sinnlosigkeit- oder lebe dafür einen höheren Zweck zu erfüllen! Und jede Tat , jeder Augenblick , jede Entscheidung , beeinflusst die Welt ein kleines bisschen...ich brauch da keine höhere Macht als Ansporn , Du sortierst doch auch nicht den Müll , weil es in der Bibel steht! Meine Eltern und mein Umfeld haben es eben auch ohne Religion geschafft mir Moral und Grundsätze mitzugeben ! Und die eigene Überzeugung ist auch ein starker Antrieb!

Wie gesagt , viell. reden wir da auch aneinander vorbei!

liebe Grüße

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Re: ich verstehe nicht , was Du mit sinnlosigkeit meinst

Antwort von Bobby Mc Gee am 17.06.2017, 20:40 Uhr

Wenn dir das reicht. Aus dem Nichts entstanden, hier gelebt, ins Nichts zurück.
Ich komme mit diesem Gedanken nicht zurecht.

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Re: ich verstehe nicht , was Du mit sinnlosigkeit meinst

Antwort von Bobby Mc Gee am 17.06.2017, 20:45 Uhr

Das kann doch nichts Alles sein.
Und wir werden doch nicht in diese unvollkommene, kranke Welt geworfen (und das ist sie) einfach aus Zufall. Einfach so.Und danach kommt die absolute Leere.

Aber nichts kann es nicht geben und es kann nicht alles aus dem Nichts ohne Grund entstanden sein.

Es gab einmal einen Anfang. Aber wie kann aus Nichts heraus ein Anfang entstehen ohne dass es dazu einen Anstoß gab?

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Re: Frage an die Atheisten:

Antwort von Pamo am 18.06.2017, 10:51 Uhr

Die gehen bei Atheisten doch direkt an den Teufel?

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