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Geschrieben von ohno am 20.02.2020, 17:03 Uhr

Keine Medikamente? Eure Erfahrung?

Hallo Ihr Lieben,

ich frage mal in die Runde, ob sich jemand gegen eine Medikation entschieden hat und das Kind auch ohne den Alltag g u t bewältigt?

Ich lese immer so viel von schlechten Erfahrungen, wie auch immer geartet. Ebenfalls während der Reha gab es mind. 2 Mamas, die sich "beklagten". Eine Mama war hin- und hergerissen, ob oder ob nicht, und hat sich dann vor Ort dazu entschieden, da der Sohn dann die Zeit in der Reha ja auch unter ärztlicher Aufsicht stand. Und bei ihm hats garnichts gebracht, er musste mehrmals hochdosiert werden.

Ich lese Berichte von Erwachsenen mit einer ADHS, und verstehe damit viel besser das Chaos im Kopf, im Alltag, im ganzen Leben. So könnte mir das mein Kind nie erklären. Sie hinterfragt sich aktuell immer, warum sie ständig überfordert ist, und toller Weise spricht sie es sofort an, wenn es soweit ist. Ich habe jetzt Nachteilsausgleich beantragt und eine I-Kraft für die Schule, aber ob ich damit die Medis aushebeln könnte, glaube ich nicht.

VG ohno

 
6 Antworten:

Re: Keine Medikamente? Eure Erfahrung?

Antwort von dana2228 am 20.02.2020, 17:11 Uhr

Es kommt ja sehr darauf an, wie stark das Kind betroffen ist und wie der Leidensdruck ist.

Bei unserem stellte sich die Frage nicht.
Ohne währe er nicht beschulbar und würde auf kurz oder lang sich oder andere ausversehen umbringen

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Re: Keine Medikamente? Eure Erfahrung?

Antwort von ohno am 20.02.2020, 17:56 Uhr

Und das Medikament verträgt er gut oder hat/te er Probleme damit?

Viele Grüße ohno

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Re: Keine Medikamente? Eure Erfahrung?

Antwort von desireekk am 20.02.2020, 18:34 Uhr

Das "Vertragen" hat bei uns eine Weile gedauert.

das eine hatte heftig Rebound und Bauchweh
Das nächste komische Wirkzyklen
etc.

Erst das letzte, damals auf dem Markt erhältliche, Medikament (Ritalin LA) war das richtige.
Wobei bei jeden Medikament immer auch noch die richtige Dosierung gefunden werden muss.

Ich versteh grundsätzlich schon, dass man eine Dauermedikamentengabe erst Mal kritisch durchdenken will.
Aber ich vergleiche es immer mit Insulin: ist es eine Frage ob man einem Diabetiker-Kind Insulin gibt?

Evtl. kriegt man das je nach Typ und anderen Voraussetzungen mit "Diät" in den Griff, aber meistens bleibt es nicht aus, dass man den Körper von Außen mit einem Wirkstoff unterstützen muss den er selbst nicht richtig/ausreichen produziert.

So isses auch bei AD(H)S.

Ich bin GEGEN das reinstopfen von Medikamenten jedweder Art, bin in der Waldorfschule aufgewachsen, etc. (das nur um zu Verstehen wie ich so generell ticke).

Aber:
Es gibt Dinge, die kann man alleine mit Homöopathie und "frischer Luft und Ruhe" nicht heilen. Unterstützen vielleicht, aber nicht voll therapieren.

Fazit:
kritisches Durchdenken, umfängliche "Due-Diligence": ja
Hysterische Ablehnung und dauer-Schlechtes-Gewissen: ganz sicher nicht.

Gruss

D

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Re: Keine Medikamente? Eure Erfahrung?

Antwort von asclepiatina am 20.02.2020, 20:46 Uhr

Wir haben Jahre lang ohne Medikament gearbeitet. Und unser Sohn bekommt auch keine. Wir haben uns bei unserer Tochter entschieden Medis zu geben weil Ihr Leidensdruck zu groß wurde. Bin auch absolut kein Fan davon. Wollte immer ohne durch kommen. Bei unserem Sohn werde ich auch nur im Notfall auf Medikamente zugreifen.

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Re: Keine Medikamente? Eure Erfahrung?

Antwort von Kaire am 21.02.2020, 14:17 Uhr

Ich bin mit einem adhsler verheiratet und arbeite mit betroffenen Kindern und deren Familien und bekomme diese Frage seht häufig gestellt (sowie auch sämtliche Sichtweisen pro und Contra mitgeteilt).
Ich sage immer, es kommt darauf an. Erstmal ist ADHS nicht gleich ADHS, der schweregrad ist sehr unterschiedlich und auch der leidensdruck. Leichtem ADHS Kann oft mit umweltanpassungen und kleineren Tricks begegnet werden. Hier ist zu beachten, das das Kind durch den Alltag trotzdem mehr angestrengt ist als nicht-adhsler, andererseits ist metylphenidat ein Psychopharmaka und kein Smartie. Wenn es also ohne geht, super. Bei schweren ADHS formen (meist gepaart mit vielen misserfolgserlebnissen, schulfrust und teilweise daraus resultierenden verhaltensauffälligkeiten) kann das Medi schnell eine Besserung bringen (richtige Dosierung mal vorrausgesetzt), und dem Kind damit die Motivation geben, weiter zu machen (denn die Schule geht ja immer weiter).
Grundsätzlich bin ich der Meinung, das Medis durchaus helfen können, aber niemals als einzellösung, sondern als teil einer gesamtlösung mit Therapie, alltagstraining, Sport, neurofeedback... kommt halt immer auf die Situation an was da am sinnvollsten ist. Und die Dosierung ist ebenfalls wichtig, langsames herantasten von unten wäre optimal, und das beobachten der Nebenwirkungen. Das ist ein Prozess über mehrere Wochen (manchmal monate) bis das geeignetste Präparat in der richtigen Dosierung für das kind feststeht. Das wird leider so nicht immer und überall umgesetzt... früher wurde häufig überdosiert (da hat man die Dosis noch am Körpergewicht orientiert - mittlerweile ist bekannt, das das nicht stimmt), und heute erlebe ich es oft das sehr schnell hochdosiert wird, anstatt erst mal ein bis zwei Wochen abzuwarten, wie die hirnchemie und der Körper reagieren. Ich finde es schade, das die medikation so in verruf ist, einfach weil in manchen Fällen nicht sauber gearbeitet wird, denn für einige Kids kann das Medi wirklich ein rettungsanker in unserer stressigen leistungsgesellschaft sein.

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@Kaire

Antwort von asclepiatina am 22.02.2020, 6:55 Uhr

Da bin ich voll bei dir! Hätte nie uns nimmer sofort Medis gegeben uns werde es bei Kind 2 auch ohne Probieren. Nur wenn der Leidensdruck so groß ist, das ein Kind mit dem eigenen Leben hardert, da kann es echt ein Segen sein.. wir haben die Diagnose schon seit 4Jahren, Medis geben wir der Großen seit November! Unser Sohn ist ein Glücklicher, also brauchen wir da erstmal keine! Früher mussten die Kinder auch viele Untersuchungen machen wie EEG, EKG, Blut usw.. Heute kann das Medikament ohne Verschrieben werden. Unsere Psychologin bestand aber auf die Untersuchungen, was ich echt super finde! Und wir fingen mit 5mg an und haben uns hoch getastet.

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