Empfehlungen für Eltern |
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Karies entsteht insbesondere durch das
Zusammenwirken von kariesauslösenden Mikroorganismen (Plaque),
unzureichender Mundhygiene und Fehlernährung (häufige Aufnahme
von Zucker). Neben diesen Hauptfaktoren gibt es zahlreiche zusätzliche
Einflüsse, die die Kariesentstehung und die Kariesentwicklung begünstigen.
Mit unterschiedlichen Maßnahmen ist es heute möglich, die Karies entweder zu verhindern oder
bereits bestehende, wenig ausgeprägte Kariesläsionen zum Stillstand
zu bringen. Die wichtigste kariesprophylaktische
Maßnahme ist dabei die Fluoridanwendung. Welche Fluoridierungsmaßnahmen gibt es? Fluoride werden
über fluoridiertes Speisesalz, fluoridhaltige Zahnpasta, Fluoridtabletten,
fluoridierte Mundspüllösungen, fluoridhaltige Gele und Fluoridlacke
in die Mundhöhle eingebracht und können dort mit der Zahnoberfläche
reagieren. Neben diesen Präparaten gibt es noch zahlreiche andere
zahnärztliche Produkte bzw. Kosmetikpräparate, welche Fluorid
freisetzen können. Die kariesprophylaktische Wirkung der letztgenannten
Präparate ist jedoch bisher in klinischen Studien wenig untersucht. Was sollte bei Fluoridierungsmaßnahmen beachtet werden? Fluoridierungsmaßnahmen
zielen darauf ab, eine möglichst optimale Kariesprävention
zu erreichen. Dabei lässt sich nicht vermeiden, dass fluoridhaltige
Präparate auch zum Teil verschluckt werden. Dies gilt insbesondere
für kleine Kinder bis zum Alter von vier Jahren. Überhöhte
Fluoridaufnahmen können dann an den bleibenden Zähnen zu ästhetischen
Beeinträchtigungen in Form von weißen Schmelzflecken führen.
Deshalb sollten definierte Grenzwerte nicht überschritten werden.
Die entsprechenden Informationen können Sie von Ihrem Kinderarzt
oder Zahnarzt erhalten. Vor dem Verschreiben von Fluoridpräparaten
bzw. deren Anwendung werden Sie befragt, ob Sie bei Ihrem Kind bereits
Fluoride verwenden (Fluoridanamnese). Dabei sollten auch der Konsum
fluoridhaltiger Mineralwässer und spezielle Ernährungsgewohnheiten,
die zu einer erhöhten Fluoridzufuhr führen, genannt werden. Welche Fluoridierungsmaßnahmen werden zur Kariesprophylaxe empfohlen? Grundsätzlich
ist es für eine gute kariesprophylaktische Wirkung der Fluoride
notwendig, diese kontinuierlich anzuwenden. Diese kontinuierliche
Anwendung ist zum Beispiel durch die tägliche Anwendung fluoridhaltiger
Zahnpasta gewährleistet. Bei gründlicher Zahnreinigung mit
der Zahnbürste werden dabei auch kariesauslösende Bakterien
von der Zahnoberfläche entfernt, und zusätzlich wird Zahnfleischentzündungen
vorgebeugt. Neben der Anwendung fluoridhaltiger Zahnpasta sollte im Haushalt fluoridhaltiges Speisesalz zum Kochen und Backen genutzt werden. Allerdings sollte man auf den Einsatz fluoridierten Speisesalzes im Haushalt verzichten, wenn Fluoridtabletten zur Kariesprophylaxe verwendet werden. Es sollte dann auch bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres eine fluoridfreie Zahnpasta zur Mundhygiene angewendet werden. Neben diesen häuslich einzusetzenden Fluoridpräparaten zur so genannten Basisprophylaxe können beim Zahnarzt oder zu Hause zusätzliche Fluoridierungsmaßnahmen erfolgen. So kann zum Beispiel ab dem Schulalter ein Fluoridgel oder eine Fluoridspülung benutzt werden. Je nach Präparat wird dieses täglich (Fluoridspüllösungen) oder wöchentlich (Fluoridgel) verwendet. Es ist darauf zu achten, dass nach Anwendung der entsprechenden Präparate diese gut ausgespuckt werden. Durch den Zahnarzt
bzw. unter zahnärztlicher Kontrolle können Fluoridlack oder
Fluoridgel auf die Zähne aufgetragen werden. Fluoridgele werden
dabei meistens in der Zahnarztpraxis mit Hilfe eines Medika- mententrägers
(Tray) in die Mundhöhle eingebracht, während Fluoridlacke
mit unterschiedlichen Trägern (Wattestäbchen, Spritze usw.)
auf die Zahnoberflächen aufgetragen werden. Das Auftragen dieser
Präparate geschieht üblicherweise zweimal jährlich und
kann schon im Kindergartenalter begonnen werden. Bei Kindern mit erhöhtem
Kariesrisiko können Gel oder Spüllösung mehrfach wöchentlich
zu Hause verwendet werden, oder es können Fluoridlack bzw. Fluoridgel
mehrmals jährlich in der zahnärztlichen Praxis oder im Rahmen
der Gruppenprophylaxe aufgetragen werden. Sind Fluoridierungsmaßnahmen ausreichend, um vollständige Kariesfreiheit zu garantieren? Die oben genannten Fluoridierungsmaßnahmen
schützen vor Karies. Bei schlechter Mundhygiene, häufigem
Konsum von zuckerhaltigen Nahrungsmitteln (insbesondere zuckerhaltigen
Getränken in Babyflaschen, häufigem Genuss gesüßter
Zwischenmahlzeiten, häufiger Verwendung gesüßter Limonaden)
lässt sich die Karies durch Fluoridierungsmaßnahmen allein
nicht vermeiden. Dies gilt auch für Patienten, die aufgrund von
Allgemeinerkrankungen besonders kariesgefährdet sind (z. B. Erkrankungen,
welche die Mundtrockenheit fördern) und für Patienten mit
festsitzenden kieferorthopädischen Apparaturen. Bei diesen Patienten
ist eine besonders sorgfältige Mundhygiene, verbunden mit einer
entsprechenden Ernährungs- Neben den angesprochenen kariespräventiven Maßnahmen ist eine regelmäßige Kontrolluntersuchung bei Ihrem Zahnarzt erforderlich, damit beginnende Kariesläsionen rechtzeitig behandelt werden können. |
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