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Ein Hoch auf die Wassergymnastik

Ein Hoch auf die Wassergymnastik

Wassergymnastik kann die Kurse zur Geburtsvorbereitung zwar nicht ersetzen, aber sehr sinnvoll ergänzen.
Besonders Spaß machen Kurse für Paare, in denen Sie zusammen mit Ihrem Partner für eine entspannende halbe Stunde abtauchen können. Nebenbei kann man eine ganze Menge lernen, was die Geburt leichter macht.

Wassergymnastik-Kurse werden zum Glück immer häufiger angeboten und beinhalten zunehmend ausgefeilte Übungen, die die spätere Geburt leichter machen sollen - und können. Schon ohne eine besondere Übung ist es ein herrliches Gefühl, plötzlich mehr als 50% seines Gewichtes zu "verlieren" - ganz im Gegensatz zum "Landgang", den man mit fortschreitender Schwangerschaft ja nun wahrlich nicht mehr leichtfüßig absolviert.

Im warmen Wasser lockert sich die Muskulatur, Gelenke und Bandscheiben werden entlastet, Rückenschmerzen lassen schnell nach. Durch den Wasserdruck wirken die Bewegungen wie eine Massage auf Haut und Gefäße. Die Durchblutung wird unterstützt und der Kreislauf angeregt - wodurch mehr Sauerstoff ins Blut und zum Baby gelangt. Die Gebärmutter (als ein Muskel, der sie ja ist) wird - ebenso wie der Beckenboden - weicher. Dadurch bekommt das Baby mehr Raum. Und das alles ohne große Anstrengung. Auch Verkrampfungen im Nacken und über die Schulterpartien sind nicht mehr zu spüren.

Die Übungen selbst belasten Bänder und Gelenke unvergleichbar weniger als die normale "Trockengymnastik" - fördern die Beweglichkeit aber mindestens ebenso gut. Kombinationen aus Atem- und Tauchübungen vermitteln spielerisch und "nebenbei" eine für die Geburt optimale Atemtechnik. Im Besonderen: das bewusste, gesteuerte Ausatmen, das die Wehen erträglicher machen kann. Für Frauen, die von Natur aus dem Wasser eher ängstlich gegenüberstehen und bei dem Wort "tauchen" am liebsten eine Kehrtwendung machen möchten, birgt ein Wassergymnastikkurs sogar doppelten Vorteil. Die Erfahrungen aus bisherigen Kursen zeigen übereinstimmend, dass auch anfangs ängstliche Frauen in der Gruppe schon sehr bald Vertrauen zu sich selbst gewinnen - zu ihrem Körper und ihrer Atmung. Dieses neu hinzugewonnene Selbstvertrauen ist ein sehr, sehr wertvolles, weil es die Geburt wesentlich erleichtern kann.

Erst vier Wochen vor der Geburt ist es dann besser zu pausieren, damit keine Krankheitskeime in den Geburtsweg eindringen können.

Natürlich gibt es von Kurs zu Kurs qualitative Unterschiede. Kurse, in denen sich eine Schwimmmeisterin oder ein Schwimmmeister auf ein paar Utensilien wie Schwimmbretter etc. beschränkt, sind sicher weniger wertvoll als Kurse, die von einer Hebamme geleitet werden und durchweg geburtsvorbereitend konzipiert sind. Da aber die meisten der angebotenen Kurse die Möglichkeit einer Teilnahme zur Probe bieten, sollte man davon Gebrauch machen. Achten Sie auf folgende Punkte:

  • Das Wasser sollte wärmer sein, als es üblicherweise in Hallen- bzw. Freizeitbädern ist - etwa 30° C. Besser sind 33-34° C, weil der Körper bei dieser Temperatur noch besser entspannen kann und auch bei langsamen Übungen nicht auskühlt.
  • Leistungsdruck darf es keinen geben. Jede Frau muss selbst bestimmen können, welche Übung sie mitmachen möchte, wie lange sie z.B. bei einer Atemübung untertauchen möchte (Beispiel: die Teilnehmer stehen im Kreis, fassen sich an den Händen, atmen aus, gehen langsam in die Hocke und tauchen unter). Jeder Frau muss es auch in der Gruppe überlassen sein, auf ihr Inneres zu hören, um herauszufinden, was ihr gut tut und sie entspannt (schließlich trägt sie diese Entscheidung bei der Geburt ja auch allein).
  • Die Teilnehmerzahl sollte nicht zu hoch sein. 10 - maximal 12 Personen sind o.k. - sonst bleibt der Kursleiterin nicht mehr ausreichend Zeit, sich mit jeder einzelnen Teilnehmerin zu beschäftigen.
  • In regelmäßigen Abständen muss die Pulsfrequenz - besser auch der Blutdruck - von der Kursleiterin überprüft werden.
  • Langsame und schnelle Übungen sollten in einer Weise aufeinander folgen, die Spaß macht - und keinen Stress aufkommen lässt. Auf Phasen der Belastung sollten immer Phasen der Entspannung folgen.

Der Wassersport tut auch den Babys sehr gut. Zum einen, weil sie in dieser Zeit doppelt abgeschirmt sind gegen laute Geräusche und Erschütterungen, zum anderen, weil sie intensiv an Mamis Wohlbefinden teilhaben. Viele Babys werden aktiv, nutzen das unerwartet neue Raumangebot in einer entspannten Gebärmutter und fangen an zu strampeln.

Wenn Sie in Ihrer Nähe keine Kursangebote finden oder Gruppenkurse eher nicht Ihr Ding sind, dann plantschen Sie auf eigene Faust los - lassen Sie sich die herrliche Entspannung, die das Wasser bietet, nicht entgehen.

von Ute Linnert

Zuletzt überarbeitet: August 2016

   

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