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Träumen Babys?

Träumen Babys?

Rund 16 Stunden am Tag schlafen Babys nach der Geburt - die einen etwas mehr, die anderen etwas weniger. Ist es ein tiefer, traumloser Schlummer oder träumen sie dabei schon? Und wenn ja, wovon? Vom Kuschelteddy? Von Mamas Gute-Nacht-Kuss, von süßen Milchseen oder von plantschenden Quietschentchen?

Um die Frage gleich zu beantworten: Ja, Babys träumen sogar schon vor der Geburt - da sind sich die Wissenschaftler einig. Als gesichert gilt, dass das Zentralnerven- system schon ab der zwanzigsten Woche der Schwangerschaft beginnt, so genannte "Markscheiden" zu bilden. Dies ist für das junge Gehirn ein äußerst wichtiger Vorgang. Unter der Markscheidenbildung versteht man eine Art Umwickelung der Verbindungen zwischen Nervenzellen im Gehirn - ganz ähnlich einer Umwickelung einer elektrischen Leitung. Sie bewirkt eine höhere Stabilität der zarten Fasern und ist vor allem für eine schnellere Informationsübertragung wichtig. Die Verschaltung zwischen den Nervenzellen können nun entstehen und aufrecht erhalten werden.

Bis vor kurzem war man noch davon ausgegangen, dass diese Markscheidenbildung erst nach der Geburt einsetzt und verneinte eine Erlebnisfähigkeit vor der Geburt. Heute weiß man es besser. Wenn das Gehirn auch noch nicht über das nachdenken kann, was ihm die Sinne - Augen, Mund, Nase und Ohren - zuführen, so ist doch ein echtes Erleben nach etwa dem sechsten Monat möglich. Ab diesem Zeitpunkt werden Eindrücke "verarbeitet" - das Baby lernt in einem gewissen Sinne schon.

REM-Phasen und Schlaf-EEG

Die Internationale Studiengemeinschaft für Pränatale Psychologie berichtete über die Entdeckung, dass ab der 24. Woche auch im Schlaf-EEG eines Ungeborenen lebhafte Hirntätigkeit zu beobachten ist. Man stellte fest, dass es bereits zu diesem Zeitpunkt Phasen des so genannten REM-Schlafes gibt (REM = Rapid Eye - Movement - schnelle Augenbewegungen). REM-Schlaf aber bedeutet bei Kindern und Erwachsenen, dass sie träumen.

Wovon ungeborene Babys träumen, bleibt ihr Geheimnis. Vielleicht von einem Moment des Glücks, den ihre Mutter erlebt hat und den sie gespürt haben, vom Greifen nach der Nabelschnur oder von unbekannten Geräuschen, die sie gehört haben. Sicherlich sind es aber schon Verarbeitungen von Erlebtem.

Fast schon wie Kinder und Erwachsene träumen Babys, die auf die Welt gekommen sind - verarbeiten viele der Eindrücke, die tagtäglich neu auf sie einstürzen. Solche, die glücklich machen - und solche, die Angst machen. Von Papis starken Armen werden sie träumen, die es vor dem Schlafen badeten, von Tante Luzies dickem Kuss - oder von Mamis Lächeln. Wie gesagt, haben auch Babys im Grunde zwei Arten von Gehirnaktivitäten während des Schlafes:

  • den DELTA-Schlaf, einen traumlosen Schlaf bei dem das EEG-Muster langsam und regelmäßig verläuft und 
  • den REM-Schlaf, eine Traumphase, die den tiefen Schlaf unterbricht. In diesen Phasen kann man beobachten, wie sich die Augäpfel unter den Lidern schnell bewegen, während sie das Geschehen im Traum regelrecht "verfolgen".

Interessant ist, dass Babys doppelt so viele REM-Phasen haben, wie Erwachsene. Bei einem erwachsenen Menschen bestehen nur etwa 25% des Schlafes aus REM-Phasen, bei einem Baby sind es 50%. Wenn ein Kind ein Jahr alt ist, hat sich die durchschnittliche tägliche Schlafdauer auf rund 13 Stunden reduziert und die REM-Phasen haben nur noch einen Anteil von 25 bis 30%.

Da Babys mit rund 16 Stunden am Tag doppelt so viel schlafen wie Erwachsene und zudem noch doppelt so viele REM-Phasen haben, träumen sie innerhalb von 24 Stunden also viermal so viel wie Erwachsene. Da kann man ihnen nur viele, viele schöne Träume wünschen.

Zuletzt überarbeitet: Dezember 2015

   

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