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Allergikerin-kann ich trotzdem bedenkenlos stillen?

Hallo,
habe bei meiner Tochter damals gestillt und möchte es diesmal auch wieder machen. Bin allerdings seit Jahren eine starke Allergikerin (Pollen, Gräser, Tierhaare, Hausstaub...) und habe auch schon Asthma davon.
Ich muss jetzt dann wieder meine Allergiemedis einnehmen und Asthmaspray verwenden. Auch brauche ich meist 1x/Jahr (ca. Mai/Juni) eine Kortison-Spritze, damit ich die 2 schlimmsten Monate besser verkrafte.
Das Baby kommt ca. Mitte Mai auf die Welt und ich frage mich, ob ich bedenkenlos dann auch stillen kann? Müsste ich nämlich auf sämtliche Medikation verzichten, kann ich es leider nicht machen! Möchte aber soooo gerne wieder stillen! Hoffentlich ist es mir auch diesmal möglich (habe übrigens die Allergien erst nach dem ersten Baby entwickelt)
Vielen Dank im voraus und lg Sandra


von san1611 am 21.02.2013

Frage beantworten
 


*Antworten:

Re: Allergikerin-kann ich trotzdem bedenkenlos stillen?

Liebe Sandra,

schau mal:

http://www.embryotox.de/asthma_bronchiale.html

Auch Kortison ist in der Stillzeit nicht generell kontraindiziert. Zitat aus "Arzneiverordnung in Schwangerschaft und Stillzeit" Spielmann, Schaefer, 7. Auflage 2006:

"4.11.7 Cortcosteroide
Erfahrungen. Praktische Bedeutung für die Stillzeit haben vor allem die Glucocorticoide. Therapeutisch verwendet werden die nicht fluorierten Corticoide Prednison (z.B. Decortin®), Prednisolon (z.B. Solu Decor tin®), Methylprednisolon (z.B. Urbason®) sowie Deflazacort (Calcort®), Hydrocortison (z.B. Hydrocortison Hoechst®), Prednyliden und die fluorierten Derivate Amcinonid (Amciderm®), Beclometason (z.B. Sanasthmyl®), Betamethason (z.B. Celestamine®), Budesonid (Pulmicort®), Cloprednol (Syntestan®), Dexamethason (z.B. Fortecortin®), Flunisolid (Syntaris®), Flumetason (z.B. Cerson®), Fluocortolon (Ultralan®), Fluticason (z.B. Flutide®, Flutivate®), Mometason (z.B. Ecural®), Triamcinolon (z.B. Volon®). Einige Präparate werden ausschließlich inhalativ zur Behandlung obstruktiver Atemwegserkrankungen verwendet.
Die M/P Quotienten von Prednison und Prednisolon liegen zwischen 0,05 und 0,25.
Eine Stunde nach parenteraler Verabreichung einer Einzeldosis von 110 mg Prednisolon wurden 760 µg/l Milch gemessen. Vier Stunden später waren es 260 µg/l und etwa 9 Stunden nach Applikation noch 60 µg/l. Nach intravenöser Injektion von 1 g Prednisolon wurden entsprechend der 9fach höheren Dosis etwa 9fach höhere Werte in der Milch gemessen, 24 Stunden nach der Applikation war das Corticoid nicht mehr nachweisbar (eigene Beobachtungen).
Andere Autoren haben unter niedrigeren Tagesdosen (10 80 mg) einen entsprechend geringeren Übergang für den Säugling ermittelt (Übersicht in Bennett 1996, Greenberger 1993). Zusammenfassend ist mit einem Anteil von durchschnittlich 1 2% der mütterlichen gewichtsbezogenen Dosis für den Säugling zu rechnen. Im Fall der oben beschriebenen 1 g Dosis hätte der Säugling mit der ersten Mahlzeit eine Stunde nach Injektion 0,2 mg Prednisolon/kg Körpergewicht erhalten, über 24 Stunden wären es 0,32 mg/kg. Das ist selbst bei dieser mütterlichen Höchstdosis nur etwa ein Sechstel einer üblicherweise gut verträglichen therapeutischen Kinderdosis (2 mg/kg/Tag). Für den Säugling ergibt sich kein Risiko durch eine kurz dauernde Hochdosisbehandlung, selbst dann nicht, wenn gleich nach der Injektion gestillt wird.
Auch unter länger dauernder Behandlung mit 80 mg/Tag wird mit der Muttermilch nur eine Prednisolonmenge übertragen, die weniger als 10 % der körpereigenen Cortisol Produktion entspricht.
Zu den übrigen Corticoiden liegen keine ausreichend dokumentierten Transferdaten vor.

Empfehlung für die Praxis: Prednisolon, Prednison und Methylprednisolon sind Corticoide der Wahl für eine systemische Behandlung in der Stillzeit. Auch hohe Dosen bis 1 g, einmalig oder wenige Tage nacheinander verabreicht, z. B. beim Asthmaanfall oder bei multipler Sklerose, erfordern keine Einschränkung des Stillens. Bei wiederholter Gabe solch hoher Dosen sollte, wenn es sich einrichten lässt, 3 4 Stunden mit dem Stillen gewartet werden. Wirkungsgleiche Mengen der anderen Corticoide sind wahrscheinlich auch verträglich. Die regelmäßige inhalative Anwendung eines Corticoids bei Asthma ist ebenso unbedenklich wie andere lokale Corticoidanwendungen."

LLLiebe Grüße,
Biggi

Antwort von Biggi Welter am 21.02.2013
 

Re: Allergikerin-kann ich trotzdem bedenkenlos stillen?

Hallo Sandra,
bei mir war es sogar so, dass ich bedingt durch die SS noch einen so hohen Kortisonspiegel im Blut hatte ( hat jede Schwangere), dass ich während vieler Monate Stillzeit auf die starken Medikamente verzichten konnte. Ich drücke Dir die Daumen, dass das bei Dir auch so ist.
LG Anni

Antwort von Anni80636 am 22.02.2013
 

Re: Allergikerin-kann ich trotzdem bedenkenlos stillen?

HAllo Sandra,

ich habe die gleiche Erfahrung wie Anni gemacht, im ersten Stilljahr brauchte ich gar keine Allergiemittel, und jetzt auch nur ganz selten mal was.

Viel Glück für Euch und Euren Maikäfer und dass alles klappt und Ihr viel Hilfe bekommt (hier auch :-) ), falls mal was nicht so klappt wie es sollte.

Britta

Antwort von brittawirdmama am 22.02.2013
 

DANKESCHÖN!

Vielen lieben Dank für die netten Antworten!
Ich freu mich total, denn jetzt hab ich wieder Zuversicht gewonnen, dass auch diesmal dem Stillen eigentlich nichts im Wege steht! SUPER!
lg Sandra

Antwort von san1611 am 22.02.2013
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