Jetzt heißt es warten
Sie sind jetzt in der 39. Schwangerschaftswoche. Vermutlich kreisen Ihre Gedanken
sehr häufig um die bevorstehende Geburt Ihres Babys. Merke ich, wann
es los geht?
Wie wird die Entbindung verlaufen? Werde ich mit den Wehen zurechtkommen?
All das sind typische Fragen werdender Mütter in dieser Phase. Sie spüren
in sich hinein, jedes Zwicken und jede Veränderung wird argwöhnisch hinterfragt:
Geht es jetzt los?
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Vielleicht möchten Sie auch noch einige Freundinnen treffen, bevor
Sie erstmal weniger Zeit haben werden und hoffen daher, dass das Baby
noch ein paar Tage wartet. Oder aber Sie sind genervt vom schlechten
Schlafen, den ständigen Toiletten-
gängen und schweren Beinen. Dann hätten Sie Ihr Baby lieber heute
als morgen.Sie sollten jedoch versuchen, sich nicht verrückt machen
zu lassen. Versuchen Sie nicht, noch einen Termin nach dem anderen
zu absolvieren. |
Doch ebenso wenig sollten Sie nun ausgiebig Treppen steigen oder putzen,
um möglicherweise die Wehen anzuregen. Versuchen Sie zu entspannen und
Kraft für die Geburt zu sammeln. Die werden Sie sicherlich brauchen!
Was mache ich bei Blasensprung?
Viele Frauen fragen sich, wie sie bei einem Blasensprung reagieren sollen. Es kommt allerdings gar nicht so häufig vor, dass schon vor der Geburt bzw. Wehenphase das gesamte Fruchtwasser in einem Schwall abgeht. Weit häufiger ist ein leichtes Tröpfeln: Aus einem kleinen Riss in der Fruchtblase sickert etwas Flüssigkeit. Sie bemerken vielleicht, dass Ihr Slip ständig feucht ist. Im Gegensatz zu Urin riecht Fruchtwasser leicht süßlich, das hilft ihnen bei der Unterscheidung. So kurz vor dem Geburtstermin ist ein tropfenweiser Abgang von Fruchtwasser zwar kein Grund zur Aufregung. Möglicherweise schließt sich der Riss in der Blase auch noch einmal. Setzen Sie sich dennoch sicherheitshalber mit Ihrem Arzt / Ihrer Ärztin oder Ihrer Hebamme in Verbindung, wenn Sie vermuten, dass Sie Fruchtwasser verlieren.
Selbst wenn das Fruchtwasser in einem Schwall abgehen sollte, besteht kein Grund zur Panik. Ihr Baby ist nicht in unmittelbarer Gefahr. Sehr wichtig ist jedoch, dass die Nabelschnur nicht vorfällt und abgeklemmt wird. Das würde die Versorgung Ihres Kindes ernsthaft gefährden. Zu einem Nabelschnurvorfall kann es kommen, wenn das gesamte Fruchtwasser abgeht und der Kopf Ihres Babys noch nicht fest im kleinen Becken sitzt (also Ihr Kind sich noch nicht "gesenkt" hat). Dann könnte die Nabelschnur mit dem Fruchtwasser vorrutschen.
So verhalten Sie sich richtig:
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Sie wissen nicht, ob sich Ihr Baby bereits gesenkt hat? Dann legen
Sie sich bitte sofort hin und lassen einen Krankenwagen rufen. Sie
sollten liegend ins Auto gebracht und zur Untersuchung in die Klinik
gefahren werden. Keine Sorge, die Sanitäter haben das schon öfters
erlebt und werden die Situation ganz normal finden. Falls Sie alleine
daheim sind: Sie können auf allen Vieren zum Telefon krabbeln, sollten
jedoch nicht aufrecht gehen. Wenn Sie zu den wenigen Frauen gehören,
die tatsächlich das Pech haben, einen Blasensprung im Supermarkt oder
Kino zu erleben, wird Ihnen die Situation vermutlich sehr unangenehm
sein. Es wird jedoch bestimmt einen ruhigen Winkel geben, in dem Sie
sich hinlegen und relativ unbeobachtet auf die Sanitäter warten können.
Versuchen Sie Ihrem Baby zuliebe nicht, sich erst einmal davonzustehlen,
sondern bitten Sie gleich um Hilfe. |
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Der Kopf Ihres Babys sitzt fest im Becken? Falls Sie das sicher
wissen, besteht kein Grund zur Eile. Rufen Sie Ihren Arzt, Ihre Hebamme
oder die Entbindungsklinik an und fragen Sie, was Sie tun sollen.
Vermutlich wird man Sie bitten, zur Untersuchung zu kommen. Sie dürfen
sitzend im eigenen Auto oder Taxi in die Praxis bzw. Klinik fahren.
Setzen Sie sich jedoch auf keinen Fall selbst ans Steuer. Es könnte
sein, dass plötzlich die Wehen beginnen. |
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Wie Ärzte oder Kliniken nach einem Blasensprung vorgehen, ist recht
unterschiedlich. Viele warten heute ab, ob die Geburt nicht innerhalb
der nächsten sechs bis 24 Stunden von alleine beginnt. Das ist tatsächlich
sehr oft der Fall. Manche Ärzte plädieren jedoch auch dafür, die Geburt
möglichst bald durch Wehen-fördernde Mittel einzuleiten. Sie befürchten
eine Infektion durch aufsteigende Keime: Sobald die Fruchtblase offen
ist, fällt sie als schützende Barriere weg. So oder so werden Sie
vermutlich in der Klinik bleiben müssen. |
Ihr Körper macht sich bereit für die Geburt
Möglicherweise spüren Sie inzwischen immer häufiger ein kräftiges Ziehen
im Bauch. Das sind Vor- oder Senkwehen. Bei vielen werdenden Müttern
sind auch bereits deutliche Veränderungen am Gebärmutterhals zu sehen:
Er wird flacher (Geburtshelfer sagen, er "verstreicht") und der Muttermund
ist vielleicht schon leicht geöffnet.
So entwickelt sich Ihre Schwangerschaft:
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Sie befinden sich jetzt in der 39. Woche nach dem 1. Tag der letzten Periode. |
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Anders gesagt: 38 Wochen + 1 bis 7 Tage (ärztliche Berechnung). Im Mutterpass
steht beispielsweise 38/1 (Woche 38, Tag 1). |
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Sie sind in der 37. Woche nach der Befruchtung, d. h. 253.-259.
Tag der Entwicklung. |
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Die Scheitel-Fersen-Länge
(SFL) ist eine Schätzung der Körperlänge des Kindes beziehungsweise wird
aus verschiedenen anderen Messungen errechnet. |
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Am Ende der 39. Woche ist der Fetus ca. 50,7 cm (Scheitel-Fersen-Länge)
lang. Der Kopfdurchmesser (BPD) beträgt zwischen 88 und 104 mm
und das Baby wiegt zwischen 2576 und 4294 g. Bitte beachten Sie, dass
sich die Größe und das Gewicht des Babys nun immer individueller entwickeln
können. Wenn Ihr Baby größer oder kleiner sein sollte, ist das noch
kein Grund zur Beunruhigung. |
Dr. Christine Hutterer
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