Expertenforen   Foren   Treffpunkte   Community   Mein RuB   Testteam   Videos   Suche / Biete
Vornamen Stillen Ernährung Entwicklung Kindergesundheit Haushalt Reisen Erziehung Finanzen Gewinnspiele
Geburt Babypflege Allergien Vorsorge Frauengesundheit Kochen Tests Familie Flohmarkt Infos & Proben
Zur Startseite von Rund-ums-Baby Zurück zur Übersichtsseite Schwangerschaft
 
Unser Lexikon für die
Schwangerschaft
Schwangerschaft - Fragen und Antworten





 
A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
F

 
Unser kostenloser Schwangerschafts-Newsletter
 
 

Fehlgeburt

Bei einer Fehlgeburt geht eine Schwangerschaft zu Ende, bevor das Baby überlebensfähig ist. Meist ereignet sich die Fehlgeburt - auch als Abort bezeichnet - im ersten Trimester, mögliche Anzeichen können anhaltende Unterleibsschmerzen oder Blutungen sein. Dann sollte schnellstmöglich bei einem Arztbesuch oder in der Klinik abgeklärt werden, was dahinter steckt.

Leider sind die meisten Fehlgeburten nicht aufzuhalten. Etwa jede fünfte Schwangerschaft endet so. Nach einer Fehlgeburt sollte eine Zeit der Erholung, etwa 6-12 Monate, verstreichen, bevor eine erneute Schwangerschaft geplant wird. Diese Zeitspanne benötigt der Körper für die Regulierung der Hormone.


von Sandra Kunze
* Hier finden Sie Infos zu den häufigsten Beschwerden in der Schwangerschaft
* Stichwort Fehlgeburt
Eine Frage dazu stellen an:
Dr. med. Bluni Schwangerschaftsberatung
Prof. Dr. Costa Ernährung in der Schwangerschaft
Dr. med. Paulus Medikamente / Schwangerschaft
Dr. med. Kniesburges Geburt, Kaiserschnitt, Baby
Martina Höfel Hebamme, Schwangerschaft, Baby
Expertenantwort Antworten von Frauenarzt Dr. med. V. Bluni zu dem Stichwort  Fehlgeburt
 
Frage: 2 Fehlgeburten hintereinander

Lieber Herr Dr. Bluni,

ich habe bereits die 2. Fehlgeburt in der 10. Woche gehabt. Gedanklich nimmt mich das sehr mit, ich fühle mich erschöpft und kraftlos. Die Frage nach dem Warum stellt sich mir natürlich aus medizinischer Sicht.

Ich habe morgens 2 Tassen Kaffee getrunken. Kann das in Zusammenhang stehen?
Was heißt eigentlich "falsche Ernährung" im Klartext? Alkohol, Nikotin und Drogen spielen ohnehin keine Rolle - aber kann zuviel Zucker, zuviel Fett, zu wenig Fleisch, kein Fisch eine Rolle spielen? Omega-3-Fettsäuren habe ich in Kapselform genommen.

Kann eine Rolle spielen, wenn man zur Zeit der Empfängnis bzw. kurz danach etwas krank war (Erkältung?)?

Wie würden die Mediziner eine folgende SS einschätzen? Schon als Risikoschwangerschaft oder würde das keine Rolle spielen?

Wann ist denn mit dem nächsten Eisprung nach einer (natürlichen) Fehlgeburt zu rechnen? Bleibt der einfach 1-2 Zyklen aus oder regeneriert sich der Körper so schnell?

Welche Bedeutung hat das Alter des Mannes? Kann man die Spermienqualität in einem Spermiogramm auf Chromosomenschäden testen?
Könnte man bei einer künstlichen Befruchtung Chromosomenschäden ausschließen? Das ist jetzt nur theoretisch, ich weiß, dass es in Deutschland verboten war, aber war nicht vor einigen Wochen selbiges im Gespräch?

Vielen Dank für Ihre Antworten,
Coco


Antwort

Hallo,

1. Ihre Verunsicherung kann ich sehr gut verstehen, aber die anfangs genannten Dinge zur Ernährung spielen sicher keine Rolle.

2. es ist ein nicht ungewöhnlicher Vorgang, dass manche Frauen erst ein oder zwei Fehlgeburten haben oder zwischendurch eine Schwangerschaft austragen, bevor eine sich dann (wieder) ein intakte Schwangerschaft entwickelt.

Dabei sind genetische Störungen die häufigste Ursache für eine frühe Fehlgeburt, dann folgen anatomische Ursachen, Infektionen und Medikamente. Auch können sowohl Gerinnungsstörungen als auch das mütterliche Alter eine Rolle spielen.

Da das Fehlgeburtsrisiko mit jeder Fehlgeburt steigt, wird bei gehäuften Fehlgeburten (habituellen = mehr als dreimal hintereinander) empfohlen, eine weiterführende Diagnostik zu veranlassen. In Ausnahmefällen schon früher.

Das Fehlgeburtsrisiko beträgt nach nur einer frühen Fehlgeburt etwa 25% und 40 bis 45% nach zwei Fehlgeburten.

Gegenstand weiterführender Diagnostik ist die Untersuchung der Frau, der Genetik der Eltern und ggf. auch die Suche nach den oben genannten Blutgerinnungsstörungen.

Diese bleiben die häufig unerkannt, aber dennoch sind sie in einer nicht unerheblichen Zahl die Ursache für wiederholte Fehlgeburten und Probleme in der Schwangerschaft. Als hormonelle Ursachen kommen unter anderem Schilddrüsenfunktionsstörungen, wie eine Unter- oder Überfunktion in Frage. Ein Gelbkörpermangel ist sicher eher selten die Ursache.

Eine für jede individuelle Situation passende Prophylaxe haben wir bis heute nicht. Bei einer genetischen Ursache ist dieses auch eine Art natürlicher Ausleseprozess der dazu führt, dass mache Frauen erst ein oder zwei Fehlgeburten haben, bevor sich eine intakte Schwangerschaft entwickelt.

Bitte sprechen Sie sich aus diesem Grund zum weiteren Vorgehen mit Ihrem behandelnden Frauenarzt oder Ihrer Frauenärztin ab.

3. eine Fehlgeburt in der Vorgeschichte stellt immer ein gewisses Risiko für eine kommende Schwangerschaft dar.

4. es ist sicher wichtig, zu wissen, dass es in den ersten 2-4 Monaten noch sein kann, dass es Zwischen- oder Dauerblutungen gibt. Auch kann das Zyklusgeschehen noch von entsprechenden Beschwerden begleitet und unregelmäßig sein.Das ist meist ein normales Phänomen, wenn sonst organisch und hormonell alles ok war und gibt sich erfahrungsgemäß anschließend.Die nächste reguläre Zyklusblutung kommt nach etwa 4-6 Wochen wieder.

Ein Eisprung kann schon im kommenden Zyklus eintreten. Manchmal dauert es aber dann doch ca. zwei Monate.Handlungsbedarf besteht hier selten und es hat auch keine negativen Auswirkungen auf eine zukünftige Schwangerschaft.

5. das Alter des Mannes spielt nur selten eine Rolle:

wir wissen, dass mit dem Alter des Vaters das Risiko für solche Erkrankungen zunimmt, die auf Neumutationen in den Keimzellen zurückzuführen sind. Allerdings ist diese Beziehung nur für wenige Erkrankungen eindeutig nachzuweisen oder wahrscheinlich zu machen. Denn im Gegensatz zur Frau, bei der mit dem Alter das Risiko für eine Schwangerschaft mit einer numerischen Chromosomenanomalie (z.B. Trisomie 13, 18, 21) ansteigt (Trisomie 21 = Down-Syndrom), trifft dies für den Mann nicht zu. Das Kind von einem älteren Mann hat nicht häufiger eine Chromosomenanomalie als das eines jüngeren Mannes.

Sehr treffend hat diese Sichtweise der Populationsgenetiker James Crow zusammengefasst: „Je älter der Mann zum Zeitpunkt der Zeugung ist, desto größer ist das Risiko für ein Kind mit einem genetischen Defekt, der in den Keimzellen des Mannes neu aufgetreten ist“. Solche neu entstandenen genetischen Defekte bezeichnet man als Neumutationen.

Syndrome, für die man eine statistisch gesicherte Abhängigkeit vom väterlichen Alter nachweisen kann, gibt es nur wenige. Für eine Vielzahl von Syndromen ergibt sich nur eine schwache Signifikanz.

Zusammenfassend ist dieses aber nur für etwa 20 genetisch bedingte Erkrankungen zutreffend.

Was diese Zahl von etwa 20 bedeutet, ist schon allein daran zu erkennen, dass wir etwa 1000 genetisch bedingte Erkrankungen kennen, die durch einen autosomal dominanten Gendefekt bedingt sind.


6. ein Spermiogramm kann- je nach Alter des Mannes - geboten sein.

Bitte sprechen Sie sich aus diesem Grund zum weiteren Vorgehen mit Ihrer behandelnden Frauenärztin/Frauenarzt ab.

VB

 
 
Frage: Abbruch und Ausschabung das Gleiche???

Hallo,
Vorerst: ein Abbruch kommt für mich nicht in Frage, man kennt ja mögliche Risiken.
Nun gibt es ja bei meinem Pünktchen noch keinen Herzschlag obwohl ich rechnerisch 9 SSW sein müsste, ist die Fruchthülle am Donnerstag 5+6 gewesen....
Sollte am Donnerstag kein Herzschlag zu sehen sein, muss ich zur AS.
Ist das wie ein Abbruch?? Hatte schon einmal eine AS und hab nun angst, das die Chance ss zu werden immer geringer wird.....
Danke euch, lg


Antwort

Hallo,

der technische Ablauf ist praktisch der gleiche, nur dass wir bei einer Ausschabung wegen Fehlgeburt eben nicht von einem Schwangerschaftsabbruch sprechen.

VB

 
 
Frage: Ausschabung oder nicht?

Hallo,

bin in der 8. SSW - leider war die SS von Anfang an nicht in Ordnung, Hcg viel zu niedrig, bis letzte Woche keine Fruchthöhle zu sehen. Laut meiner FÄ hab ich keine Chance mehr dass die SS "erfolgreich" verläuft, US sieht wohl nach einem Windei aus. Seit einigen Tagen habe ich nun mässig starke Blutungen und Bauchschmerzen, die Fruchthöhle hat sich jedoch vergrössert und auch der HCG ist nochmal leicht angestiegen (auf jetzt 1500).
Ich würde sehr gern eine Ausschabung vermeiden, allerdings geht mir die ganze Situation auch ziemlich an die Nieren, ich möchte mit dem Ganzen abschliessen - das kann ich jedoch nicht, solang ich die Anlagen noch in mir trage.
Dazu kommt, dass wir am 13. in den Urlaub (innerhalb Deutschlands) fahren werden - den wollten wir eigentlich nutzen, um das Ganze zu verarbeiten und Abstand zu gewinnen.
Viele Fragen dazu:
- Ist es richtig, dass man bei einem Windei ohnehin sehr wahrscheinlich eine Ausschabung braucht?
- Lt. meiner FÄ gäbe es die Möglichkeit, mit Abtreibungsmedis "mitzuhelfen" - macht das Sinn? Und muss ich dann vorher tatsächlich zur Beratung?
- Wie lange kann es dauern, bis mein Körper alles ausgestossen hat, wenn ich alles auf natürlichem Weg weiterlaufen lasse?
- Wie oft wird denn der weitere Verlauf in der Regel beobachtet? Muss ich mich darauf einstellen, dass ich im Urlaub ständig zum Arzt muss?

Vielen Dank,

Luzerine


Antwort

Hallo,

1. sofern es zu einer sehr frühen Fehlgeburt kommt, kann es hier gut vertretbar sein, auf eine Ausschabung zu verzichten. Dieses muss nicht mit Nachteilen für eine Folgeschwangerschaft verbunden sein.

Jedoch kann das am besten Ihre Frauenärztin/Frauenarzt entscheiden. Bitte sprechen Sie sich aus diesem Grund zum weiteren Vorgehen mit Ihrem behandelnden Frauenarzt oder Ihrer Frauenärztin ab.

Bei einer weiter fortgeschrittenen, wo noch größere Schwangerschaftsanteile in der Gebärmutter vorhanden sind, sie also nicht abgeblutet sind oder wenn das Schwangerschaftshormon HCG noch sehr hoch ist, wird allerdings schon eine Ausschabung empfehlenswert sein. Gleiches gilt bei einer stärkeren Blutung in Folge einer Fehlgeburt oder bei noch hohem Titer des Schwangerschaftshormons.

2. die Tablette, die zum medikamentösen Schwangerschaftsabbruch eingesetzt wird, hat hier eigentlich gar keine Indikation und ist nur bis zum 63. Tag nach Beginn der letzten Regelblutung (9. SSW) einsetzbar.

3. sie darf nur durch speziell dafür zugelassene Ärzte verordnet werden, da es aber kein Schwangerschaftsabbruch ist, wäre auch keine Beratung erforderlich. Nur ist dieses Verfahren erstens deutlich langwieriger als das operative Verfahren und eine Ausschabung kann auch hier unumgänglich werden.

Vor dem Hintergrund Ihrer Pläne halte ich das medikamentöse Verfahren für sicher wenig sinnvoll.

VB

  Impressum
Nutzungsbedingungen
Datenschutz
Forenarchiv
 
© 1998-2017 USMedia