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Schwanger - wer noch? Schwanger - wer noch?  
Geschrieben von huehnchen69 am 24.02.2013, 16:19 Uhr.

Für mich geht es hierbei...

...(und auch bei anderen Themen) um zweierlei:

Wie sehe ich mich, wie sehe ich den anderen, mit dem oder über den ich spreche/schreibe. Ich halte mich nicht für einen besseren Menschen, weil ich in der SchwSch nicht geraucht habe. Es gibt Dinge, auf die ich stolz bin (wie z.B. darauf, dass ich meine Spinnenphobie hauptsächlich meinen Kindern zuliebe überwunden habe, und das war ganz schöne Arbeit). Stolz bin ich eigentlich immer dann, wenn ich in irgendwas Energie reingesteckt habe, wenn mich etwas Überwindung gekostet hat. Darum könnte ich wohl auch nie stolz sein, Deutsche zu sein, oder nicht geraucht zu haben, als ich schwanger war. Beides hat mich keinerlei Mühe gekostet. Wenn ich, wie manche in diesem Thread, allerdings hätte kämpfen müssen, um von Kippen loszukommen, wäre ich stolz, wenn es mir mühelos geglückt wäre, wäre ich einfach dankbar. Aber auch die Dinge, auf die ich stolz bin, oder für die ich dankbar bin, sind nichts, weshalb ich denken würde, dass ich besser bin als andere, die meinetwegen ihre Spinnenphobie nicht in den Griff kriegen, und würde deshalb auch nicht an Leuten rummeckern, die aus irgendwelchen Schwächen heraus Fehler machen.

Der andere Aspekt ist für mich, was ich bezwecken will, wenn ich jemanden kritisiere. Ich kläre gerne jemanden auf, wenn ich den Eindruck habe, ich weiß etwas, was derjenige nicht weiß, und was ihm helfen kann, mögliche Fehler oder Probleme zu vermeiden. Oder gebe Tipps, wenn ich welche habe, wenn jemand fragt. Jemanden, der schwanger raucht, harsch zu kritisieren, finde ich bei diesem Punkt also auch sinnfrei. Hatte ich ja schon kurz geschrieben. Aber praktisch alle Schwangeren wissen, dass Rauchen dem Kind schadet. Das ist echt nichts Neues. Du glaubst doch nicht wirklich, dass auch nur eine Schwangere deshalb mit dem Rauchen aufhört, weil ihr die Umwelt richtig ordentlich deutlich gesagt hat, dass das Kacke ist, oder? Und dass sie weitergeraucht hätte, wenn sie stattdessen nur Tipps bekommen hätte, wie sie es vielleicht besser anstellen könnte, von der Droge loszukommen? Es sagt hier ja niemand (auch ich nicht), dass es egal ist, ob man in der SchwSch raucht oder nicht. Natürlich ist Nichtrauchen besser. Aber es ist eben nicht jeder Schwangeren vergönnt, so einfach die Kippen wegzulassen. Dafür gibt es viele Gründe. Ich finde, jede Schwangere, die tatsächlich einfach so von heute auf morgen aufhören konnte, sollte froh (vielleicht auch dankbar, wem oder was auch immer) sein. Das ist eben nicht selbstverständlich, und das kann offenbar auch nicht jeder. Ich gehe ja auch nicht her und sage, dass man nicht mit dem Rauchen anzufangen braucht, das hätte ich ja schließlich auch geschafft, könne also jede, gleich von Anfang an drauf zu verzichten. Manche sind eben anfälliger für Süchte, Gruppendruck oder weißdergeier. Wenn du erreichen möchtest, dass eine Schwangere mit dem Rauchen aufhört, ist Anpöbeln in meinen Augen der völlig falsche Weg.

Und dann ist mir eben unklar, was man mit solcher Kritik bezwecken möchte. Meine Unterstellung ist, dass man das tut, um sich selbst besser zu fühlen, damit man sich selbst das Gefühl gibt, "sowas bei jemand anderem nicht durchgehen lassen zu haben", dass man sich einredet, man wollte das Kind schützen - auch wenn klar ist, dass dieses Vorgehen sicher nicht zum Ziel führt.

Aber wie ihr schon merkt - so ganz konsequent bin ich mit meiner Toleranz und dem Verständnis auch nicht, denn wenn ich das Gefühl habe, jemand handelt aus Überheblichkeit oder Bosheit werde ich auch schnell intolerant, auch wenn es für diese menschliche Schwäche bestimmt auch Ursachen gibt, und Tipps, wie man Überheblichkeit oder Bosheit loswird, bestimmt auch hilfreicher wären als bloßes Meckern.

Beste Grüße,
Sabine

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