| Geschrieben von Nomadin13 am 19.02.2013, 16:43 Uhr. |
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Wie mit der Angst umgehen?
Hallo zusammen
Einige kennen mich wohl noch, fuer die anderen eine Zusammenfassung meiner Kinderwunschgeschichte:
2010 - Windei 11.SSW
2011 - stille Geburt nach vorzeitigem Blasensprung 17.SSW
2012 - Fehlgeburt 9.SSW
Ich bin inzwischen 39 Jahre alt
Sep.-Dez. 2012 Abklaerungen Kiwu-Klinik inkl. Bauch- und GM-Spiegelung: alles gut, ausser Endometriose 4.Grades.
Die ist aber eher links um den Darm und nicht so sehr bei den Fortpflanzungsorganen, weshalb das Schwanger-Werden bis jetzt wohl auch kein Problem war. Entfernen konnten sie aber praktisch nichts, Gefahr der Darmverletzung. Seit mehr als 2 Monaten nehme ich nun Visanne, welche die Endo "austrocknet". Es ist uns ueberlassen, wann wir die Tablette absetzen und wieder versuchen schwanger zu werden (habe Vorrat fuer max. 3 Monate).
Ich schwanke sooooo extrem zwischen "voller Hoffnung, diesmal denke ich nur positiv" und "am Boden zerstoert, das wird sowieso nie nichts mehr".
Die behandelnde Oberaerztin meinte, sie glaube, ich werde innnerhalb von einem halben/ einem Jahr wieder schwanger. Und wenn nicht, dann halt kuenstliche Befruchtung. Ob das fuer uns in Frage kommt, kann ich momentan nicht beantworten. Mein Gefuehl sagt eher nein.
Habt ihr Tipps, wie ich mit dieser furchtbaren Angst, dieser Torschlusspanik, diesen schlechten Erfahrungen der letzten drei Schwangerschaften so umgehen kann, dass ich moeglichst positiv an eine erneute Schwangerschaft rangehen kann?
Liebe Gruesse, Nomadin |
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10 Antworten:
Re: Wie mit der Angst umgehen?
Antwort von cool71, 7. SSW am 19.02.13, 17:15 Uhr
Liebe Nomadin,
ich kann dich verstehen. Ich hatte zwar "erst" eine FG, aber ich bin jetzt wieder in der 7SSW und die Zeit ist in meinem ganzen Leben noch nie so schleichend vergangen. Ich weiß nicht, ob du diesen Artikel schon gesehen hast, aber ich finde, da stehen recht gute Tipps drinnen. Besonders das mit einem Tag nach dem anderen und nicht zu weit vorausdenken.
http://www.babycenter.at/a8450/schwangerschaft-nach-fehlgeburt
Ich kann mir vorstellen, wie völlig verängstigt du nach drei FG sein musst. Nervlich muss das ein Wahnsinn sein. Wäre es vielleicht eine Möglichkeit, mal mit einer Therapeutin die Erfahrungen aufzuarbeiten - jetzt in dieser Behandlungsphase - und dich dann psychisch auf die nächste Schwangerschaft vorzubereiten, damit du mit der Angst besser umgehen kannst?
Ich schicke dir viel Kraft durch,
C. |
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Re: Wie mit der Angst umgehen?
Antwort von Debby, 24. SSW am 19.02.13, 19:41 Uhr
Hallo
Ich hatte eine stille Geburt in der 18 SSW vor 12 Jahren und eine Frühgeburt in der 25 SSW im letzten Juni (Leider ist meine Tochter vier Tage nach der Geburt verstorben)
In beiden SW hatte ich ein „schlechtes“ Gefühl; in der ersten weil meine damalige Ehe nicht gut lief und in der zweiten warum auch immer; einfach nur ein Gefühl und ganz ganz große Angst.
Nun sollten wir frühsten im Jan. diesen Jahres wieder zur KIWU gehen und haben unser neuen Krümel aber schon „Ungeplant aber nicht ungewollt“ aus unserem Urlaub im September mitgebracht. Vom Aufstehen an, am 27 ZT habe ich ein gutes Gefühl im Bauch und habe den Test eigentlich auch nur aus „Scherz“ gemacht und bin fast umgefallen als diese positiv war. (Laut den Ärzten können wir nicht ohne Hilfe ein Kind bekommen)
Ich kann nicht erklären warum; aber bei beiden SW vorher war ich schwanger Aber diesmal bekomme ich ein Kind und weis das es gut geht. (Sieht auch bis jetzt, 24SSW, super aus)
Ich kann deine Angst gut verstehen und fühle auch mit dir. Evtl. könnte dir profsionelle Hilfe helfen mit der Angst um zu gehen. Denn eins weiß ich jetzt, Angst ist ein ganz schlechter Begleiter in der SW.
Debby |
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Re: Wie mit der Angst umgehen?
Antwort von Troulli77, 23. SSW am 19.02.13, 20:21 Uhr
Liebe Nomadin,
Ich wünsche es dir sooooo sehr, dass du irgendwann dein kleines Wunder gesund und munter im Arm halten kannst!
Liebe Grüsse,
Troulli |
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Re: Wie mit der Angst umgehen?
Antwort von ursel7 am 20.02.13, 10:47 Uhr
Liebe Nomadin,
ich glaube, da gibt es kein Patentrezept. Ich hatte schon einige FG, 3 hintereinander allein in 2011 (davor aber 2 gesunde Kinder bekommen). Ende 2011 bin ich dann wieder schwanger geworden und die Angst hat mich anfangs fast gelähmt. All dieses "du musst nur positiv denken" etc.-Gerede fand ich schrecklich. Anfangs habe ich immer versucht, mich von dem Baby darin zu distanzieren und gar nicht viel über die Schwangerschaft nachzudenken. In der Hoffnung, dass es dann nicht so weh tut, wenn es wieder schief geht (was natürlich nicht wirklich geklappt hat). Ich bin damals erst in der 12. SSW zur Ärztin (hatte lange überlegt, ob ich so lange warte, bis es sich bewegt oder eben Blutungen einsetzen) und bin bei den ersten Arztbesuchen regelmäßig fast kollabiert. Davor habe ich versucht, mich mit Arbeit abzulenken.
Anfangs habe ich vor jedem Arztbesuch auf Arbeit geschaut, dass ich alles Wichtige erledigt habe (falls ich wegen einer FG wieder ausfalle) bzw. habe mir vor den Arztbesuchen überlegt, wen ich anrufen muss, wenn es wieder schief gegangen ist.
Besser wurde es erst, als ich den Wurm gespürt habe (zum Glück sehr früh) bzw. richtig gut so ab der 23. SSW, da konnte ich dann alles genießen und mich mit jeder Woche mehr aufs Kind freuen.
Was mir auch sehr geholfen hat: eine sehr gute Hebamme von Anfang an. Ich hatte eine sehr erfahrene, die mir immer zugehört und meine Ängste ernst genommen hat, ohne viel "Gewese" darum zu machen, sondern mich immer bestärkt hat. Das hat mir sehr geholfen und ich habe sie auch zur Geburt mit ins KH genommen
Mir haben auch noch viele Gespräche mit guten Freunden geholfen. Die einfach meine Wechselstimmungen ertragen und zugehört haben, ohne gute Ratschläge und ohne "wer weiß wofür es gut war"-Bemerkungen nach einer FG.
Das war meine Art, damit umzugehen. Du musst schauen, was für dich passt. Ich hatte auch über therapeutische Hilfe nachgedacht, aber bei mir ging es auch so.
Ich hatte anfangs so ein schlechtes Gefühl, weil ich mich zwar gefreut habe, aber die Angst so übermächtig war, auch wenn ich versucht habe, sie zu verdrängen. Mit der Zeit wurde es dann besser.
Ich wünsch dir alles alles Gute!
LG U. |
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Endometriose erstmal hintanstellen...
Antwort von Hexhex am 20.02.13, 11:08 Uhr
Hallo,
sei erstmal fest gedrückt, das ist schon eine ziemliche Hammer-Vorgeschichte! Ich hatte "erst" eine FG, aber die hat mir seelisch schon gereicht.
Zu Deiner Frage: Ich selbst habe auch Endometriose. Da Deine Endometriose Dich nicht daran hindert, schwanger zu werden (und auch nicht Ursache der FGs ist), würde ich momentan die Hormontherapie zur Austrocknung der Herde nicht zu lange machen. Damit kannst Du Dich doch in Ruhe befassen, wenn Du die Familienplanung abgeschlossen hast. Drei Monate ist außerdem ja nicht gerade wenig und ganz Ausheilen kann man die Endo sowieso nicht, eine Reduzierung reicht meist schon. Es gibt übrigens Fachleute, die vermuten, dass etwa jede zweite Frau im fortgeschrittenen Alter Endo hat. Und dass man dies bloß deshalb nicht weiß, weil sie oft beschwerdelos und ohne Einschränkung beim Kiwu verläuft, weshalb nicht nachgeschaut wird. Sie ist also keine Katastrophe.
Momentan kostet Dich die Therapie unnötige Zeit, und die hat man - auch wenn's gemein ist - aus biologischen Gründen in diesem Alter eigentlich nicht mehr. Ich würde das Zeug absetzen und üben, wenn Du Dich nochmal trauen willst. Und natürlich ein bissel beten, dass es dann auch zu einem guten SS-Verlauf kommt. Wenn Du wirklich etwas gegen die Angst tun willst, fange an mit Meditation, die wirkt nachweislich angstsenkend. Und da sie sich auch körperlich gut auswirkt, kann sie eventuell auch helfen, die Endometriose zu verlangsamen, oder sogar, eine SS zu erhalten. Viele Menschen unterschätzen bei Weitem, wir stark der Geist auf den Körper einwirkt, und wie gut man dies für sich nutzen kann, statt sich körperlichen Störungen passiv ausgeliefert zu fühlen.
Alles Liebe!!! |
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Ich kenne Dich noch sehr gut....
Antwort von Goggelsche am 20.02.13, 15:25 Uhr
...denn wir waren gemeinsam schwanger und ich weiß noch genau wie fertig Du warst nach der stillen Geburt.
Ab und an schaue ich hier noch rein wegen Dir und Ostfriesenmama, weil ich wissen will was aus Euch wird. Ich habe mir so gewünscht zu lesen daß es wieder geklappt hat....habe ich auch............ und dann wieder die FG
Liebe Nomadin, bitte verlier nicht den Mut, irgendwann wirst auch Du ein lebendes gesundes Baby in den Armen halten, das muß einfach so sein, sonst gibt es keine Gerechtigkeit.
Vielleicht kennst Du mich ja noch ein wenig.
LG Isi |
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Re: Wie mit der Angst umgehen?
Antwort von Nugua10 am 20.02.13, 16:07 Uhr
Hallo Nomadin,
Gute Frage, wie wird man mit der Angst fertig? Mein Tip: gar nicht, nimm sie einfach an als Teil von Dir und Teil Deiner Vergangenheit. Sie gehört dazu. Kämpf gar nicht erst dagegen an. Und jedes Mal, wenn die Angst oder Panik hochkocht in Dir, ann denk nur an Dein Baby und lasse andere Gedanken nicht mehr zu.
Und denke nicht in großen Abschnitten, also nicht, wenn Du erfährst, dass Du wieder schwanger bist, gleich bis an die relatve Sicherheit der 13. SSW denken, sondern erstmal bis zur nächsten Woche und als Großziel vielleicht noch der 1. FA Besuch, in dem Du das Herz schlagen sehen kannst, nicht weiter. Wenn Du gleich bis ans Ende denkst und was bis dahin alles schief laufen kann, dann wird man bekloppt.
Liebe Grüße,
Nugua |
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Hey Duda
Antwort von chartinael am 20.02.13, 17:13 Uhr
:) hört sich ja erst einmal alles gar nicht so schwarz an, wie Du das siehst.
Ich bin bezüglich der Angst per se kein guter Ansprechpartner - aber, gerade hier eine Mama kennengelernt, die ein 18 Monate altes Kind mit ihrem neuen Mann hat, sie ist 48 und es war nicht geplant. Ihre große Tochter ist schon 18.
Also, ich find das super ... so mit 46 hätt ich ja gern noch eines. Also, Kopf hoch. Das wird schon.
Wie läuft's denn ansonsten so bei Euch und dem Haus/Restaurant? |
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Re: Wie mit der Angst umgehen?
Antwort von Prachtmaedchen82 am 20.02.13, 22:45 Uhr
Liebe Nomadin,
ich habe dich hier immer wieder gelesen, vielleicht weißt du noch, aus dem "Erster Kinderwunsch" Forum vor nunmehr fast zwei Jahren. Ich habe mit dir gehofft und alle Daumen gedrückt und möchte dir nur sagen das ich dir wünschen möchte das du eines Tages all deine Ängste vergessen darfst weil einmal alles gut wird!
Liebe Grüße! |
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Ich bin echt gut im Verdraengen
Antwort von Nomadin13 am 21.02.13, 14:05 Uhr
Bei der Bauchspiegelung ist doch etwas Negatives herausgekommen, naemlich dass der linke Eileiter nicht mehr durchgaengig ist. Wahrscheinlich wegen der Endometriose.
Zum Glueck hab ich noch einen zweiten. Der muss es jetzt richten!
Danke fuer eure Beitraege - eine einfache Universalstrategie gegen Angst gibt es nun mal halt einfach nicht.
Dieses "nur von Tag zu Tag denken" im Sinne von "carpe diem" gefaellt mir. Irgendwie hab ich das in den vier Monaten in der Schweiz zu leben begonnen und ziehe das momentan auch hier weiter. Ist voellig entgegen meiner sonstigen akribischen Planungs"wut" - aber wohl eben genau darum jetzt das Richtige.
Liebe Gruesse, Nomadin, die jetzt wieder malen geht |
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