Die Pädagogen möchten "Denken, Fühlen und Wollen" gleichberechtigt fördern. Deshalb werden neben intellektuell-kognitiven Angeboten (für das "Denken"), überdurchschnittlich viele künstlerisch-kreative ("Fühlen") und handwerklich-praktische ("Wollen") Angebote gemacht.
Der Schultag an der Waldorfschule beginnt mit dem in der Regel fast zweistündigen Hauptunterricht. Er behandelt über mehrere Wochen hinweg dasselbe Fach (sogenannter Epochenunterricht). Der anschließende Fachunterricht beinhaltet zwei Fremdsprachen von der ersten Klasse an, zudem handwerklich-künstlerischen Unterricht. Letzterer beinhaltet Turnen und Gymnastik, Handarbeit, Singen, Instrumentalmusik, Eurythmie, Religion. Lehrbücher sind, weil sie fertiges Wissen präsentieren, in der Waldorfpädagogik nicht vorgesehen und kommen nur selten zur Anwendung.
Der Hauptunterricht wird von einem Klassenlehrer übernommen, der als "richtunggebende Persönlichkeit" fungiert, der Lehrplan ist kein festgelegter Katalog von Themen. Inhalte und Methoden werden vom Entwicklungsstadium der Schüler her bestimmt. Zensuren werden nicht vergeben, stattdessen wird im Schulzeugnis 'eine verbale Charakteristik erstellt, die dem Schüler ein Spiegel seines Lernens und seines Charakters sowie Anreiz zum Weiterlernen sein soll'.
Insgesamt gibt es 213 Freie Waldorfschulen in Deutschland.