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| Geschrieben von Dr.Paulus am 03.02.2012 |
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Re: Trevilor
Eine prospektiv kontrollierte Multicenterstudie berichtet von 150 Schwangerschaften unter Medikation mit Venlafaxin im I.Trimenon: Neben 7 Schwangerschaftsabbrüchen und 18 Fehlgeburten wurden 125 Neugeborene registriert. Darunter befanden sich zwei Kinder mit einer schwereren Anomalie: 1 x Hypospadie (Harnröhrenfehlmündung), 1 x Neuralrohrdefekt mit Klumpfuß. Im Vergleich zu einer Kontrollgruppe fanden sich keine signifikanten Unterschiede im Schwangerschaftsausgang (Einarson et al 2001).
Im Rahmen einer prospektiven Followup-Studie wurden von unserem Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum zwischen 1997 und 2007 100 Schwangerschaftsausgänge nach Anwendung von Venlafaxin in der Frühgravidität dokumentiert. Die Befunde wurden mit den Daten eines Kontrollkollektives (n=439) aus demselben Zeitraum verglichen, das nicht oder unproblematisch exponiert war. Unsere prospektive, kontrollierte Followup-Studie konnte kein fruchtschädigendes Potential von Venlafaxin nachweisen.
Nach mütterlicher Behandlung mit Venlafaxin in der sensiblen Phase der Organdifferenzierung (I.Trimenon) beobachtete man im schwedischen Schwangerschaftsregister unter 505 Neugeborenen keine Zunahme angeborener Anomalien (Lennestål & Källén 2007).
Ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko aufgrund der Medikation ist angesichts der aktuellen Datenlage nicht zu erwarten. Eine Fortsetzung der aktuellen Medikation (Venlafaxin 75 mg pro Tag) ist auch in der Schwangerschaft möglich.
Nach Anwendung von Antidepressiva wie Citalopram, Fluoxetin, Fluvoxamin, Mirtazapin, Paroxetin, Sertralin und Venlafaxin im letzten Schwangerschaftsdrittel wurden Atem- und Ernährungsstörungen, Krampfanfälle, Unruhe und anhaltendes Schreien bei den Neugeborenen beobachtet. Diese Beschwerden (max. 2 Wochen nach Geburt) können verlängerten Krankenhausaufenthalt, Beatmung bzw. Ernährung per Sonde erfordern. Es kann sich dabei um direkte unerwünschte Wirkungen der Antidepressiva auf das Neugeborene oder um Zeichen eines Entzugssyndroms handeln.
Insgesamt liegen bislang 14 Beobachtungen von Mutter/Kind-Paaren in der Stillzeit unter Medikation mit Venlafaxin vor (Gentile 2005). Messbare Spiegel von Venlafaxin bzw. seinen Metaboliten ließen sich bei drei, zwei bzw. fünf Kindern von insgesamt 12 kontrollierten Säuglingen in den bisher veröf-fentlichten Studien nachweisen, ohne dass dabei Komplikationen beobachtet worden wären (Ilett et al 2002, Hendrick et al 2001, Berle et al 2004). Bei zwei weiteren Säuglingen stellte man nach sechsmonatiger Stillzeit unter mütterli-cher Anwendung von Venlafaxin eine unauffällige Verhaltensentwicklung fest (Ilett et al 1998). Die gewichtsadaptierte Säuglingsdosis betrug einschließlich der aktiven Metaboliten von Venlafaxin 5,5 bis 7,6% der mütterlichen Dosis.
Eine Fortsetzung Ihrer relativ niedrig dosierten Medikation wäre im weiteren Schwangerschaftsverlauf durchaus vertretbar. |
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