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  Dr. Wolfgang Paulus - Medikamente in der Schwangerschaft

Dr. Wolfgang Paulus
Medikamente in der Schwangerschaft und Stillzeit

 

Re: Probenecid

Zur Anwendung von Probenecid in der Stillzeit liegen nur wenige publizierte Daten vor. Tagesdosen bis 2 g scheinen nur geringe Spiegel in der Muttermilch zu verursachen. Komplikationen für den Säugling sind wohl nicht zu befürchten, insbesondere wenn das Kind älter als zwei Monate ist.

In Tierversuchen förderte Probenecid z. B. den Übergang von Cimetidin in die Muttermilch (Gerk et al 2001). Inwieweit Probenecid auch die Ausscheidung anderer Wirkstoffe in die Muttermilch verstärkt, ist nicht geklärt.

Eine stillende Mutter erhielt täglich 4 x 500 mg Probenecid, um die Spiegel des Antibiotikums Cephalexin in der Muttermilch im Rahmen einer Mastititstherapie zu erhöhen (Ilett et al 2006). Der Säugling nahm über die Muttermilch Probenecid 145 µg/kg/d auf, was gewichtsadaptiert 0,7% der mütterlichen Dosis entspricht. Das Kind entwickelte Diarrhoen, was vermutlich eher auf den Übergang von Cephalexin in die Muttermilch zurückzuführen ist.

von Dr. Wolfgang Paulus am 03.10.2017
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