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Dr. Paulus - Medikamente in der Schwangerschaft und Stillzeit Dr. Paulus - Medikamente in der Schwangerschaft und Stillzeit
Geschrieben von naddl27 am 09.09.2011
Zusätzliche Angaben:
 
Letzte Regel:28.06.2011
Entbindungstermin:03.04.2012
Medikamente:Atrovent, danach Budesonid 0,2
Zeitraum / Dosis:2 Hub/Tag seid 3 Tagen
Belastungen:Asthma bronchiale
Krankheiten:s.o.

Husten in der Frühschwangerschaft, welches Medikament erlaubt?

Guten Tag!

Seid 4 Tagen habe ich eine Erkältung zuerst mit Gliederschmerzen, dann mit starkem trockenen Husten (nur morgens gelöster). Mein Hausarzt hat mir vor 3 Tagen bestätigt, dass ich Atrovent auch in der SS benutzen kann, Budesonid nehme ich als Dauertherapie seid 5 Jahren. Als Schleimlöser wurde mit Ambroxol empfohlen, sei in der gesamten SS o.k.. In der Packungsbeilage stand was anderes, weshalb ich es nicht genommen habe und stattdessen mit Hustentee und viel inhalieren versuchte, den Schleim zu lösen. Ich vermute, aufgrund der Vorerkrankung reicht das nicht und auch die Dosis Atrovent/Budes reichen nicht aus. Ich traue mich allerdings nicht, mehr zu nehmen.
Habe auch Soledum Hustensaft zu Hause, im Beipackzettel steht nichts von Risiken in der SS. Kann ich diesen denn einnehmen?
Bin sehr verunsichert. Ich hatte auch meinen Gynokologen angerufen, die Arzthelferin sagte mir dass alle Hustenmedikamente in der SS verboten seien! Vielleicht können Sie mir weiterhelfen?
Vielen Dank vorab.
Frage beantworten
 


*1 Antwort:

Re: Husten in der Frühschwangerschaft, welches Medikament erlaubt?

Antwort von Dr.Paulus am 16.09.2011
 
Zur inhalativen Glukokortikoidtherapie bei Asthma bronchiale werden vor allem Beclometason, Budesonid, Flunisolid, Fluticason, Mometason und Triamcinolon eingesetzt. Eine insuffiziente Behandlung von chronischem Asthma bronchiale in der Schwangerschaft kann gesundheitliche Schäden für Mutter und Kind (z. B. Hypoxie, niedriges Geburtsgewicht) mit sich bringen (Witlin 1997; Dombrowski 1997; Jana et al 1995).
Epidemiologische Studien zur inhalativen Glukokortikoidtherapie in der Schwangerschaft zeigten keine Zunahme angeborener Anomalien. Eine retrospektive Studie zur Medikation mit Triamcinolon, Beclometason bzw. Theophyllin bei Asthma in der Schwangerschaft ergab für keinen Wirkstoff einen Zusammenhang mit Fehlbildungen (Blais et al 1998).
Die multizentrische, prospektive Doppelblindstudie START (Inhaled Steroid Treatment As Regular Therapy) bestätigte, dass die Inhalation von 400 µg Budesonid in der Schwangerschaft sicher ist (Silverman et al 2002). Das Swedish Medical Birth Registry konnte keinen Anstieg der Inzidenz angeborener Anomalien unter ca. 3000 Kindern feststellen, deren Mütter in der Frühschwangerschaft Budesonid (inhalativ) angewandt hatten (Norjavaara & De Verdier 2003, Kallen et al 1999). Inhalative Kortikoide werden daher bei mäßigem bis schwerem Asthma bronchiale als Standardtherapie in der Schwangerschaft empfohlen (Oren et al 2004).

Auch die Anwendung von Ipratropiumbromid (Atrovent) wäre bei Bedarf vertretbar, wenn auch in der Schwangerschaft etwas weniger erprobt.

Genügen Inhalationsbehandlung (auch mit Zusatz ätherischer Substanzen) und reichliche Flüssigkeitsaufnahme bei Bronchitis nicht zur Schleimlösung, dürfen auch Schleimlöser wie Ambroxol verabreicht werden. Ambroxol wurde bei drohender Frühgeburt erfolgreich zur Induktion der fetalen Surfactantbildung eingesetzt. Dabei wurden Tagesdosen von 1000 mg über mehrere Tage als Infusion gegeben.

Eine kindliche Schädigung durch die von Ihnen beschriebene Medikation ist daher nicht zu befürchten.

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