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Liebe auf den ersten Blick?

Liebe auf den ersten Blick?

Mama, Papa, Baby - gibt es da eigentlich sowas wie Liebe auf den ersten Blick? Die Antwort ist ein klares JEIN - denn die Vorfreude auf das Baby und das wunderbare Gefühl einer unglaublich tiefen Zuneigung unmittelbar nach der Entbindung ist die eine Sache - die dauerhafte, liebevolle Bindung, die erst noch wachsen muss - eine andere.

Geschafft - nach neun langen Monaten ist es endlich da: noch ein bisschen verschrumpelt, krebsrot und laut schreiend - das Baby. Von diesem Moment an muss sich die neue kleine Gemeinschaft - Mami, Papi, Baby - erst einmal kennen lernen. Nicht nur das Baby wird seine Eltern "entdecken" - auch Mami und Papi werden nun möglicherweise ganz neue Züge aneinander finden. Denn dass jetzt nichts mehr so ist, wie vorher, dämmert allen Beteiligten spätestens in den ersten durchwachten Nächten. Dem Baby, weil es das warme, enge, gemütliche "Zuhause" in Mamis Bauch auf der Matratze im Kinderbett vermisst und dies lautstark zum Ausdruck bringt - und die Eltern, weil die roten Ringe unter den Augen immer tiefer werden.

Dem ersten, perfekt scheinenden Glück kurz nach der Geburt folgt in den nächsten Wochen oft eine ganz neue Nachdenklichkeit - manchmal auch Frust. Die Freiheit der bisherigen Zweisamkeit wird durch neue Verantwortung beeinträchtigt, eigene Bedürfnisse müssen oft weit zurückgestellt werden - kurzum: Babyeinsatz rund um die Uhr ist angesagt. Vor allem die Frauen, die zum ersten Mal Mutter geworden sind, geraten leicht - von ihren Hormonen zusätzlich herumgeschubst - in die berühmte "Heulstimmung", die von einem noch erträglichen Weltschmerz bis zur tiefen Depression reichen kann.

Was einer Liebe auf den ersten Blick sonst noch entgegenstehen kann ...

...sind große Sorgen, die die Eltern während der Schwangerschaft hatten - die vielleicht gar nicht zuließen, dass man sich auf das Baby einstellte - wenn das Baby erst in eine Kinderklinik verlegt werden musste oder wenn das Temperament von Mami oder/und Papi nun einmal so beschaffen ist, dass es tiefe Gefühle nur langsam entstehen lässt.

Babys helfen bei der Entstehung der Bindung

Für das Baby sind die Eltern keine Unbekannten mehr, wenn es auf die Welt kommt. Mindestens während der letzten 10 Wochen der Schwangerschaft "hört" es der Mutter und dem Vater zu. Ihr Lachen und ihre Stimmen sind ihm inzwischen vertraut - weshalb es den Eltern nach der Geburt wesentlich verbundener ist, als anderen Menschen. Untersuchungen haben immer wieder bestätigt, dass Babys die Gesichter der Eltern schon bald nach der Geburt mit den ihnen aus der vorgeburtlichen Phase bekannten Stimmen in Verbindung bringen und nach kurzer Zeit die Gesichter auch dann identifizieren, wenn diese nicht sprechen. Von jetzt an suchen sie den Kontakt mit den Eltern stärker, als mit anderen Personen. Die Aufmerksamkeit, mit der sie in den Stimmen und Gesichtern von Mutter und Vater nach Emotionen suchen, ist weit höher, als die Aufmerksamkeit, die sie anderen schenken. Zur Kontaktaufnahme nutzen sie intensiv die Möglichkeiten, die sie haben - Grimassen schneiden, sich mit Fingern an der Kleidung der Eltern festhalten, die Arme entgegenstrecken. Das Baby scheint Mundbewegungen genau zu verfolgen und beinahe nachzumachen, als wolle es mitsprechen. Hinter allem steht aber weniger der Wunsch nach Unterhaltung, als vielmehr der Instinkt, eine möglichst enge, liebevolle, starke Bindung aufzubauen. Dabei sollten Sie es tatkräftig unterstützen. "Liebevolle, enge Bindung zwischen Mutter und Kind entsteht umso leichter, je ausgeglichener und selbstverständlicher die Mutter beruhigend mit dem Baby umgeht, dabei aktiv auf es eingeht und auf seine Signale verständnisvoll reagiert" (John Ritter 1976).

Lebenswichtige Liebe ...

...in des Wortes wahrster Bedeutung ist es, was sie suchen. Und die Form in der sie sie zunächst finden möchten, ist Geborgenheit und Sicherheit - Vertrauenswürdigkeit und Verlässlichkeit. Lebenswichtig ist diese Bindung deshalb, weil sie für die gesunde Entwicklung des Babys unerlässlich ist. Die Auswirkungen des Fehlens enger, liebevoller Beziehungen auf die körperliche Entwicklung und sogar auf das Überleben selbst sind durch viele Untersuchungen belegt.
"Untersuchungen hospitalisierter Kinder zeigten in den 30er Jahren folgendes Bild: Trotz ausgewogener Ernährung litten die Kinder oft an Infektionen der Atemwege und an unerklärlichem Fieber. Sie nahmen an Gewicht kaum zu, und ihr körperlicher Zustand verschlechterte sich, weil sie zum Beispiel Durchfall bekamen, Anzeichen von Muskelschwäche zeigten und Essstörungen entwickelten. Eine Untersuchung an Kindern aus Findelhäusern in den USA und Kanada berichtete über schwere psychische und physische Schäden, wie auch über hohe Sterblichkeitsraten trotz guter Ernährung und medizinischer Versorgung (Spitz und Wolf 1946). Diese negativen Folgen fehlender Gelegenheit zu einer festen, engen Bindung findet man auch in Familien, in welchen die Kinder hoher psychischer Belastung (Stress) ausgesetzt sind. In Familien, die durch emotionale Distanz geprägt sind, haben sie Untergewicht und der Aufbau ihrer Knochen verzögert sich. Wenn man sie aus dieser Umwelt herausnimmt, fangen sie an zu wachsen. Das Wachstum setzt aber wieder aus, wenn man sie zurückbringt - ein Phänomen, das als psychosoziale Wachstumsschwäche (psychosocial dwarfism) bekannt ist" (Zimbardo, Psychologie 1988).

Babys spüren Zuwendung am intensivsten ...

...wenn sie den Eltern körperlich nahe sind. Deshalb ist es auch unnatürlich, ein Neugeborenes viel und lange sich selbst zu überlassen. Babys schlafen nirgendwo lieber und schneller ein, als dicht bei Mami und Papi, wenn sie deren Atem hören oder beruhigenden Worten lauschen - auch wenn sie noch keines davon verstehen. Auf dem elterlichen Arm fühlen sie sich sicher und dösen nach dem Füttern glücklich auf Mamis Bauch ein. Zuwendung und Bindung geben ihnen das "Urvertrauen", das für die Entwicklung eines gesunden Selbstvertrauens so wichtig ist.

"Die Bindung wird durch Lebensumstände gefördert, die die Dauer und/oder Häufigkeit engen Körperkontaktes begünstigen. So ist es nicht verwunderlich, dass erstgeborene Kinder oder Risikokinder (Frühgeburten oder kranke Kinder) oft die besten Bedingungen zur Entwicklung der Bindung haben" (Zimbardo, Psychologie 1988).

Bei einem Baby können Sie deshalb Liebe und Zuwendung nicht überdosieren - je stärker es das Gefühl hat, dass da jemand in der Nähe ist, auf den es sich blind verlassen kann, desto gesünder wird es sich entwickeln.

Zuletzt überarbeitet: Dezember 2015

   

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