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Tipps für den Alltag mit Kinderwagen

Tipps für den Alltag mit Kinderwagen Kinderwagenfahren sieht so einfach aus,
doch gerade frischgebackene Eltern sind
häufig über die Tücken des Alltags mit Babys
ersten fahrendem Untersatz überrascht.
Mit unseren Tipps sind Sie auf alle Lebenslagen vorbereitet und Sie können dieser aufregenden und einmaligen Zeit gelassen entgegen sehen.

Sicherheit als oberstes Gebot

Um Unfälle im und mit dem Kinderwagen zu vermeiden, beachten Sie folgende Punkte:
* Kontrollieren Sie den Kinderwagen regelmäßig. Vor allem die Bremsen müssen einwandfrei funktionieren.
 
* Beachten Sie die Gebrauchsanleitung und die Warnhinweise des Herstellers.
 
* Achten Sie unbedingt darauf, dass die Feststellmechanismen vollständig einrasten, bevor Sie das Kind in den Wagen legen oder setzen.
 
* Legen Sie die Einkäufe in das dafür vorgesehene Einkaufsnetz oder den Boden. Einkaufstüten, die am Griff des Wagens hängen, können die Gewichtverteilung so verändern, dass der Wagen samt Kind kippt!
 
* Bringen Sie keine unnötigen Schnüren, Ketten oder Kleinteile am Wagen an, damit sich Ihr Kind nicht in einem unbeobachteten Moment stranguliert oder verschluckt. Nutzen Sie nur dafür gekennzeichnetes Spielzeug oder Schnullerketten, wenn Sie Ihrem Kind gerne eine Beschäftigung im Wagen bieten möchten. Achten Sie aber auch dann beim Hereinsetzen des Kindes auf mögliche "Fallen" für Ihr Kind.
 
* Kinder, die bereits sitzen können, sollten unbedingt angeschnallt werden!
 
* Stellen Sie die Bremse auch bei kurzem Halt ein. Vor allem im Straßenverkehr oder an Bahnsteigen oder Bushaltestellen passieren leider häufig schwere Unfälle, weil Kinderwagen vor die Fahrzeuge rollen.
 
* Lassen Sie Ihr Kind im Wagen nicht unbeaufsichtigt.

Aufzug statt Rolltreppe

Ebenfalls ein wichtiger Sicherheitsfaktor ist die Nutzung eines Aufzugs, auch wenn der Gang zur Rolltreppe meistens kürzer ist. Auch wenn Sie des Öfteren Eltern auf Rolltreppen sehen, die sich schier verbiegen um den Wagen samt Kind und Einkäufen auf der fahrenden Treppe halten zu können, suchen Sie sich lieber den nächsten Aufzug - es ist sicherer. Mittlerweile gibt sogar eine EU-Norm vor, dass Kinderwagen nicht mehr auf Rolltreppen befördert werden dürfen. Verbotsschilder in Einkaufszentren weisen Sie ebenfalls auf diese Vorschrift hin, so dass niemand für den Schaden haftet, falls es wirklich zu einem Unfall kommt.

Andere Wege nehmen

Sind Sie mit Kinderwagen unterwegs, müssen Sie umdenken und andere Wege nehmen. Sie werden überrascht sein, auf welche Hindernisse Sie im alltäglichen Leben stoßen, obwohl Sie Ihre Umgebung bisher wie Ihre Westentasche zu kennen glaubten. Mit Kinderwagen sind Sie weniger beweglich und flexibel, denn Sie können keine Rolltreppen nutzen, lange Treppen werden Sie zukünftig wahrscheinlich auch vermeiden und die engen Gassen im Lieblingssupermarkt stellen Sie vor die logistischen Probleme eines Rollstuhlfahrers. Machen Sie sich deshalb den Spaß, schon vor Geburt Ihres Kindes neue Wege zu gehen. Stellen Sie sich vor, Sie schieben schon den Kinderwagen oder sind durch Krücken oder durch einen Rollstuhl gehandicapt. Welche barrierefreien Möglichkeiten von A nach B zu kommen bietet Ihre Gemeinde oder Stadt? Wo gibt es sichere Straßenübergänge oder Unterführungen ohne Treppen oder Aufzüge? Bedenken Sie auch, dass Sie für alle Besorgungen mehr Zeit einplanen müssen - das erleichtert Ihnen Ihr Zeitmanagement ungemein, wenn Sie Ihr Baby dann wirklich in den Armen halten bzw. Sie es im Kinderwagen "ausfahren".

Bus und Bahn mit Kinderwagen

Für die meisten Eltern, die in der Stadt wohnen, gehört es zum Alltag: das Fahren mit Bus und Bahn. Bei überfüllten Bussen und Bahnen sind gute Nerven gefragt, fahren Sie deshalb beim ersten Gang in die Innenstadt nicht alleine. Kurz nach der Geburt sind gerade Frauen durch Hormone sehr sensibel und lassen sich schneller von unfreundlichen Mitmenschen stressen. Doch auch wenn die Geburt einige Zeit her ist, sollten Sie die sogenannte Rushhour vermeiden, wenn dies möglich ist. Denn volle Busse und Bahnen sind mit Kinderwagen extrem anstrengen - egal, in welch psychischer Verfassung mann oder frau ist. Hier hilft nur, Augen zu und durch und gegebenenfalls um Hilfe bitten. Junge Eltern machen häufig die Erfahrung, dass ungefragt niemand hilft - eine frustrierende Erfahrung. Doch spricht man seine Mitmenschen direkt an, verweigern die wenigsten ihre Hilfe.

Rückengerechte Kinderwagen-Einstellung

Die modernen Kinderwagen bieten eine variable Einstellung der Fahrgriffe. So können Eltern ihrer Größe entsprechend den Wagen "umbauen" und schonen ihren Rücken ungemein. Nutzen Sie diese Möglichkeit, auch wenn Sie nur eine kurze Strecke unterwegs sind, damit Sie lästigen Rückenschmerzen (unter denen nach der Geburt leider viele Frauen leiden) möglichst vermeiden.

Kinderwagendiebstähle nehmen zu

Gerade in größeren Städten werden Kinderwagendiebstähle zunehmend zum Problem, denn gute Kinderwagen lassen sich einfach und verhältnismäßig teuer weiterverkaufen und sind somit für Diebe ein lohnendes Ziel. Müssen Sie Ihren Wagen des Öfteren vor dem Supermarkt oder dem Kinderwagen Ihres großen Kindes stehen lassen, besorgen Sie sich ein günstiges Zahlenschloss. Damit ist der Kinderwagen zumindest für diese kurze Zeit gesichert. Durch das flexible Zahlenschloss können auch Oma und Opa oder die Babysitterin den Kinderwagen an- und abschließen, ohne dass Sie jedem Einzelnen einen Schlüssel nachmachen lassen müssen.

Reinigung des Wagens

Ein Kinderwagen ist ein Gebrauchsgegenstand - das sieht man leider oftmals sehr schnell. Von außen wird das Gestell von Erde, Regen oder Schlamm verschmutzt, von innen krümeln und sabbern die Kinder die Bezüge voll. Achten Sie beim Waschen unbedingt auf die Angaben vom Hersteller. Viele Bezüge müssen (oder dürfen) nicht in der Waschmaschine gewaschen werden und es reicht die Säuberung mit einem nassen Tuch. Vermeiden Sie Verbleichungen des Wagens, indem Sie ihn nicht in der Sonne trocknen oder zu lange stehen lassen. Die Räder und das Gestell können Sie mit etwas Wasser abwaschen oder mit dem Gartenschlauch abspritzen. Sie sollten allerdings hinterher den Rahmen gut abtrocknen, damit die Schrauben oder Gewinde nicht rosten.

Kinderwagen im Hausflur?

Wohnen Sie in einem Altbau oder in einem höheren Gebäude ohne Fahrstuhl, stellt sich wahrscheinlich folgendes Problem: Wohin mit dem Kinderwagen? Genau diese Frage beschäftigt auch viele Gerichte in Deutschland, denn immer wieder kommt es zu Streit zwischen Hauseigentümern, der Hausverwaltung oder Mitbewohnern. Das Landgericht Berlin hat in einem Urteil Klarheit geschaffen - sehr zur Freude vieler Eltern. Laut diesem Urteil ist es grundsätzlich unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt, den Kinderwagen im Treppenhaus abzustellen. Dies kann dann auch nicht durch Eigentümer oder Hausverwaltung verboten werden. Voraussetzung ist, dass der Vermieter oder die Hausverwaltung keine andere Abstellmöglichkeit zur Verfügung stellt und der Transport des Kinderwagens in die Wohnung nicht zumutbar ist. Haben Sie also keine Abstellmöglichkeit in einem Fahrradkeller, einer Garage, überdachtem Hof oder ähnlichem in Ihrem Haus, gilt dieses Urteil sehr wahrscheinlich auch für Sie, vorausgesetzt Sie wohnen nicht gerade im Erdgeschoss.

Jenni Zwick

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