Möglichst natürliche Materialien, kein "fertiges Spielzeug" - damit wird im Waldorf-Kindergarten die ganzheitliche Entwicklung der Kinder gefördert. Die Kleinen sollen ihre Kreativität entfalten können, ihrer Phantasie freien Lauf lassen.
Das Kind in Ehrfurcht empfangen, in Liebe erziehen und In Freiheit entlassen. So ein Zitat von Rudolf Steiner, der die Waldorf-Pädagogik entwickelt hat. Natürlich hängt die Umsetzung des pädagogischen Konzepts auch in einem Waldorfkindergarten - genauso wie in allen anderen Einrichtungen - immer von den jeweiligen Erziehern ab. Im Vordergrund steht für den Erzieher aber immer die Frage: "Wie kann ich dem Kind helfen, seine eigene Individualität zu entdecken und zu entfalten?" Weitere Kernelemente sind feste Rhythmen im Tagesablauf, im Wochenablauf und ein starker Bezug zu den Jahreszeiten. Diese gleichmäßigen Abläufe sollen den Kindern Stabilität und Geborgenheit vermitteln. Wichtigster Ansatz außerdem ist die Nachahmung. Kinder suchen sich ein Vorbild und ahmen beispielsweise die Erzieherin nach. Darüber hinaus nehmen Kinder auch die innere Haltung und Gesinnung der Erwachsenen wahr und ahmen auch diese nach, so die Auffassung der Waldorf-Pädagogen.
Das Spielzeug ist oft ungegenständlich und besteht aus Naturmaterialien wie Wolle, Filz, Tüchern, Körben mit Nusskernen und ähnlichem. So soll die Kreativität gefördert und die Phantasie angeregt werden. Häufig ist die Eurythmie, also eine Tanzkunst, Teil des Tages- oder Wochenablaufs.
Der erste Waldorfkindergarten wurde 1919 in Stuttgart eröffnet.
Heute gibt es in Deutschland über 500 Waldorfkindergärten.