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Kindergarten

Spielend lernen

Zum Spielen wurden bereits unzählige Texte verfasst, Studien angestrengt - allesamt mit einem Ergebnis: Spielen ist für Kinder von außerordentlicher Wichtigkeit. Spielen macht schlau, kreativ und erfinderisch und stärkt die Fähigkeit, Probleme zu lösen.

Spielerisch lernen und sich weiter entwickeln

Spielen ist gleichzusetzen mit Lernen. Denn im Spiel kann das Kind sich ausprobieren, Dinge überprüfen, versunken seine Welt erkunden. In Rollenspielen lernt es, sich in andere einzufühlen, Alltagserlebnisse zu verarbeiten. Während stetem Wiederholen ähnlicher Situationen gewinnt es Routine und Sicherheit.

Im Berliner Bildungsprogramm heißt es: "Das Spiel der Kinder ist eine selbstbestimmte Tätigkeit, in der sie ihre Lebenswirklichkeit konstruieren und rekonstruieren... sie verhalten sich, als ob das Spiel Wirklichkeit wäre. Kinder konstruieren spielend soziale Beziehungen und schaffen sich die passenden Bedingungen. Kinder verbinden immer einen Sinn mit dem Spiel und seinen Inhalten. Sie gebrauchen ihre Fantasie, um die Welt im Spiel ihren eigenen Vorstellungen entsprechend umzugestalten. Für die Spielenden ist allein die Handlung, in der sie ihre Spielabsichten und Ziele verwirklichen, wesentlich und nicht ihr Ergebnis. Gerade darin liegen die bildenden Elemente des Spiels. Das Spiel ist in besonders ausgeprägter Weise ein selbstbestimmtes Lernen mit allen Sinnen, mit starker emotionaler Beteiligung, mit geistigem und körperlichem Krafteinsatz. Es ist ein ganzheitliches Lernen, weil es die ganze Persönlichkeit fordert und fördert..."

Spielerisch Probleme lösen

Mit Freude und Spaß an der Sache kann sich das Kind lange und hingebungsvoll in "ein freiwilliges Spiel" vertiefen. Bei auferlegten Pflichten etwas zu lernen wird es im Vergleich dazu wahrscheinlich eher lustloser und nicht in dem Maße gewinnbringend lernen. Barbara Perras, Erzieherin und Motopädagogin, beschreibt dies in "Üben? - Nur im freien Spiel entfaltet sich menschliche Intelligenz": "Freispiel bietet dem Kind die Möglichkeit, das Problem zu lösen, welches es gerade beschäftigt: Es kommt vom Ungleichgewicht zum Gleichgewicht, vom Chaos zur Ordnung. Nur durch Chaos, welches durch das Kind zu ordnen ist und welches es auch bewältigen kann, entstehen Ordnung und Komplexität bzw. Lernen. Das Kind entwickelt dabei Leistungsmotivation und Arbeitshaltung. Die Anlagen dazu stecken bereits in ihm; es will selbst forschen und entdecken. Durch fremd gesteckte Ziele und Erwartungen wird das Kind in seinen eigenen Vorstellungen gebremst und geht lustloser an die Sache."

Es sollte neben angeleiteten Angeboten der Erzieher und Erzieherinnern im Kindergarten also auch dringend noch genügend Raum für freies und selbstbestimmtes Spiel geben. Ob Bewegungsspiele, (Fangen oder Verstecken), Rollenspiele, (Mutter-Vater-Kind oder Kaufmannladen), ob experimentieren (Fällt wirklich immer alles nach unten?), musizieren (Was für einen Ton gibt das?), Kreisspiele (Der Plumpsack geht um), Konstruktionsspiele (Hält dieser Turm mit den Bauklötzen?) - die Palette an verschiedenen Spielarten ist groß.

Spielerisch anleiten

Spielbegleitung sollte beim Spielen im Kindergarten aber immer gegeben sein: Zuerst sollte die Erzieherin die Kinder beim Spielen beobachten. Spielt das Kind lieber allein, kann es mehr oder weniger ausgiebig mit anderen Kindern zusammen spielen, benötigt es Hilfe, um ins Spiel zu gelangen, braucht es lange, um sich für ein Spiel zu entscheiden - sind zum Beispiel Fragen, die eine Erzieherin beantworten können sollte. Anhand dieser Erkenntnisse kann sie dann unterstützend einwirken, auf Interessen eingehen und die Kinder beim Spiel begleiten. Sie kann ein Kind gegebenenfalls anspielen, oder direkt fragen, ob sie mit ihm spielen soll. Dies kann für die Kinder einen Zufallscharakter haben, so dass sie gar nicht merken, wie sie ins Spiel einbezogen werden. Oder die Erzieherin bringt Anregungen mit ein: "Das Kätzchen ist müde - dann braucht es einen Schlafplatz, wer hat eine Idee?"). Oder sie kann Streit verhindern, indem sie eine Idee einbringt, wie alle ihre eigenen Vorstellungen verwirklichen können (z.B. Gruppen bilden) oder sie ermöglicht den Kindern, Räume umzugestalten (Raumteilung, Pappkartons, Tücher usw.). Sobald die Kinder selbst zu spielen beginnen, kann sich die Erzieherin zurückziehen.

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