Viele Kinder haben nur
wenige Geschwister oder vielleicht gar keine. Der Trend geht hin zur
Kleinfamilie. Auch die eigentlichen Spielräume für Kinder schwinden immer
mehr. Die Zeit und Erfahrungen, die ein Kind im Kindergarten sammeln kann,
werden notwendiger denn je. Hier bietet sich dem Kind die Möglichkeit, andere
Kinder näher kennen zu lernen und seinen Platz in einer Gruppe zu finden und
stetig zu verteidigen.
"Der Kindergarten ergänzt das Familienleben durch seine gemeinsamen Spiele und Beschäftigungen
und bereitet die Kinder durch harmonische Entwicklung all dieser Anlagen auf die spätere Schule des
Lebens vor", schreibt die Pädagogin Lina Morgenstern in Ihrem Buch
"Paradies der Kindheit". Im Kindergarten kann das Kind Erfahrungen
sammeln, die ihm das Familienleben nicht in dieser Weise bieten kann.
Das Bundesfamilienministerium erklärt eindeutig: "Der Kindergarten ist eine
Einrichtung der öffentlichen und frühen Bildung, Erziehung und Betreuung für
Kinder vom vollendeten dritten Lebensjahr bis zur Einschulung. Er gehört als
Elementarbereich zu unserem Bildungs- wesen. Seit dem 1. Januar 1996 hat jedes
Kind vom vollendeten dritten Lebensjahr an bis zum Schuleintritt einen
Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz". In vielen Regionen jedoch macht
es das knappe Angebot an Kindergärten schwierig, tatsächlich einen Platz in
einer bestimmten Einrichtung zu bekommen. Viele Kindergärten haben eine
Warteliste, auf die man sich eintragen lassen kann.