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Autoaggression: Mein Kind schlägt sich selbst

Autoaggression: Mein Kind schlägt sich selbst

Wenn kleine Kinder im zweiten Lebensjahr plötzlich anfangen, aus Wut ihren Kopf gegen die Wand, den Boden oder die Fensterscheiben zu schlagen, steht man als Erwachsener nur ratlos daneben. Was dahinter steckt und wie man am besten auf Autoaggression reagiert.

Vor allem ist da die Frage: Was sollen wir tun?

Kinder, die sich selbst verletzen, wecken bei Eltern verständlicherweise Angstgefühle und Hilflosigkeit: Was soll man nur tun, wenn das eigene Kind so überreagiert und sich selbst verletzt? Gleichzeitig ist das Geschehen so verstörend, dass Eltern sich um die seelische Gesundheit ihres Kindes sorgen.
Möglichst ruhig und besonnen reagieren, lautet der Rat von Kinderarzt Dr. Posth. Schreien und Wutanfälle sind nicht zielführend. Denn dadurch schaukeln Eltern die Wut bei ihrem Kind noch weiter hoch. Und gleichzeitig ist diese Reaktion ein (ungewolltes) Zeichen an das Kind, dass es sich "normal" verhält.

Verletzungen verhindern

Meistens wollen Kinder in dieser Ausnahmesituation gar nicht beruhigt werden. Um zu verhindern, dass sie sich ernsthaft verletzen, sollten die Eltern versuchen, ihnen ein Kissen unterzulegen oder sie von einer Gefahrenzone wegzuziehen. Meistens dauert so ein Wutanfall nur wenige Minuten an. Danach sollten die Eltern ihr Kind beruhigen und trösten. Aber: Hat sich der Wutanfall aus einer konkreten Situation, beispielsweise einem Verbot, ergeben, ist es wichtig, hier möglichst nicht nachzugeben. Denn andernfalls lernt das Kind, diese autoaggressiven Wutanfälle als Instrument einzusetzen.

Woher kommt die Autoaggression?

Eltern, die dieses Verhalten bei ihren kleinen Kindern beobachten, müssen sich keine Sorgen machen. Auf dem Weg zu einem selbstbewussten "Ich" machen Kinder in dieser Lebensphase eine Entwicklung durch, die von starken Spannungen geprägt ist. Sie sind hin- und hergerissen zwischen dem Bedürfnis, sich abzulösen und sich gleichzeitig anzulehnen. Täglich sind sie mit Herausforderungen konfrontiert, die es zu überwinden gilt - häufig gefolgt von der Enttäuschung über das noch fehlende Können. Diese Gefühle treffen auf eine sehr niedrige Frustrationstoleranz. Klar, dass das Kind seine Wut über diese Grenzen herausschreien muss. Ebenso verhält es sich mit Grenzen, die von außen - also von Mama oder Papa - gezogen werden. Die Reaktion: Es schreit und wirft mit Gegenständen. Je nach Temperament, richtet sich seine Wut auch gegen sich selbst. Vielleicht, weil das eigentliche Objekt ihrer Wut sich körperlich entzieht oder zu überlegen ist. Später kann es dann auch zu Aggression gegen andere Kinder oder gegen die Eltern kommen.

Wut ist ein Ausdruck von Frustration

Es ist wichtig, dass Eltern den aggressiven Trieb des Kleinkindes, der sich in dieser Situation gegen sich selbst richtet (Autoaggression), als zunächst neutral betrachten. Damit ist nicht gemeint, sie in dem unkontrollierten "Ausleben" der Aggression zu bestätigen, sondern sich klar zu machen, dass sie ein Ausdruck von Selbstbehauptung- und Abgrenzungswillen ist. Je älter die Kinder werden, desto mehr werden sie verstehen, dass sie ihren Willen und ihre Gefühle auf andere Weise erfolgreicher als mit aggressiven Mitteln durchsetzen und vermitteln können.

von Eva Becker

Zuletzt überarbeitet: Juli 2017

   

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