Re: Ernährungsplan
Liebe „Hannah1234“,
gerne nehme ich mir die Zeit und antworte auf Ihren Beitrag.
Am besten wir gehen einen Schritt nach dem anderen.
Zunächst einmal wäre es gut gewesen, die Reaktionen auf den Brei mit der 1er-Milch dem Kinderarzt zu zeigen, damit die Ursache abgeklärt ist. Ob es sich um eine Allergie, eine Unverträglichkeit, einen Zufall etc. gehandelt hat, kann nur ein Arzt aufklären.
Da Ihre Kleine den Brei mit HA-Nahrung gut vertragen hat, kann es gut sein, dass Sie auf gewisse Milchbestandteile reagiert hat. Aber wie gesagt hier ist ein Arzt zuständig. Ich würde das abklären lassen.
Muttermilch ist nach vor prima, keine Frage. Sie liefert wichtige Nährstoffe und stillt den Durst. Leider ist Muttermilch keine gute Quelle für Eisen. Der Nährstoff Eisen wird für die Blutbildung und den Sauerstofftransport im Blut benötigt, damit alle Organe - auch das Gehirn - bestens versorgt werden. Babys legen im Mutterleib einen Speicher an, der nach vier bis sechs Monaten aufgebraucht ist. Von da an ist das Baby auf eine Eisenzufuhr von außen angewiesen. Gute Eisenlieferanten sind dann die fleischhaltigen Menüs und Milchbreie mit Folgemilch (oder natürlich Folgemilch an sich).
Ich würde Ihnen deshalb empfehlen mittags 5-7 mal ein Menü mit Fleisch zu füttern und abends einen Brei mit Folgenahrung 2. Schafft Ihre Tochter ein ganzes Menü mit Fleisch braucht sie keine Milch als Nachtisch. Die Milch ist jetzt hier ersetzt. Etwas Früchte kann Ihre Kleine im Anschluss löffeln.
Stellt sich beim Arzt heraus, dass Hannah in der Tat auf herkömmliche Milchnahrungen reagiert, kann Sie unsere HA 2 bekommen oder ein Nahrung, die der Arzt empfiehlt. Auch wenn die HA-Nahrung etwas teurer ist als die herkömmliche, ist das sicherlich eine sehr gute Investition. Sie brauchen das Pulver ja letztlich nur einmal täglich für den abendlichen Milchbrei.
Schmecken Sie den Brei mit Früchten ab, das Vitamin C aus dem Obst fördert zusätzlich die Eisenaufnahme aus dem Getreide.
Geben Sie Ihrem Mädchen so viel wie es mag. Eine übliche Portion in diesem Alter beträgt 190-250 g. Das kann von Kind zu Kind verschieden sein, von der Tagesform abhängen und vom Wachstum. Vertrauen Sie da auf Ihre Tochter, sie ist so schlau, sie weiß wie viel sie braucht. Isst Ihr Mädchen auch abends eine Portion Abendbrei, braucht sie keine Milch im Anschluss. Etwas Wasser oder Tee gegen den Durst sind dann ideal. Aber das muss erst geübt werden. Das dauert einige Zeit.
Klappt das gut mit mittags und abends, kann es am Nachmittag einen Obst-Getreide-Brei geben. Es gibt hier keine speziellen Getreidevorgaben für den Nachmittag oder den Abend. Sie können jeweils nach Lust und Laune vorgehen. Neben dem „7-Korn“ kann Hannah auch unsere „Feine Hirse“ und das „Bircher Müesli“ bekommen. Wechseln Sie ruhig beim Getreide und dem Obst ab. Je mehr Geschmacksrichtungen Ihre Kleine jetzt kennenlernt und akzeptiert, umso besser ist das für ihr späteres Essverhalten.
Beim Lesen Ihres Eintrag fällt mir immer wieder auf, dass Sie sich Sorgen machen, sollten Sie die Beikost vorantreiben, dass dann die Muttermilch versiegt. Von diesem Gedanken dürfen und können Sie sich befreien. Die Beikost vom Löffel ist ein ganz natürlicher Entwicklungsschritt, sie ergänzt nun die Muttermilch, die Muttermilch entfällt dadurch aber nicht. Sie werden sehen, Sie können nach wie vor weiterstillen, Ihre Milchproduktion passt sich perfekt an.
Auch wenn Sie abends nach dem Brei nicht mehr stillen, wird morgens genug Milch da sein um den Tag gut gelaunt an der Brust zu beginnen.
Zum Trinken: seien Sie da ganz unbesorgt, Ihr Kleine bekommt noch so viel Milch, sie ist bestens versorgt. Das zusätzliche Trinken (Wasser, Tee, Schorle) können Sie ganz gelassen sehen, es wird oft viel zu streng verfolgt.
Wird die Nahrung insgesamt fester, beginnen Babys erst Durst zu empfinden und lernen diesen mit Wasser und Tee zu stillen.
Das Trinken muss Ihre Kleine dann wie das Essen erst erlernen und immer wieder üben. Da heißt es einfach immer wieder mal geduldig etwas anbieten. Das Trinken ist nichts was von heute auf morgen klappt, es ist ein Lernprozess. Beim Trinken hilft wirklich nur immer wieder geduldig aber ohne Zwang etwas anbieten und selbst ein Vorbild sein und vor Ihrer Kleinen wie selbstverständlich etwas trinken.
Prosten Sie Hannah frohgelaunt zu. So wird das Trinken positiv belegt.
Am einfachsten können Sie an der Windel feststellen, ob Ihr Kind ausreichend Flüssigkeit bekommt. Die Windel sollte immer gut nass und der Stuhl weich und geformt sein.
Schöne Grüße
Doris Plath |