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Mein Baby schläft nur in meinem Arm ein

Liebe Martina,

Mein kleiner (4 1/2 Monate) kann nur in meinem Arm einschlafen, kaum lege ich ihn ab, weint er, ich muss immer sehr lange warten bis ich in sein Bett bringen kann. Meistens wacht er nach 5 Minuten wieder auf, wenn es gut geht, dann nach 10 Minuten.

Ich habe schon viele Dinge in liefern probiert, aber er weint und weint, bis ich ihn nicht wieder in Arm nehme.

Es ist zwar sehr schön das viele kuscheln, aber leider auch etwas belastend, wenn ihn auch mal "normal" ins Bett legen will.

Welche Möglichkeiten können Sie mir empfehlen.

Danke
Liebe Grüße
Andreea


von Andreea2411 am 11.12.2016

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Antworten:

Re: Mein Baby schläft nur in meinem Arm ein

Liebe Andreeea,

ja, es ist stressig, ständig mit einem Anhängsel herum zu laufen, zu liegen, zu gehen.
Anstatt ständig zu versuchen ihn irgendwo abzulegen, ihn zum Schlafen zu bringen, zu horchen, wann er denn wieder aufwacht (alles Frust beladen, weil es eh nicht funktioniert), würde ich ihn einfach tragen und auf mir schlafen lassen.
In ein paar Wochen ist er sicher so weit, dass er im Familienbett am Kopfende schläft, mit Ihrem Kopf an seinem Bauch.

Sie haben ihn bestimmt schon gelesen, deshalb nur noch einmal der Vollständigkeit halber:
Ihr Kind muss NICHT alleine einschlafen! Es ist 18 Wochen alt!
"Alleine einschlafen können" hat nämlich nichts mit Lernen zu tun, sondern mit der Reifung des Gehirns.

Was Ihr Sohn "gelernt (erfahren)" hat: bei Mama und Papa ist Wärme, da ist vertraute Stimme, da ist vertrauter Geruch, da ist Nahrung, da ist Sicherheit - da kann ich in den Schlaf gleiten.

Mal ehrlich: was würden Sie sagen, wenn Ihr Mann sagen würde. Deine Kuschelei mit mir ist nach wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht nötig. Du musst lernen alleine (ein)zuschlafen. Sie würden Ihrem Mann einen Vogel zeigen!!!!! Ihr Kind ist aber erst achtzehn Wochen alt!

Der Tipp kann nur heißen: tragen, tragen, tragen und da sein und gelassen bleiben! Notfalls abends das Kind mit auf die Couch nehmen.

Wenn Sie nach New York ziehen, dann würden Sie sich zu Anfang völlig unsicher fühlen (Angst haben, heulen, sich ungerecht behandelt fühlen), wenn Sie sich nach 3 Wochen auf einmal irgendwo in der Stadt wiederfinden würden! Klar, Sie würden sich dann umschauen und gucken, ob Sie irgendetwas wiedererkennen - Ihr Kind kann das nicht, denn es kann nur einen kurzen Radius scharf sehen! Da gilt: aus dem Auge - aus dem Sinn - Verlassensein!
Und Sie würden in New York nach dem Weg fragen - Ihr Kind kann das nicht - es weiß gar nicht, was ein Weg ist!

Ihr Kind schläft auf dem Arm (in Sicherheit) oder vom Schaukeln des Kinderwagens (bekannte Bewegung) ein und wacht im Bett auf - da würde ich auch schreien! Ihr Kind ist irritiert.
Irritiert, weil es auf dem Arm einschläft, aber an einer anderen Stelle wieder aufwacht! Das Kind weiß nämlich nicht, dass Sie es dort abgelegt haben!
Wenn Sie vor dem Fernseher einschlafen und im Bett aufwachen, dann wissen Sie, dass Ihr Mann so nett war........Ihr Kind kann das nicht einordnen.

Deshalb fühlt es sich im Moment auf Ihrem Arm am wohlsten und das ist gut (und völlig normal) so!

Sicher können Sie sich noch erinnern wie es war als Sie Ihren Freund/ Ihren Mann kennengelernt haben! Da war schmusen, anschauen, knuddeln, knutschen, "zusammenkleben" angesagt - am liebsten hätte man sich doch überhaupt nicht losgelassen, oder?

Und so geht es im Moment Ihrem Kind! Ihr Kind war 9 Monate im Bauch - und da herrscht eine wahnsinnige Geräuschkulisse, da ist richtig Krach! Diesen "Krach" inform von Herzschlag und Darmgeräuschen sucht Ihr KInd, um sich in Sicherheit zu wiegen, deshalb ist Tragen angesagt.

Fiel vielleicht das Wort verwöhnen? Fragen Sie doch mal die anderen Leute, ob sie gerne verwöhnt werden!

Ein paar Beispiele (ohne Ansehen der Person):
Mag Ihr Freund es, wenn man ihn verwöhnt? Ein paar Schnittchen für die Kumpels und ihn beim Fernseh-Fußball-Abend? Abends eine warme Mahlzeit? Rücken eincremen nach dem Baden? Das Bier holen, obwohl er selber gehen kann? Kuscheln vorm Fernseher? DAS ist Verwöhnen!

Mag Ihre (Schwieger)mutter es, wenn Sie Ihr aufmerksam zuhören? Wenn Sie Ihr zum Kaffee den Tisch nett richten? Mal eine kleine Aufmerksamkeit und sei es nur das Bemerken der neuen Frisur? DAS ist verwöhnen!

Mag Ihre Nachbarin es, wenn Sie die Tageszeitung von unten mit hochbringen etc....... usw.!

Fragen Sie Ihren Mann, wie es ihm gehen würde, wenn er von der Arbeit käme (nachdem er sich über die Kollegen geärgert hat und der Tag sowieso mies war) und Sie würden ihm einen großen Stopfen in den Mund schieben und ihn hin und her wiegen und ihm sagen: Schscht, ist alles gut! Schlaf ein bisschen......... oder geh nach nebenan und brüll da vor Dich hin! *grins*

Oder wenn Ihre (Schwieger)mutter das Neueste erzählen will und Sie hören gar nicht hin, sondern telefonieren mit der Freundin!

Kollegin Andrea hat es einmal ganz treffend ausgedrückt:
"Verwöhnen" hat in Deutschland leider, speziell wenn es um Kinder geht, einen unguten Beigeschmack. Dabei wünscht sich doch eigentlich jeder, "verwöhnt" zu werden, denn in Wirklichkeit ist das ja nichts anderes als besonders umsorgt werden, jeden Wunsch von den Augen abgelesen zu bekommen, einfach das Gefühl, etwas Besonderes zu sein. In diesem Sinne "verwöhnst" Du Dein Kind, und das braucht es auch und es ist richtig, was Du tust.
Was die "anderen Seiten" betrifft, die davor warnen (woher wissen die eigentlich um Deinen Tagesablauf?): sie meinen "verziehen", d.h. maßlosen Wünschen nachgeben, unsinnige Dinge erlauben etc. und ist etwas ganz anderes.
Genieße die kostbare Zeit mit Deinem Neugeborenen, "verwöhne" es nach Strich und Faden und laß Dich aber auch selber verwöhnen (Du bist ja auch noch im Wochenbett!). Es wird sich ganz sicher im Laufe der Zeit ein Familienrhythmus ergeben, der allen Beteiligten gerecht wird. Alles Gute!"

Hier noch ein Brief einer anderen Forums-Nutzerin
"es gibt solche Babys, meiner war auch so einer. Ich habe mir das Buch „Das 24-Stunden-Baby" von Dr. William Sears zugelegt - hier stehen so manche hilfreiche Erklärungen und auch Tipps.
Zusammenfassend kann man sagen: das Einzige was hilft sind TRAGEN und/oder STILLEN und das rund um die Uhr und es ist das Beste was Du für Dein Baby tun kannst. Keine Bange, Du verwöhnst Dein Baby damit nicht, Du erfüllst nur seine existentiellen Bedürfnisse.
(Ich habe mal den schlauen Satz gelesen ..."und glauben Sie nicht, dass Sie ihrem Baby damit irgendeine besondere Gunst erweisen. Getragen und Gestillt zu werden ist für ihn lediglich der Normalzustand."
Nachdem ich das begriffen hatte wurde mein Leben einfacher. (Auch wenn das Tragen selbst natürlich anstrengend war)

Unser Sohn wurde die ersten 3 Monate seines Leben quasi nicht mehr abgelegt, sondern er schlief und wachte nur in meinen Armen - und wenn ich zu müde wurde, übernahmen ihn andere hilfreiche Hände. Ein Freundin hat das mal folgendermaßen genannt - "Euer Sohn schläft nur auf Körpern, grins).
Nachdem er jedenfalls begriffen hatte, dass er sich felsenfest darauf verlassen kann wurde er fast schlagartig zufrieden.
Heute mit 11 Monaten ist er ein heiteres, gelassenes Baby, dass sich sicher sein kann, dass wir alles versuchen, seine Bedürfnisse zu erfüllen und damit in sich selbst ruht.

Ich kann Euch nur wünschen, dass Ihr Euren Weg findet,
LG Joshi"

Bleiben Sie gelassen und tragen Sie Ihr Kind - das gibt ihm soviel Sicherheit.

Ein gut gebundenes Kind wird im Leben immer sicher sein. Aber um dieses "gut-gebunden-sein" zu erreichen bedarf es Jahre! Jahre, in denen dem Kind immer wieder signalisiert wird: ja, ich bin da! Ja, hier bist Du sicher! Ja, komm her, egal, was Du hast!

Dann kann ein Kind sich der Welt zuwenden.

Was wir immer vergessen: unsere Kinder sind noch nicht fertig, wenn sie geboren werden. Unsere Schwangerschaft ist zu kurz! Wir müßten ca. 2 Jahre schwanger sein, damit unsere Kinder sich alleine ernähren könnten (also Essen greifen und essen), kurz nach der Geburt aufstehen und loslaufen könnten (Gefahr entrinnen) und in kürzester Zeit kommunizieren könnten."

Liebe Grüße
Martina Höfel

Antwort von Martina Höfel am 12.12.2016
Veranlagung Aktion Allergien vorbeugen Sprechblase Gähn!
Nicht öde!
 

Re: Mein Baby schläft nur in meinem Arm ein

Danke für die tolle Antwort und viele Infos! Ich erwarte nicht, dass er alleine einschläft, auch wenn ich mich zu ihm lege bis er eingeschlagen ist weint er, und auch in meinem Arm schläft er nur 10 Minuten, daher wollte ich paar Tipps, damit das auch für ihn einfacher ist. Denn wenn er immer bei mir schläft bin ich auch tagsüber sehr eingeschränkt!

Antwort von Andreea2411 am 13.12.2016
 

Re: Mein Baby schläft nur in meinem Arm ein

Liebe Andrea,

Ich habe meine Kleine (6 Monate) anfangs auch fast nur getragen; auch ihr fiel das Einschlafen schwer. Ich gebe Martina Höfel ganz recht, da muss man einfach (entspannt) durch. Es wird irgendwann besser! Meine Kleine schläft mittlerweile abends in ihrem Bettchen - nachdem sie auf dem Arm oder bei Stillen eingeschlafrn ist - und wenn sie beim Ablegen nicht aufwacht.. (wir warten damit immer extralang, also ca. 10-20 min nach dem Einschlafen).

Noch ein paar Tipps:
- stille tagsüber im Liegen auf dem Bett, wenn das Baby einschläft, kannst du selbst auch ein Nickerchen machen (oder versuchen, dich davonzuschleichen)
- sobald meine Tochter in der Nacht wieder in ihrem Bettchen aufwacht (meist schafft sie schon von 20-3 Uhr) aufwacht, nehme ich sie zu mir ins Bett. Dann schlafen wir alle noch gut weiter.
- hast du es mal mit einer Babytrage / Tragetuch probiert? Funktioniert auch gut!

Lg Kathrin

Antwort von kathrinundclara am 13.12.2016
 

Re: Mein Baby schläft nur in meinem Arm ein

Liebe Andrea,
nochmal ich: wie oft schläft er denn tagsüber? Achtest du auf Anzeichen von Müdigkei? Vielleicht ist er ja übermüdet und findet deshalb nicht in den Schlaf? Nur so ein Gedanke, weil ich anfangs dieses Problem hatte. Meine Kleine wird etwa alle 2 Stunden wieder müde...
lg Kathrin

Antwort von kathrinundclara am 13.12.2016
 

Re: Mein Baby schläft nur in meinem Arm ein

Hallo liebe Andreea,
Ich hatte anfangs bei meiner Tochter ( jetzt 8 Monate) das gleiche Problem. Ich sehe das etwas anders. Ich finde nicht, dass man bis zur totalen Erschöpfung "tragen,tragen,tragen" sollte. Ich finde das muss jeder für sich selbst entscheiden und du bist keine schlechte Mutter, wenn du das einfach irgendwann nicht mehr schaffst.
Ich habe es dann irgendwann so gemacht, dass ich sie im abgedunkelten Schlafzimmer in ihr Bett gelegt habe (Beistellbett) , habe mich daneben gelegt und eine Hand auf sie gelegt habe. Das war anfangs mit viel Protest verbunden , aber dann hat es funktioniert. Ich bin immer einen Schritt weiter gegangen. Als sie gelernt hat neben mir und nicht auf mir einzuschlafen, habe ich angefangen sie wach ins Bett zu legen und den Raum zu verlassen. Ich habe sie nie schreien lassen, sondern bin immer sofort zu ihr, wenn sie geweint hat, habe sie beruhigt und bin wieder raus.

Letztendlich musst du entscheiden was dir wichtig ist und womit du dich wohlfühlst.

Meine Tochter schläft mittlerweile ohne Probleme alleine ein und ich stille in der Regel nachts nur noch einmal. Ich kenne eine andere Mutter, die ihrem Sohn das nicht beigebracht hat und glaubt das würde irgendwann von selbst kommen. Er ist 2 Wochen älter als meine Tochter und muss noch in jeden Schlaf begleitet werden (stillen/schuckeln). Auch nachts! Das heißt für sie alle 2h nachts stillen. Sie denkt, dass er einfach viel Hunger hat und ist jetzt am Abstillen und auf Flasche am umstellen. Angeblich machen Flaschen ja länger satt ;)

Antwort von Jani0312 am 13.12.2016
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