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Geschrieben von DK-Ursel am 24.10.2017, 9:29 Uhr zurück

Re: Badefrosch, sei nicht zu hart zu deinem Kind...

Hej Badefrosch!

Diese Information fgehlt natürlich bei unserem Kopfzerbrechen.
Es wäre nett gewesen, uns nicht da nicht so auflaufen lassen - die Voraussetzungen sind natürlich anders, und wir zerbrechen uns quasi umsonst den Kopf, weil ... s.o.

ABER ansonsten bin ich bei Nicoleen.
ich habe in der Familie meines Patensohnes und bei sehr guten Freunden ADHS-Jungs miterlebt mit allen Sorgen und allem Kummer, den alle hatten.
Aber es gibt in der Tat, wie Nicoleen vorschlägt, eine andere Methode, an die kinder zu kommen, hier wird darauf viel geachtet und manchmal, mit Glück wie bei meiner Patenfamilie, wird die ganze Familie in die "Behandlung" bzw. neue Pädagogik einbezogen, quasi angelernt, incl. Lehrer, was natürlich absoluter Luxus nur nur wg. des Interesses der Schule ging.

Aber wenn das gesagt ist, dann weiß ich eben,daß ADHS-Kinder zwar andere Bedürfnisse haben, trotzdem sind sie, wie Nicoleen ja auch schreibt, KINDER:
Und das sind keine Motoren, die bei durchgetretenem Pedal = Druck noch mehr leisten!
Eher noch mehr im Gegenteil als bei uns anderen.
Strukturen brauchen viele Kinder auch ohne ADHS, klare Ansagen und deutliche Grenzen braucht eine meiner Töchter auch heute noch, das ist aber nicht gleichbedeutend mit Druck.

Vielleicht kannst Du Dich mal schlaumachen, wie es mit Hiflsmitteln aussieht?
Hier setzt man sehr auf Computer und technische Hilfsmittel, weil gerade ADHS-Kinder sich da besonders gut konzentrieren können.

Gibt es Seiten, an denen er das 1x1 für sich lernen, spielrisch klicken, könnte --- und Du bist erstmal raus und fragst hinterher beiläufig oder auch gezielt kurz ab?
Der Druck, den Ihr alle ausübt, die Erwatrungshaltung, die ja auch in Deinen Postings deutlich zu spüren ist, auch in bester Absicht, all das kann sehr leicht mißverstanden werden und sich zu einem "ich bin nicht gut genug" mit fatalen anderen Folgen auswachsen!
Kinder verstehen viel, ja, aber sie mißverstehen auch manches, besonders wenn es da eine falsche Ausgangslage gibt, die wir vielleicht ganz anders sehen, nicht kennen oder sonstwas.

Ich würde ansetzen, auf die Erwachsenen Druck auszuüben, sich seines Handicaps zu stellen und Euch Hilfsmittel an die Hand geben, die allen das Leben erleichtern.
Gibt es keine Einrichtungen, Beratungsstellen, Selbsthilfegruppen, die weiterhelfen können?
Nicht ihm, erstmal Euch - damit Ihr wißt, wo und wie Ihr weiterkommt.

ADHS-Kinder lernen total anders als wir, daher ist der Vergleich, wie Du früher warst, vermutlich noch irreführender und für ihn fatal.
ER kann nichts ändern, die Erwachsenen um ihn herum müssen.
Man lernt nur in einem guten Klima, in einer sozial friedlichen, harmonischen Umgebung gut.
Er sitzt gerade sehr auf einem Pulverfaß - und das kann er vermutlich noch weniger gut hantieren als andere.
Darauf solltet Ihr Rücksicht nehmen und reagieren!

Weniger ist manchmal mehr, und so sehr ich Deine Sorge verstehe:
Loslassen kann manchmal Wunder bewirken - ich habe das auch unter Mühen gelernt, auch wenn meine Tochter kein ADHS hat, so kämpft sie doch mit anderen Problemen, die auch nicht alles nach null-acht-fuffzehn flutschen lassen.

Es wäre eben gut, eine Lernsituation und Verhältnisse zu schaffen, die ihm die Schule erleichtern - generell und nicht nur jetzt beim 1x 1. Denn wenn er die höhere Schule schafft. werden die Anforderungen nicht leichter.
Übrigens haben beide Jungs hier ihr Abitur glänzend bestanden - und kommen gut im Leben klar - ganz ohne Druck, Erpressungs- und Belohnungssysteme, aber mit viel Liebe, Geduld und pädagogischer Wandelbarkeit.

Alles GUte - Ursel, DK

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