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Toilette

Verstopfung bei älteren Kindern ist keine Seltenheit

Wenn Ihr Kind über Bauchweh klagt, das "große Geschäft" nicht gelingen will oder sogar Schmerzen bereitet, dann leidet es wahrscheinlich unter einer Verstopfung. Lesen Sie hier mehr über mögliche Ursachen und darüber, was Sie tun können.

Oft reicht als Auslöser schon eine Störung im gewohnten Tagesablauf - eine Reise, das Kind kommt in die Schule oder die Mutter fängt wieder an zu arbeiten - und die Verdauung funktioniert plötzlich nicht mehr wie sie soll. Dann ist es wichtig, dass die Eltern bald eingreifen. Einfache Mittel aus der Apotheke können Abhilfe schaffen. Denn wenn sich ein Kind erst einmal daran gewöhnt hat, den schmerzenden Stuhl zurückzuhalten, entsteht ein Teufelskreis, der schwierig zu behandeln ist. Dauert die Verstopfung länger als zwei Wochen, hat das Kind Schmerzen oder gar Blut im Stuhl, dann sollten Sie zum Kinderarzt gehen!

Wann spricht man von Verstopfung?

Als Verstopfung (medizinisch Obstipation) bezeichnet man eine funktionelle Darmstörung, bei der der Stuhl nicht vollständig oder nur verzögert abgegeben wird.

Grundsätzlich gibt es keine feste Regel, wie oft Kinder Stuhlgang haben sollten. Manche müssen nach jeder Mahlzeit aufs Klo, andere gehen nur alle drei Tage. Entscheidend dabei ist, dass das Kind keine Beschwerden hat. Erst wenn Kinder bei der Stuhlentleerung Schmerzen haben, unter Bauchweh und Blähungen leiden oder weniger als zwei Mal pro Woche "Groß machen", dann spricht man von Verstopfung. Besonders häufig sind davon die 5-6 Jährigen betroffen.

Eine kurzfristige (akute) Verstopfung ist übrigens noch kein Grund zur Sorge und gibt sich meist von selbst. Wenn die Verstopfung aber länger als drei Tage dauert oder das Kind beim Stuhlgang Schmerzen verspürt, sollten die Eltern eingreifen.

Woran merke ich, dass mein Kind unter Verstopfung leidet?

Eine Verstopfung bei Kindergarten- und Schulkindern bleibt oft über längere Zeit unbemerkt. Denn von dem Moment an, wo Kinder selbständig zur Toilette gehen, entzieht sich das große Geschäft der Kontrolle der Eltern. An folgenden Anzeichen erkennen Eltern, dass ihr Kind unter Verstopfung leidet:

* Das Kind hat weniger als zwei Mal pro Woche Stuhlgang.
 
* Es leidet unter großvolumigem, harten, manchmal auch "hasenköddelartigem" Stuhl.
 
* Es klagt über kurz anhaltende, aber wiederkehrende Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen oder einen aufgeblähten Bauch.
 
* Es leidet unter Schmerzen beim Stuhlgang, die durch kleine Hautrisse (Fissuren) oder Entzündungen im Analbereich verursacht werden.
 
* Das Kind überkreuzt die Beine, sitzt auf seinen Fäusten oder reitet auf der Stuhllehne, um sich den Stuhldrang zu verkneifen.
 
* Typisch sind auch sogenannte "Überlaufstühle". Ein bereits sauberes Kind hat plötzlich immer wieder geringe Mengen Stuhl in der Hose oder rennt ständig auf die Toilette, weil es vermeintlich unter Durchfall leidet.

Wie kommt es zu Verstopfung?

Probleme mit dem großen Geschäft entstehen oft, wenn das Ausdrücken des Stuhls als unangenehm oder schmerzhaft empfunden wird. Dann versucht das Kind den Drang zu unterdrücken, der Stuhl sammelt sich, wird härter und bereitet noch mehr Schmerzen. Dabei kann ein regelrechter Teufelskreis entstehen, der schwer zu durchbrechen ist.

Besonders häufig kommt das vor, während die Kinder gerade sauber werden - wenn sie den bevor-
stehenden Stuhlgang schon spüren, aber aus unerklärlichen Gründen Angst davor haben, ihr Geschäft in das "dunkle Loch" auf der Toilette zu entlassen. Je mehr die Eltern dann drängen oder gar schimpfen, statt dem Kind gelassen weiterhin eine Windel nur zum Stuhlgang zu überlassen, desto rascher entsteht daraus eine Verstopfung.

Folgende Faktoren können zu Verstopfung führen:

* Ein wunder Po oder ein kleiner Riss in der empfindlichen Haut am After (Analfissur). Hier hilft eine schmerzlindernde Salbe.
 
* Einseitige Ernährung - zu viel weißes Mehl, zu viel Süßigkeiten, zu wenig Ballaststoffe
 
* Zu wenig Flüssigkeit: Kinder sollten mindestens 1 Liter pro Tag trinken - möglichst Wasser, Früchtetee oder verdünnte Fruchtsäfte.
 
* Zu wenig Bewegung
 
* Eine Antibiotika-Behandlung: Hier helfen milchsaure Lebensmittel wie Joghurt oder Kefir, um wieder eine gesunde Darmflora aufzubauen.
 
* Zu viel Milch. Manchmal liegt hier auch eine Milcheiweißunverträglichkeit zugrunde.
 
* Eine Änderung des normalen Tagesablaufes: eine längere Bettlägerigkeit, eine Reise oder eine Stresssituation
 
* Unangenehme Erlebnisse in der Zeit des Sauberwerdens. Hier gilt: Bleiben Sie entspannt und lassen Sie sich nicht auf Machtkämpfe ein!

Was kann ich tun?

Im akuten Stadium muss man zunächst einmal für eine Stuhlentleerung sorgen. Schnell geht das mit Rektalzäpfchen oder Mikroklistieren. Man sollte aber beide nur vorsichtig und kurzfristig anwenden. Die Verletzungs- und Traumatisierungsgefahr ist hier nicht zu unterschätzen.

Angenehmer und wirksamer ist die Behandlung mit modernen Quellmitteln, die den Stuhlgang weich machen und anregen. Damit bekommt man auch über längere Zeit den Stuhl so weich, dass er problemlos entleert werden kann. Das Mittel sollte man so lange weiter geben bis das "große Geschäft" wieder ganz von selber funktioniert und das Kind sich an eine schmerzlose Stuhlentleerung gewöhnt hat. Anfangs sind oft hohe Dosen nötig, die man dann allmählich zurückfahren kann. Das Mittel bekommt man rezeptfrei in der Apotheke. Am besten ist es aber, wenn man diese Behandlung gemeinsam mit dem Kinderarzt plant.

Vor allem bei länger bestehender Verstopfung sollte man sein Kind vor einer Behandlung immer beim Kinderarzt untersuchen lassen, um organische Ursachen für die Verstopfung auszuschließen.

Entscheidend ist auf Dauer natürlich die Beseitigung der Ursachen. Meistens reicht es aus, auf folgende Faktoren zu achten, damit das lästige Problem nicht wiederkommt:

* Eine gesunde, abwechslungsreiche und ballaststoffreiche Ernährung spielt langfristig die wichtigste Rolle!
 
- viel Vollkornprodukte, Naturreis, Kartoffeln
- eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr (Wasser, verdünnte Säfte),
- viel Obst, Gemüse, Salat, Rohkost, Müsli, Nüsse
- wenig Süßigkeiten und vor allem Schokolade nur in Maßen!
 
Sollten Sie Fragen rund um das Thema Kinderernährung haben, wenden Sie sich hierfür gerne auch an unsere Experten Prof. Radke und Prof. Wirth.
 
* Spiel und Sport: Ausreichend Bewegung bringt einen trägen Darm in Schwung!
 
* Regelmäßigkeit und Ruhe beim Toilettengang sind sehr wichtig! Achten Sie darauf, dass Ihr Kind morgens vor der Schule oder dem Kindergarten ausreichend Zeit für sein großes Geschäft hat.
 
* Stellen Sie einen Hocker vor die Toilette, damit Ihr Kind bequem auf der Toilette sitzen kann und seine Beine nicht in der Luft hängen.

Wann sollte man zum Kinderarzt gehen?

Wenn eine Verstopfung auch nach Behandlungsmaßnahmen weiter besteht oder immer wiederkehrt, dann sollten Sie mit Ihrem Kind zum Arzt gehen. Falls noch nicht geschehen, muss dieser prüfen, ob nicht eventuell eine organische Ursache zugrunde liegt. Alarmzeichen sind starke Schmerzen beim Stuhlgang, starke Bauchschmerzen und Blut im Stuhl. Hier gilt: sofort zum Arzt!

 
Bitte bedenken Sie: Die Gesundheits-Tipps von Rund-ums-Baby sollen Ihnen als Orientierungshilfe dienen. Die individuelle Beratung durch einen Arzt oder andere Fachleute können sie jedoch selbstverständlich nicht ersetzen.

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