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Kindergesundheit

 
 
 
Schielen

Schielen bei Babys und Kindern

Schielen ist immer ein Fall für den Augenarzt! Denn wenn Sehschwächen nicht frühzeitig erkannt und behandelt werden, können sie
u.U. lebenslang nicht mehr behoben werden.

Wie beeinflusst Schielen das Sehen?

Betrachten wir mit beiden Augen einen Gegenstand, entsteht davon in jedem Auge jeweils ein Bild, das sich nur sehr geringfügig von dem anderen unterscheidet. Diese beiden Bilder verschmelzen im Gehirn zu einem einzigen Gesamtbild. Während beim Schielen jeweils ein Auge den Gegenstand voll erfassen kann, schaut das andere ein Stück weit daran vorbei. Dadurch wird der Unterschied zwischen den beiden einzelnen Bildern so groß, dass sie im Gehirn nicht mehr zur Überdeckung gebracht werden können. Das Ergebnis ist ein mehr oder weniger stark ausgeprägtes Doppelbild. Das kindliche Gehirn ist in der Lage, sich gegen Doppelbilder zu wehren, indem es das vom schielende Augen übermittelte Bild vernachlässigt, wegschaltet - was auf die Dauer allerdings verhängnisvolle Folgen haben kann: das "ignorierte" Auge wird mit der Zeit schwächer - man sagt, es wird "amblyop". Wird diese Entwicklung nicht frühzeitig erkannt und behandelt, bleibt sie lebenslang.

Wie Babys anfangen zu sehen

Schon kurz nach der Geburt können Babys ihre Umwelt visuell wahrnehmen - allerdings nur undeutlich und das was weiter als einen halben Meter von Ihnen entfernt ist, nur noch schemenhaft (weshalb sich Mütter ganz instinktiv dem Gesicht des Babys nähern) - das Sehen, bzw. die Sehschärfe entwickelt sich mit der Zeit.
Da ein Baby in den ersten Lebenswochen die Bewegungen seiner Augen noch nicht richtig koordinieren kann (jedes Auge wird schließlich mit sechs Muskeln "gesteuert", deren "Teamarbeit" erst entwickelt sein will) sind kurze, flüchtige Fehlstellungen in dieser Zeit kein Grund zur Beunruhigung. Wenn ein Auge allerdings ständig von der Richtung des anderen abweicht, sollte man keine Zeit verlieren. Ein Augenarzt kann das Schielen schon bei einem Säugling diagnostizieren und wird die richtige Behandlung zum richtigen Zeitpunkt einleiten.

Die Formen des Schielens

Ob Innenschielen, Außenschielen oder Höhenschielen - die Abweichung der Sehachse des einen Auges von der Sehachse des anderen Auges kann so gering sein, dass sie selbst aufmerksamen Eltern entgeht.
Das schielende Auge kann in verschiedenen Richtungen vom nicht-schielenden Auge abweichen (siehe Grafik). Auch können Abweichungen unterschiedlicher Richtung bei einem Kind gleichzeitig auftreten.
Schielen - auch ein kaum erkennbares - ist nie harmlos und "wächst sich nicht aus", sondern führt zur einseitigen Sehschwäche und zu schweren Störungen des beidäugigen Sehens - vor allem des dreidimensionalen Sehens, wenn die Behandlung durch den Augenarzt zu spät kommt.
Innenschielen Außenschielen Höhenschielen

Schielen früh erkennen - welche Früh- und Alarmzeichen gibt es?

Die Früherkennung ist wichtig. Die besten Chancen für eine rechtzeitige Behandlung haben Babys, die auffällig schielen und schon deshalb früh in die Obhut eines Augenarztes gelangen. Leider kommt aber das nicht oder kaum sichtbare Schielen häufiger vor. Diese Abweichungen fallen oft erst dann auf, wenn ein Auge bereits eine deutliche Sehschwäche aufweist - z.B. beim Sehtest bei der Einschulung, wenn es für eine erfolgreiche Behandlung oft schon zu spät ist. Daher ist es ratsam, die Merkmale zu kennen, die auf ein zu erwartendes oder schon vorhandenes Schielen hindeuten. Dies sind:

Eine auffallende Lichtempfindlichkeit, Augentränen, Zukneifen eines Auges, "Eindrehen" der Augen bei Müdigkeit, Augenzwinkern, Augenzittern, Verstimmung und/oder Reizbarkeit (Schielen kann Kopfschmerzen verursachen), eine chronische Lidrandentzündung, schiefe Kopfhaltung und ungeschickte Bewegungen wie z.B. Vorbeigreifen.

Schon bei einem Verdacht auf Schielen untersuchen lassen

Wichtig: Lassen Sie Ihr Kind beim geringsten Verdacht untersuchen. Aber auch dann, wenn Sie keine dieser Anzeichen bemerken, sollten Sie Ihr Kind vorsorglich spätestens im zweiten Lebensjahr augenärztlich untersuchen lassen.

 
von Ute Linnert
 

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